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Schlagwort: Verkehr

Ziel mit Hindernissen erreicht

Heute früh kurz nach fünf bei Brescia losgefahren, jetzt kurz vor Würzburg Feierabend. Und das mit zehn Minuten Abfahrtskontrolle und 9.49 Stunden Fahrzeit. Den Arbeitstag also voll ausgenutzt. So passt das.

Mir fällt aber auf, der Verkehr zieht wieder merklich an. Die ruhigen Wochen scheinen vorbei zu sein. Besonders hier in Deutschland.
Aber auch in Österreich. Was ich da nicht verstehe, wochenlang war auf den Straßen wenig los. Jetzt fällt denen von der Asfinag ein, oho, die Mittellinie könnte neue Farbe gebrauchen. Da sperren wir doch mal für einige Kilometer die linke Spur. Oder an anderer Stelle sollte an der Mittelleitplanke was ausgebessert werden. Zack, noch eine Tagesbaustelle. Die jeweiligen Staus davor nehmen wir mal so dahin.

Aber ich muss nicht alles verstehen. Mittlerweile sage ich mir, dass schon alles seinen Grund haben wird. Was auch sonst.

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Merkwürdig

Irgendetwas stimmt mit Deutschland nicht. Gestern von Kiefersfelden über die A 93 und A 8, dann im Berufsverkehr an München vorbei, bis Ingolstadt, heute weiter über die A 9, A 3 und A 45 ins Siegerland – ohne einen einzigen Stau. Da läuft was verkehrt.

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Links und rechts der (Daten-) autobahn

Wann wurde ich zum letzten Mal in Deutschland kontrolliert? Vor acht, neun oder zehn Jahren? Keine Ahnung. Sehe ich einen Bulli vom BAG, steht der meist auf nen Parkplatz und dessen Fahrer macht Pause. Oder kontrolliert die Maut. Aber letzten Donnerstag, da wollte man es wissen.

Ich war da eh noch in Italien. Und Freitag nach Hause hatte ich wieder freie Fahrt. Zumindest was Kontrollen betrifft. Denn da wurden die Daten ausgewertet und stolz der Presse präsentiert.
Solche Aktionstage braucht es nicht. Kontrollen regelmäßig, bringen viel mehr.

Die erschreckendste Erkenntnis in Thüringen war übrigens das Verhalten einiger Autofahrer.
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Rovana Plump. Ab Juni 2017 Ministerin für Fördermittel in Rumänien. Nach Korruptionsvorwürfen trat sie im Oktober 2017 zurück. Jetzt soll sie den Transportsektor in der EU übernehmen. So schafft man Vertrauen.
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Tausende demonstrieren gegen zwei Parkplätze, die an der A1 bei Leverkusen entstehen sollen. Schön. Und nach der Demo geht es fix nach Hause. Muss ja was bei Amazon bestellt werden. Natürlich ohne Lieferkosten und Anlieferung am nächsten Tag.

Ist das jetzt populistisch? Nö. Finde ich nicht. Man sollte lieber darüber nachdenken, wieso es sechs Jahre braucht, um solche eigentlich simplen Plätze fertigzustellen. Denn vor 2024 ist die Fertigstellung nicht vorgesehen.
Aber da gibt es ja noch eine Standortdiskussion. Nämlich das ein Industrieareal in Köln-Niehl sich als Ausweichplatz eignen würde. Nur, so lange die Rheinbrücke bei Leverkusen gesperrt ist, ist Niehl keine Alternative. Und die ist für Lkw noch länger nicht befahrbar. Denn nicht mal die Kampfmittelsondierung ist abgeschlossen. Heißt die Bauzeit der ersten Phase verzögert sich schon bis 2021, 2022. Der komplette Neubau steht nicht vor 2024/2025. Ich bin kein Pessimist, aber wir sind in Deutschland. Also würde ich auch diese Zahlen vorsichtig sehen.

