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Schlagwort: Gedanken

Leg dich nie mit Lkw-Fahrern an…

…denn sonst droht Dir ein Shitstorm allererster Güte. Und was für einer.

Aber von Anfang an: Es geht um Gladenbach, ein schnuckeliges, possierliches kleines Städtchen im hessischen Hinterland. Etwas mehr als zwölftausend Leute leben dort, weit weg von den großen und wichtigen Verkehrsadern.

Es könnte also alles so friedlich sein, nett und schön. Wenn es mitten im Ort nicht diese eine Kreuzung geben würde. An dessen Schnittpunkt die B 255 von Herborn nach Marburg führend, auf die B 453 von Biedenkopf kommend, trifft.

Wegweiser nach Gladenbach
Tausend Wege führen nach Gladenbach

Und jetzt wird es ein wenig kompliziert. Obwohl, nee. Eigentlich ist es relativ simpel. Also Leute, bitte ein bissel aufgepasst: Das gar nicht mal so große Problem dieser Kreuzung ist, dass nach rechts abbiegende Lkw aus Richtung Marburg (B 255) in Richtung Biedenkopf (B 253), links abbiegenden Pkw aus Richtung Biedenkopf (B 253) in Richtung Marburg (B 255) ziemlich nahe kommen.
Denn beim abbiegen in Richtung Biedenkopf treffen die Lkw auf die an der Ampel in der Linksabbiegerspur wartenden Fahrzeuge, die Richtung Marburg abbiegen wollen.

Ein simples Problem

Warum das ein eigentlich simples Problem ist? Nun ja, ich bin in der glücklichen Lage, diesen Kreuzungsbereich ziemlich gut zu kennen. Eben weil ich da oft lang fahre und im Grunde genommen beim abbiegen nie ernsthafte Schwierigkeiten hatte. Denn wenn es während des Abbiegevorganges wirklich mal eng wird, warte ich kurz, bis das Fahrzeug auf der Linksabbiegerspur etwas Platz macht oder eben selber grün hat und losfährt.
Machen aber wohl nicht alle Lkw-Fahrer so. Irgendwo habe ich gelesen, dass auch schon mal ein Teil der Ampelanlage dran glauben musste. Das ist dann natürlich blöd.

Aber wie auch immer. Um diesen Gefahrenbereich abzumildern, gab es einen gemeinsamen Vorschlag von SPD und Freien Wählern. Die forderten, dass diese Kreuzung entschärft wird.

Das sollte u.a. so geschehen, die Haltelinie für die Linksabbieger auf der B 253 in Richtung Marburg, einige Meter nach hinten zu verlegen. Schon hätte ich als Lkw-Fahrer mehr Platz, um die Kurve umfahren zu können.
Also eigentlich ein relativ nüchterner Vorschlag. Und mal ehrlich? Ich habe null Ahnung, was daran so schwierig und kostspielig sein soll.

Aber, in einer Sitzung des Bauausschusses der Stadt Gladenbach gab es auch Widerspruch. So erachtete der Fraktionsvorsitzender der CDU, Stefan Runzheimer, diesen Vorschlag als verkehrten Schritt. Trotzdem. Alles in Ordnung. Denn so funktioniert Demokratie.

Blöd für Ihn allerdings, sind drei Dinge. Zum ersten seine drastischen Worte. So sagte er:

Weshalb sollen wir deren individuelle Unfähigkeit mit öffentlichen Geldern subventionieren? Wir können solchen Idioten nicht hinterherlaufen.

Stefan Runzheimer, CDU-Fraktionsvorsitzender der Stadt Gladenbach

Mit „deren“ und „solchen“ meinte Ronzheimer uns Lkw-Fahrer. Aber alles gut bisher. Wirklich.

Nur, daraus folgte sein zweites Problem. Denn ein Redakteur eines Lokalblattes nahm genau dieses Zitat als Aufhänger für einen Bericht über diese Bauausschusssitzung. Das blieb natürlich nicht unbesehen.

Schon kommt der dritte Punkt: Die Macht der sozialen Medien. Irgendwer entdeckte diesen Artikel samt Spruch und teilte ihn auf Facebook. Tja. Dann nahm das Drama Trauerstück seinen Lauf.

Die Macht der sozialen Medien

Ob dieser „irgendwer“ ein zurückhaltender Zeitgenosse mit wenig Reichweite war, mag will ich nicht beurteilen. Aber wohl bezweifeln. Denn wie sonst sollte dieses Zitat von Runzheimer, gefallen in einer Bauausschusssitzung von Gladenbach, innerhalb weniger Stunden für breite, große Empörung in vielen (Fahrer-) Gruppen sorgen?

Denn genau das tat es. Ich will nicht wissen, wie viele beleidigende eMails oder Telefonate Runzheimer, seine Parteikameraden und andere Gladenbacher Stadtratsmitglieder bekommen haben. Selbst eine Sammelklage gegen Runsheimer sollte angestrengt werden. Dafür wurde extra eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der Befürworter dieser Klage ihre Adresse zur Unterstützung hinterlassen sollten. Kein Scherz.

Ihr denkt, spätestens jetzt hätte dieser Spuk ein Ende? Denn jeder einigermaßen normal denkende Mensch würde sagen: Ähhhh, wenn jemand persönliche Daten, und sei es nur meine Adresse, haben will, ist sprichwörtlich Schicht im Schacht? Nee, weit gefehlt. Es ging erst richtig los.

