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Kategorie: Ärgerliches

Die Sache mit der Berichterstattung

Ein tragischer Verkehrsunfall, verursacht von einem 18-jährigen, bei dem sein 16-jähriger Beifahrer ums Leben kommt, weil er ein Stoppschild nicht beachtet und eine Vorfahrtsstraße kreuzt, ohne den Verkehr auf der Hauptstraße zu beachten, im Zuge dessen es zum Zusammenstoß mit einem vorschriftsmä­ßig fah­ren­den Lkw kommt. Erschütternd für alle Beteiligten und Angehörigen.

Für die Schreiberlinge bei oe24.at ist das aber nicht tragisch genug. Denn das der Fahrer des Lkw völlig schuldlos war und den Unfall nicht verhindern konnte, erfährt man da natürlich nicht:

haltlose überschrift
Quelle: oe24.at

Was man aber der geneigten Leserschaft mitteilen muss, ist, dass der Lkw von einem 40-jährigen Serben gefahren wurde. Das ist zwar völlig unwichtig und belanglos, sorgt aber bei anderen Verkehrsteilnehmern für althergebrachte und auch neue Vorurteile.

Bericht auf „krone.at
Bericht auf „oe24.at

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Die Tiroler b(l)ocken

Gestern, heute und morgen wieder Blockabfertigung vor Kufstein. Bedeutet das die Tiroler pro Stunde nur dreihundert Lkw in ihr schönes Land lassen. Dadurch soll dort Stau vermieden werden und die Luft betörend sauber bleiben.

Stillstand und eine dieselgeschwängerte Brise gibt es dafür in Bayern. Ach ja, und viel vergammelte Zeit für mich.

lkw steht in Bayern im Stau wegen Blockabfertigung in Tirol
…und vor mir ein Ossi

Stehe grad kurz hinter Bad Aibling, sind also nur noch ungefähr dreißig Kilometer bis ins schöne Österreich. In fünf, sechs Stunden dürfte ich es geschafft haben. Geht ja noch. Haha.
Immerhin steht vor mir ein Ossi. Da fühle ich mich wenigstens nicht ganz so verloren.

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Groll am Morgen

Gestern vormittag in Kufstein voll getankt, heute früh nach fünfhundert Kilometer steht die Anzeige auf nur noch halb. Bedeutet? Genau, da hat sich mal wieder ein Arschloch Ganove am Tank zu schaffen gemacht und sich am Diesel bedient.

Spritanzeige halb voll

Dieses mal weiß ich sogar was es war, nämlich ein fahrender Kollege anderer Lkw-Fahrer. Denn irgendwann in der Nacht wurde ich munter und höre einen Lkw neben mir blubbern. Im Halbschlaf denkt man sich natürlich groß nichts dabei. Der wird seine halbe oder dreiviertel Stunde Pause machen und fährt dann weiter.
Hat der sicher auch. Nur das er danach mit einem Teil des von mir getankten Diesel verschwunden ist.

Ach ja. Dieser Diebstahl geht übrigens nicht in die Kriminalitätsstatistik ein. Denn die Polizei rufen und Anzeige erstatten, ist vergebliche Mühe. Das Klauarschloch ist eh weg und wieso soll ich mich auch noch über vergeudete Zeit ärgern. Der Unmut über den verschwundenen Kraftstoff reicht mir für heute.

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Leg dich nie mit Lkw-Fahrern an…

…denn sonst droht Dir ein Shitstorm allererster Güte. Und was für einer.

Aber von Anfang an: Es geht um Gladenbach, ein schnuckeliges, possierliches kleines Städtchen im hessischen Hinterland. Etwas mehr als zwölftausend Leute leben dort, weit weg von den großen und wichtigen Verkehrsadern.

Es könnte also alles so friedlich sein, nett und schön. Wenn es mitten im Ort nicht diese eine Kreuzung geben würde. An dessen Schnittpunkt die B 255 von Herborn nach Marburg führend, auf die B 453 von Biedenkopf kommend, trifft.

