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Kategorie: Unterwegs

Vorsicht: Wild und gefährlich

Freie Fahrt für freie Bürger. Das funktioniert auch in der Schweiz. Gut, es kann natürlich auch sein, dass die eidgenössischen Verkehrsplaner einfach nur Vertrauen in Ihre am Verkehr teilnehmenden Landsleute haben.
Das habe ich nicht immer. Die Strafen für diverse Vergehen im Strassenverkehr sind teilweise so hoch, dass viele übervorsichtig fahren – und das wird schon wieder gefährlich.

Freie Fahrt in der Schweiz

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Zu schnell im Schnee: Schadenersatz dennoch möglich

Diese Urteilsbegründung klingt doch gut:

Die nicht angepasste Geschwindigkeit ist kein schwerwiegender Verstoß, weil dieses Fehlverhalten im Lkw-Verkehr ständig zu beobachten ist.

Einem Lkw-Fahrer steht nach einem Unfall auch dann Schadenersatz zu, wenn er seine Geschwindigkeit nicht den aktuellen Wetterverhältnissen angepasst hatte. Das hat das Landgericht Eilwangen entschieden (Aktenzeichen: 1 S 107/10).

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Grauer Alltag

Darf man das Wort „Scheisse“ an Weihnachten benutzen? Hmm, keine Ahnung. Deshalb lasse ich es sein und umschreibe es mal anders.
Also. Es wäre spät geworden am Heiligen Abend. Nicht vor 22.00 Uhr hätte ich meinen Heimatort erreicht. Vielleicht auch erst 23.00 Uhr. Oder überhaupt nicht. Denn es schneite ja unaufhörlich. Und da sind die Strassen bekanntlich glatt. Dem Winterdienst traue ich nicht und den freundlichen Männern vom Bergungsdienst wollte ich den Abend im Kreise Ihrer Familien nicht versauen. So habe ich mich entschlossen, die Feiertage auf einem Autohof zu verbringen.
Tja. Meine Nettigkeit ist halt nicht zu überbieten.

Der Standplatz ist toll. Weitab vom Rasthaus, aber in Sichtweite von McDonalds. Das erspart mir die Qual der Wahl. Gut, der Weg zu den Duschen ist weit. Aber immerhin haben Autos Spuren in den Schnee gefahren. Dadurch kommt man trockenen Fußes dort an.
Die Sanitairräume werden von einem Drehkreuz versperrt. Um dieses passieren zu dürfen, muß man einen silbernen Knopf drücken und anschließend 50 Cent hinein werfen. Das einem dieser halbe Euro nur zum urinieren berechtigt, habe ich erst später bemerkt.
Duschen kostet drei Euro. Der dafür vorgesehene Druckpunkt befindet sich tiefer. Clever gemacht. Ich will nicht wissen, wie oft zuerst der obere Knopf gedrückt wird. Schon zahlt man 3.50 Euro. So wie auch ich.
Gut. Die 50 Cent für’s Pinkeln kann man im Tankstellenshop einlösen. Nur – was bekommt man für diesen Betrag? Richtig. Nichts. Also zahlt man wieder drauf. Zumal dieser Wertbon nicht mal für Kippen angerechnet wird.

Ok., zurück zu den Duschen. Eine Klofrau war am heiligen Abend nicht zu entdecken. Aber dafür standen zwei Türen zu Duschräumen offen. Kurz hinein geschaut, für oberflächlich sauber befunden und somit waren die für mich nutzbar. Also eine der beiden. Zwischen zwei Duschzimmern hin und her zu rennen, ist ja irgendwie blöd.
Den Schimmel in diversen Ecken ignorierte ich, ebenso den verkommenen Plasikstuhl. Was mich aber immer wieder stört, ist die Geizigkeit, nur einen Kleiderhaken vorzufinden. Ich mag es nicht, meine Klamotten oder Handtücher auf Gegenstände abzulegen, wo fremde Ärsche oder Füße bereits Abdrücke hinterlassen haben. Das ist eklig. Also in meinen Augen.
Genauso abstoßend finde ich, wenn irgendwelche Haare an den Wandfließen kleben. Es wird wohl möglich sein, mehr als nur einen Lappen zum säubern dieser Räumlichkeiten zu verwenden.