Nicht wenige teilten wirklich ihre Adresse in dieser WhatsApp-Gruppe, die übrigens jeder abonnieren konnte. Denn das Wort „Sammelklage“ betäubte nun das Hirn. So nach dem Motto, wir Trucker halten zusammen, dem zeigen wir es jetzt aber.

Mittlerweile aufgeschreckt und vielleicht auch überfordert von den vielen eingehenden, eventuell auch beleidigenden Nachrichten, veröffentlichte der CDU-Ortsverband Gladenbach eine Stellungsnahme. Nur statt ihrem Mitglied und Fraktionsvorsitzenden den Rücken zu stärken…

…aber lest selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren,
die CDU Gladenbach reagiert mit dieser Stellungnahme auf die Berichterstattung, welche in den sozialen Medien und in der Tageszeitung bzgl. der Äußerung des Fraktionsvorsitzenden der CDU , Herrn Runzheimer zu der Thematik „LKW-Fahrern im Bereich einer Kreuzung“ zu entnehmen war.

Die CDU Gladenbach distanziert sich ausdrücklich von den getätigten Aussagen und führt aktuell Gespräche mit der betroffenen Person, welche sich bereits darüber im klaren ist, einen Fehler begangen zu haben. LKW Fahrer/innen verrichten tagtäglich einen unverzichtbaren Dienst an unserer Gesellschaft und in den letzten Monaten auch in einem hohen Maße darüber hinaus. Eine Berufsgruppe pauschal zu beleidigen, ist nicht der Stil, welchen die CDU zu pflegen weiß.

Die CDU Gladenbach erwartet deshalb eine Stellungnahme und eine Entschuldigung von Herrn Runzheimer und behält sich weitere, interne Maßnahmen, ausdrücklich vor.

Die CDU Gladenbach entschuldigt sich an dieser Stelle aber bereits inständig für die Worte, welche von einem unserer Mitglieder in einer nicht hinnehmbaren Art und Weise in den Mund genommen worden sind und gleichwohl bedanken wir uns bei allen LKW-Fahrern und Fahrerinnen, welche jeden Tag auf unseren Straßen unterwegs sind und damit unsere Versorgung sicherstellen.

CDU Gladenbach, 03.11.2021

Stellungsnahme des CDU-Ortsverbandes Gladenbach zu den Aussagen ihres Mitgliedes Runzheimer

… nun ja, Wenn es wenigstens ein berechtigtes Schuldeingeständniss wäre. Aber mit diesem Artikel wird ein Parteimitglied der Meute quasi erst recht zum Fraß vorgeworfen, nur um selbst einigermaßen sauber aus dieser Misere zu kommen. Diese Stellungsnahme wurde natürlich auch auf Facebook veröffentlicht. Die Kommentare darunter, eigentlich nur von Fahrern, sprechen Bände.

Nur, so funktioniert das meiner Meinung nach nicht. Denn jeder sollte „fair“ beurteilt werden. Und „fair“ sollte von Seiten seiner Parteilkollegen solidarisch heißen. Und nicht zynisch.

Aber genauso, nämlich zynisch, klingt diese Gegendarstellung. Aber mehr noch, selbst Runzheimer, also der Gescholtene, verleugnet sich selbst:

Stellungsnahme Stefan Runzheimer (CDU Gladenbach)

Allein schon die zweite Zwischenüberschrift „sehr geehrte Lkw-Fahrer“. Also ich fühle mich davon nicht angesprochen.

Warum auch? Der Runzheimer hat mich ja nicht persönlich beleidigt. Also weder wegen „individueller Unfähigkeit„, noch durch „Idiot„. Denn ich kam bisher immer gut durch oder über diese Kreuzung.

Und da bin ich endlich wieder beim eigentlichen Thema. Denn ich glaube, nee Quark, bin mir sogar sicher, Runzheimer meint mit seiner Aussage nur die Fahrer, die zu dumm sind, an dieser Kreuzung rechts abzubiegen. Das seine Ausdrucksweise nicht so ganz korrekt war, drauf geschissen. Diese Äusserung ist in einer Gemeinderatssitzung gefallen und war keine politisch korrekte Jubiläumsrede und über Gladenbach hinaus, hat dieser Ausspruch null Relevanz.

Wenig Selbstwertgefühl?

Warum also fühlt sich dann ein Teil der Fahrerschaft angesprochen? Haben die etwa so wenig Selbstwertgefühl? Komisch, in diversen Fahrergruppen auf Netzwerken wie Facebook sind immer alle super duper toll cool drauf.

Nur „super duper“ oder „mit besten Absichten“ reicht bei einigen eben nicht. Ich weiß, dass Leute hier mitlesen, die speziell auf Facebook eine gewisse, hmm, wie soll ich es beschreiben, joa, Reichweite besitzen. Also Seiten mit mehreren zehn- oder gar hunderttausend Likes haben oder Admins in Gruppen mit mehreren tausend oder zehntausend Mitgliedern sind. Wer so etwas aufgebaut hat und Mitglieder und Leser im Griff hat, alle Achtung. Ist mein ernst,

Aber gerade dann befremdet es mich, wenn Personen, die aufgrund ihrer starken und einflussreichen Präsenz in den sozialen Medien ein gewisses Ansehen haben, Stimmung gegen Menschen, wie hier der Lokalpolitiker aus Gladenbach, machen. Das kann ich nicht so ganz nachvollziehen.
Denn eigentlich hätte schon im Vorfeld klar sein müssen, wie die Reaktionen darauf ausfallen. Nämlich teilweise alles andere als nett.