Wegweiser nach Gladenbach
Tausend Wege führen nach Gladenbach

Und jetzt wird es ein wenig kompliziert. Obwohl, nee. Eigentlich ist es relativ simpel. Also Leute, bitte ein bissel aufgepasst: Das gar nicht mal so große Problem dieser Kreuzung ist, dass nach rechts abbiegende Lkw aus Richtung Marburg (B 255) in Richtung Biedenkopf (B 253), links abbiegenden Pkw aus Richtung Biedenkopf (B 253) in Richtung Marburg (B 255) ziemlich nahe kommen.
Denn beim abbiegen in Richtung Biedenkopf treffen die Lkw auf die an der Ampel in der Linksabbiegerspur wartenden Fahrzeuge, die Richtung Marburg abbiegen wollen.

Ein simples Problem

Warum das ein eigentlich simples Problem ist? Nun ja, ich bin in der glücklichen Lage, diesen Kreuzungsbereich ziemlich gut zu kennen. Eben weil ich da oft lang fahre und im Grunde genommen beim abbiegen nie ernsthafte Schwierigkeiten hatte. Denn wenn es während des Abbiegevorganges wirklich mal eng wird, warte ich kurz, bis das Fahrzeug auf der Linksabbiegerspur etwas Platz macht oder eben selber grün hat und losfährt.
Machen aber wohl nicht alle Lkw-Fahrer so. Irgendwo habe ich gelesen, dass auch schon mal ein Teil der Ampelanlage dran glauben musste. Das ist dann natürlich blöd.

Aber wie auch immer. Um diesen Gefahrenbereich abzumildern, gab es einen gemeinsamen Vorschlag von SPD und Freien Wählern. Die forderten, dass diese Kreuzung entschärft wird.

Das sollte u.a. so geschehen, die Haltelinie für die Linksabbieger auf der B 253 in Richtung Marburg, einige Meter nach hinten zu verlegen. Schon hätte ich als Lkw-Fahrer mehr Platz, um die Kurve umfahren zu können.
Also eigentlich ein relativ nüchterner Vorschlag. Und mal ehrlich? Ich habe null Ahnung, was daran so schwierig und kostspielig sein soll.

Aber, in einer Sitzung des Bauausschusses der Stadt Gladenbach gab es auch Widerspruch. So erachtete der Fraktionsvorsitzender der CDU, Stefan Runzheimer, diesen Vorschlag als verkehrten Schritt. Trotzdem. Alles in Ordnung. Denn so funktioniert Demokratie.

Blöd für Ihn allerdings, sind drei Dinge. Zum ersten seine drastischen Worte. So sagte er:

Weshalb sollen wir deren individuelle Unfähigkeit mit öffentlichen Geldern subventionieren? Wir können solchen Idioten nicht hinterherlaufen.

Stefan Runzheimer, CDU-Fraktionsvorsitzender der Stadt Gladenbach

Mit „deren“ und „solchen“ meinte Ronzheimer uns Lkw-Fahrer. Aber alles gut bisher. Wirklich.

Nur, daraus folgte sein zweites Problem. Denn ein Redakteur eines Lokalblattes nahm genau dieses Zitat als Aufhänger für einen Bericht über diese Bauausschusssitzung. Das blieb natürlich nicht unbesehen.

Schon kommt der dritte Punkt: Die Macht der sozialen Medien. Irgendwer entdeckte diesen Artikel samt Spruch und teilte ihn auf Facebook. Tja. Dann nahm das Drama Trauerstück seinen Lauf.

Die Macht der sozialen Medien

Ob dieser „irgendwer“ ein zurückhaltender Zeitgenosse mit wenig Reichweite war, mag will ich nicht beurteilen. Aber wohl bezweifeln. Denn wie sonst sollte dieses Zitat von Runzheimer, gefallen in einer Bauausschusssitzung von Gladenbach, innerhalb weniger Stunden für breite, große Empörung in vielen (Fahrer-) Gruppen sorgen?

Denn genau das tat es. Ich will nicht wissen, wie viele beleidigende eMails oder Telefonate Runzheimer, seine Parteikameraden und andere Gladenbacher Stadtratsmitglieder bekommen haben. Selbst eine Sammelklage gegen Runsheimer sollte angestrengt werden. Dafür wurde extra eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der Befürworter dieser Klage ihre Adresse zur Unterstützung hinterlassen sollten. Kein Scherz.

