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Kategorie: Unterwegs

Invasion der Killermoskitos

So. Ich bin wieder im Lande. Hier kann man wenigstens noch die Fenster offen lassen, ohne das gleich eine Armada blutrünstiger Killermoskitos das innere des Lkw bevölkert.
Gestern Abend – auf einer Raststätte zwischen Mailand und Turin – sah das anders aus: Nach gerade einmal fünf Minuten wimmelte es im Führerhaus von Stechmücken. Leider habe ich nicht alle erwischt. Zwei oder drei haben meinen Feldzug überlebt und gingen Ihrerseits im Lauf der Nacht zum Angriff über. Elende Mistgeburten!

Jetzt wird es nochmal eklig: Zwei der getöteten Insekten hinterliesen kleine, aber durchaus sichtbare Blutspuren. Hat jemand einen Tipp, wie man diese Flecken entfernt?

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Es geht langsam… durch die Schweiz

Freitagnachmittag. Erst vor dem Gotthardtunnel wegen des Osterrückreiseverkehrs drei Stunden im Stau gestanden und fünfzig Kilometer weiter bei Luzern Polizeikontrolle. Was soll man von solch einem Tag halten?

Stau vor dem Gotthardtunnel

Polizeikontrolle vor Luzern

Die Kontrolle selber lief relativ easy ab. Erst wurde das Gewicht und die Höhe gemessen, dann durfte ich eine Runde um das Polizeigelände fahren. Anschließend wieder auf die Waage, um die Achslasten und den ganzen Rest überprüfen zu lassen.
Zum Rest zählten Dinge wie Fahrzeugpapiere, Führerschein, EU – Bescheinigung und Fahrerkarte. Gefunden wurde nichts. Mit einem „Gute Fahrt“ wurde ich nach rund dreisig Minuten wieder entlassen. Auch nicht schlecht.

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Eine Genehmigung für alles

Piacenza ist eine hässliche Stadt. Wer Berlusconien Italien wirklich kennen lernen will, sollte einen Abstecher dorthin machen. Große Industriebetriebe liegen mitten im Ort und lassen die Häuser noch grauer erscheinen, als diese in diesem Land eh schon sind.

Warum ich das erwähne? Hmm. Keine Ahnung. Passt halt gut als Einstieg für folgendes Ereignis: In eben diesem Piacenza gibt es eine Firma, die ich schon des öfteren beliefern durfte. Die Anfahrt dahin ist einfach – von der Autobahn runter, zwei Kreisverkehre gerade aus überqueren, beim dritten rechts ab und den vierten um 360 Grad umrunden. Muss leider sein, denn dieser Betrieb liegt auf der anderen Seite der Strasse und diese ist in der Mitte mit einer Art Grünstreifen verziert. Etwas Farbe tut auch unserer Stadt gut, meinten wohl die Stadtväter.
Wie auch immer. Zweihundert Meter zurück und man ist da. Zumindest war es bisher so. Gestern jedoch hing ein selbstgemaltes Schild am Tor. Diesem entnahm ich, dass die Firma Ihren Standort gewechselt hat.

Schild an Firma auf italienerisch

Das Navi umprogrammieren ging fix, ebenso die Suche. Keine zwei Kilometer entfernt sollte der neue Sitz der alten Firma sein. Frohen Mutes bewegte ich mich in diese Richtung. Am ersten Kreisel links, am zweiten ebenfalls – noch 400 Meter. Das war es dann aber – ein Schild verbot mir, diese Strasse zu nutzen.
Also wieder zurück und während der Fahrt das Navigationsgerät beauftragt, eine Alternativroute zu suchen. Auch diese war schnell gefunden und kaum weiter, als die herkömmliche Strecke. Erster Kreisverkehr rechts, zweiter geradeaus und dritter wieder rechts. Pustekuchen – wieder Durchfahrtverbot für Lkw.

Nun kam erneut diese Alternativsuchfunktion des Routenplaners ins Spiel. Danach waren es schon knapp sieben Kilometer. Tolle Show. Nach vier Kilometer war aber wieder Endstation. Weshalb könnt Ihr Euch sicher denken.

Jetzt hatte ich die Faxen dicke. Aber richtig. Sagt man doch so. Oder? Ich rief meinen Disponenten an und erteilte mal selber einen Befehl – er sollte den Auftraggeber anrufen, damit der widerum seinen Kunden die Anweisung gibt, mich am alten Standort der Firma abzuholen.
Genau das klappte wunderbar. Kaum angekommen, war bereits mein Vorrausfahrer da. Und was glaubt Ihr, wo der entlang fuhr? Richtig – erster Kreisverkehr links, zweiter ebenfalls. Das Durchfahrtverbot wurde einfach ignoriert. Klar. Ist ja auch Italien.