Mit dem teilen dieses Zitats wurde dem Ansehen unseres Berufsstandes leider keinen Gefallen getan. Im Gegenteil, wenn ich mir diverse Kommentare durchlese, werden Vorurteile wie in dem geteilten Zitat getätigt, sogar noch bestätigt.

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Kein Bock auf’n Bock

Na? Habt Ihr es in den letzten Wochen auch gehört oder gelesen? Also das Fuhrunternehmer keine Leute mehr finden, die ihre Lastwagen bewegen wollen? Nennt sich Fachkräftemangel. Aber klar, bestimmt, ist ja momentan Thema in diversen Medien.
Ja ok.,dass betrifft nicht nur die Logistik. Sondern auch Reinigung, Pflege, Gastgewerbe, und und und…

…Dienstleistungsbereiche halt. Also überall da, wo Unternehmer Leute am liebsten für lau suchen.
Wobei, der Begriff „Fachkräftemangel“ ja eigentlich schon zu hoch gegriffen ist. Denn man findet ja mittlerweile kaum noch „Hilfskräfte mit Vorkenntnissen“ und noch weniger Auszubildende. Dazu kommt, dass das Wort „Fachkräftemangel“ inzwischen doch etwas arg übermäßig verwendet wird.

Aber gut. In diesem Text soll es ja eigentlich um den Mangel an deutschen Lkw-Fahrern gehen. Also um eine quasi aussterbende Art.

Faire Bezahlung ein Fremdwort

Eigentlich ist es schon Häme Ironie, wenn sich Unternehmer und deren Verbände erst jetzt darüber so richtig beschweren. Denn seit zig Jahren ist faire Bezahlung ein Fremdwort. Dazu kommen Arbeitszeiten jenseits von gut und böse und nicht nur im Fernverkehr ein kaum vorhandenes Sozial- oder Familienleben. Also falls man überhaupt noch eine Familie hat.

Aber es geht noch weiter. Die Zustände auf den Rastplätzen sind oftmals problematisch. Bereits am frühen Nachmittag beginnt man sich Gedanken zu machen, wo man Stunden später noch ein einigermaßen gescheites Plätzchen bekommen könnte.
Auf den Weg dahin bremsen einen Dauerbaustellen, Staus, Autofahrer oder die eigenen Kollegen regelmäßig aus.

Von den Zuständen an vielen Be- oder Entladestellen will ich gar nicht erst groß anfangen. Nur soviel: Viele Großhändler sind nicht in der Lage, oder schlimmer, nicht gewillt, ihre Anliefer- oder Abhollogistik so zu organisieren, dass dieses Prozedere nicht auf dem Rücken der Fahrer ausgetragen werden muss.

Tja. Warum also wollen immer weniger Leute diesen Job machen? Kann ich gar nicht verstehen. Denn Lkw fährt man doch aus Leidenschaft. Oder?

Kennt Ihr den Film „Convoy“ mit Kris Kristofferson? Dort sind Trucker die Helden der Highways, halten zusammen und sind über CB-Funk ständig miteinander verbunden.
Gibt es Probleme, wird auch mal eine Polizeistation platt gemacht. Peng. Welcher Job in irgendeinem Großraumbüro kann da mithalten?
Aber Spass beiseite. Dieses „immer weniger“ zielt eigentlich auf deutsche Fahrer ab. Denn Fahrer aus Ost- oder Südosteuropa kompensieren doch schon lange den Nachwuchsmangel der Branche in Deutschland.

Keine Engpässe wie in England

Deshalb sind wir hier auch meilenweit von den Engpässen der letzten Wochen in Großbritanien entfernt. Denn dort war es der Brexit, der die Spritzufuhr zu den Tankstellen bremste oder für halbleere Supermarktregale sorgte. Osteuropäer verloren ihre Arbeitserlaubnis, mussten das Land verlassen. Freizügigkeit hat eben auch Grenzen.

Der Beruf ist unattraktiv. die Zukunftsaussichten sind fragwürdig und tja, dann die Sache mit dem Image.
Autofahrer und auch Anwohner von viel befahrenen Straßen, mögen Lkw – und damit auch deren Fahrer – nicht. Sich in seiner ungezügelten Fahrweise bremsen zu lassen oder Angst haben zu müssen, dass bei jeden am Haus vorbeifahrenden Lkw Tassen und Gläser in der guten Schrankwand zu Bruch gehen, ist eben auch nicht unbedingt zielführend für ein positives Ansehen in der Bevölkerung. Auch das hält einige von diesem Beruf ab. Denn wer möchte schon gesellschaftlich geächtet werden?

stau auf der a 4 bei mailand
Stau bei Mailand

Ich finde es bezeichnend, dass Unternehmer immer über bestimmte „Mängel an irgendwas“ klagen. So funktioniert Marktwirtschaft aber nicht, glaube ich.
Wenn irgendetwas knapp ist, wie hier Arbeitskräfte, muss eben mehr dafür getan werden, um den Bedarf zu decken.

