Den Wunsch von uns Kraftfahrern (aber nicht nur) nach einem steigenden steuerfreien Verpflegungsmehraufwand Spesensatz, kann vielleicht nicht jede oder jeder nachvollziehen. Aber es gibt eben Berufsgruppen, die durch dauerndes Unterwegssein oder auch erhöhte Arbeitszeiten einen höheren finanziellen Mehraufwand als andere haben. Und diesen auszugleichen, finde ich schon legitim.
Besonders auch, wenn die Kosten die unterwegs anfallen, dauernd steigen. Deshalb war im sogenannten Wachstumschancengesetz vorgesehen, die Sätze für den Verpflegungsmehraufwand bei Geschäftsreisen in diesem Jahr zu erhöhen. Diese geplante Erhöhung aber wurde von einem Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat im April gestrichen. Es ging dabei um zwei bzw. vier Euro pro Tag.
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Ob in einer Talkshow aber nun gerade Toilettengänge und Dusche dafür herhalten müssen? Na ja, vielleicht gäbe es da bessere Beispiele. Und ein Euro oder vier Euro für eine saubere Toilette oder Dusche finde ich schon angemessen. Denn Reinigung und Instandhaltung haben auch ihren Preis.
Wenn aber der Ärger eines Lkw-Fahrers darüber bei einem FDP-Politiker zu einem Anfall von Selbstmitleid führt und der über die Unsicherheit seiner Abgeordnetenarbeit im Parlament jammert, wohl doch ein gutes Beispiel. Das ist ja dann schon entlarvend. Und irgendwie auch großes Kino.
Der älteste Trucker der Welt ist mit 90 Jahren immer noch im Transportgeschäft und sagt, er habe keine Pläne, nach 60 Jahren im Außendienst in den Ruhestand zu gehen.
Doyle Archer, so heißt der Mann, wurde dieses Jahr offiziell als ältester männlicher Lkw-Fahrer ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen. In seinen sechzig Jahren als Fahrer hat er 5,5 Millionen Meilen, also rund 8,8 Millionen Kilometer, zurückgelegt.
Den Rekord stellte er im Februar im Alter von 90 Jahren und 55 Tagen auf.
Meine Arbeit bereitet mir großen Spaß
„Ich habe nicht vor, in naher Zukunft in Rente zu gehen“, sagte Doyle gegenüber Guinness World Records . „Solange es meine Gesundheit zulässt, werde ich weiterfahren. Das Wort ‚Ruhestand‘ kommt in meinem Wortschatz nicht vor. Ich mag meinen Job sehr.“
Doyle erhielt kürzlich die Auszeichnung „Million Mile Safe Driver“, nachdem er in den letzten zwanzig Jahren für das Unternehmen Coomes Inc. in Phillipsburg, Kansas, eine Million Meilen sicher und ohne Zwischenfälle unterwegs war.
Ich habe alles transportiert, was man mit einem Lastwagen transportieren kann
„Ich habe alles transportiert, was man mit einem Lkw transportieren kann“, sagte der älteste LKW-Fahrer der Welt. „Meine liebsten Aussichten, die ich erleben durfte, sind die Bergblicke, die malerischen Prärien und die Wälder dieses großartigen Landes.“
„Ich hatte die Gelegenheit, das Kennedy Space Center und das Johnson Space Center in Houston, Texas, zu sehen. Viele Decks und Häfen in vielen Staaten, die mit internationalem Schiffsverkehr zu tun haben. Ich habe viele Sonnenauf- und -untergänge hinter der Windschutzscheibe erlebt. Wüsten im Südwesten, historische Siedlungen, die hellen Lichter von Las Vegas und den Western-Lebensstil des Cheyenne-Rodeos, die Musik von Nashville, Tennessee, und die großen Stahlwerke von Chicago. Aber mein Favorit werden immer die Weizenfelder der High Plains im Juni und Juli sein.“
Doyle begann sein Leben auf der Farm seiner Familie in Kansas, bevor er einen Abschluss in Landwirtschaft machte. Anschließend wurde Doyle Partner bei einem Holz- und Getreideunternehmen, bevor ihn Asthma 1961 zwang, diesen speziellen Teil der Branche aufzugeben.
Für Doyle ist das viele Reisen der größte Vorteil seines Jobs
Doch anstatt ihn ganz aufzugeben, begann Doyle einfach, Ladungen zu transportieren, die etwas weniger Staub erzeugen.
Doyle sagt, er hätte nicht erwartet, jemals der älteste Trucker der Welt zu werden, aber er ist froh, immer noch unterwegs zu sein.
Wenn er zu Hause ist, verbringt er Zeit mit seiner Frau Lois, mit der er seit 70 Jahren verheiratet ist, seinen neun Kindern, 25 Enkeln und 26 Urenkeln. Doyle interessiert sich außerdem für Oldtimer und John Wayne-Filme.
