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Kategorie: Ärgerliches

Kein Platz für mich

Seit zwei oder drei Wochen stellen die Südtiroler auf Ihrer Brennerautobahn Parkverbotsschilder vor jeder Haltebucht auf. Somit sind es keine Haltebuchten mehr, sondern Halteverbotsbuchten. Gut, von mir aus auch Nothaltebuchten. Kommt im Endeffekt das gleiche raus.

Parkverbot in Südtirol

Letzte Woche habe ich dieses Verbot ignoriert. Man kann es ja mal probieren. Nach knapp fünf Stunden Nachtruhe wurde ich von der Polizei weggejagt. Immerhin klopften die zärtlich an die Tür. Einen dicken Hals hatte ich trotzdem.

Auf den meisten Rastanlagen in Italien können kaum zehn Lkw vernünftig parken. Dazu werden besonders im Sommer die wenigen Stellplätze von Urlaubern mit Ihren Wohnanhängern okkupiert. Da war es manchmal nicht so übel, diese Buchten als Alternative nutzen zu können. Aber auch das ist nun vorbei – zumindest in Südtirol.

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SaniFair: Unser Ziel ist Ihr Wohlbefinden

Lange nicht mehr über SaniFair ausgelassen. Vielleicht zu lange…

Duschen war angesagt. Ich habe damit extra bis Kiefersfelden gewartet – die erste Raststätte auf deutschen Boden. Denn es ist ja allgemein bekannt: Deutschland = Sauberland. Dazu noch unter der Kontrolle von SaniFair, was kann da noch schief gehen.
Denn schließlich sind deren Klo’s TÜV – geprüft. Noch so eine deutsche Eigenheit.

Erstmal mußte ich warten. Die einzig dort vorhandene Dusche war besetzt. Gut, nicht allzu schlimm. Kommt öfters vor. Besonders am späten Abend. Da verdrängt man auch mal die eigene Müdigkeit.
Fünfzehn Minuten später war ich an der Reihe. Drei Euro durfte ich löhnen und ein Pfand hinterlassen.

Ich postierte mich an der Tür und wartete darauf, dass der Raum gesäubert wird. Aber nix passierte. Also wieder zur Rasthofkasse und meinen Wunsch nach einer sauberen Dusche geäusert. Aber umsonst: „Keine Zeit“ und „nicht zuständig“ bekam ich zur Antwort.

Müde war ich und hatte keine Lust auf irgendwelche Diskussionen. Meine Körperpflege verrichtete ich zwischen Sack- und Barthaaren, in der Toilettenschüssel klebten die braunen Überreste vom Vorgänger. Oder dessen Vorgänger. Ich habe es halt nie gelernt, dass Alter von Scheiße menschlichen Ausscheidungen mit blosen Auge festzustellen.

Vorhin habe ich mich beschwert. Geht ganz einfach und kostet nichtmal Geld. Ausserdem habe ich Zeit. Stehe dieses Wochenende eh nur dumm in der Gegend herum. Als Entschuldigung wurde mir ein kleines Präsent versprochen.
Die Geschenke von denen kenne ich: Fünf Grattisvouches. Wert ein Euro. Die sollten eher Wischmops verschicken. Dann kann jeder diese Örtlichkeiten selber säubern. Hat doch auch was.

Was ich aber wirklich will, sind Duschen, die auch abends um zehn noch gesäubert werden. Und das nach jedem Benutzer.

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Na toll

Überschreite ich mit einem Pkw die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften um 17 km/h, kostet mich das 35 Euro.
Überschreite ich mit einem Lkw die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften um 17 km/h, kostet mich das 93.50 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Tolle Show.

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Ich will es mal so beschreiben…

…Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau Stau!

Oder anders ausgedrückt: Die A5 sollte S5 heißen. S wie Scheiße. Selbst die 46 Minuten Pause mache ich auf der Verzögerungsspur eines Parkplatzes.

Stau Stau Stau Stau Stau

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Macht 220 Euro

Montagmittag, Richtung Süden. Kurz unterhalb vom Brenner gibt mein Ösimautgerät undefinierbare Geräusche von sich. Statt einmal piept es vier oder fünfmal hintereinander. Das bedeutet, es liegt ein Fehler vor. Dann muß man das Teil bei nächster Gelegenheit überprüfen lassen und eventuell nachzahlen.
Kurz darauf war ich in Italien. Somit war das Problem erstmal vergessen. Die dortige Maut funktionierte, also war alles gut.

Freitagfrüh, Richtung Norden. Kurzer Stop am Brenner, um die Go-Box kontrollieren zu lassen. Natürlich war die Bude noch geschlossen. Toller Service. Nächster Halt am Rasthof Gries, zehn Kilometer weiter. Dort hat man mit diesen Boxen überhaupt nix am Hut. Immerhin wird man nach Schönberg verwiesen. An der dortigen Mautstation kann man das Gerät überprüfen lassen.