Kein Nachwuchs von der Bundeswehr

So kommt immer wieder das Argument, ja früher, da hat ja die Bundeswehr für Fahrernachwuchs gesorgt. Stimmt. Jahrzehntelang haben sich Speditionen auf die Führerscheinausbildung eben bei der Bundeswehr verlassen. Diese Quelle ist nicht nur versiegt, mehr noch.
Gerade diejenigen, die in den siebziger und achtziger Jahren den „Zweier“ gemacht haben, bildeten die Masse der deutschen Fahrer und kommen jetzt ins Rentenalter oder fallen durch die Gesundheitschecks. Konnte natürlich niemand vorraussehen.

Davon abgesehen. Es war eh ein Unding, die Rekrutierung von Nachwuchs durch den Staat erledigen zu lassen – sowohl zeitlich, wie auch finanziell.
Die paar Speditionen, die Einsteigern den Führerschein finanziert haben, statteten den so „ausgebildeten“ Fahrer dann oft mit einem Knebelvertrag aus, um sich das Geld darüber zurückzuholen.

Apropo ausgebildete Fahrer. Ein entfernter Verwander von mir begann vor elf, zwölf Jahren eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Zu Anfang waren in seiner Lehrklasse 24 weitere Azubis. Die Ausbildung abgeschlossen haben letztlich acht Leute. Acht von vierundzwanzig. Also ein Drittel.
Warum haben so viele abgebrochen? Die Gründe waren vielfältig: Falsche Vorstellung vom Beruf, die Erkenntnis, dass Zeit mit Familie, Freundin oder Kumpels doch wichtig ist und einige wurden in ihrem Lehrbetrieb regelrecht verschlissen. Sprüche wie „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ lassen sich eben auch Lehrlinge nicht mehr immer gefallen.

Fröhliche AsphaltBabes

Wie also bringt man mehr Leute auf einen Lkw? Keine Ahnung, bin schließlich weder Unternehmer, noch Berater oder Politiker. Sondern nur Fahrer. Aber eines weiß ich. In den letzten Jahren hat sich nix gebessert. Das Ansehen der Transportbranche ist so scheiße, wie nie zuvor.
Da können Asphalt-Cowboys oder Truckerbabes noch so fröhlich tun – wenn während des Entladens an irgendeiner Rampe der Tachograph auf Pause stehen muss, es danach gleich weiter geht und anschließend fehlende Parkplätze einem den letzten Nerv rauben, nutzt das beste Fersehformat nichts.

Denn ein Jahr nach Beifall auf Balkonen und einigen „Danke“ – Bannern von Autobahnbrücken ist klar: Wenn selbst eine Pandemie als Weckruf nicht reicht, kannste sagen: Das wird nix mehr.

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Von früher und heute

Ein schönes Video aus 1985 vom Truckfestival in Birstein im Vogelsberg. Leider auch schon seit gut zwanzig Jahren Geschichte. Tja, Veranstaltungen kommen und gehen.

Allerdings, in diesem Video vor sieben Wochen waren es die Pkw, die ich cool fand, hier sind es die Lkw. Irgendwie stehe ich auf Fahrzeuge aus dieser Zeit. Also Achtziger bis irgendwann in die Neunziger Jahre.

Aber das soll nicht unbedingt Thema sein. Denn da fällt mir ein, gestern habe ich einen Beitrag auf Facebook gelesen. In dem geht es um Veränderungen, also weniger die Technik, sondern mehr um den Fahrer zwischen früher und heute.

Es ist echt irre wie sich die Technik in den letzten 100 Jahren verändert hat, von Motoren die klobiger nicht sein konnten bis hin zur heutigen Hightech Maschine. Die Form des Lkw ist heute auf Aerodynamik ausgelegt um effizientere Werte zu bekommen wobei man früher nur auf das Ladevolumen bedacht war und der Verbrauch als sekundär angesehen war.

Beim Lastkraftwagenfahrer ist es genau umgekehrt gelaufen, früher war er angesehen und wurde gut bezahlt! Man achtete auf ein Miteinander und hatte soziale Sicherheit. Heute ist es so, wer kommt und hat den Führerschein kann am besten gleich losfahren. Quantität vor Qualität und billig muss der Fahrer sein! Missstände noch und nöcher und wenn man das dann öffentlich macht wird man noch beschimpft und man soll nicht rum heulen!

Aus einem Beitrag der Facebook-Seite „Ich bin Berufskraftfahrer/in und habe Respekt verdient“

Über die Technik, ok. Darüber brauche ich nichts groß zu schreiben. Seit 1991, also genau dreißig Jahre, fahre ich jetzt Lkw.

Angefangen habe ich auf einem Daimler mit 330 PS, der blaue da rechts in der Seitenleiste, mit dem hässlichen Windabweiser auf dem Dach. Der hatte nicht mal einen luftgefederten Fahrersitz. Da musste das Gewicht des Fahrers noch per Drehrad am Sitz eingestellt werden. Das Teil hatte weder Klimaanlage, noch Standheizung. Für das Lenkrad brauchte man lange Arme, so einen Durchmesser hatte das Ding.

Vergaß man im Winter die Luftkessel zu entwässern, fror die Bremsanlage ein. Und das sind nur einige Beispiele.

