Italienischer Raststättenkaffee und ein Brioche alla Marmellata. Beides echt lecker. Und preiswert.
Bei dem Kaffee frage ich mich, wieso bekommt man den in deutschen Raststätten oder anderen „Ausser Haus“ – Verkaufsstellen nicht so hin? Kostet da oft doppelt so viel, schmeckt aber kacke. Selbst dort, wo mit „italienischer Kaffeekultur“ geworben wird.
Ach ja. An dem großen Becher „Americano“ sieht man, dass ich kein Italiener bin. Denn bei denen muss es früh schnell gehen. Die trinken einen Espresso, basta, weiter geht’s.
Einen Americano zum Frühstück
Noch ein bissel Galileo gefällig? Also, der Americano heißt übrigens deshalb Americano, weil laut Überlieferung der geläufige Espresso den Amerikanern, die nach dem zweiten Weltkrieg in Italien stationiert waren, zu kräftig war. Sie verlangten ein Glas heißes Wasser zu ihrem Espresso, um ihn zu verdünnen. So entstand der Begriff Caffè Americano. Also so, wie er noch heute geläufig ist.
Mal schnell die Spur wechseln wollen, dabei nicht auf den rückwärtigen Verkehr achten oder diesen auch einfach zu übersehen und schon kracht Blech auf Blech. Oder auch Reifen auf Blech. Ist ärgerlich, passiert aber bestimmt hundert- oder tausendfach jeden Tag irgendwo. So wie einem Autofahrer rechts neben mir vor der Mautstelle Rho bei Mailand.
Der sieht, dass es vor mir etwas schneller läuft, zieht rüber und peng. Gesehen habe ich den zuerst überhaupt nicht, spürte nur einen leichten Schlag und hörte ein quietschen. Mein erster Gedanke war, oy, Rad verloren? Oder oy, Reifen platt?
Aber nein, es war nur ein Auto. Dessen Fahrer hielt an, ich auch. Eigentlich war die Schuldfrage klar. Denn wo ein Gegenstand ist, passt kein zweiter hin. Aber nicht für meinen Unfallgegner. Er schimpfte, wie es nur Italiener können. Was ich heraus hörte war, ich hätte bremsen müssen und überhaupt, die Spur gewechselt hätte ich, nicht er. Also meine Schuld, für ihn ganz klar.
Mitten in der Spur
Immerhin einigten wir uns, hinter der Mautstation zu halten und die Polizei zu rufen. Da war mehr Platz und wir behinderten den Verkehr etwas weniger. Zuvor machte ich aber die obligatorischen Fotos.
Nach einer guten halben Stunde kam die Straßenwacht. Das ist eine gute Sache in Italien. Steht ein Pannenfahrzeug auf oder neben der Autobahn oder gibt es einen Unfall, rücken die aus und sichern dahinter ab. Da fühlt man sich doch gleich sicherer.
Wenig später kam die Polizia. Es war ja eigentlich nicht mehr wie ein simpler Blechschaden, sollte nun also schnell gehen. Aber da hatte ich etwas falsch gedacht.
Zuerst war ich an der Reihe. Mit einem Mix aus deutsch, englisch und italienisch erklärte ich meine Version vom Unfall. Aber ihr könnt Euch denken oder wisst es sogar, im Ausland was wichtiges mit einem Mix aus Sprachen zu erzählen, ist immer blöd.
Natürlich gut abgesichert
Deshalb rief ich vorsichtshalber meine Disponentin an. Sie spricht fließend italienisch. Na ja, wegen so etwas anzurufen ist mir immer ein bissel peinlich, aber so war ich immerhin auf der sicheren Seite.
Was die beiden Polizisten dann noch alles von mir wollten, habe ich in einem kleinen Tipp zusammengefasst. Also:
Wenn ihr mit einem Lkw mal nach Italien kommen solltet und unverschuldet in einen Unfall verwickelt werdet >>> haltet die Fahrerkarte bereit, 28 Tage werden ausgelesen.
Holt tief Luft, denn für den Alkoholtest braucht ihr viel davon. Kramt sämtliche CMR, also Frachtbriefe, hervor, die müsst ihr alle vorzeigen. Auch die von den bereits erledigten Abladestellen. Achtet darauf, dass die vorschriftsmäßig ausgefüllt sind, selbst eine fehlende Unterschrift birgt enormen Diskussionsbedarf.