Natürlich sprach ich Ihn darauf an. Seine Erklärung klang einfach – man hätte eine Genehmigung. In dieser wird Lkw erlaubt, diese Firma auch über eigentlich gesperrte Strassen anzufahren.
Klar. Logo. Das glaube ich aufs Wort. Wer hat diese denn nicht?

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Ro Ro RoLa

Freiburg im Breisgau, auf dem Warteplatz der RoLa. Die Anmeldung habe ich hinter mir – jetzt könnte ich eigentlich einige Meter nach vorne fahren und mich in der eigentlichen Warteschlange anstellen. Das geht aber nicht. Oder besser ausgedrückt: Hier geht nichts mehr. Es wird gefahren bis zum Stillstand.

Irgendwann kommen Bahnmenschen in rosaroten Warnwesten, um das Chaos zu entwirren. Völlig umsonst. Kaum sind die verschwunden, stehen die nächsten im Weg. Frei nach dem Motto: Erst ich, dann der Rest.

RoLa in Freiburg

Irgendwann geht es weiter. Im Zickzack bahne ich mir einen Weg durch geparkte Lkw. Jetzt heißt es wieder warten. Anmeldeschluß für meinen Zug ist 18.35 Uhr. Aber was heißt das hier schon.

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Karfreitag…

…ist Feiertag. Logisch. Zumindest hier in Deutschland. Und wie so oft, wenn solch ein Ereignis nicht auf einen Montag fällt, stehe ich mir auf irgendeinem Rasthof die Beine in den Bauch. Oder in meinem Fall eher die Räder in den Asphalt.
So ist es nun mal. Auch wenn es heute ärgerlich ist – gerade einmal neunzig Minuten von meinem Zuhause entfernt. Aber die Fahrzeit…
Das alte Spiel also.

Früher – vor einigen Jahren – hätte ich das Schaublatt gewechselt und wäre gen Heimat gedüst. Wäre kein Problem gewesen. Sollte ich eine Woche später in eine Kontrolle kommen, würde ich die letzte Tachoscheibe vorzeigen und alles wäre gut gewesen.
Heute jedoch ist das nicht mehr möglich. Auf der Fahrerkarte werden die letzten 28 Arbeitstage gespeichert. Mindestens. Und genau für diesen Zeitpunkt kann man bei Fehltritten bestraft werden. Also hat diese Karte sauber zu bleiben. Auch wenn so manche Pause alles andere als Erholung ist.

Ich stehe auf einem Rasthof an der A7, unterhalb von Kassel. Nicht nur auf der Autobahn ist Kampftag, sondern auch auf der Raststätte. Horden von Ausflüglern bevölkern das Gelände und ergötzen sich an den Spritpreisen. Der Liter Diesel kostet mehr als 1.50 Euro. Getankt wird trotzdem. Na ja, dafür spart man ja auch.

Eigentlich wollte ich heute auspennen. Gestern Abend extra länger wach geblieben. Aber wie es halt so ist – kurz nach neun war ich schon munter. Ich quälte mich aus der Koje, schnappte mir mein Waschzeug und bewegte mich Richtung SaniFair.
Dort gibt es drei Waschbecken. Zwei für Erwachsene und zwischen diesen beiden, eines für Kinder. Dieses wirkt eigentlich wie eine Trennlinie: Rechts ich, in der Mitte niemand und links der Rest. Also die, die nur Ihre Hände waschen wollen. Das dauert gewöhnlich keine zehn Sekunden. Wenn überhaupt.

Nur warum verstehen das nicht alle? Zuerst beugt sich ein alter Mann stöhnend hinab, um sich die Hände an dem tiefer liegenden Waschbecken zu säubern. Kurz darauf erscheint ein vielleicht fünfzigjähriger Ottfried Fischer Verschnitt. Obwohl das linke Becken frei war, benutzte er das Kinderbecken. Seine Pfoten schüttelte er natürlich in meine Richtung. Ein Schwall fetter Wassertropfen ergoss sich über meinen linken Arm. Am liebsten hätte ich seine eklige, dicke Fresse weiter verformt.

Nach reichlich frischen Wasser und Shampoo um den Arm zu desinfizieren, fing ich an, mir die Zähne zu putzen. Aber selbst das hielt den nächsten nicht ab, dass mittlere Becken in Beschlag zu nehmen. Nachdem der mit seinen Händen fertig war, holte er geräuschvoll Luft und beförderte während des Ausatmens etwas helles, schleimiges ins Becken. Mir wurde leicht übel. Er sah mich an und grinste.

Du hast Krebs„, sagte ich zu Ihm. Dabei traf Ihn ein Teil der Zahnpasta aus meinem Mund. Das fand er nun wieder nicht lustig. Egal, denn jetzt grinste ich.
Tja, es ist manchmal komisch, dieses Leben. Aber manchmal hilft es, diverse Sachen einfach raus zulassen. Die anschließende Genugtuung entschädigt für vieles.

