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Kategorie: Unterwegs

Neulich in Italien

Du weißt noch, dass es selbst für Italien ein wirklich heißer und trockener Sommer war ist, wenn du dich noch nach Wochen an solche Abende erinnerst:

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Aufgenommen am 25. Juli 2022 an der SP11 bei Desenzano d.G.

Abends nach halb elf noch knapp 33 Grad, in der Ferne mehrere Gewitter und dann der Radau einer Nachtbaustelle.
Bis auf die Hitze fand ich das aber alles nicht so schlimm. Überhaupt nicht.

Das Geblitze der Gewitter war eh cool und zu sehen, wie schnell so eine Baustelle vorüber zieht, schon irgendwie interessant.

Aso. Bevor Ihr das Video öffnet, dreht vielleicht den Ton etwas runter. Die Sirenen der italienischen Krankenwagen sind nicht angenehm. Erinnert mich immer an irgendwelche Gruselschocker.

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Es war einmal.

Damals als Aufträge noch per Telefon durchgegeben wurden: Ich leer in Kassel, Disponent sagt, fahr mal Richtung Herford, Firma und Straße geb ich dir nachher durch. Ich verstehe aber Erfurt.

Hach, wurde das später lustig…

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Echt jetzt?

Letzte Woche diese Meldung gelesen. Danach war ich schon ein bissel perplex. Denn…

zeitung überschrift zum thema hilfloser lkw fahrer dem keiner hilft
Quelle: Spiegel.de

…da steht ein Lkw auf dem Standstreifen einer Autobahn, davor sitzt ein Mann. In der einen Hand hat er ein Schild, auf dem „112“ steht, mit der anderen zeigt er auf seine Brust.
Was also tun. wenn man so etwas sieht? Langsam glotzend dran vorbei fahren? Oder anhalten und versuchen, Hilfe zu leisten? Beziehungsweise zumindest mal den Notruf zu wählen? Was ja auch schon ein guter Einsatz wäre.

Ja, ich weiß. Es gibt immer wieder Geschichten mit angeblich gefakte Notfällen, wo die Helfer oder Helferinnen anschließend ausgeraubt werden. Auf einem abgelegenen Parkplatz oder bei Nacht könnte ich diese Sorge oder Angst schon nachvollziehen. Aber bei Tag auf einer viel befahrenen Autobahn? Jetzt echt mal. Das ist schon eine peinliche Ausrede.

Denn wenigstens die bereits erwähnte „112“ anzurufen, sollte doch völlig gefahrlos möglich sein. Zumal heutzutage kaum jemand sein Haus oder seine Wohnung ohne Mobiltelefon verlässt.
Und falls doch? Andere Leute ansprechen, wirkt manchmal Wunder. Denn das wäre das mindeste.

Aber gar nix tun? Ich verstehe es einfach nicht. Denn jeder Mensch kann doch mal in eine Situation kommen, wo sie oder er Hilfe braucht. Was ist, wenn dann, wie in diesem Fall, auch alle vorbeifahren, ohne zu helfen?
Auch wenn ich mich jetzt wiederhole – aber ich verstehe es einfach nicht wo das Problem ist, mal anzuhalten oder zumindest den Notruf zu wählen.

Oder sind viele Menschen mittlerweile wirklich so abgestumpft oder gefühlsblind? Erwarten die nichts mehr von ihrer Umwelt, nur um selbst nicht enttäuscht zu werden?
Klar. Wo nur genommen wird, ist dann irgendwann kein Entgegenkommen mehr da. Aber wo gegeben wird, kommt auch einiges zurück. Damit bin ich bisher immer gut durchs Leben gekommen.

Mag sein, dass das andere anders sehen. Trotzdem finde ich es widerlich, dass Menschen die bewusst in Not sind, nicht geholfen wird.
Aber gut. Vielleicht es es auch nur aus der Mode gekommen, aufeinander zu achten.

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Ich, der Beerdigungs-Crasher

Die Auslieferadresse in Padova ist ein kleiner Handwerksbetrieb, mitten in der Stadt. Das Navi führt mich zuerst über Hauptstraßen, dann geht es irgendwann links ab. Nun wird die Fahrbahn immer enger. Links und rechts parkende Autos, ich bin wirklich gespannt, wie weit ich noch vorwärts komme.

Schließlich ist die Firma nur noch zweihundert Meter entfernt. Meint zumindest der Routenplaner vor mir. Ich aber kann keinen Betrieb entdecken. Sondern nur Wohnhäuser. Die Straße ist jetzt so schmal, dass nicht mal ein Pkw an meinem Lkw vorbei kommt, als ich anhalte.