Und schüchtert den Unfallgegner ein, denn Italiener sind nie schuld. Ein lautes „Halt’s Maul“, natürlich auf deutsch, denn das klingt bedrohlicher als auf italienisch, und ein grimmiger Blick reicht da aber schon.
Aber das alles nur mal so als Info.
Nach anderthalb Stunden war endlich alles erledigt. Meine Papiere und Dokumente bekam ich zurück und durfte fahren. Aber zuvor gab es noch ein „Grazie“ und ein „Buon Viaggio„, also „Gute Fahrt“ von einem der beiden Polizisten. Wurde zum Schluss also doch noch ganz nett.
Ein tragischer Verkehrsunfall, verursacht von einem 18-jährigen, bei dem sein 16-jähriger Beifahrer ums Leben kommt, weil er ein Stoppschild nicht beachtet und eine Vorfahrtsstraße kreuzt, ohne den Verkehr auf der Hauptstraße zu beachten, im Zuge dessen es zum Zusammenstoß mit einem vorschriftsmäßig fahrenden Lkw kommt. Erschütternd für alle Beteiligten und Angehörigen.
Für die Schreiberlinge bei oe24.at ist das aber nicht tragisch genug. Denn das der Fahrer des Lkw völlig schuldlos war und den Unfall nicht verhindern konnte, erfährt man da natürlich nicht:
Was man aber der geneigten Leserschaft mitteilen muss, ist, dass der Lkw von einem 40-jährigen Serben gefahren wurde. Das ist zwar völlig unwichtig und belanglos, sorgt aber bei anderen Verkehrsteilnehmern für althergebrachte und auch neue Vorurteile.
…in der Lombardei. Und zwar zwischen Piacenza und Cremona, also im Süden dieser Region. Aufgenommen habe ich dieses Meisterwerk am 29. September diesen Jahres, ist also relativ neu.
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Gestern, heute und morgen wieder Blockabfertigung vor Kufstein. Bedeutet das die Tiroler pro Stunde nur dreihundert Lkw in ihr schönes Land lassen. Dadurch soll dort Stau vermieden werden und die Luft betörend sauber bleiben.
Stillstand und eine dieselgeschwängerte Brise gibt es dafür in Bayern. Ach ja, und viel vergammelte Zeit für mich.
…und vor mir ein Ossi
Stehe grad kurz hinter Bad Aibling, sind also nur noch ungefähr dreißig Kilometer bis ins schöne Österreich. In fünf, sechs Stunden dürfte ich es geschafft haben. Geht ja noch. Haha. Immerhin steht vor mir ein Ossi. Da fühle ich mich wenigstens nicht ganz so verloren.
Heute ist Feiertag in Italien, nennt sich Mariä Empfängnis. Darf deshalb nicht fahren, aber das macht nichts. Denn bis eben das dritte Nickerchen gemacht, herrlich.
Auch wenn ich gerade vom Winterdienst geweckt wurde. Aber wenigstens der ist auf Zack.
An der A15 südlich von Parma. Da wo der Schinken wächst. Kommentare geschlossen
Gestern vormittag in Kufstein voll getankt, heute früh nach fünfhundert Kilometer steht die Anzeige auf nur noch halb. Bedeutet? Genau, da hat sich mal wieder ein Arschloch Ganove am Tank zu schaffen gemacht und sich am Diesel bedient.
Dieses mal weiß ich sogar was es war, nämlich ein fahrender Kollege anderer Lkw-Fahrer. Denn irgendwann in der Nacht wurde ich munter und höre einen Lkw neben mir blubbern. Im Halbschlaf denkt man sich natürlich groß nichts dabei. Der wird seine halbe oder dreiviertel Stunde Pause machen und fährt dann weiter. Hat der sicher auch. Nur das er danach mit einem Teil des von mir getankten Diesel verschwunden ist.
Ach ja. Dieser Diebstahl geht übrigens nicht in die Kriminalitätsstatistik ein. Denn die Polizei rufen und Anzeige erstatten, ist vergebliche Mühe. Das Klauarschloch ist eh weg und wieso soll ich mich auch noch über vergeudete Zeit ärgern. Der Unmut über den verschwundenen Kraftstoff reicht mir für heute.
Vor zwei Wochen noch im Mittelmeer vor Sardinien herum geplanscht und heute den ersten Schnee in der Hand gehabt. Ja, zwar noch ziemlich weit oben am Brenner, aber immerhin.
Tja, die Zeit vergeht so fix. Schon wieder ist ein Jahr fast rum. Unglaublich.
Der erste Schnee. Juhu. Kommentare geschlossen
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