Nochmal zum vorhergehenden Beitrag mit der Auseinandersetzung zwischen Mazur und „seinem“ Fahrer. Hier die Meinungsverschiedenheit aus Sicht des Lohnabhängigen:
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Von diesem Vorfall mal abgesehen. In den ersten Wochen des Jahres hab ich wirklich wenig tiefblaue Lkw gesehen. Mittlerweile aber wieder mehrmals täglich. Und auch wenn die jetzt neutral unterwegs sind, also ohne Beschriftung. Aber die fallen schon auf:
Aufträge scheinen die also genug zu bekommen.
Ach ja. Hier noch ein Bericht, der auf Missstände hinweist.
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Diese Dokus laufen irgendwie immer gleich ab: Fahrer beschreiben ihren Job, ein belgischer Polizist oder niederländischer Gewerkschaftler spricht diese vor laufender Kamera an und dann wird gezeigt, wie ein Chauffeur seine Wäsche am aufgeklappten Kühlergrill trocknet oder seine Kollegen ihr Essen auf einem dreckigen Auflieger zubereiten.
An der dargestellten Situation wird sich aber nix ändern. Niemals. Denn das Logistikgewerbe in Deutschland Europa ist so kaputt. Kunden und Endverbraucher wollen nichts zahlen, erwarten aber Premium-Service. Transporteure konkurrieren untereinander und unterbieten mit Dumpingpreisen ihre Mitbewerber.
Leidtragende sind die Leute ganz unten in der Logistik. Also Fahrer, besonders die, die für Speditionen aus MOE-Staaten unterwegs sind, oder die Be- und Entlader in irgendwelchen Großlagern. Arbeiten für nen Hungerlohn, bis die Knochen kaputt sind. Von fairer Bezahlung weit entfernt.
Hauptsache Transport bleibt billig. Ist halt nur eine Dienstleistung. Das die Kosten woanders eingespart werden? Egal.
Gerade mal ein Jahr ist es her, da stellten Fahrer der polnischen Spedition „Luk Maz“ auf dem Rasthof Gräfenhausen bei Darmstadt die Lkw ihres Arbeitgebers ab und fuhren nicht weiter. Der Grund waren schlechte Arbeitsbedingungen und ausbleibende Lohnzahlungen. So hatten viele Fahrer nach eigenen Angaben seit Monaten kein Gehalt mehr bekommen.
Nach mehreren Wochen Auseinandersetzung bekamen die Fahrer ihr Geld. Allerdings wohl nicht von der polnischen Spedition – sondern von Auftraggebern, die ihre Ware freikauften.
Jetzt steht Lukasz Mazur, der Spediteur, erneut im Fokus von Ermittlungen. Diesmal geht es um einen gewalttätigen Vorfall an einer bayerischen Raststätte. Ein 31-jähriger usbekischer Fahrer weigerte sich am Rasthof Burgauer See weiterzufahren:
„Da er keine Gehaltszahlungen mehr empfangen hatte, rief er seinen Chef an und reichte telefonisch seine Kündigung ein“, berichtete die Polizei der VPI Günzburg. Am frühen Samstagmorgen sei der 41-jährige Unternehmenschef „zusammen mit einem Ersatzfahrer und einem weiteren Mitarbeiter“ an der Rastanlage eingetroffen, „um die Weiterfahrt des Lkw zu gewährleisten“. Hierbei habe es „eine körperliche Auseinandersetzung“ gegeben.
JETTINGEN-SCHEPPACH BAB A8. Am Freitagabend parkte ein 31-jähriger usbekischer Kraftfahrer seinen Sattelzug auf der Rastanlage Burgauer See. Da er keine Gehaltszahlungen mehr empfangen hatte, rief er seinen Chef an und reichte telefonisch seine Kündigung ein.
Am frühen Samstagmorgen traf der 41-Jährige Unternehmenschef der polnischen Logistikfirma, zusammen mit einem Ersatzfahrer und einem weiteren Mitarbeiter an der Rastanlage ein, um die Weiterfahrt des Lkw zu gewährleisten. Hierbei kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen dem ehemaligen Angestellten und dem Unternehmenschef, in dessen Verlauf ein Klappmesser und ein Reizstoffsprühgerät zwischen den Streitenden zum Einsatz kam.
Die hinzugerufenen Streifen von der Verkehrspolizei Günzburg und der Polizeiinspektion Burgau konnten die leicht verletzten Kontrahenten widerstandslos festnehmen. Sie wurden im Anschluss in einem Krankenhaus medizinisch versorgt.
Nach Hinzuziehung des Kriminaldauerdienstes wurde gegen beide Männer ein Ermittlungsverfahren aufgrund des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. Der Unternehmensleiter musste eine Sicherheitsleistung im mittleren vierstelligen Bereich entrichten. Anschließend wurden beide entlassen.
Der Beschuldigte Unternehmer war bereits in der Vergangenheit in ähnlichen Fällen Erscheinung getreten. Für Furore sorgte vergangenes Jahr am Karfreitag ein Vorfall auf der BAB A5 beim Darmstadt. Dort war ein gepanzertes Fahrzeug mit polnischen Sicherheitsdienstmitarbeitern „Rutkowski Patrol“ auf einem Autobahnparkplatz eingetroffen um die Sattelzüge der dort streikenden Fahrer zurückzuführen.