Nach zehn oder fünfzehn Minuten war ich fertig mit duschen. Während ich in Unterhose vor dem Waschbecken stand und mich rasierte, klopfte es an die Tür. Eigentlich sollte man das ignorieren. Aber meine Neugier siegte.
Die Tür geöffnet, erblickte ich die wiedergeborene Toilettenfachkraft. Ihr Blick war eher erschreckend. Ob mein Bauch oder meine Beine Sie abtörnte, weiss ich nicht. Stammelnd suchte die Frau das weite.

Was macht man am ersten Weihnachtsfeiertag? Natürlich ausschlafen! So war es bereits später Mittag, als ich mich auf den Weg zur sogenannten Morgentoilette begab.
Die Frau war wieder anwesend und hatte auch keinen Grund, erneut zu flüchten. Immerhin war ich diesmal zünftig gekleidet.
Was nun kam, verstand ich aber nicht. Meine Frage, zum waschen einen der Duschräume nutzen zu dürfen, verneinte Sie. Das Angebot, die Tür nicht zu schließen, lehnte Sie auch ab. So könnte man immerhin sehen, dass ich mich nur frisch mache und meine Zähne putze.
Aber dafür sollte ich drei Euro zahlen. Diese fünfzig Cent, die ich investiert habe, würden nur für die Waschbecken in der öffentlichen Toilette reichen.

Klar. Mehr Wert ist es wirklich nicht, Männer beim Pissen zu beobachten, während ich mir meine Zähne putze.
Aber jetzt gehe ich schlafen. Und nachher wenn ich aufwache, wälze ich mich nackt im Schnee. Das gesparte Geld investiere ich bei McDonalds. Versprochen.

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Ramsi’s Sprüche

Hier habe ich folgende Aussage von Ramsi Ramsauer gelesen:

” Die Winterdienste in den Ländern werden unermüdlich im Einsatz sein, um LKW- und PKW- Fahrer sicher ans Ziel zu bringen.”

Nun ja. Ramsis Sprüche halt.
Heute war ich im Siegerland unterwegs – das erste orangene Fahrzeug mit einem Schieber vorn dran erblickte ich um halb zwei. Nachmittags wohlgemerkt.

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Grande Katastrophe

Da fallen ein paar Flocken vom Himmel, davon bleiben drei Zentimeter liegen – und schon geht in und um Mailand nichts mehr.
So habe ich gestern für 20 Kilometer knapp 2,5 Stunden gebraucht. Selbst die Polizei fuhr im Schritttempo. Kein Wunder, wenn man mit Sommerreifen unterwegs ist.

Schnee in Milano

PS. Der Kunde im Transporter ganz rechts wollte mit auf’s Bild. Huhu Luigi. Ok., war ein kleiner Scherz am Rande. Keine Ahnung, warum der mich anglotzt anschaut.

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Es ist, wie es ist

Wißt Ihr, wo Deutschland’s größter Parkplatz ist? Nein? Dann fahrt mal in die südwestlichste Ecke unseres Landes. Da stehen jede Nacht zig Lkw. Schön aufgereiht auf zwei Spuren und das über mehrere Kilometer.
Einfach Weil am Rhein in ein Navigationsgerät eingeben und dann findet Ihr das schon. Das ist wirklich nicht schwer.

Mit etwas Glück entdeckt Ihr dort auch mich in dieser Nacht. Wir könnten anschließend Mau Mau spielen. Gut, zur Not auch Siebzehn und vier. Weitere Kartenspiele kann ich leider nicht. Selbst Skat habe ich nie kapiert. Von Pokern ganz zu schweigen.

Der Vorteil dieser Spielerunde wäre, dass ich nicht überlegen müßte, wann ich morgen früh aufstehe. Um fünf Uhr beginnen die Zöllner mit Ihrer Arbeit. Nur heißt das nicht automatisch, dass dieser Parkplatz bereits um diese Zeit von vorne her verkürzt wird.
Nein, manchmal beginnt das erst um sechs. Oder auch um sieben. Und ich habe keine Lust, zwei Stunden mit halboffenen Augen und ungewaschenen Gesicht die Hecktüren des vor mir stehenden Lkw anzuschauen.

