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367 Ergebnisse für "unterwegs"

Gastbeitrag: Ein System der Angst

Deutsch­land­weit und in ganz Europa steht die Transportbran­che mit dem Rücken zur Wand, und das nicht ohne Grund. Billigstar­bei­ter aus Ost­eu­ro­pa und Asien sind in in den Fahrerhäusern der Fernlaster längst keine Seltenheit mehr. Ihre Ar­beits­be­din­gun­gen und Löhne sind mi­se­ra­bel.

So auch in den Betrieben der Globalplayer und Großlogistiker: Die Firmen geben große Teile des Be­trie­bes in die Hände von Sub­un­ter­neh­mern, womit diese selbst nicht mehr die Ver­ant­wor­tung für die dort Be­schäf­tig­ten trägt. Die Ar­beits­be­din­gun­gen in die­sen Sub­un­ter­neh­men sind ver­hee­rend: 10-18 Stun­den-Schich­ten, mi­ni­ma­le Löhne, keine Ar­beits­ver­trä­ge und Kran­ken­ver­si­che­run­gen, man­gel­nde Schutz­klei­dung, völ­li­ge Iso­la­ti­on von der Au­ßen­welt.

Täg­li­cher sozialer- und Arbeitsdruck der Be­trof­fe­nen schaf­fen ein Sys­tem der Angst, aus dem sie sich meist selbst nicht mehr be­frei­en kön­nen. Der Gang zu einer Behörde oder zum Arzt wird schlichtweg un­ter­sagt, indem die Betroffenen gar nicht erst in die Nähe Ihres Lebensmittelpunktes disponiert werden. Eine soziale Ver­bin­dung zur „Au­ßen­welt“ und zur eigenen Familie wird somit nahezu un­mög­lich gemacht. …

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Vielen Dank an Marco für seine eMail:

Lieber Maik,

vielen Dank für die Zeit und Mühe, die Du in Deinen Blog investierst. Es ist einen ganz tolle Möglichkeit als „Nicht-Trucker“ etwas über den Alltag eines Berufs zu lernen, dem man vorher nur mit Ignoranz und häufig leider auch mit Ablehnung gegenüberstand.

Ich selber bin Mitte 40, arbeite im IT-Bereich und habe Lkw bisher meist nur als Störfaktoren bei der täglichen Berufspendelei oder den Urlaubsfahrten wahrgenommen („blöde Elefantenrennen“). Achtung, jetzt wird’s ein bisschen kindisch: Vor zwei Wochen habe ich angefangen das PC-Spiel „Euro Truck Simulator 2“ zu spielen und habe daran viel Spaß. Zeitgleich kam dann aber auch der Wunsch auf, neben dem Spiel etwas über die tatsächliche Realität von Berufskraftfahrern zu lernen. Glücklicherweise findet man dazu im Internet relativ viel, und nachdem ich etliche Zeitungsberichte durchgelesen hatte, bin ich nun bei Blogs wie Deinem gelandet. Das ich dadurch ein bisschen in den Alltag von Fernfahrern reinschnuppern darf, finde ich ganz klasse. Es ist nicht nur äußerst interessant und unterhaltsam sondern hat auch mein Verständnis für Eure täglichen Sorgen und Herausforderungen massiv erhöht.

Ich sehe Lkw auf meinem täglichen Arbeitsweg nun mit ganz anderen Augen und versuche noch toleranter als vorher zu sein. Kleines Beispiel: Ich wohne in einer einspurigen Sackgasse und musste heute Morgen 15 Minuten warten, weil ein LKW mit Anhänger eine Baustelle in unsere Straße mit Dachziegeln beliefern sollte. Anstatt mich über die Verzögerung zu ärgern, vielleicht sogar zu drängeln oder zu hupen, habe ich ganz entspannt den Motor ausgemacht und bewundert, wie der Fahrer es auf der engen Straße geschafft hat, sowohl seinen Anhänger als auch den LKW mit dem Kran rückwärts so vor/auf der Baustelle zu parken, dass er abladen konnte und die Straße gleichzeitig wieder befahrbar war. Wäre das mein Job gewesen, hätte ich Blut und Wasser geschwitzt.

In diesem Sinne: Weiterhin gute Fahrt für Dich und Deine Kollegen, meinen Respekt und meine Rücksichtnahme habt Ihr…

Gruß, Marco

Ich weiß ehrlich nicht, ob mein Blog Menschen zum nachdenken anregt. Gedanken darüber habe ich mir noch nie gemacht. Das was ich hier veröffentliche, sind meine Erlebnisse, Gedanken oder auch Erfahrungen, die ich mache. Ausserdem finde ich, dass zu einigen Themen, über die ich schreibe, schon hunderte Male etwas gesagt wurde.

Trotzdem tut es gut, sich Dinge von der Seele zu schreiben, sie rauszulassen. Unterwegs habe ich viel Zeit zum nachdenken und zu viele Gedanken machen einen irre. Dieser Blog ist eine Form der Verarbeitung bestimmter Dinge und auch des Weiterentwickelns von Ideen und Gedanken. Das es dabei nicht immer neutral bleibt, ist logisch. Denn meine Gedanken, mein Blog.

Aber es motiviert, wenn mir fremde Menschen ihre Meinung schreiben und ich deren Blickwinkel sehe. Das bringt auch mich weiter. Auch wenn es mir manchmal nicht leicht fällt, mich und meine Gedanken auszudrücken. Deshalb, danke an all meine Leser, die mir die Treue halten und in diesem Fall speziell an Marco.