Dieser Fall hatte einen größeren Polizeieinsatz zur Folge. Das polnische Unternehmen bedient sich laut Medienberichten wohl des Öfteren dieser „Privatmiliz“ welche ins Ausland geschickt wird um „frustrierte Fahrer zur Vernunft zu bringen“. In der Hessenschau wurde damals ausführlich über den Vorfall berichtet. (VPI Günzburg)
Der niederländische Gewerkschafter Edwin Atema berichtet auf Facebook, Mazur habe den Lkw aufgebrochen und den Fahrer mit Pfefferspray angegriffen. „Der Fahrer dachte wirklich, dass er sterben sollte“, sagte Atema, nachdem er zu dem Opfer gefahren war. Der attackierte Usbeke soll sich mit einem Messer gewehrt haben. Auch gegen ihn wird laut Polizei ermittelt.
Wer diese Aufschrift nicht mehr sieht, keine Sorge. Die fahren immer noch quer durch Europa. Nur ohne Logo, komplett neutral.
Die Frankfurter Rundschau berichtet, der Fahrer hatte in Italien Pastasaucen geladen und sollte sie zu einem Logistikzentrum von Aldi-Süd bringen. Dabei hieß es vor kurzen, Lieferanten von Aldi-Süd sollen keine Aufträge an Mazur-Firmen erteilen.
Hierzulande macht man sich Gedanken über prekäre und ausbeuterische Arbeitsbedingungen in Asien oder Afrika. Wenn so etwas aber vor unserer Haustür geschieht, kommt überwiegend Achselzucken. Nee, es geht nicht um Geschenke, sondern um Fairness für Arbeiter, hier Lkw-Fahrer, die für Speditionen aus MOE-Staaten unterwegs sind.
Solche WildOst-Transporteure wie Lukmaz/Agmaz sollten von den um ihre Außenwirkung bedachten westeuropäischen Firmen nicht mehr beauftragt werden. Oder nur, wenn sie ihren Mitarbeitern faire Arbeitsbedingungen bieten.
Das das leider nicht funktioniert, sieht man am Beispiel Aldi-Süd. Trotzdem darf sich gewundert werden, dass ein Unternehmer monatelang damit durchkommt, ohne rechtlich belangt zu werden. Es wird wahrhaftig Zeit, dessen Tätigkeit zu beenden.
Vor zwei Wochen in Italien an einem ukrainischen Lkw gesehen:
Dessen Fahrer hab ich auf vielleicht Anfang zwanzig geschätzt. Wenn ich mich so zurück erinnere, in dem Alter war ich auch noch überschwänglich und ungezügelt unterwegs. Die Frontscheibe meines Lkw war vollgestopft mit Namensschilder und Wimpelketten. Sah auch nicht unbedingt ästhetisch aus.
Aber, ich glaube das kann ich ohne Schuldkomplex schreiben, auf die Idee solche Abdeckungen anzubringen, wäre ich auch damals nicht gekommen. Denn mal ehrlich, es sieht schon grausig aus. Aber Geschmäcker sind halt verschieden.
Nur davon abgesehen. Keine Ahnung, wie lang der so schon herum fährt. Aber ich denke mal, mit den Dingern auf den Radmuttern wird der eher früher als später irgendwo in Europa Schwierigkeiten bekommen.
Die Zaptec Wallbox ist eine hochmoderne Ladelösung für Elektroautos, die sowohl für den privaten, als auch für den professionellen Einsatz entwickelt wurde. …
„Der Berufskraftfahrer“ als „Fernfahrer“ war und ist immer wieder ein Schlagwort für die Presse ? … Lauter Berichte der offiziell bekannten Medien, egal ob falsch oder richtig. …
Pause auf einem Parkplatz an der A9, kurz vor Greding. Ein anderer Fahrer kommt und fragt im gebrochenen Deutsch, ob ich ein Ladekabel hätte. Sein Lkw springt nicht mehr an.
Nee. Sowas hab ich nicht. Hatte ich auch noch nie unterwegs dabei und wenn ich so überlege, bis auf ein- oder zweimal eigentlich auch noch nie gebraucht. Er ging dann weiter.
Nach zwei, drei Minuten kam er zurück. Ohne Kabel. Demnach bin ich nicht der einzige, der ohne dieses Ersatzteil herum fährt. Er kam nochmal kurz zu mir und sagte „Ich Ukraine, Company Polish. Nicht gut. Batterie leer, aber nicht Werkstatt. Zu teuer. Ich sollen suchen Fahrer der Strom gibt. Jeden früh.“
Ich nickte verständnisvoll und das war es. Was soll ich dazu auch sagen. Ausser vielleicht „War so, ist so, und wird auch immer so bleiben„. Aber das erwähnte ich nicht. Denn meine flapsige Bemerkung hätte er vermutlich eh nicht verstanden.
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