Also kein Vergleich zur jetzigen Zeit. Da meine ich nicht mal die aktuellen Assistenzsysteme. Nein, dass gesamte Arbeitsumfeld hat sich komplett verändert. Die meisten Fahrer und Fahrzeuge werden heute komplett überwacht. Ein Disponent sieht auf Knopfdruck, wo sich welches Fahrzeug befindet, der Arbeitgeber erhält sämtliche Daten des Lkw. Also z.B. die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit, den aktuellen Spritverbrauch, Leerlaufzeiten des Motors u.s.w.

Demnächst können Kontrollbeamte die aktuellen Fahrzeiten des Fahrers während des Vorbeifahrens an einem Lkw ablesen. Lkw oder auch Busse können dann gezielt kontrolliert werden.

Aber um letzteres geht es in dem weiter oben zitierten Beitrag ja nicht. Sondern darum, dass meine Berufskollegen und ich früher besser bezahlt und angesehen waren. Besser bezahlt, einige vielleicht. Aber anders angesehen?

Das mag ich bezweifeln. Denn wenn ich mal durch meinen Bücherschrank schaue, da finden sich einige Werke aus den achtziger und neunziger Jahren, die nicht nur das damalige Verhältnis zwischen Bevölkerung und Fahrern gut darstellen, sondern auch die Arbeitsverhältnisse von Fahrern generell. Da war nicht alles eitel Sonnenschein.

bücherregal mt bücher
Blick in ein Bücherregal

Lange zu suchen brauche ich da nicht. Bei „Fernfahrer. Vom Leben auf Achse.“ (Amazon-Partnerlink) von Frank Gotta kann man lesen:

In der Touristenstadt Sterzing, eine Viertelstunde vom Zollhof entfernt, betrachtet man das fahrende Volk mit Distanz. Zwar lassen sich die Fahrer nur selten in der Stadt blicken. Aber, erklärt Bürgermeister Rudolf Pichler, wir wollen diese Leute hier nicht haben.

Aus dem Buch „Fernfahrer – vom Leben auf Achse“ von Frank Gotta

Das war übrigens Anfang der 80er Jahre. Ein guter Ruf klingt anders. Wie war das eigentlich mit dem Führerschein? Ach ja, beim Bund gemacht, danach nicht so richtig gewußt, wie es eigentlich weiter gehen soll. Aber hab ja ne Fahrerlaubnis in der Tasche, fahr ich also Lkw. Irgendein Chef wird mich schon einstellen, meist war es auch so. Die Qualität eines Fahrers war also auch nicht unbedingt besser.

Klar, Zeiten verändern sich. Aber auch „damals“ gab es schon eine „Ich-Gesellschaft„. Ja, im Osten vielleicht notgedrungen weniger, wie im Westen. Und ob es der heutigen Gesellschaft wirklich egal ist, wie Menschen behandelt werden? Weiß nicht. Also den meisten Leuten die ich so kenne, ist es das nicht.

Also, waren die Umstände früher wirklich besser? Die Technik, die Umwelt, die Sitten? Wer möchte zurück? Also ich nicht.

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In diesem Jahr, gerade einmal zehn Wochen alt, kamen schon vierzehn Fahrer an einem Stauende ums Leben. Erst gestern gab es auf der A 2 bei Burg zwei tödliche Unfälle.

Wolfgang Dorn, der selbst viele Jahre als Lkw-Fahrer unterwegs war, macht sich darüber seine eigenen klugen Gedanken. Vielen Dank dafür:

Früher hat man von einem schwarzen Tag gesprochen…

Es kracht heute wieder an allen Ecken und Kanten und keiner der Verantwortlichen will es wissen.
Muss es erst wieder zu einem solchen Unfall, wie am 07.07.1987 in Herborn kommen?
Gut – die Ursache war damals eine andere und ist mit den heutigen Unfallursachen nicht zu vergleichen.

Aber ich will auch nichts vergleichen. Nur ist es in meinen Augen nur noch eine Fragen der Zeit, bis es wieder zu einer solchen Katastrophe wie 87 kommt. Seinerzeit war es eine Verkettung mehrerer Gründe die zu der Katastrophe führten.
Heute wird der Unfallauslöser wohl eher in menschlichem Versagen zu suchen sein.

Die Ursachen für diese, immer häufiger auftretenden Unfälle liegen aber m. E. woanders.
Ein total überlastetes Straßennetz, zumindest auf den Hauptverkehrsadern, dazu viel zu wenig Parkmöglichkeiten, ein, durch jahrelange Vernachlässigung, marodes Straßennetz mit zu vielen Baustellen sind nur einige der Gründe für diese Unfälle.
Klar – werden jetzt viele einwerfen, der Fahrer sitzt am Lenkrad und er trägt die Verantwortung für sein handeln.

Das ist vollkommen richtig, aber man muss auch sehen, was für Leute sitzen am Lenkrad und warum ist das so.
Das gesamte Transportwesen befindet sich in einem selbst zu verantwortendem Dilemma – einerseits hat man sich mit Haut und Haaren an die Industrie, bzw. die Discounter und Lebensmittelketten verkauft und andererseits findet man keine Fahrer mehr.

Die Preise fallen immer tiefer in den Keller, das Frachtaufkommen wird immer größer und die Fahrer bleiben, im wahrsten Sinne des Wortes, auf der Strecke.
Und weil es noch immer nicht reicht – kommt auch noch Corona mit all seinen „Annehmlichkeiten“ oben drauf.

