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Kategorie: Gedanken

Bayern – SPD will Lkw – Maut ausweiten

Die Bayern-SPD will die LKW-Maut auf sämtliche Bundesstraßen und in weiteren Stufen auch auf Staats- und Kommunalstraßen ausweiten. Das ist eine der zentralen Forderungen, die auf dem Landesparteitag an diesem Samstag in Amberg beschlossen werden soll. „So könnte man die echten Verursacher massiver Straßenschäden zur Kasse bitten“, sagte SPD-Landeschef Florian Pronold am Dienstag in München zur Begründung.

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Die echten Verursacher sind die Industrie und Verbraucher. Warum fordert der nicht gleich eine Schwerverkehrsabgabe auf Butter und Bier? Aber Spass beiseite.

Nicht alle Probleme mit der Infrastruktur in Deutschland kommen wirklich überraschend. Unsere Strassen zum Beispiel. Die halten nicht so lange, wie Ihre Planer und Erbauer einmal glaubten. Die Dauerbelastung ist aber seit langem bekannt.
Trotzdem wartet man so lange mit deren Sanierung, bis die Kosten für die Reparatur deutlich steigen. Ein verantwortungsvoller Umgang sieht anders aus.

Wer die Bahn vernachlässigt, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Strassen vergammeln. Klar, Autobahnen zu fordern, ist unmodern und für Politiker oft nicht hilfreich für Ihre weitere politische Karriere. So sind auch mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung viele Strassen stark überlastet. Auch in Bayern.

Trotzdem werden Diskussionen geführt, die eher lähmen statt helfen. Eine Ablehnung der Pkw – Maut passt dabei schön in’s Konzept. So hält man Deutschland in Gang. Perfekt.

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Eine traurige Bilanz

Kennt Ihr den oder die KCD? Oder Camion Pro? Dann gibt es noch den BDBK. Ach ja, die Truckerfreunde und andere Foren darf man nicht vergessen.

Diese ganzen Vereine, Gewerkschaften, Clubs, Foren oder was auch immer, wollen Lkw – Fahrern das Leben auf der Strasse erleichtern. Das ist eigentlich ein toller Vorsatz. Nur bleibt es leider dabei. Denn im Miteinander zeigt sich das wahre Übel – dem eigentlichen Mitstreiter gönnt man nicht „die Butter auf dem Brot“. Mehr noch: Gegenseitige Beschimpfungen und Beleidigungen sind an der Tagesordnung.

Eigentlich traurig. Besonders wenn man die Darstellung auf Außenstehende betrachtet.

Früher dachte ich ernsthaft, Trucker wären eine eingeschworene Gemeinschaft. So nach dem Motto „Einer hilft dem anderen“. Doch bereits nach kurzer Zeit „auf dem Bock“ mußte ich diese Vorstellung revidieren.
Heute glaube ich, dass es keine Berufsgruppe gibt, die ähnlich egoistisch Ihrer Arbeit nachgeht. Vielleicht liegt das am sogenannten Tunnelblick. Was links und rechts vom eigenen ich abgeht, sieht man nicht mehr. Was bleibt, ist die völlige Konzentration auf Tempo und Zeit. So werden viele Dinge nicht mehr realistisch genug erkannt.

Vielleicht ergeht es den am Anfang genannten Vereinen ebenso. Nur das bei denen nicht nur die Konzentration auf eine gemeinsame Sache fehlt. Nein, schlimmer. Der Wille für den Versuch, ernsthaft etwas zu verändern, ist nicht vorhanden.
Die eigene Profilierungssucht steht im Vordergrund. Um diese auszuleben, werden konkurrierende Clubs oder was auch immer, nieder oder einfach nur lächerlich gemacht.

So wird das nichts mit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Lkw – Fahrern. Also auch der von mir. Im Gegenteil.
Auf unbeteiligte wirkt das nur peinlich und bestärkt die öffentliche Meinung auf die von Eigenverantwortung weit entfernte Fahrergemeinde. Das ist eigentlich schade.

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Die Artenvielfalt von Kontrollen

Es gibt Kontrollen, bei denen reagiert ein Beamter irritiert, es gibt Kontrollen, bei denen reagiert er allergisch und es gibt Kontrollen, da wird der Mann (oder die Frau) gleich hysterisch.

Irritiert dann, wenn eigentlich alles passt. Lenk- und Ruhezeiten stimmen so einigermaßen, der Lastzug ist leer. Ladungssicherung ist also kein Thema.
Viele glauben halt, dass es kaum ein Fahrer schafft, die gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten immer korrekt einzuhalten.

Allergisch wird der Kontrollierende, wenn er Unregelmäßigkeiten feststellt und der Fahrer diese versucht zu erklären. In den Augen von vielen Beamten bewegen sich Lkw – Lenker immer am Rand der Legalität und das lassen das einem auch spüren.
Dabei will jeder Fahrer sein Geld nur auf eine vernünftige und anständige Art verdienen. Viele Kontrollen sorgen aber dafür, dass man immer weiter in die Kriminalität hinein gedrängt wird.