Davon abgesehen, klar ist Raubbau an der Natur nicht schön. Auch wenn es wie hier „nur“ die Größe von drei Fußballfelder sind, die geopfert werden sollen. Aber es fehlen Parkplätze und egal wo gebaut wird, gestört fühlt sich immer jemand.
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Was so ein Tag mit Schwerpunktkontrollen alles zu Tage befördert: Bei 16 von 18 kontrollierten Lkw wurden Verstöße festgestellt. Vielleicht sollte doch mal öfter kontrolliert werden?
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Mit einem Trucker durch Deutschland
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Südosteuropäische Lkw-Fahrer leben am Limit? Quark. Die wollen es doch so.
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Güter gehören auf die Bahn. Sieht die aber irgendwie anders.
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Ein Donnerstagmorgen auf der Brennerautobahn

Steht man morgens noch einige Minuten und macht sich langsam für den Tag fertig, dann fällt einem richtig auf, wie viele Lkw über den Brenner fahren. Zu dieser frühen Zeit, die Kamera habe ich halb sieben laufen lassen, nutzt hauptsächlich der Schwerverkehr diese Route. Später kommt auch noch der Individualverkehr hinzu.
Und, mal ehrlich. Obwohl ich seit Jahren sehe, dass der Verkehr allgemein immer weiter zunimmt und die vorhandene Infrastruktur immer mehr an ihre Grenze stößt, hat mich diese eigentlich schier endlose Schlange von Lastwagen schon erstaunt, oder auch erschreckt.

Der Film läuft nur drei Minuten, dass ging aber die ganze Zeit über – Lkw an Lkw. Und ich kurz darauf mittendrin. Klar, man darf nicht vergessen, die Brennerautobahn ist die Hauptroute über die Alpen. Es gibt keine kürzere, zentralere und auch günstigere Route von Mitteleuropa nach Italien und wieder zurück.
Denn nicht jede Alpenquerung ist sinnvoll für jedes Ziel. Und unnötige Umwege zu fahren, ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Ausserdem ist beim Warenverkehr die Fahrt durch Österreich wesentlich unkomplizierter. Denn die Ösis gehören zur EU, die Schweiz dagegen nicht.

Die Verkehrslawine rollt

Das diese Lawine da drüber rollt, ist nicht die Schuld von uns Fahrern. Wir sind die ärmsten Schweine, die diese Misere ertragen müssen. Noch vor den Anwohnern. Die leiden mittlerweile vor allem unter dem Lärm der Fahrzeuge. Es ist auch nicht die Schuld meines Chefs. Der bedient nur die Wünsche von Industrie und Endverbraucher. Ist so.

Klar könnten viele Güterverkehre auf die Schiene verlagert werden. Auch mein Chef oder dessen Auftaggeber würden diese Alternative bestimmt gerne nutzen. Ich war ja selbst oft genug Fahrgast auf der RoLa. Also der Rollenden Landstraße.
Funktioniert aber irgendwie nicht, weil die Angebote nicht ausreichen. Möchte ich mit dem Zug fahren, ist der oft ausgebucht. Gibt es freie Plätze, passt es mit der Zeit nicht. Nachts um eins kann ich nicht auf einen Zug fahren.

Bis vor drei, vier Jahren wurde die Verbindung Regensburg – Trento bedient. Von der Strecke her ideal. Rauf auf den Zug, elf Stunden Pause, einige hundert Kilometer weiter, runter vom Zug. Toll. Zumindest zeitlich. Über die Qualität und den Anspruch gegenüber uns Fahrgästen, braucht man nicht zu diskutieren. Beides war miserabel. Aber Lkw-Fahrer sind ja genügsam. Nur gibt es diese Möglichkeit nicht mehr. Das Angebot wurde eingestellt.

Wenn Tiroler b(l)ocken

Diese Woche bremsen die Tiroler mal wieder den Lkw-Verkehr aus. Die b(l)ocken also. Was lustig klingt, ist aber Scheiße. Denn dann werden österreichische Polizisten den Verkehr vor Kufstein aufstauen lassen und pro Stunde nur 250 Lastwagen durchlassen.
Auch hier, leidtragende sind vor allem wir Lkw-Fahrer, die teilweise stundenlang im Stau stehen. Es kann nicht die Lösung sein, dass Tiroler Ihre Probleme auf die abdrücken, die für diese Zustände nix können. Passiert aber dauernd.

