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Kategorie: Firmen

Missverständnisse

In einem Stahlwerk, irgendwo in Mittelhessen. Ich fahre auf die Waage und melde mich beim Pförtner:

Hallo, ich soll hier laden!“
Bestimmt ungern!

Nee. Nicht für Ungarn. Sondern in die Schweiz!
Ja, schon klar. Ich meinte, Du lädst hier sicherlich ungern!

Ach so. Ungern. Ich habe Ungarn verstanden. Wieso eigentlich ungern?
Weil hier kein Fahrer gerne herkommt. Du wärst der erste!

So schlimm war es im Endeffekt garnicht. Kaum zwei Stunden später hatte ich mein Zeug und durfte wieder fahren.

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Geisseler Transport AG konkurs

In einer Mitteilung ist von «intensiven Rettungsversuchen» der letzten Monate die Rede, die erfolglos geblieben seien. Man habe bereits 2011 Partner oder Käufer gesucht, aber nicht gefunden. Nun habe die Liquidität nicht mehr gereicht, weshalb am Freitag die Bilanz deponiert worden sei.

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Nicht nur einfach ein Timpro

Timpro ist italienisch und bedeutet auf deutsch Stempel. Also dieses Ding, mit dem man z.B. Dokumente, nun ja, abstempelt. Ihr wisst schon.

In einer Firma bei Udine in Oberitalien waren einige Gestelle mit Großküchengeräten zu laden. Die Wartezeit im Versandbüro versuchte ich etwas abzukürzen und begann den Frachtbrief auszufüllen. Um das ganze zu vereinfachen, nahm ich einen in Reichweite stehenden Stempel und bearbeitete damit die Felder für den Absender.

Kaum hatte ich das Teil in der Hand, sprang ein Sachbearbeiter auf und fauchte mich an. Es wäre sein Timpro und nur er dürfte Ihn benutzen. Zumindest verstand ich das so. Vor Schreck ließ ich den auch noch fallen.

Den Sturz überlebte der Stempel ohne Blessuren. Beruhigend redete ich auf Ihn ein: „Er ist nicht kaputt!“ Das ganze wiederholte ich drei mal. Logisch das er das nicht verstand. Also ging er zurück zu seinem Schreibtisch und rief jemanden an, der deutsch konnte. Nach kurzen Gespräch widerholte er meine Worte: „Er isch nisch kabudd„. Mich wunderte, dass sein Gesprächspartner diesen Satz verstand.

Muß der aber wohl. Denn nach dem Telefonat war er etwas friedlicher gestimmt. Seinen Stempel Timpro positionierte er aber in sicherer Entfernung von mir.

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…und der nächste geht dahin

Geschäfts-Nr.: 9 IN 160/12 In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Schüchen International GmbH & Co. KG, Kelsterbacher Straße 38-46, 65479 Raunheim (AG Darmstadt, HRA 81891), vertr. d.: 1. Schüchen Beteiligungsgesellschaft mbH, (persönlich haftende Gesellschafterin), vertr. d.: 1.1. Felix Schüchen, (Geschäftsführer), 1.2. Nikolai Lisac, (Geschäftsführer) ist am 21.02.2012 um 12.00 Uhr gegen die Antragstellerin die vorläufige Verwaltung angeordnet worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Markus Ernestus, O 3, 11+12, 68165 Mannheim, Tel.: 0621 / 5339220, Fax: 0621 / 53392211 bestellt worden.

Amtsgericht Darmstadt, 21.02.2012

Es wird wohl so werden, daß die Subunternehmer vor die Hunde gehen und Schüchen vom Insolvenzverwalter gerettet wird. Da hängen ja auch ach so viele Arbeitsplätze dran.
Aber Schüchen wird nicht der letzte sein. Mal schaun, wer der nächste ist. Der stetig steigende Dieselpreis wird sein übriges dazu tun.

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Meisterleistung

Gestern holte ich einen Bekannten ab. Der arbeitet auch in einer kleinen Transportfirma. Nur eben in der Nähe meines Wohnorts. Während ich auf Ihn warte, sattelt ein Azubi einen Auflieger ab. Dabei benutzte er nicht die Luftfederung der Zugmaschine, sondern kurbelte die Stützen des Sattels nur soweit herunter, bis dieser gerade so frei stand.

So weit so gut. Beim Herausfahren der Zugmaschine gab der Auflieger aber noch etwas nach und berührte den Rahmen des Lkw. Das sahen zwei Fahrer dieser Firma. Anstatt Ihm zu zeigen wie es richtig geht, brüllten die Ihn an und erzählten die Story per Telefon Ihrem Chef. Wirklich eine tolle Show.

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Es war einmal. Ein kleiner Rückblick.

Oh je, dass waren noch Zeiten. Damals, gleich am Anfang der neunziger Jahre. Die „Wende“ war noch spürbar, Bananen und Coca Cola schmeckten noch. Die provisorischen, gerade neu geschaffenen – oder eher hingezimmerten – Grenzübergangshäuschen zwischen Ost und West wurden wieder abgebaut, die Wirtschaft in Neufünfland lag am Boden. Eine Anstalt, die sich Treuhand nannte, avancierte zum Hassobjekt.