Ihr denkt, spätestens jetzt hätte dieser Spuk ein Ende? Denn jeder einigermaßen normal denkende Mensch würde sagen: Ähhhh, wenn jemand persönliche Daten, und sei es nur meine Adresse, haben will, ist sprichwörtlich Schicht im Schacht? Nee, weit gefehlt. Es ging erst richtig los.

Nicht wenige teilten wirklich ihre Adresse in dieser WhatsApp-Gruppe, die übrigens jeder abonnieren konnte. Denn das Wort „Sammelklage“ betäubte nun das Hirn. So nach dem Motto, wir Trucker halten zusammen, dem zeigen wir es jetzt aber.

Mittlerweile aufgeschreckt und vielleicht auch überfordert von den vielen eingehenden, eventuell auch beleidigenden Nachrichten, veröffentlichte der CDU-Ortsverband Gladenbach eine Stellungsnahme. Nur statt ihrem Mitglied und Fraktionsvorsitzenden den Rücken zu stärken…

…aber lest selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren,
die CDU Gladenbach reagiert mit dieser Stellungnahme auf die Berichterstattung, welche in den sozialen Medien und in der Tageszeitung bzgl. der Äußerung des Fraktionsvorsitzenden der CDU , Herrn Runzheimer zu der Thematik „LKW-Fahrern im Bereich einer Kreuzung“ zu entnehmen war.

Die CDU Gladenbach distanziert sich ausdrücklich von den getätigten Aussagen und führt aktuell Gespräche mit der betroffenen Person, welche sich bereits darüber im klaren ist, einen Fehler begangen zu haben. LKW Fahrer/innen verrichten tagtäglich einen unverzichtbaren Dienst an unserer Gesellschaft und in den letzten Monaten auch in einem hohen Maße darüber hinaus. Eine Berufsgruppe pauschal zu beleidigen, ist nicht der Stil, welchen die CDU zu pflegen weiß.

Die CDU Gladenbach erwartet deshalb eine Stellungnahme und eine Entschuldigung von Herrn Runzheimer und behält sich weitere, interne Maßnahmen, ausdrücklich vor.

Die CDU Gladenbach entschuldigt sich an dieser Stelle aber bereits inständig für die Worte, welche von einem unserer Mitglieder in einer nicht hinnehmbaren Art und Weise in den Mund genommen worden sind und gleichwohl bedanken wir uns bei allen LKW-Fahrern und Fahrerinnen, welche jeden Tag auf unseren Straßen unterwegs sind und damit unsere Versorgung sicherstellen.

CDU Gladenbach, 03.11.2021

Stellungsnahme des CDU-Ortsverbandes Gladenbach zu den Aussagen ihres Mitgliedes Runzheimer

… nun ja, Wenn es wenigstens ein berechtigtes Schuldeingeständniss wäre. Aber mit diesem Artikel wird ein Parteimitglied der Meute quasi erst recht zum Fraß vorgeworfen, nur um selbst einigermaßen sauber aus dieser Misere zu kommen. Diese Stellungsnahme wurde natürlich auch auf Facebook veröffentlicht. Die Kommentare darunter, eigentlich nur von Fahrern, sprechen Bände.

Nur, so funktioniert das meiner Meinung nach nicht. Denn jeder sollte „fair“ beurteilt werden. Und „fair“ sollte von Seiten seiner Parteilkollegen solidarisch heißen. Und nicht zynisch.

Aber genauso, nämlich zynisch, klingt diese Gegendarstellung. Aber mehr noch, selbst Runzheimer, also der Gescholtene, verleugnet sich selbst:

Stellungsnahme Stefan Runzheimer (CDU Gladenbach)

Allein schon die zweite Zwischenüberschrift „sehr geehrte Lkw-Fahrer“. Also ich fühle mich davon nicht angesprochen.

Warum auch? Der Runzheimer hat mich ja nicht persönlich beleidigt. Also weder wegen „individueller Unfähigkeit„, noch durch „Idiot„. Denn ich kam bisher immer gut durch oder über diese Kreuzung.