Will man von den Unfallzahlen runter, muss man als allererstes mal dafür sorgen, dass das Verkehrsaufkommen massiv reduziert wird. Dann muss dringend die Qualität der Fahrer verbessert werden. Es kann nicht sein, dass jedes dahergelaufene Männlein oder Weiblein eine Fahrerlaubnis erhält.
Ebenso sind kontinuierliche Kontrollen dringend erforderlich und eine konsequente Strafverfolgung.

Der alte Mann

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Erfurt, Sardinien und Caffè Americano

Warum Diskussionen in sozialen Medien (hier Twitter) meist sinnlos sind.

warum diskussionen in sozialen medien unnütz sind
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In Italien fällt es mir immer wieder auf. Da sitzen in den Dörfern Männer vor Bars und genießen den Tag. Es sind immer Männer, die da sitzen, Frauen nie. Ältere Männer. Zumindest habe ich nie eine Frau gesehen. Und auch keine jüngeren Männer. Vielleicht treffen sich die Frauen bei sich zu Hause. Also nicht in der Öffentlichkeit. Ich weiß es nicht. Muss bei Gelegenheit mal meinen alten Freund Mario fragen. Der lebt seit fast einem vierteljahrhundert auf Sardinien. Kennt sich also mit den Gepflogenheiten da unten schon ziemlich gut aus. Obwohl Sardinien ja nicht so ganz wie Italien ist. Aber anderes Thema.

Der Kaffee, der in diesen Bars serviert wird, ist schmackhaft. Also nicht wie diese anonyme Brühe aus deutschen Kaffeevollautomaten. Für die auch noch drei Euro siebzig verlangt wird. Deshalb belasse ich es hierzulande meist bei Tee. Gut, der ist auch hoffnungslos überteuert. Aber wieder ein anderes Thema.

In Italien trinke ich ja meist Caffè Americano. Typisch Deutsch halt. Denn laut Überlieferung wurde der Americano nach dem zweiten Weltkrieg durch amerikanische Soldaten in Italien eingeführt. Denen war der geläufige Espresso der Italiener zu kräftig. Sie verlangten ein Glas heißes Wasser zu ihrem Espresso, um ihn zu verdünnen. So entstand der Begriff Caffè Americano. Also so, wie er heute noch geläufig ist. Und auch noch oft serviert wird, wenn man einen Americano bestellt.

Aber zurück zu dem, was ich eigentlich schreiben wollte. Ich sitze in einer Bar auf Sardinien und trinke einen Caffè. Also keinen Espresso. Sondern einen Americano. Und beobachte dabei diese alten Männer. Keiner von denen sprach ein Wort. Die ganze Zeit. Zehn Minuten oder so. Das sah so wahnsinnig bewusst aus. Keine Ahnung, wie ich es anders beschreiben soll. Jeder ruhte in sich. Keine Aufregung, keine Hektik. Nichts von alledem. Sondern nur schweigen.

Wirklich beeindruckend. Warum kann ich das nicht?
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Gute Frage.
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Vor zwei Jahren lies das Straßenverkehrsbauamt Nordthüringen die Ampeln auf der Hauptverkehrsroute durch meine Heimatstadt auf die sogenannte „grüne Welle“ umstellen. Die Kosten? Rund 150 000 Euro. Echt viel Geld.
Nur funktioniert es bis heute nicht. So fahre ich an einer Kreuzung los und die Ampel an der nächsten Einmündung springt auf rot. Schon ist es mit meiner inneren Ruhe vorbei. Da kann ich mich noch so anstrengen. Mich nervt so etwas. Ist halt so.

Viele der alten Männer auf Sardinien dürfen bestimmt auch noch Auto fahren. Nur ist deren Vorteil, dass es in den dortigen Dörfern kaum Ampeln gibt. Wenn dann Kreisverkehre. Und die wurden nicht von deutschen Verkehrsexperten geplant. Klar das die Männer in sich ruhen (können).
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Meine kleine Theorie.
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Seattle, Tel Aviv, Doha, New York oder Erfurt?

airport frankfurt departure erfurt central

Abflug Flughafen Frankfurt

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Ein offener Brief von Camion Pro: „Jan Bergrath war nie Mitarbeiter des ETM-Verlags oder des FERNFAHRER“
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Eine Podiumsdiskussion auf der IAA in Hannover, ein Journalist schreibt darüber. Nicht besonders nett, muss er auch nicht. Es ist ein Blogbeitrag. Also seine persönliche Meinung. So wie ich es hier auch mache. Gut, nicht jedem gefällt dieser Artikel. Verstehe ich.
Einer, der sich und seinen Verein durch diesen Blogbeitrag unfair behandelt fühlt, schreibt daraufhin einen offenen Brief an den Verlag, für den dieser Journalist hauptsächlich schreibt. Der widerum droht Camion Pro, dem Verein des unfair Behandelten, nun mit gerichtlichen Schritten. Das lässt Camion Pro, der Verein, natürlich nicht auf sich sitzen und holt zum nächsten Gegenschlag aus. Fortsetzung folgt.
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Da fällt mir grad was ein. Könnte man aus diesen Stoff keine Daily Soap machen? So nach dem Motto „Büro Cowboys reloaded„?
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old cagliari

Gasse in Cagliari

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Ein neues Buch bestellt: Behind the Wall: DEPECHE MODE-Fankultur in der DDR.

Beim örtlichen Buchhändler. Mit Selbstabholung. Warum ich das erwähne? Keine Ahnung. Aber ich freue mich drauf.

