Schreibe den ersten KommentarWenn im Supermarkt die Preise für Kaffee und Schokolade heftig steigen, dann tun sich Reporter jedenfalls deutlich schwerer, den Volkszorn pointiert einzufangen.
An der Tankstelle aber liegen die Nerven schon bei mittleren Preisanstiegen zuverlässig blank und zwischen Bentley und Brummifahrern herrscht traute Einigkeit.Vor der Zapfsäule sind eben nicht nur alle gleich, sondern auch alle gleich beleidigt.
Anders ist es zum Beispiel beim Oktoberfest, wo Millionen Menschen die astronomischen Literpreise als weitgehend Gottgegeben hinnehmen, fährt beim deutschen Autofahrer seit jeher die Gewissheit mit, an der Tankstelle persönlich und mit Vorsatz abgezockt zu werden.
Von wem oder warum genau, dazu hat jeder so seine eigene Arithmetik. Ein Lieblingsort der Deutschen ist die Tankstelle also eigentlich nicht.
Eher eine süßsaure Prüfung, der man sich regelmäßig stellen muss und bei der man im Roulette der Zahlen an der Preistafel mal Glück und häufiger noch Pech haben kann.Die Tankstelle als Glückspielautomat, an der man eigentlich immer Pech hat. Sehr schön geschrieben von Max Scharnigg in einem Essay für die Süddeutsche Zeitung
Schlagwort: Dialog
Kommentare geschlossenLetzte Woche sitz ich im Auto mit nen Kiffer. Mitfahrgelegenheit, ich hab den mitgenommen. Zwei Stunden kein Wort. Chillt einfach nur, guckt aus dem Fenster.
Dann irgendwann aus dem Nichts, guckt der mich an und meint so: „Ey, kennste das? Wenn Du auf der Straße fährst und du hast freie Fahrt und auf der anderen Seite ist Stau?“Ich sag „Joa“. Und er so: „Das macht mich irgendwie glücklich.“
„So Brudi, hast Du da jetzt zwei Stunden drüber nachgefacht?“Alter wo die ihr Glück herholen, er steht morgens auf und denkt, oh, dass wird ein krasser Tag. Ich sitz den ganzen Tag in der Karre, ich hoffe, die anderen haben Stau.
Michael Jäger, Comedian, aus seinem Programm „Unfallkind“
Meine Welt besteht aus meilenlangen endlosen Straßen, die Spuren von zerbrochenen Träumen hinter sich herziehen.
Chris Rea, Sänger und Komponist, im Song „The Blue Cafe“ aus dem gleichnamigen Album
Hi Chris,
Du kanntest mich nicht. Ja, Du wusstest nicht einmal, dass es mich gibt.
Trotzdem haben wir viele Stunden zusammen hinter dem Steuer verbracht.
Hast mir gezeigt, was Freiheit bedeutet und trübe Stunden vertrieben. Du warst ein toller Beifahrer.
RIP Chris Rea
1 KommentarKommentare geschlossenWie zum Teufel kann ein Mensch es genießen, um 6:30 Uhr morgens von einem Wecker geweckt zu werden, aus dem Bett zu springen, sich anzuziehen, sich zum Essen zu zwingen, zu kacken, zu pissen, Zähne zu putzen und im Verkehr zu kämpfen, um an einen Ort zu gelangen, wo man im Wesentlichen viel Geld für jemand anderen verdient und gebeten wird, dankbar dafür zu sein?
Charles Bukowski (1920 – 1994), deutschamerikanischer Dichter und Schriftsteller
1 KommentarWo kommen Sie her?
Überall. Und Nirgendwo.So ist Amerika eben. Aber Sie leben hier schon sehr lang. Wo wohnen Sie?
Na hier Sir. In meinem Truck.
Ich verstehe. Mein Auto ist auch sehr oft ein Bett. Stört mich nicht. Einsamkeit ist schön.Dialog zwischen Juliette Binoche und Morgan Freeman im Roadmovie „Paradise Highway – Straße der Angst“.
Kommentare geschlossenWenn du kein Erbgeld hast, wenn du nicht in irgendeine Bildungssituation gekommen bist, um Sachen sozusagen rational permanent zu durchschauen, sondern immer jeden Tag an deinem Leben dran bist, dann bist du einfach irgendwann hart gefrustet, weil du irgendwann merkst, dieses Versprechen des Kapitalismus, dass ist eigentlich gar nicht erreichbar.
„Ich werde ja nie reich werden, ich werde nie zu Wohlstand kommen. Die verarschen mich.“ Also das sind ja grundehrliche Gefühle, die erst mal einsetzten.Und da sitzt so eine populistische… oder populistische Parteien, haben wir ja seit diesem Jahr mehrere, da greifen die mit ihren Armen rein, wie in so einem „Herr der Ringe“ Film, und ziehen dich umher.
Das ist dieser Monster-Moment, wo die sagen: „Wir protestieren mit dir dagegen.“Carsten Johannes Marcus „Charly“ Hübner, *1972, deutscher Schauspieler, Regisseur und Hörbuchsprecher in der ARD-Sendung „Käpt’ns Dinner“ mit Michel Abdollahi
Kommentare geschlossenCassi Hartley: „Man muss verrückt sein, um Fernfahrer zu werden.„
Joe Fabrini: „Das ist nicht unbedingt nötig, aber es hilft.„Dialog aus: „Sie fuhren bei Nacht“, Spielfilm von Raoul Walsh, USA, 1940
3 KommentareOft herrscht sehr starker Wind, so wird die Fahrbahn poliert. Dann wird es extrem glatt und es kann passieren, dass du umgeweht wirst. Ich fahre bei jedem Wetter, jedenfalls versuche ich, anzukommen.
Raymond Dervola, Lkw- Fahrer im Königsfjord Gebirge in Norwegen, in der Doku „Wilde Wege Norwegen – Durch Eis und Schnee am Nordpolarmeer“ im NDR