Jung – Maiki richtete seinen Blick gen Westen. Warum im Osten versauern, wenn man anderswo süße Früchte von den Bäumen pflücken kann. Zumal dieses gezuckerte Land genau vor seiner damaligen Haustür begann – nicht einmal drei  Kilometer entfernt. Gut, es war die Pforte seines Elternhauses. Aber da kommt im Endeffekt das gleiche raus.
Zwanzig Jahre mehr oder weniger heimlich geschautes öffentlich – rechtliches Werbefernsehen konnte ja nicht lügen. Alles war toll und schön und immer erreichbar. Was lag also näher, seine (berufliche) Zukunft im gelobten Land zu suchen.

Das Stellengesuch in einer Zeitung brachte Ihm diesen Wunsch erheblich näher: Ein Auslieferungslager für Autoersatzteile suchte einen neuen Mitarbeiter. Dessen Aufgabe sollte es sein, diverse Werkstätten und Autohäuser einer französischen Automarke zu beliefern. So begab er sich in die gut siebzig Kilometer entfernte Stadt, um sich dort persönlich vorzustellen.
Das Treffen verlief positiv, beide Seiten waren sich symphatisch. Der Chef und seine Frau, beide schon über sechzig, leiteten das Lager. Die zwei Söhne samt Schwiegertöchter waren für das gleichnamige Autohaus verantwortlich. Dieses widerum lag in einem Nachbarort, einige Kilometer entfernt.

Zwei Wochen später begann die reguläre Arbeit. Die Fahrgeräte waren Transporter. Ein normaler und einer mit Aufbau. Heute würde man Sprinterklasse dazu sagen. Die Touren selber waren toll. Montag war Schontag. Um acht Uhr begann die Arbeitswoche mit dem Beladen des Autos. Das dauerte nicht einmal zwanzig Minuten. Drei, manchmal auch vier Kunden waren anzufahren und zu beliefern. Diese lagen im äussersten Norden von Hessen, sowie in Ostwestfalen. Bei fixer Arbeitsweise wäre diese Tour schon am frühen Nachmittag beendet gewesen.

Aber der junge Maik wollte es nicht gleich übertreiben. So legte er unterwegs immer ein Schlummerpäuschen ein. Genau pünktlich eine Stunde vor Arbeitsende trudelte er wieder in der Firma ein. Rückläufer waren selten. So konnte er gemütlich die Tour für den nächsten Tag laden.

Citroen Transporter C25

Diese führte quer durch West- und Mittelthüringen – Eisenach, Erfurt, Weimar. Dann weiter über Ilmenau und Arnstadt zurück zu seinem Wohnort. Bereits nach kurzer Zeit kannte er die Mitarbeiter in den Autohäusern gut. Überall gab es Kaffee und es wurde auch mal ausgiebiger geschwatzt. Heimat verbindet. Oder wie es so schön heißt: Einmal Thüringer, immer Thüringer. Trotzdem war er nie später als gegen fünf Uhr am Nachmittag zuhause. Welch wunderbare Welt.
Der Mittwoch begann immer früh. Gegen sechs mußte er in der Firma sein. Ein bissel entladen, etwas mehr beladen. Dann ging es durch Nord- und Mittelhessen. Zwischendurch auch mal ein kleiner Abstecher in’s Siegerland. Aber auch an diesem Tag alles wie gewohnt. Kein Stress und noch weniger Hektik.

Citroen Transporter

Donnerstags widerholte sich die Tour vom Dienstag und Freitags die vom Mittwoch. Alles gut soweit. Bis viele Monate später der Staat rief. Dienst an der Waffe war angesagt. Neunzehnhundertdreiundneunzig. Erst im fernen Sachsen, später heimatnah. Zwölf Monate. Danach zog es den noch immer jungen Maik in die Ferne. Er wollte weg. Frankreich und England, aber auch Skandinavien oder Osteuropa waren damals seine Ziele. Da passte so ein Nahverkehrsjob nicht ganz in sein Leben. Er kündigte.

Das sein neuer Arbeitgeber ein kleiner reizbarer und explosiver Choleriker war, ignorierte er zunächst. Die Touren in seiner neuen Firma reizten Ihn. Aber darüber schreibe ich irgendwann später…

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Stilvolle Begrüßung

Gestern früh, erste Abladestelle in der Nähe von Kassel. Ich halte vor der Firma, schon kommt ein Mitarbeiter angelaufen und ruft: „Hallo mein Liebster. Auf Dich haben wir schon gewartet!
Ich war etwas überrascht, was sich wohl auch in meinem Gesichtsausdruck widerspiegelte. Seine Bemerkung darauf beruhigte mich dann doch etwas: „Huch. Nicht auf Dich persönlich. Nur auf die Paletten, die Du bringst!

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Es geht bergab

Anfangs fand ich es erheiternd, wie sich andere an diese Rampe quälten. Da war ich auch noch der Meinung, nicht darunter zu müssen – schließlich sollten nur drei Paletten geladen werden.
Kurze Zeit später verging mir das Lachen. Auch ich mußte den Abhang bewältigen. Erst knirschte der Auflieger, dann die Bremsen. In Gedanken sah ich mich schon an einem der Pfeiler zerschellen.

Doofe Rampe

Auf dem Bild sieht es nicht so steil aus. In natura jedoch hat dieser Hügel gefühlte 20% Gefälle. Mindestens. Und ja, ich kam leicht in’s Schwitzen.
Das ging aber nicht nur mir so. Auch andere Fahrer, die regelmäßig dort laden, waren über die dortigen Verhältnisse am Fluchen. Zumindest habe ich das so verstanden.

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