Der Autor, Sascha Lange, liest daraus am Dienstagabend in Erfurt. Wäre vielleicht interessant.
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Also doch Erfurt.
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Na ja, mal schaun.
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Die Nacht der Gedanken

Da bekomme ich gestern Nachmittag die Order, am heutigen Vormittag leere Fässer zu laden und ich mache mir die halbe Nacht Gedanken darüber, wie das wohl vonstatten gehen soll.
Also stehend oder liegend, doppelt, dreifach, vierfach übereinander. Beult die Plane aus, muss ich die sichern, wenn, wie kann ich die sichern?

Und dann sind es profane zwanzig Liter Bierfässchen, akurat auf Paletten gestapelt und mit Folie umwickelt. Das kann echt nicht wahr sein.

Ladung Bier Fässer

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Plastik-Flut und Wahlkampf

Während ich mich vor der Fleischereitheke mit einem Bekannten unterhalte, verpackt die Verkäuferin meine gekauften Fleisch- und Wurstwaren. Erst zuhause fällt mir mal wieder auf, wie viel Verpackungsmaterial dafür eigentlich verwendet wurde. Allein die Schaschlikspieße wurden in drei Lagen dünner Plastikfolie gewickelt und anschließend in einer Papiertüte verstaut. Diese wanderte zum Schluß in eine große Tüte mit dem restlichen gekauften – welches auch einzeln verpackt wurde – und diese Sammeltüte widerum in einem Einkaufsbeutel. Natürlich auch aus Kunststoff.
Vielleicht muß das aus hygienischen Gründen so sein. Das weiß ich nicht. Aber dieser Aufwand, oder vielleicht auch Verschwendung, erstaunt mich doch immer wieder.

Jetzt mal was internes. Vor einigen Wochen begleitete mich ein Journalist der „Frankfurter Allgemeine Zeitung„, kurz „FAZ„. Sein Wunsch war, den Arbeitsalltag eines Lkw-Fahrers zu beschreiben. Den habe ich Ihm erfüllt. Zumindest so weit, wie es in zwei Tagen möglich war.
Was nicht so ganz geklappt hat, war die abendliche Parkplatzsuche. Eigentlich hatte ich auf überfüllte Plätze gehofft. Dann auf einen Standplatz genau an der Autobahn und zwischen zwei Kühlern. Aber wie es das Schicksal so wollte, fand ich sofort einen Platz und dazu noch weit weg von der Fahrbahn. Das einzige was Lärm machte, waren zwitschernde Vögel.

FAZ Woche

Bildquelle: Frankfurter Allgemeine Woche

Gut, man kann nicht alles haben. Der Tag selber war ok., weil typisch. Es waren kleine enge Firmen dabei, schwierige Anfahrten und auch ein größerer Betrieb, bei dem längeres Warten angesagt war. Also von allem etwas.
Am zweiten Tag hatten wir Zeit, uns etwas länger zu unterhalten. Ich denke, einige Probleme der Branche, für die ich arbeite, gut beschrieben zu haben. Der Bericht ist übrigens vorgestern in der „Frankfurter Allgemeine Woche“ erschienen. Die ist bundesweit an vielen Verkaufsstellen im Pressefachhandel erhältlich. Der Artikel ist gut geworden. Auch wenn ich auf einem Foto wie ein körnerfressender Hamster aussehe. Auch deshalb lohnt es durchaus, mal danach zu schauen.

„Die Linke“ hat ihr Wahlprogramm zur Bundestagswahl vorgestellt. Darin heißt es u.a.:

Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Logistikbranche sind oft miserabel – Gewinner sind internationale Konzerne.

Das ist nicht ganz unwahr. Die bekommenen meine Stimme. Und weiter:

Wir wollen längere Ruhezeiten und bessere Arbeitsbedingungen für LKW- Fahrerinnen und -Fahrer durchsetzen und Straßenverkehrskontrollen ausweiten.

Genau. Jetzt bekommt diese Partei sogar zehn Kreuze. Zehn deshalb, weil mein Wahlzettel dann ungültig ist:

Wir wollen ein LKW-Fahrverbot ab Freitagnachmittag und nachts einführen und die Nutzung von Bundes- und Landstraßen untersagen, wenn eine Bundesautobahn parallel vorhanden ist. Die Zulassung von Gigalinern (Lang-LKW) lehnen wir ab. Ebenso lehnen wir staatlich geförderte Projekte zur Erprobung und Einführung von Oberleitungen für Hybrid-LKW mit Stromabnehmern auf
Autobahnen und elektronischen Deichseln für Kolonnenfahrten von LKW und anderen Nutzfahrzeugen ab.

Bessere Arbeitsbedingungen sind toll. Ohne Frage. Erst recht, wenn meine Arbeitswoche Montagvormittag beginnt und Freitagmittag endet. Aber mal ehrlich. Das sind doch Spinnereien. Auch wenn es nur ein Wahlprogramm ist und diese Forderungen eh nie umgesetzt werden. Aber allein diese Gedankengänge. Obwohl. Die passen zum nächsten Thema.

