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Kategorie: Firmen

Hauptsache Ladung

Lange her, dass ich mit Gefahrgut durch die Gegend gefahren bin. Entweder hat sich in der Zwischenzeit so einiges geändert oder die Italiener nehmen es auch damit nicht so genau.
Das Laden der sechs Intermediate Bulk Container lief lässiger ab, als es an manch anderer Ladestelle mit Normalgut passiert.

Kontrolle des Lkw oder der Ausrüstung? Achwo. Der Fahrer wird schon alles dabei haben. Einen kurzen Blick auf den ADR – Schein werfen? Warum? Der ist sicher noch gültig. Oder überhaupt einen Hinweis, dass Gefahrgut verladen wird? Unnötig. Die sechs IBC verschwinden eh zwischen all der anderen Ladung.

In Deutschland ist dieser Umgang bei der Verladung mit Gefahrgut undenkbar. Oftmals wird der Lkw sowohl vor, als auch nach der Beladung kontrolliert. Das mag auf den ersten Blick nervig erscheinen – mir als Fahrer bringt es aber die Gewissheit, dass wirklich alles in Ordnung ist. Polizeikontrollen sind somit kein Problem.

In der italienischen Firma wurde nicht einmal darauf geachtet, ob ich die Warntafeln öffne. Aus den Augen, aus dem Sinn. Die Frage, wieviel Lkw Gefahrgut ohne Kennzeichnung transportieren, verdränge ich besser.

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Ich glaube, dass war Ihm etwas peinlich

In einer Firma, irgendwo im Siegerland. Ich war gerade dabei meinen Auflieger zu schließen, als mich der Fahrer einer Dortmunder Spedition ansprach: „Du Kollege, weisst Du zufällig, wo hier die Toiletten sind?“ „Keine Ahnung“, antwortete ich. „Aber wenn es dringend ist, gehe da hinten zu den Büschen. Da sieht Dich doch keiner!“
„Ja, ehe es in die Hose geht“, hörte ich Ihn noch sagen und schon war er verschwunden.

Eine Minute später ertönte eine laute Frauenstimme: „Hallo Sie, wir haben auch Toiletten!“ Den Fahrer habe ich nicht mehr gesehen.

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Ein Staatssekretär als 2 – Tage Fernfahrer

Mach auch das Tor zu„, waren die letzten Worte, die ich heute früh von einer Lagerfachangestellten eines Lebensmittelgroßlagers irgendwo in NRW zu hören bekam. Vorher durfte mußte ich dieses Tor öffnen, die Rampe bedienen und natürlich auch selber entladen.

Die Paletten sollten ordnungsgemäß in einer Reihe stehen, natürlich mit einen Zwischenraum von 40 Zentimeter. Diese müssen schließlich von allen Seiten begutachtet werden. Mit dieser Kontrolle und dem abschließenden Abhaken auf einem Lieferschein endete schon die Arbeit der für mich zuständigen Lageristin.

Wir leben in Deutschland im 21. Jahrhundert. Da sollte es doch zum Standard gehören, den Kollegen einen Kaffee, einen Warteraum und eine Toilette zur Verfügung zu stellen

Das sagte Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. In dieser Funktion begleitete er zwei Tage einen Lkw – Fahrer einer Fuldaer Spedition als Beifahrer.

Es ist toll, wenn ein Politiker auch ein wenig Praxis kennen lernen will. Nur was bringt das im Endeffekt? In zukünftige Entscheidungen fließen diese Erfahrungen eh nicht mit ein. Was bleibt, sind persönliche Erlebnisse eines Beamten, die mir als Fahrer aber kaum weiter helfen.

Mißstände wie die am Anfang beschriebenen, müssen weg. Nur geht das nicht auf politischen Wege. Nein, dass muß von den Spediteuren kommen. Nur werden die sich hüten, dagegen vorzugehen. Wer sägt schon an dem Ast, auf dem er sitzt.

Hermann Grewer ist Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Er freute sich über diesen Praxistest. Schließlich gehe es nicht an, dass Fahrer „allgemein und in der Öffentlichkeit wie Kriminelle behandelt“ werden.
Eine schöne Aussage. Nur sollte er dieser auch Taten folgen lassen und selbst einige Tage auf einem seiner Lkw mitfahren und diesen Vorschlag auch seinen Verbandskameraden unterbreiten. Das würde eher zu einer Verbesserung – auch meiner Arbeitsbedingungen – beitragen.