Die paar Meter zur Firma gehe ich erstmal zu Fuß. Links sehe ich eine Kirche mit einem Platz davor. Der liegt zwei Meter höher als die Umgebung und ist über Stufen begehbar. Im Notfall drehen kann ich da also auch nicht.
Immerhin stehen vor der Kirche und auf dem Platz viele Menschen. Irgendjemand von denen wird schon wissen, wie ich hier wieder weg komme. Also falls es diesen kleinen Handwerksbetrieb hier wider erwarten doch nicht geben sollte.

Während ich mir über den weiteren Fortgang Gedanken machte, hupte es hinter dem Lkw. Erst einmal kurz, dann einmal lang. Ich denke mir noch so, meine Fresse, können die nicht mal kurz warten, schließlich stehe ich nicht zum Spass da. Dann, nicht mal fertig gedacht, ein Dauerhupen. Gleichzeitig wurde die Menge auf dem Platz etwas unruhig.

Aber zu meinem Glück gab es dieses Handwerksgeschäft dort wirklich. Im Vorderhaus das Büro, im Hinterhof die Werkstatt. Während ich nun selber sprichwörtlich Sturm klingelte, wurden die Leute hinter mir noch etwas erregter.
Immerhin hörte das Hupen hinter dem Lkw auf.

Warum wurde mir schnell klar. Ein Mann im schwarzen Anzug kam angelaufen und zeigte mit Blick auf die Menge wirklich wild gestikulierend auf den Lkw und dann schimpfend auf mich.
Zu meine Freude öffnete sich die Tür und der Chef der Firma stand vor mir. Dem schnell erklärt, dass ich was bringe und gefragt, wo entladen werden soll.

Das abladen wäre ganz easy. Einfach zweimal rechts und von der Parallelstraße könnte rückwärts auf das Gelände der Firma gefahren werden. Dort wäre mehr Platz und man hätte alle Ruhe der Welt.
Diese Ruhe hatte ich noch nicht ganz. Denn auf den Weg zurück zum Lkw sah ich, dass das hupende Fahrzeug ein Leichenwagen war, der Mann im schwarzen Anzug dessen Fahrer und die Menschen auf dem Kirchplatz demnach die Trauergäste.

Eine Beerdigung gestört und verzögert? Das war mir dann schon ein bissel peinlich. Obwohl ich mir jetzt im Nachhinein denke, so ein wenig Aufregung zum Schluß hätte dem oder der Dahingeschiedenen vielleicht sogar gefallen.

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Mit kleiner Hütte unterwegs

Letzte Woche auf einem Parkplatz bei Nürnberg gesehen:

lkw steht auf parkplatz. der fahrer schläft bei der hitze mit offenen türen.
Bestimmt eine angenehme Nachtruhe

Der Lkw ist optimiert bis zum geht nicht mehr. Also für die Ladung, nicht für den Fahrer. Denn da ist nicht mal Platz für ne Standklimaanlage. Also wird bei der derzeitigen Hitze mit offenen Fenster und Türen gepennt. Schon ein bissel unwürdig.

Hab durch die offene Tür mal reingelunzt. In der Hütte war nicht mal ein Kühlschrank eingebaut. Stattdessen stand auf dem Beifahrersitz eine große Kühlbox. Denn irgendwie muss der Fahrer sich ja auch im Sommer ernähren.
Seine Klamotten waren übrigens auf dem Motortunnel gestapelt. Gibt ja sonst kaum Staufächer in der Kiste.

Der Lkw hatte übrigens eine bulgarische Zulassung. Keine Ahnung, wie lange der Fahrer damit unterwegs ist. Vielleicht zwei, drei, vier Wochen?
Wie auch immer. Bei jeden Hund den man so halten würde, stände der Tierschutzverein auf der Matte.

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Vielen Dank an Lars für die Erlaubnis, sein Video hier teilen zu dürfen:

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Joa. Das ist schon eine irre Aktion. Aber mal ehrlich? Sowas ist doch mittlerweile keine Seltenheit mehr. Denn eigentlich ist es echt nicht mehr feierlich, was inzwischen unterwegs so auf den Straßen abgeht.
Denn Begriffe wie „Freundlichkeit“ oder „Nettigkeit“ sind immer weniger wert in unserer Gesellschaft. Das zeigt sich auch im Straßenverkehr.