Es gibt immer mehr Verbote, die bei Missachtung mit hohen Geldstrafen und Punkten in Flensburg geahndet werden. Ist irgendwann das Limit erreicht, wird die Fahrerlaubnis entzogen. Die private oder familiäre Situation spielt dabei keine Rolle.
Schnell ist man dann am Rand des persönlichen Ruins angekommen.

Dazu kommt die Osterweiterung der EU und die damit verbundenen sinkenden Frachtpreise. Viele Spediteure verlangen von Ihren Fahrern, noch mehr zu arbeiten. Vielleicht auch irgendwo verständlich. Die Firmen müssen überleben, damit auch der Kutscher am Monatsende seinen Lohn bekommt.

Hysterie tritt dann zum Vorschein, wenn der Brummifahrer es wagt, zu widersprechen. Das passiert häufig bei der Art und Weise von Ladungssicherung. Die Vorstellungen zwischen beiden Parteien liegen oftmals weit auseinander.
Der Fahrer zieht dabei aber immer den kürzeren. Gegen mathematische Formeln und theoretischen Wissen kommt halt keiner an.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen Ladungssicherung. Im Gegenteil. Nur wird es oftmals übertrieben. Wenn ich Meldungen lese, dass ein Lkw mit einer Ladung Spanplatten seine Fahrt erst dann fortsetzen darf, wenn fünfzig oder sechzig Gurte angelegt wurden, zweifel ich an der logischen Denkweise dieses Systems.

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Teurer Tunnel

Ich bin schon ein paar mal durch den Tunnel des Grossen Sankt Bernhard (laut Wikipedia heißt der so) gefahren – und immer habe ich vergessen, eine Rechnung der Tunnelmaut zu fotografieren.
Denn knapp 150 Euro für 5,8 Kilometer finde ich schon ein wenig heftig.

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Im Land der drei Meere

Waldmeer, Sandmeer, nix mehr. So nannte man bereits in der DDR die Gegend ganz oben im äußersten Nordosten dieses Landes. Und irgendwie hat dieser Begriff eine zeitüberdauernde Bedeutung. Selbst eine neue Autobahn schafft es nicht, diese Gegend näher an Deutschland zu bringen.
Dafür dind die Menschen liebenswert, störrisch, nett. Ein Tankstellenbetreiber antwortete auf die Frage nach Wasser für meinen Kanister: „Den Hahn draussen habe ich abgeschraubt. Die mit den Wohnmobilen treiben mich sonst in den Ruin!“

Dann nahm er wortlos den Behälter und befüllte ihn im für Kunden abgesperrten Bereich seiner Tankstelle.

Meine letzte der drei Abladestellen war in einem Dorf, in der Nähe von Demmin. „Es wird immer schlimmer“, sagte der Staplerfahrer am Ende der Entladung. „Die Dörfer sind noch immer am zerfallen. Und die Menschen? Na ja. Grauer Alltag, nur Aussichtslosigkeit.“
„Von den jüngeren ziehen sicher viele weg“, fragte ich ein wenig naiv. „Ja, die können das. Aber wir Alten? Weggehen, umziehen, dass ist leicht gesagt. Wohin und womit denn? Das Haus verkaufen? Hier zahlt doch keiner was dafür.“

Weit bin ich nicht mehr gekommen. Ich stehe noch immer irgendwo bei Demmin. Vorhin habe ich im Internet gelesen, dass die Politik hier versagt hat und die Menschen deshalb für die Einfachheit der rechten Parolen besonders empfänglich sind.
Keine Ahnung, ob das so ist. Vielleicht erhoffen sich die Leute auch nur ein wenig Aufmerksamkeit. Wenn alle paar Jahre Journalisten in’s Land einfallen um nach den Ursachen zu suchen, ist das auch ein wenig Abwechslung in der Leere und Einsamkeit hier oben.

Im Land der drei Meere

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Fundstücke Teil LVII

Zuerst dachte ich, Kescht wäre der Schweizer Begriff für Käse und SuperDrecksKescht sowas wie Harzer Roller. Also übelriechend und eigentlich auch ungeniesbar.
Die Schrott- oder Müllmulden unter dem Schild nahm ich anfangs überhaupt nicht wahr. So sehr war ich von der Namensgebung beeindruckt. Wirklich.

Aber es sind wohl doch nur die Mulden, die damit gemeint sind.

SuperDrecksKescht - Schrottmulden in der Schweiz
Fotografiert in Möhlin (AG)

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Montag…

…und die Woche scheint so endlos wie dieser Tunnel:

Aber Pessimismus ist fehl am Platz. Die nächsten zwei (Arbeits-)wochen sind genauso lang, wie das dazwischen gezwenkte Wochenende.
Darf man sowas wie „hach“ schreiben? Hmm, wenn es ein Ausdruck der Vorfreude ist, sicher.

Hach, ich freu mich darauf…

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Jederzeit bereit und hilfreich. Solange Ihr gehorcht.