Und da bin ich endlich wieder beim eigentlichen Thema. Denn ich glaube, nee Quark, bin mir sogar sicher, Runzheimer meint mit seiner Aussage nur die Fahrer, die zu dumm sind, an dieser Kreuzung rechts abzubiegen. Das seine Ausdrucksweise nicht so ganz korrekt war, drauf geschissen. Diese Äusserung ist in einer Gemeinderatssitzung gefallen und war keine politisch korrekte Jubiläumsrede und über Gladenbach hinaus, hat dieser Ausspruch null Relevanz.

Wenig Selbstwertgefühl?

Warum also fühlt sich dann ein Teil der Fahrerschaft angesprochen? Haben die etwa so wenig Selbstwertgefühl? Komisch, in diversen Fahrergruppen auf Netzwerken wie Facebook sind immer alle super duper toll cool drauf.

Nur „super duper“ oder „mit besten Absichten“ reicht bei einigen eben nicht. Ich weiß, dass Leute hier mitlesen, die speziell auf Facebook eine gewisse, hmm, wie soll ich es beschreiben, joa, Reichweite besitzen. Also Seiten mit mehreren zehn- oder gar hunderttausend Likes haben oder Admins in Gruppen mit mehreren tausend oder zehntausend Mitgliedern sind. Wer so etwas aufgebaut hat und Mitglieder und Leser im Griff hat, alle Achtung. Ist mein ernst,

Aber gerade dann befremdet es mich, wenn Personen, die aufgrund ihrer starken und einflussreichen Präsenz in den sozialen Medien ein gewisses Ansehen haben, Stimmung gegen Menschen, wie hier der Lokalpolitiker aus Gladenbach, machen. Das kann ich nicht so ganz nachvollziehen.
Denn eigentlich hätte schon im Vorfeld klar sein müssen, wie die Reaktionen darauf ausfallen. Nämlich teilweise alles andere als nett.

Mit dem teilen dieses Zitats wurde dem Ansehen unseres Berufsstandes leider keinen Gefallen getan. Im Gegenteil, wenn ich mir diverse Kommentare durchlese, werden Vorurteile wie in dem geteilten Zitat getätigt, sogar noch bestätigt.

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Kein Bock auf’n Bock

Na? Habt Ihr es in den letzten Wochen auch gehört oder gelesen? Also das Fuhrunternehmer keine Leute mehr finden, die ihre Lastwagen bewegen wollen? Nennt sich Fachkräftemangel. Aber klar, bestimmt, ist ja momentan Thema in diversen Medien.
Ja ok.,dass betrifft nicht nur die Logistik. Sondern auch Reinigung, Pflege, Gastgewerbe, und und und…

…Dienstleistungsbereiche halt. Also überall da, wo Unternehmer Leute am liebsten für lau suchen.
Wobei, der Begriff „Fachkräftemangel“ ja eigentlich schon zu hoch gegriffen ist. Denn man findet ja mittlerweile kaum noch „Hilfskräfte mit Vorkenntnissen“ und noch weniger Auszubildende. Dazu kommt, dass das Wort „Fachkräftemangel“ inzwischen doch etwas arg übermäßig verwendet wird.

Aber gut. In diesem Text soll es ja eigentlich um den Mangel an deutschen Lkw-Fahrern gehen. Also um eine quasi aussterbende Art.

Faire Bezahlung ein Fremdwort

Eigentlich ist es schon Häme Ironie, wenn sich Unternehmer und deren Verbände erst jetzt darüber so richtig beschweren. Denn seit zig Jahren ist faire Bezahlung ein Fremdwort. Dazu kommen Arbeitszeiten jenseits von gut und böse und nicht nur im Fernverkehr ein kaum vorhandenes Sozial- oder Familienleben. Also falls man überhaupt noch eine Familie hat.

Aber es geht noch weiter. Die Zustände auf den Rastplätzen sind oftmals problematisch. Bereits am frühen Nachmittag beginnt man sich Gedanken zu machen, wo man Stunden später noch ein einigermaßen gescheites Plätzchen bekommen könnte.
Auf den Weg dahin bremsen einen Dauerbaustellen, Staus, Autofahrer oder die eigenen Kollegen regelmäßig aus.