Wie können Lösungen aussehen? Auf den Brenner-Basistunnel warten? Da bin ich wieder bei der Schiene. Nur auf den wartet man noch sieben oder acht Jahre. Und jetzt ist bereits absehbar, dass die Zulaufstrecke auf deutscher Seite dann noch längst nicht fertig ist. Auch wehren sich Anwohner im Inntal von Rosenheim bis Kiefersfelden gegen zusätzliche Gleise. Sie befürchten unter anderem eine Zunahme des Bahnlärms und mehr Erschütterungen.

Tja. Jeder fühlt sich durch irgendwas gestört. Die einen durch den Straßenverkehr, die nächsten wegen einer Eisenbahnlinie. So ändert sich nix.

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Urlaub vorbei

So. Der erste Tag nach meinem Urlaub wäre auch geschafft. Auflieger war vorgeladen, nur die Ladung musste ich noch sichern. Ging diesmal aber auch gut, die Kollegen aus dem Lager haben sich echt angestrengt.
Prima lief es auch unterwegs. Relativ wenig Verkehr, nur ein kurzer Stau vor München. Aber das passte.

Morgen früh halb fünf geht’s weiter. Nicht so ganz meine Zeit, aber hilft ja nix. Will gegen acht bei meiner ersten Abladestelle in Bozen sein.

Ach ja. Mit dem DAF bin ich bisher zufrieden. Der fährt sich wesentlich weicher, holpert nicht so wie der Scania über Querrinnen.
Klar hat der DAF auch Schwächen, aber dazu später vielleicht mal mehr. Jetzt ist erstmal Nachtruhe angesagt.

Daf lkw

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Ich beiß ins Lenkrad

Von Geiselwind zum Brenner in acht(!!!) Fahrstunden. Eigentlich wollte ich es bis Brescia schaffen.
Allein für die dreißig Kilometer von Holzkirchen bis zum Inntaldreieck habe ich fast vier Stunden gebraucht.

Das ist nicht mehr feierlich und macht wirklich keinen Spass mehr. Bei der kleinsten Störung bricht der Verkehr zusammen. Und es wird jedes Jahr schlimmer. So zumindest mein Gefühl. Keine Ahnung, wie das mal enden soll.

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Stauzeit

Was für eine Kacke. Da fahre ich zweieinhalb Tage durch Italien und habe genau null Staus.

Freitagvormittag düse ich nach Bayern rein und da beginnt das Chaos. Stau am Irschenberg, vor München, bei München, hinter München. Es geht weiter. Stau bei Pfaffenhofen, vor Nürnberg und hinter Nürnberg.

Einen habe ich noch. Stau bei Geiselwind. Am Rasthof Haidt bin ich stehen geblieben. Da hatte ich fast zehn Stunden Fahrzeit voll.
Aber selbst wenn ich noch Zeit gehabt hätte, die A 3 zwischen Würzburg und Frankfurt hätte ich mir nicht mehr angetan. Das ist doch nicht mehr normal.

Stau

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Sie haben Post

Über die Gedanken von Jens habe ich lange nachgedacht.