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Eddie Stobart

Wer kennt Eddie Stobart? In Deutschland wahrscheinlich nicht so viele, in England dagegen hat er sogar eine Art Kultstatus. Eddie Stobart hat in England in den 50er Jahren eine Speditionsfirma gegründet die sehr berühmt geworden ist. Und warum?

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Bilder von der Rallye Finnland 2011:

Stobart Truck

Stobart Rallye

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Etwas unterschiedlicher Meinung

Es zeugt von Unverschämtheit, ein Telefonat einfach so zu beenden. Aber manchmal kann ich nicht anders:

Tag, Sie suchen per Annonce einen Kraftfahrer!
Ja, was möchten Sie denn wissen?

Wo würden mich Ihre Touren denn überall hinführen?
Wir fahren überwiegend Europa. Ganz Europa!

Aha. Wie sieht es finanziell aus? Also was zahlen Sie?
An Spesen das übliche. Also was gesetzlich vorgeschrieben ist!

Und beim Gehalt. Was kann ich da erwarten?
Eintausendfünfhundert Euro!

Ich rede jetzt nicht vom Netto. Eigentlich hatte ich Brutto gemeint!
Das ist das Bruttogehalt!

Tut, tut, tut, tut…

Gute Bezahlung in Mühlhausen

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Imageprobleme

Rolf Schumacher ist Chef der Agentur für Arbeit in Mannheim. In dieser Funktion macht er sich Sorgen um das Berufsbild des Kraftfahrers. Im „Mannheimer Morgen“ belegt er diese Probleme mit Zahlen:

Allein in den vergangenen zwölf Monaten ist die Bewerberzahl um mehr als ein Viertel zurückgegangen – das Alarmierende dabei: Mehr als ein Drittel der 372 bei uns im Mai registrierten arbeitssuchenden Berufskraftfahrer ist 50 und älter.

Natürlich weiss er auch warum – das schlechte Image ist daran Schuld und eine komplexe Ausbildung. Um dieses Ansehen zu bessern, gab es unlängst eine Fachtagung mit diversen Verbänden. Zusammen will man daher jetzt Gas geben und das Image des Kraftfahrers aufpolieren und neue Ausbildungsstrukturen einbauen.

Natürlich kommt in diesem Bericht auch ein betroffener Arbeitgeber zu Wort. Dieser zahlt 1750 Euro Lohn im Monat. Plus Spesen. Achso: Brutto natürlich.

Wie man mit eben diesen 1 750 Euro ein kaputtes Image reparieren will, weiss ich nicht. Um neue, motivierte Mitarbeiter zu finden, reicht das wohl kaum. Denn letztlich zählt das, was ein Arbeitnehmer am Monatsende als Erfolg verbuchen kann. Ein plus/minus null auf dem eigenen Konto spornt da nicht gerade an.
So braucht man sich nicht zu wundern, dass man keine passenden Kandidaten findet. Denn nur von einem vielleicht guten Betriebsklima kann keiner leben. Im Gegenteil.

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Persönliche Krise

Ich verstehe nicht, wie Menschen so austicken können: Amokfahrt eines LKW-Fahrers und Rabiater Lkw-Fahrer landet im Krankenhaus.

Ausserdem passierte noch das hier: Lkw-Fahrer in Ober-Roden gestrandet. Mal eine naive Frage – wieso duldet man eigentlich solche Firmen? Aber irgendwie erinnert mich das an RiCö. Nach dem Zusammenbruch dieser Bude wurden viele Fahrer auch sich selbst überlassen. Mit gesperrten Tankkarten kommt man halt nicht weit.

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Die schöne Welt der Paketdienste

Und das ist – sagen wir mal – Werner. Werner darf unter keinen Umständen erkannt werden. Er ist einer von 10.000 Zustellern, die im echten Leben für die Hermes Logistik Gruppe Pakete ausfahren. Werner steht für viele Fahrer, die wir bei unseren Recherchen in dieser Branche getroffen haben. Er arbeitet für, aber nicht bei Hermes – fast wie ein kleiner Unternehmer, auf eigenes Risiko, bezahlt pro Paket.

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Weiterer Link: Der Otto & Hermes Skandal

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