Darf ich mal hoch kommen? Mal gucken?“

Spätestens bei dieser Frage eines Polizisten der Autobahnpolizei Dessau – Roßlau, dessen Namen ich in der Kabel Eins – Reality Show „Achtung Kontrolle“ nicht verstanden habe, hätte ich abgeblockt.
Oder anders ausgedrückt: Wer mich kontrollieren will, hat so lange zu warten, bis ich die Tür öffne. Nervöses ziehen am Türgriff geht gar nicht. Ebensowenig fördert hektisches Wedeln mit den Armen meine Bereitschaft, irgendeinem Kontrollorgan entgegen zu kommen.

Kontrolle

Ich finde es prima, wenn Polizisten Kontrollen durch führen. Diese sind nötig und wichtig. Wer seine Fahrzeiten weit überschreitet, Ladung unzureichend sichert oder mit einem Gefährt unterwegs ist, von welchem eine Gefahr für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer ausgeht, soll und muß zur Rechenschaft gezogen werden. Da gibt es überhaupt nichts zu diskutieren.
Auf der anderen Seite kann ich erwarten, dass kontrollierende Beamte eine gewisse Ahnung von dem haben, was die so tun. Ansonsten verkommt dieses ganze eigentlich nützliche Getue zur Lachnummer. So wie bei zwei anhaltinischen Ordnungshütern, die im Auftrag von Kabel Eins während Ihres Dienstes von einem Filmteam begleitet wurden.

Ein ausländischer Lkw wird auf der A 9 heraus gezogen und einer Überprüfung unterzogen. Die Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers sind in Ordnung, der technische Zustand des Lasters augenscheinlich auch. Also widmet man sich der Ladung. Wenn staatliche Organe nichts verwerfliches finden, machen die sich halt auf die Suche – und spätestens auf einem beladenen Auflieger wird man immer fündig.
Zumal, wie in diesem Fall, die ganze Aktion gefilmt wird. Da wird kurz über die Ladung geschwenkt und ein Szenario verbreitet, als ob eine dieser viel und gern zitierten „rollenden Zeitbomben“ unterwegs ist.

Das in diesem Fall, abgesehen von den Kartons am Ende, die Paletten formschlüssig geladen wurden und somit nichts verrutschen oder umfallen kann, ist egal. Die Kamera läuft, der Polizist ist in Hochform. Endlich kann er der Öffentlichkeit sein Wissen beweisen. So macht er aus einer stinknormalen, unspannenden Überprüfung, einige Minuten Bildungsfernsehen. Ganz schön runtergekommen. Ganz schön einfallslos.

Polizei Dessau

Wie lächerlich das alles ist, sieht man ziemlich am Schluß. Da darf der Fahrer die Gurte über die Bordwände ziehen. Das ist natürlich verboten, aber der Beamte hat ja ein großes Herz. Ausserdem ist es ein ausländisches Fahrzeug, welches ja weiter fahren muß. Und den Termin den der Fahrer ja sicher hat, darf man auch nicht vergessen.
Zuvor wird sich logischerweise über die Bequemlichkeit von Brummifahrern ausgelassen. Dabei erwähnt mein blau-weißer Held aber nicht, dass er mindestens genauso faul ist. Oder warum drückt der plötzlich beide Augen zu? Aus Nächstenliebe bestimmt nicht.

Sinnlose LaSi

Ich kann partout nicht verstehen, dass es noch immer Institutionen gibt, die diese Sendungen unterstützen. Da werden Ängste geschürt und viele glauben, dass das alles die pure Wahrheit ist, die einem da um die Ohren und Augen gehauen wird. Da wird aus einer simplen Lkw – Ladung eine hochgefährliche Fracht gemacht. Wirkliche Aufklärung sieht anders aus.

Fernsehen hat für mich noch immer eine Art Bildungsauftrag. Deshalb bin ich froh, dass es Sender wie Arte oder Phönix gibt. Auch ARD und ZDF haben sich diesem Auftrag verschrieben. Die wirklich anspruchsvollen Filme und Reportagen werden dort aber erst nach 23.00 Uhr gesendet. Warum? Ist deren eigentliches Zielpublikum schlaflos? Oder fehlt denen eine geregelte Arbeit? Aber eigentlich widerspricht sich das. Denn diese Leute müssen arbeiten, damit solche Sendungen überhaupt finanziert werden können.

Es erstaunt mich immer wieder, wenn bei Umfragen auf der Strasse Leute nicht einmal wissen, in welchen Bundesland z.B. Erfurt liegt. Oder wie Deutschland aussieht, wenn es ihnen unbeschriftet auf einer Landkarte vorgehalten wird.
Es liegt mir fern Menschen zu verurteilen, die sich seichtem TV hingeben. Das mache ich auch. Nur wenn solche Sendungen eine so hohen Stellenwert einnehmen, dass wirkliche Probleme völlig in den Hintergrund treten, wird es kritisch. Denn irgendwann gibt es nichts anspruchsvolles mehr zu sehen. Einfach weil es keine Quote bringt. Das wäre doch schade. Oder?

Video: „Achtung Kontrolle – Teil I“
Video: „Achtung Kontrolle – Teil II“

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