Hallo Maik,

Ich lese zwar regelmäßig deinen Block, antworte jetzt erst relativ spät auf deinen Post vom 19.09.2016. Es ging in deinen Bericht um den PKW Fahrer der mit der Mautstation in Italien überfordert war. Meine erste Reaktion war; Mensch Maik, ein bisschen mehr Rücksicht stände dir auch gut zur Gesicht. Der Grund dafür ist allerdings, daß ich selber erst ein paar Tage vorher in Italien mit meinem Wohnmobil vor der gleichen Situation stand. Ich war an der Mautstelle völlig überfordert und froh, das keine hupende Zeitgenossen hinter mir Rabatz machten. Wenn ich jetzt allerdings die Situation mit Abstand betrachte denke ich, das ich mich selber auch in meiner täglichen Routine manchmal über Verkehrsteilnehmer ärgere die sich nicht so verhalten wie ich es von Ihnen erwarte. Vielleicht ist es sinnvoll das wir uns immer wider verdeutlichen wie wir uns verhalten wenn wir unsere Komfortzone verlassen und uns im Neuen orientieren müssen. In der Situation gehen wir anderen Verkehrsteilnehmer bestimmt auch auf die Nerven. Mir geht es aber auch so, dass ich mich oft schneller Aufrege als Nachsicht wollten lasse.

Gruß Jens

Hallo Jens,

dieser Blog dient mir als eine Art Tagebuch, dass ich mit anderen teilen kann. Dabei geht es mir nicht um Eitelkeit oder um im Mittelpunkt zu stehen. Nein. Mein Interesse ist es eher, eine kleine Öffentlichkeit zu schaffen, Einblicke in den Beruf zu gewähren, den ich ausübe.
Dass überhaupt Menschen meine Geschichten lesen werden, hatte ich nicht zu hoffen gewagt. Aber fast wöchentlich erreichen mich eMails von Leser_innen mit netten und freundlichen Zeilen. Aber auch mit Kritik und Tadel. Was auch völlig In Ordnung ist. Denn nur so kann ich mich zusammen mit Euch auf die Suche nach Antworten machen.

Deshalb verstelle ich mich hier nicht. Klar, als Supertrucker könnte ich mich gerne darstellen. Einem, dem alles gelingt, der keine Fehler macht, immer abgeklärt und cool ist. Der alles weiß, super intelligent ist. Nur ist das nicht so.
Also kommen auch Beiträge, die mich im nachhinein als Deppen oder unausgeglichenen Menschen erscheinen lassen. Das ist halt mal so. Wie in dem Artikel, den Du erwähnt hast. Oder meinem Unfall von Anfang August.

Aber Komfortzone ist ein gutes Stichwort. Da sind die, die meinen ihre persönliche Freiheit im Straßenverkehr ausleben zu können. Das beginnt beim Gutverdiener im 60 000 Euro SUV, geht über den Freizeit-Biker auf dem Motorrad, bis hin zu denen, die gleiche Geschwindigkeit für alle fordern oder alle anderen Verkehrsteilnehmer an ihrem persönlichen Kampf gegen den Klimawandel beteiligen wollen. Und natürlich noch die selbsternannten Justitiare, Oberlehrer und Hilfspolizisten. All die wähnen sich im Recht.
Das ging mir in dem von Dir erwähnten Fall nicht anders. Der vor mir kam nicht zurecht, störte meine freie Fahrt. Die ich dort hatte, denn die Maut wird per Telepass automatisch abgebucht. Das Ergebnis war meine beschriebene Reaktion. Die mich übrigens kurz danach schon selbst geärgert hat. Nur leider zu spät.

Vielleicht kommt es mir nur so vor. Aber ich habe den Eindruck, dass sich das reine Verkehrsaufkommen in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten vervielfacht hat. Viele müssen immer mobiler sein, da in vielen Jobs unbedingt Reisebereitschaft gefragt ist. Dazu kommt der immer weiter steigende Güterverkehr und nicht zu vergessen, dass immer weiter wachsende Geschäft mit den Fernbussen. Zum anderen ist die Infrastruktur am Ende. Auch das der Bahn. Gibt es eigentlich noch ein gut ausgebautes Regio-Netz für Berufspendler? Also eines, welches auch annähernd pünktlich ist?

Aber vielleicht ist der Straßenverkehr auch ein nur Abbild der Gesellschaft. Die Aggressionen des Tages, der Druck, auch Ärger, entladen sich auf dem Asphalt, auf dem alle gleich und alle frei zu sein scheinen. Es zeigt letztlich den Charakter eines jeden einzelnen, nicht mehr und nicht weniger.

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