Von den Zuständen an vielen Be- oder Entladestellen will ich gar nicht erst groß anfangen. Nur soviel: Viele Großhändler sind nicht in der Lage, oder schlimmer, nicht gewillt, ihre Anliefer- oder Abhollogistik so zu organisieren, dass dieses Prozedere nicht auf dem Rücken der Fahrer ausgetragen werden muss.

Tja. Warum also wollen immer weniger Leute diesen Job machen? Kann ich gar nicht verstehen. Denn Lkw fährt man doch aus Leidenschaft. Oder?

Kennt Ihr den Film „Convoy“ mit Kris Kristofferson? Dort sind Trucker die Helden der Highways, halten zusammen und sind über CB-Funk ständig miteinander verbunden.
Gibt es Probleme, wird auch mal eine Polizeistation platt gemacht. Peng. Welcher Job in irgendeinem Großraumbüro kann da mithalten?
Aber Spass beiseite. Dieses „immer weniger“ zielt eigentlich auf deutsche Fahrer ab. Denn Fahrer aus Ost- oder Südosteuropa kompensieren doch schon lange den Nachwuchsmangel der Branche in Deutschland.

Keine Engpässe wie in England

Deshalb sind wir hier auch meilenweit von den Engpässen der letzten Wochen in Großbritanien entfernt. Denn dort war es der Brexit, der die Spritzufuhr zu den Tankstellen bremste oder für halbleere Supermarktregale sorgte. Osteuropäer verloren ihre Arbeitserlaubnis, mussten das Land verlassen. Freizügigkeit hat eben auch Grenzen.

Der Beruf ist unattraktiv. die Zukunftsaussichten sind fragwürdig und tja, dann die Sache mit dem Image.
Autofahrer und auch Anwohner von viel befahrenen Straßen, mögen Lkw – und damit auch deren Fahrer – nicht. Sich in seiner ungezügelten Fahrweise bremsen zu lassen oder Angst haben zu müssen, dass bei jeden am Haus vorbeifahrenden Lkw Tassen und Gläser in der guten Schrankwand zu Bruch gehen, ist eben auch nicht unbedingt zielführend für ein positives Ansehen in der Bevölkerung. Auch das hält einige von diesem Beruf ab. Denn wer möchte schon gesellschaftlich geächtet werden?

stau auf der a 4 bei mailand
Stau bei Mailand

Ich finde es bezeichnend, dass Unternehmer immer über bestimmte „Mängel an irgendwas“ klagen. So funktioniert Marktwirtschaft aber nicht, glaube ich.
Wenn irgendetwas knapp ist, wie hier Arbeitskräfte, muss eben mehr dafür getan werden, um den Bedarf zu decken.

Kein Nachwuchs von der Bundeswehr

So kommt immer wieder das Argument, ja früher, da hat ja die Bundeswehr für Fahrernachwuchs gesorgt. Stimmt. Jahrzehntelang haben sich Speditionen auf die Führerscheinausbildung eben bei der Bundeswehr verlassen. Diese Quelle ist nicht nur versiegt, mehr noch.
Gerade diejenigen, die in den siebziger und achtziger Jahren den „Zweier“ gemacht haben, bildeten die Masse der deutschen Fahrer und kommen jetzt ins Rentenalter oder fallen durch die Gesundheitschecks. Konnte natürlich niemand vorraussehen.

Davon abgesehen. Es war eh ein Unding, die Rekrutierung von Nachwuchs durch den Staat erledigen zu lassen – sowohl zeitlich, wie auch finanziell.
Die paar Speditionen, die Einsteigern den Führerschein finanziert haben, statteten den so „ausgebildeten“ Fahrer dann oft mit einem Knebelvertrag aus, um sich das Geld darüber zurückzuholen.