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Ohne Autogramm geht es auch

Der gestrige Mittwoch verlief eigentlich gut: 10.30 Uhr beim ersten Kunden, in den Bergen vor Florenz gelegen. Elf Paletten Fliesen abladen ging fix, keine zwanzig Minuten später war ich dort wieder verschwunden.
Kurz vor halb zwölf war Kunde Nummer zwei erreicht. Vier Paletten = fünf Minuten. Besser geht es nicht. Zum dritten Kunden waren es keine 15 Minuten. Selbst dort entlud man den Auflieger noch vor dem Mittag. Blöd nur, dass kurz darauf nur noch ein Mitarbeiter anwesend war und dieser sich weigerte, meinen Frachtbrief und die Lieferscheine zu unterschreiben. Ich sollte warten, bis der Rest der Belegschaft die Mittagspause beendet hätte. Das wäre gegen 14.00 Uhr der Fall.

Zwei Stunden auf eine Unterschrift warten? Ich glaube, es hackt! Ein Stempel war schnell gefunden und dessen Farbe macht sich auch ohne Unterschrift gut auf den Dokumenten.

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Nur keine Wähler verprellen

Mein Arbeitgeber ist ein Transportunternehmer. Ein kleiner dazu. Mit seinen paar Lkw fährt er als Subunternehmer für ein anderes, größeres Logistikunternehmen. Also wie so viele andere kleine Krauter auch.
Seine Frachtpreise anheben kann er wohl kaum. Zumindest nicht von einen Tag auf den anderen. Zum einen hat er Verträge mit seinem Auftraggeber, wie auch dieser mit diversen Kunden.
Also bleiben Mehrkosten an meinem Chef hängen. Dazu zählen neben der wohl bevorstehenden Maut auf Bundesstrassen auch die hohen Spritpreise und immer weiter steigende Versicherungsprämien.

Klar. Das könnte mir egal sein. Hauptsache mein Gehalt kommt jeden Monat pünktlich auf meinem Konto an. Nur das zählt. Logisch. Dafür arbeite ich ja auch. Und das weit mehr als zehn Stunden. So gut wie jeden Tag.
Das war es aber auch schon. Die Frage nach einer Gehaltserhöhung kann ich mir sparen. Mein Arbeitgeber sagt eh nein. Nicht weil er nicht mehr zahlen will, sondern weil der es nicht kann. Und ich verstehe das und habe dafür Verständnis. Kein Scherz. Mehr noch: Eigentlich muß ich froh sein, noch einen Job zu haben.

Umso mehr ärgern mich Vorträge wie dieser:

Da schimpft ein linker Politiker namens Herbert Behrens über die Logistiklobby und nennt im gleichen Atemzug andere, Ihm genehme Lobbyisten vom ACE und VCE Experten. Verlogener geht es kaum.
Immerhin erkennt er, dass ich mit dem Lkw auch Strassen nutzen muß, die nicht dicht an der Autobahn liegen.
Klar, muß ich das. Schließlich beliefere ich auch keine Autobahnraststätten und mir ist kein Betrieb bekannt, welcher eine direkte Anbindung an eine Autobahn hat. Was bleibt mir also anderes übrig?

Verantwortungsvolle Verkehrspolitik. Diese Wörter aus dem Mund eines Politikers zu hören, klingt infam. Jahrzehntelang wurde eben diese Verantwortung von Seiten der Politik nicht wahr genommen. Mehr noch – diese wurde ignoriert und mißachtet. Ein Umdenken war einfach nicht erwünscht. Plötzlich – kurz vor dem kompletten Verkehrsinfarkt – versucht man, diesem Einhalt zu bieten. Aber natürlich nur auf Kosten des Güterverkehrs. Dabei muß jeglicher individueller Verkehr, auch der von Personen, grundlegend in Frage gestellt werden.

Das viele Lkw auf den Strassen unterwegs sind, haben auch Politiker zu verantworten. Vieles wäre anders organisierbar. Aber das ginge sowohl auf Kosten der Wirtschaft, wie auch der Allgemeinheit. Und würde Wählerstimmen kosten. Also schwingt man lieber populistische Reden. Die nächste Wahl kommt ja sicher und welcher Politiker verprellt schon gern seine Wähler? Kein einziger!

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Licht im Tunnel

Seit einigen Monaten führt der Verkehr der A 22 bei Innsbruck durch eine neue Einhausung. Das ist toll für die Anwohner, aber kacke für mich.
Zum einen sind die Fahrspuren bis zur Fertigstellung der zweiten Röhre arg eng und zum anderen hat man Leuchtstoffröhren in einer so blöden Höhe angebracht, dass man in einem Lkw geblendet wird. Besonders in der rechten Seitenscheibe, ist dieses dauernd wechselnde hell/dunkel einfach nur nervig.

Einhausung Innsbruck

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