Und ja, gerade in der Branche in der ich arbeite, merkt man die Härte, aber auch den Egoismus und vielleicht auch Neid auf irgendetwas immer mehr. Bezeichnungen wie „Miteinander“ oder „Füreinander“ können oder wollen viele gar nicht mehr definieren, geschweige denn überhaupt umsetzen.

Dabei sind so etwas wie „Herzlichkeit„, „Menschlichkeit“ oder eben auch „Miteinander“ doch Eigenschaften, die jeder kennen müsste, nee, mehr noch, mit denen jeder umgehen sollte. Leider wird das viel zu oft verdrängt und ja, es wäre schön, wenn sich von Zeit zu Zeit einige daran erinnern würden.

Nee. Auch ich bin nicht immer ein Engel auf der Straße – will oder darf ich gar nicht bestreiten.
Wenn zum Beispiel einer meint, er muss auf der Autobahn mit achtzig, einundachtzig oder zweiundachtzig fahren, ist das nicht nur sein gutes Recht, nee, es ist sind ja auch nicht mehr erlaubt. Trotzdem überhole ich den auch mal mit fünfundachtzig, sechsundachzig oder siebenundachtzig.

Für mich persönlich ist das ok., mit den Folgen wie eine eventuelle Geldstrafe muss ich dann halt leben. Ist zwar ärgerlich, aber eben meine Entscheidung, den langsameren zu überholen.

Nur so ne Aktion, wie da oben in dem Video? Nope, dass geht echt nicht. Und ich denke, so kann sich auch keiner verschätzen. Denn Baustellen auf Autobahnen werden in Deutschland schon zwei Kilometer vorher angekündigt.

Ich glaube, der hat es einfach drauf angelegt. Also nach dem Motto, der da rechts, der wird schon bremsen. Hat der ja auch. Nur kommt der Schrottlaster so von hinten „angeschossen“, mit einfach mal zurück stecken, ist da nix.

Ist also ne kack Aktion von dem auf der linken Spur. Da braucht man null drüber zu diskutieren.

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Damals und heute

Damals als Aufträge noch per Telefon durchgegeben wurden…

…ich leer in Kassel, Disponent sagt, fahr mal Richtung Herford, Firma und Straße geb ich dir nachher durch. Ich verstehe aber Erfurt.
Hach, war das später lustig…

Nicht ganz so lustig ist das hier von eben:

Schmutzige Dusche bei Autogrill
Hier macht duschen nicht wirklich Spaß

Gut, wer solche Duschräume überlebt, wird hundert. Mindestens. Denn dem kann weder Fußpilz, noch irgendein Erreger mehr was anhaben.

Und fairerhalber muss ich erwähnen, es ist nicht das Werk von Sanifair. Da habe ich zwar auch schon so einiges erlebt, aber ganz so übel habe ich noch keine Sanitäreinrichtung von denen gesehen.
Nee, heute Abend zwingte Autogrill in Italien mich zu überwinden.

Tja, friss oder stirb. Oder wie hier, dusche oder muffel. Da letzteres nicht so toll ist, muss ich mich halt damit abfinden.

Na ja, für Notfälle hab ich ja noch ne Campingdusche dabei. Nur macht sich das auf nen Rasthof nicht so gut, am Lkw in Unterhose herum zu turnen.
Und da mir duschen schon wichtig ist, muss ich halt mal solche Zustände akzeptieren. Auch wenn es mich mehr wie nur ein bissel anekelt.

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Zehn Jahres Rhythmus

Habe gerade in alten Beiträgen geschaut, wann ich hier in Deutschland zum letzten Mal kontrolliert wurde. Das dürfte im November 2012 gewesen sein, also vor fast zehn Jahren. Damals von einem Mitarbeiter des BAG.
Zehn Jahre. Was sagt mir das? Bammel vor Kontrollen brauche ich hierzulande wirklich nicht zu haben.

Nun ja, letzte Woche war es wieder soweit. Ob es daran lag, dass ich Gefahrgut geladen hatte oder einfach ein Zufallstreffer? Keine Ahnung.
Es gab eine kleine Ermahnung, weil ich drei Stunden vorher mal kurz etwas schneller wie neunzig gefahren bin, ansonsten war alles im „grünen Bereich“, wie man so schön sagt. Also Fahrzeiten, Zustand vom Auto und Ladungssicherung, alles in Ordnung.

Na denn, auf die nächsten zehn Jahre…

kontrolle polizei
Da fährt er wieder
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