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Drei Geheimnnisse über Trucker – Hätten Sie das gedacht?

Die meisten Trucker feiern gern. Vor allem im Sommer trifft sich die deutsche Trucker- und Countryszene auf zahlreichen Festen und Events. Am Pfingstwochenende waren zahlreiche Besucher im beschaulichen Geiselwind beim Trucker-Festival. Das jährlich auf dem Autohof Geiselwind stattfindende Ereignis zog zahlreiche Besucher aus dem In- und Ausland an.

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Geld vernebelt den Verstand

Seit einigen Wochen ist es Lkw-Fahrern auch in Deutschland untersagt, ihre regelmäßige Wochenruhezeit im Lkw zu verbringen. Stattdessen muss diese Zeit in einer geeigneten Unterkunft verbracht werden.
Mit dieser Regelung soll verhindert werden, dass Fahrer wochen- oder monatelang quasi als Nomaden in ihren Lastern hausen. Auch sollen Unternehmer gezwungen werden, ihre Angestellten regelmäßig nach Hause zu holen.

Ich finde, dass ist eine gute Sache. Und auch längst überfällig.

Niemand will Osteuropäer vertreiben

Nicht so Jochen Eschborn. Er ist Vorstand des Europäischen Ladungsverbundes Internationaler Spediteure (Elvis). In einem Interview mit der „Verkehrsrundschau sagt er unter anderem folgendes:

Das Gesetz ist quasi eine Maßnahme, um die Osteuropäer zu vertreiben.
Dabei werde aber übersehen, dass das deutsche Transportgewerbe diese Frachtführer braucht, weil sie zu günstigeren Konditionen fahren können

Das ist Quark. Keiner, der für dieses Gesetz ist, will Osteuropäer vertreiben. Im Gegenteil.

Wer wochen- oder monatelang unterwegs ist, verliert nicht nur seine sozialen Bindungen in die Heimat. Nein, der vereinsamt und verbittert. Herr Eschborn sollte mal unter diesen Bedingungen arbeiten. In einem Lkw kann man kaum entspannen. Nach einem Wochenende im Laster ist man eine Gefahrenquelle.

Überleben wie?

Auch kann ich nach dieser Aussage nicht verstehen, wie die deutsche Transportwirtschaft all die Jahre ohne osteuropäische Hilfe überleben konnte?
Vielleicht dadurch, dass die Lenk- und Ruhezeiten lockerer gehandhabt wurden? Nein, wer seine Arbeit in zehn oder zwölf Stunden nicht bewältigt, schafft die auch in sechzehn oder achtzehn Stunden nicht.

Oder viele Fahrer relativ gut verdienten? Also im Gegensatz zu heute? Vielleicht eine Ursache für den derzeitigen Fahrermangel, unter denen deutsche Firmen leiden. Aber daraus herzuleiten, dass ohne Osteuropäer alles zusammenbricht, ist schon mutig. Ich wage jetzt mal zu behaupten, dass diese Schwemme aus Osteuropa an der derzeitigen schwierigen Situation des deutschen Transportgewerbes mit dafür verantwortlich ist.

Fairness wird ein Fremdwort

Auch einem Unternehmer sollte daran gelegen sein, seine Fahrer – und natürlich auch die seiner Kooperationspartner – zumindest einigermassen zufrieden zu sehen. Das gebietet nicht nur seine Fürsorgepflicht, sondern auch ein zumindest kleines Maß an Fairness. Wenn beides endgültig verloren geht, dann ist die deutsche Transportwirtschaft wirklich nicht mehr zu retten.

Aber Geld regiert halt die Welt, vernebelt aber den Verstand. Und Elvis ist eh tot.

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Kurzer Nachtrag zur Fehlermeldung:

Hallo,

ich bin als Springer in meiner Firma auf mit fast allen Fahrzeugen unterwegs. Die meisten Fahrzeuge zeigen, obwohl regelmäßig gewartet, irgendwelche Fehlermeldungen im Display an. Meine Erkenntnis: Solange mindestens eine Fehlermeldung im Display aufblinkt ist alles okay. Wenn da allerdings gar nichts steht……….dann werde ich misstrauisch 😉.
Schönen Gruß
Jens

Danke an Blogleser Jens für diese Überlebensmeldung 😉

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Exoten

Seit längerem mal wieder zwei seltene Exoten auf Deutschlands Straßen gesehen. Heute auf der A3 zwischen Würzburg und Nürnberg einen Transporter aus Andorra und letzten Freitag einen Lkw aus Marokko. Der war auf der A45 bei Dillenburg unterwegs.

Bei ersteren hat es für ein Foto leider nicht gereicht. Aber bei dem Lkw hat es geklappt:

Lkw aus Marokko

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BKF – Be- und Entladen, Haftung, Versicherung

Gastbeitrag von Gregor Ter Heide

Theorie und Praxis sind im Güterverkehr, auch bei der Be- und Entladung vom LKW, zwei ganz verschiedene Welten. Wer bringt diese alltäglichen Wirklichkeiten, mit der Theorie für BKF bei
ihrer alltäglichen unfreiwilligen Arbeit, nun endlich in Ordnung?
Das Problem der BKF, kennen eigentlich nur die Praktiker der Be- u. Entladetätigkeiten selbst aus der eignen Erfahrung. Diese widerrechtliche, meistens Versicherungslose und haftungsrechtliche Knechtschaft gehört eigentlich schon immer abgeschafft, damit dieses elendige Rampen-Problem innerhalb der ganzen EU, endgültig in die „Geschichte des gewerblichen Güterkraftverkehrs“ abgelegt werden kann.

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