Ja ja. Jetzt denkt Ihr, ich wäre eine Sau. Quält sich aus seiner Koje und wäscht sich nicht einmal. Recht habt Ihr. Aber: Lieber mal ein weibliches Schwein sein, als sich den Pops von Pkw – Fahrern abfahren zu lassen.
Immerhin hole ich das später nach. Also das waschen. Versprochen. Zeit habe ich ja dazu.

Wenn ich an die Schweiz denke, wird mir leicht übel. Nein, nicht wegen der Menschen in diesem Land, auch nicht wegen der Berge. Obwohl, bei den Menschen…?
Viele Eidgenossen haben ja etwas gegen Ausländer. Na ja, zumindest gegen solche, die in irgendeiner Weise straffällig geworden sind. Und einige sind ja der Meinung, auch ich wäre kriminell. Allein schon deshalb, weil ich mit einem Lkw durch Ihr schönes Land fahre.
Aus diesem Grund hat man sogenannte Stauräume geschaffen, in denen man mich festhält. Also nicht nur mich, sondern auch meine Kollegen der fahrenden Zunft. Da steht man dann und wartet auf seine Freilassung.
Wie lange das dauert, kann natürlich keiner sagen. Den Grund auch nicht.

So kann es passieren, dass ich für diese lumpigen 290 Kilometer von Basel nach Chiasso fünf Stunden brauche. Super, da freue ich mich.
Es können aber auch sieben werden. Oder acht. Oder sogar noch mehr. Dann werde ich etwas grantig. Und bin auf dieses Land nicht gut zu sprechen.

Tage wie der morgige sind der Grund, dass ich immer dicker werde. Ich sitze und fahre. Sonst nichts. Gut, in der Schweiz heißt es: Sitzen und stehen. Also ich sitze und der Lkw steht. Nur Kalorien verbraucht man da auch kaum.

Bis Genua – also da, wo ich hin muß – sind es noch knapp 500 Kilometer. Angenehm wäre es schon, morgen noch abladen zu können. Allein schon deshalb, um nicht wieder erst Samstagabend ins Wochenende zu kommen.
Aber abwarten. Es ist wie es ist. Ich nehm’s so hin.

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Etwas zum nachdenken – in zweierlei Hinsicht

Letzte Woche rief mich ein Bekannter an und erzählte mir, dass einer seiner Kollegen einen schweren Unfall verursacht hatte und dabei um’s Leben kam. Warum kann sich noch heute keiner erklären – der Mann war ruhig, gewissenhaft und hatte Zeit.
Solch ein Unfall ist grausam und verändert für die Hinterbliebenen alles. Nicht nur der Mann, Vater und Sohn fehlt, sondern auch der Haupternährer der Familie.

Dazu kommt, dass die bürokratischen Mühlen in Deutschland langam mahlen. Bis das soziale Netz mit seiner Renten- und Unfallversicherung zum tragen kommt, kann es schnell zu noch mehr persönlicher Not, Verzweiflung und finanziellen Bankrott kommen.

In solchen Situationen springt der Hilfsfonds „Trucker’s World – Fahrer helfen Fahrern e.V“ ein: Mit finanziellen Soforthilfen unterstützt dieser gemeinnützige Verein in Not geratene Fahrer und ihre Familien. Eine tolle Sache, finde ich.

Toll ist auch der Adventskalender, den Gorden wieder präsentiert. Heute ist Tag 15 an der Reihe. Es wird ein Bild gesucht, welches sich in den weiten des Internets versteckt. Aber mit den Tipps, die sich hinter jedem der Türchen verbergen, dürfte das finden dieses Fotos kein Problem sein.

Der heutige Hinweis lautet:

Auf dem Foto sieht man Kabelsalat mit Weste

Und? Hat Euch diese Zeile der Lösung etwas näher gebracht? Wenn nicht, schaut morgen bei Lucas vorbei. Er präsentiert den nächsten Hinweis. Viel Spass!

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