Die Parkplatznot war diese Woche mal wieder in diversen Medien ein Thema. So in der „Aktuellen Stunde“ des WDR oder auch in der „Augsburger Allgemeine„.
So soll nach offiziellen Prognosen der Lastwagen-Güterverkehr bundesweit von 2010 bis 2030 um 39 Prozent wachsen. Das ist schon erheblich und ja, bereits jetzt fahren einfach zu viele Lkw auf den Straßen rum. Ganz klar. Aber das ist nicht die Schuld von uns Fahrern. Denn keiner von uns fährt zum Spass durch die Gegend. Nur wir müssen es ausbaden. Auch bei der allabendlichen Parkplatzsuche. Verantwortlich dafür ist die Politik, die den Neu- und Ausbau von Parkflächen und die Modernisierung der Infrastruktur verpennt hat. Die Zahlen über die Zunahme des Güterverkehrs sind lange bekannt.
Auch die Industrie, die den Lkw als Lager missbraucht. Und der Endverbraucher, der immer mehr online bestellt und das heute bestellte schon morgen geliefert haben möchte. Die Retoursendung darf natürlich auch nix kosten.

Das System der in dem Artikel der „Augsburger Allgemeine“ erwähnten Doppelparkplätze gibt es seit einigen Jahren auf der Rastanlage Montabaur. Ich persönlich meide das, weil ich ungern von anderen Lkw eingekeilt bin und nicht sicher bin, ob das wirklich funktioniert. Denn nicht immer fährt derjenige, der eine frühe Abfahrtszeit eingegeben hat, auch wirklich zu dieser Zeit los. Und das ist Gülle. Denn frühs brauche ich keine Diskussionen.

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Links und rechts der (Daten-) autobahn

Die erste Folge der „Trucker Babes“ sollte bereits letzten Sonntag auf kabel eins ausgestrahlt werden. Doch da war Fußball wichtiger. Aber egal. Morgen Abend ist es soweit. Dann kann man Annette, Jana und co. auf ihren Touren begleiten.
Ich weiß noch nicht, ob ich es schauen werde. Wohl eher nicht. Zur gleichen Zeit läuft der „Tatort“ und der ist mir heilig. Obwohl es wegen der Sommerpause alte Folgen sind. Zumal „Trucker Babes“ ähnlich bescheuert klingt, wie vor einigen Jahren „Asphalt Cowboys“ auf DMAX. Ist doch so. Wem fallen solche Namen ein? Aber falls die Sendung einer schaut, der kann ja hier berichten, wie es war.

Als Rettungsgasse bezeichnet man den Fahrweg für Rettungskräfte bei einem Stau oder stockendem Verkehr auf mehrstreifigen Richtungsfahrbahnen. So zumindest steht es auf Wikipedia.
Die zu bilden, ist nicht immer ganz einfach. Das habe ich schon selbst gemerkt (hier bitte ein lachendes Smilie hinzudenken). Aber selbst wenn es die Gelegenheiten zulassen, sind viele damit überfordert. Und jetzt wieder ernsthaft: Ich verstehe es nicht. Was ist so schwer daran, soweit nach links oder rechts zu fahren, bis in der Mitte eine Spur frei bleibt?

Diese Woche ging wieder ein Video durch die sozialen Medien, in dem ein polnischer Lkw-Fahrer das nicht zu kapieren scheint. Die Reaktionen darauf, waren natürlich durchweg grantig. Was für ein Arschloch, Führerschein weg auf Lebenszeit, zehntausend Euro Strafe, Lkw stilllegen u.s.w.


YouTube-Originallink >>>

Cool, auf Facebook kapieren es viele. Nur warum sieht man die kaum auf der Straße? Aber nochmal zu dem Polen. Ich will den jetzt nicht in Schutz nehmen, aber keiner weiß, warum der in der Mitte stand. In dem Video ist erst zu sehen, wie der versucht, eine Lücke zu finden. Was vorher war, bleibt ungewiss. Erst zwei Feuerwehrmänner sorgten dafür, dass die rechts stehenden Fahrzeuge weiter aufschließen und somit der Weg für die Rettungskräfte frei wird. Das hätten die da stehenden auch vorher machen können. Platz war ja wohl genug.

Nochmal Rettungsgasse. Bei Daniela habe ich das hier gefunden: Unfall in der Rettungsgasse. Mit diesem Autofahrer habe ich nun wenig Mitleid.

Hallo, mein Name ist Alex F. In meiner eigentlich eng bemessenen Freizeit spiele ich Deputy und fotografiere Trucker, die sich nicht konform benehmen. Diese Bilder veröffentliche ich dann auf meinem Facebookprofil. Natürlich will ich mit diesen Fotos nur aufklären und keinen an den Pranger stellen.

Lkw
Quelle: Facebook >>>

Interessantes Hobby. Ehrlich. Auch wenn ich nicht kapiere, was der z.B. auf dem Bild falsch macht. Der schaut nach rechts, vielleicht in den Spiegel. Das ist aber auch anderen aufgefallen. Alex hat natürlich auch darauf eine passende Erklärung:

Der hatte keinen Grund in den rechten Spiegel zu schauen

Also ich schaue alle fünfzehn, zwanzig Sekunden in beide Spiegel: Links, rechts, nochmal links. Das ist ein Automatismus, der mir bereits in der Fahrschule beigebracht wurde. Bin ich deshalb eine potenzielle Gefahrenquelle? Nee!
Aber wie auch immer. Fremde Menschen heimlich fotografieren und diese dann im Netz an den Pranger zu stellen, zeugt von keiner guten Kinderstube. Wer so etwas macht, ist ein Depp.

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