Weiter als nach Schönberg kam ich eh nicht. Dort winkte mich ein Mauteintreiber heraus. War mir bereits vorher klar, Mautpreller sind dort gern gesehen.
Wie gern, erfuhr ich kurze Zeit später. Die heutige nicht bezahlte Maut durfte ich nachzahlen. Kein Problem, schließlich habe ich Tiroler Autobahnen benutzt.
Für die geprellte Maut vom Montag sollte ich eine Ersatzmaut zahlen. Klingt gut und ich rechnete mit einer normalen Zahlung plus einer Strafe. Einer geringen Strafe. Denn schließlich war ich denen nicht mehr als drei oder vier Euro schuldig geblieben.

Aber die ASFiNAG Maut Service GmbH ist da anderer Meinung. 220 Euro wollten die von mir haben. Zweihundertzwanzig Euro! Und das an einem Freitagfrüh um 6.17 Uhr.
Ich hätte kotzen können. Und kann es noch immer. Immerhin weiss ich jetzt, wie die Ihren aufgeblähten Apparat finanzieren – mit völlig überzogenen Strafen.

Laut einem der Mauteintreiber von Schönberg hätte ich fünf Stunden Zeit gehabt, um die nicht bezahlte Maut auszugleichen. Das wäre bei der Ausreise am Brenner möglich gewesen. Nur wußte ich das nicht – sowohl die kurze Zeitspanne, wie auch die Möglichkeit, die andere Seite der Autobahn auf sicheren Weg zu erreichen, waren mir unbekannt.
Klar. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Trotzdem sind das Methoden aus dem Mittelalter.

Horrende Strafen für geringe Vergehen. Ein Staat kann sich das leisten. Für mich jedoch ist das Abzocke – und das ist nicht weniger schlimm als Korruption. Die Strafe habe ich bezahlt. Aus eigener Tasche versteht sich, war ja meine Schuld.
Zurück bleibt eine Wut. Nicht nur auf die, die es auf meine Kohle abgesehen haben, sondern auf dieses Land. Das ist primitiv, ich weiss. Aber manchmal hat man keine Lust mehr, zu unterscheiden.

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Tja

Irgendwann habe ich es schon mal erwähnt: Ich mag es nicht, wenn meine Arbeitswoche an einem Sonntagabend beginnt. Das versaut einem das ganze Wochenende. Diese sind eh schon kurz und werden durch solche Aktionen nicht angenehmer.

Nur lässt es sich manchmal nicht vermeiden. Die erste Abladestelle liegt halt nicht gleich um die Ecke. Leider.

Lange Fahrt

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Unterschiede

Dienstagabend, irgendwann gegen halb elf. Seit knapp drei Stunden stehe ich auf dem Rasthof Würzburg und mache meine elf Stunden Pause. In der Zwischenzeit war ich duschen, habe etwas gegessen und lungerte vor dem Laptop herum. Schließlich wird es Zeit, pennen zu gehen.

Dazu kommt es aber nicht. Der kalte weisse Strahl einer Taschenlampe trifft mich voll im Gesicht. Noch ehe ich den Sinn dieser Maßnahme begreife, höre ich ein Brüllen: „Polizei. Verschwinden Sie hier.“ Selbst durch das geschlossene Fenster sind diese Worte klar zu verstehen. Ich öffne dieses und frage: „Warum?
Die genaue Antwort des Uniformierten habe ich vergessen. Oder nicht begriffen. Spielt eigentlich auch keine Rolle. Er war der Meinung, ich würde mit dem Lkw im Weg stehen. Wie so viele andere auch. Verschwinden sollte aber nur ich. Mein Einwand, dass andere einen wesentlich kriminelleren Standplatz haben, hatte eine Kontrolle zur Folge. War klar. Wenn Argumente ausgehen, kommen Staatsbedienstete mit dieser Maßnahme. Peinlich, hilflos, lächerlich. Was auch immer.

Gefunden wurde nichts. Wie auch. Für die achtzehn Minuten Überschreitung haben mich die Italiener schon abgezockt.
Anschliesend mußte ich fahren. Abends kurz vor elf. Ob ich müde bin? Egal! Ob ich Alkohol getrunken habe? Scheiss egal. Hauptsache ein Erfolgserlebnis. Für den Staatsdiener versteht sich.

Jeder Bauer würde die mit einer Mistgabel vom Hof jagen. So schaut es aus. Aber nun gut. Gefunden habe ich einen annehmbaren Standplatz für den Rest der Nacht auf einem Rasthof kurz vor Nürnberg. Also weit mehr als eine Stunde später. Verkehrssicherheit pur.

Freitagabend, Rasthof Irschenberg. Auch diesmal stehe ich abseits der Lkw – Stellplätze. Parkplatznot, Ihr wißt schon. Kurzes Gespräch mit einer Polizistin. Sie kennt die Situation, hat Verständnis und gibt sogar noch hilfreiche Tipps. Es geht also auch anders. Humaner. Und freundlicher. Danke nach Oberbayern.

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