Apropo ausgebildete Fahrer. Ein entfernter Verwander von mir begann vor elf, zwölf Jahren eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Zu Anfang waren in seiner Lehrklasse 24 weitere Azubis. Die Ausbildung abgeschlossen haben letztlich acht Leute. Acht von vierundzwanzig. Also ein Drittel.
Warum haben so viele abgebrochen? Die Gründe waren vielfältig: Falsche Vorstellung vom Beruf, die Erkenntnis, dass Zeit mit Familie, Freundin oder Kumpels doch wichtig ist und einige wurden in ihrem Lehrbetrieb regelrecht verschlissen. Sprüche wie „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ lassen sich eben auch Lehrlinge nicht mehr immer gefallen.

Fröhliche AsphaltBabes

Wie also bringt man mehr Leute auf einen Lkw? Keine Ahnung, bin schließlich weder Unternehmer, noch Berater oder Politiker. Sondern nur Fahrer. Aber eines weiß ich. In den letzten Jahren hat sich nix gebessert. Das Ansehen der Transportbranche ist so scheiße, wie nie zuvor.
Da können Asphalt-Cowboys oder Truckerbabes noch so fröhlich tun – wenn während des Entladens an irgendeiner Rampe der Tachograph auf Pause stehen muss, es danach gleich weiter geht und anschließend fehlende Parkplätze einem den letzten Nerv rauben, nutzt das beste Fersehformat nichts.

Denn ein Jahr nach Beifall auf Balkonen und einigen „Danke“ – Bannern von Autobahnbrücken ist klar: Wenn selbst eine Pandemie als Weckruf nicht reicht, kannste sagen: Das wird nix mehr.

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Instant Karma

Mein Urlaub neigt sich so langsam seinem Ende zu, Zeit also zu schauen, was so auf den Straßen abgeht. Obwohl, was soll sich in zwei Wochen denn groß ändern? Überholverbote, zu geringer Abstand, auf Landstraßen mit Tempo 90. Juckt doch alles viele nicht mehr so richtig.

Aber manchmal schlägt Karma doch mal zurück. Das auf dem Video ist zwar in Polen passiert, könnte aber überall sein.
Keine Ahnung, wie hoch die Strafen in unserem östlichen Nachbarland sind. Aber ich denke schon, dass es dem Fahrer weh tun wird.

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Keine Satire

Überschrift lkw.fahrer fehlen
Quelle: ZDF_heute
überschrift in england sollen straftäter lkw fahren
Quelle: Spiegel.de

So oder ähnlich lauten gerade viele Überschriften in diversen Zeitungen und Magazinen. Und jetzt darf man gespannt sein, welche britanischen Minderheiten noch aus dem Hut gezaubert werden, um sowohl die Sprit-, als auch die anstehende vorweihnachtliche Versorgungskrise in den Griff zu bekommen.

Aber anderer Vorschlag: Angeblich spart das Vereinigte Königreich durch den Austritt aus der EU jede Woche um die 350 Millionen Pfund. Habe ich zumindest mal bei irgendeiner Kampagne von Brexit-Befürwortern gelesen. Warum also nicht das eingesparte Geld quasi als Bonus an willige Lückenfüller verteilen, die sich an diesem Nonsens beteiligen wollen?

Auch Ost- und Südosteuropäer will man wieder werben. Mit Arbeitsvisa, die bis Ende des Jahres gültig sein sollen. Für drei Monate also.
Haha. Erst werden die von der Insel verjagt, jetzt wird um deren Arbeitskraft gebettelt. Ich hoffe so, dass sich nur wenige um solch ein Visum bemühen.

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Teuer geworden

Vor vier Wochen noch drei, jetzt fünf Euro. Den Anstieg finde ich schon ein bissel heftig. Dann kommen noch Mal fünfzig Cent für das Drehkreuz dazu, bin ich bei 5.50 €. Für einmal duschen. Hui.

Gut, der Duschraum ist immer sauber. Aber das liegt ja nicht am Pächter, sondern an den Putzfrauen aus Südosteuropa.

Bisher, also bei dem Preis von drei Euro, habe ich mir meist noch einen Kaffee mitgenommen. Der kostet so um die dreifünfzig. Gut, war ich auch bei über sechs Euro. Aber ich hatte einen gewissen Gegenwert.

Auf das Getränk verzichte ich jetzt natürlich. Den Voucher kann ich auch woanders einlösen oder lege ihn der Reinigungsfrau hin.

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