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Kategorie: Unterwegs

Es ist Freitag…

Ein schwarzer Opel Agila bewegte sich auf der A 45 bei Giessen relativ langsam vorwärts. Als ich im Rückspiegel auftauchte, wechselte das Gefährt auf die linke Fahrspur und fuhr neben mir her. Das sich so langsam eine Kolonne weiterer Pkw hinter dem Linksfahrer aufbaute, schien dem/der Fahrer(in) egal zu sein.
Nun begann ein interessantes Schauspiel – bremste ich etwas ab, wurde der Pkw ebenfalls langsamer, gab ich anschließend Gas, tat der Pkw das gleiche. Leider wurde das ganze durch eine die linke Spur blockierende Tagesbaustelle unterbrochen.
Auf der anderen Seite dieser Baustelle überholte mich der Opel, setzte sich vor mir und verminderte seine Fahrt plötzlich auf ca. 70 km/h um kurze Zeit später einen Parkplatz anzusteuern.

Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und fuhr ebenfalls auf diesen Parkplatz. Dort wurde ich aber arg enttäuscht, denn der Wagen rollte langsam weiter, ohne in einer der Parkbuchten zu halten. Plötzlich aber, bereits wieder auf der Beschleunigungsspur hielt das Auto, eine Frau im mittleren Alter stieg aus und öffnete seelenruhig den Kofferraum, holte etwas heraus und setzte sich wieder an das Steuer. Dann passierte nichts mehr.

Nun stieg ich aus um nach vorne zu gehen. Die Frau saß am Steuer, eine Zeitschrift auf dem Lenkrad und verspeiste dabei ein belegtes Brot.
Ich fragte Sie: „Guten Morgen, was ist mit Ihnen?“ Sie antwortete: „Nichts, ich mache nur eine kleine Pause!
Ja aber doch nicht hier, Sie stehen auf der Autobahn!
Wieso Autobahn, dass ist doch ein Parkplatz!
Nein, der Parkplatz ist da hinten, dass ist die Beschleunigungsspur!
Dann fahren Sie doch vorbei!
Wie soll ich an Ihnen vorbei fahren, wenn Sie hier stehen. Ich kann doch nicht einfach auf die Autobahn fahren“!

Die Frau schaute mich an und ich wußte, dass Sie nichts begriff. Mit einem letzten „Nun verschwinden Sie hier endlich„, versuchte ich die Frau zum weiterfahren zu bewegen, ohne aber nicht wirklich auf die Wirkung meiner Worte zu hoffen.
Ich wurde aber getäuscht. Mit einen „Ja, aber…“ startete Sie den Motor und fuhr endlich weiter.

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Irgendwie beschämend

Während ich mich in einem „SaniFair – Klo“ etwas frisch mache, sehe ich im Spiegel wie die Toilettenaufsicht einen steckengelassenen Piss-Voucher* nimmt und diesen einsteckt. Als ich mich unbewußt umdrehe, dreht der Mann seinen Kopf verschämt zur Seite.

Kurze Zeit später fängt er an, dass Becken neben mir zu säubern und beginnt in gebrochenen deutsch zu erzählen: „Ich hier verdienen 3.30 Euro die Stunde, jeden Tag hier von früh um sechs bis abend um acht. Dann ich schlafen in alten Wohnwagen hinter Tankstelle. Nach zwei Wochen ich 3 Tage heimfahren zu Familie nach Tschechien.
Menschen hier viele unfreundlich. Ist kaputt irgendwas schimpfen mit mir, auch wenn ich nichts dafür kann. Ich wollen immer helfen, aber viele nicht helfen lassen, sondern nur schimpfen. Pause nur zweimal halbe Stunde jeden Tag und das auch nicht immer. Wenn viel los, dann keine Pause. Ich achten immer auf Toilette, aber auf mich achten keiner!

Tja, danach war ich ein wenig beschämt…

*Wertbon

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Eines besseren belehrt

Montagfrüh, 8.12 Uhr: „Guten Morgen, Bundesamt für Güterverkehr, wir führen eine Kontrolle durch…

Ich hätte nie gedacht, dass die um diese Zeit schon rumlungern Kontrollen durchführen…

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Das Kabinett der Tauben und Blinden

Einen Stau in Nordrhein – Westfalen zu finden ist eigentlich nicht so schwer, denn diese gibt es dort zuhauf. Diese Erfahrung machte wohl auch der dortige Verkehrsminister Lutz Lienenkämper. So kam er auf die tolle Idee, Autobahnen zu begrünen – vielleicht damit man beim stehen nicht einschläft.
Ob er auf den Standstreifen Blumenbeete anlegen will oder die Leitplanken grün angestrichen werden sollen, weiss wohl nicht mal Lienenkämper selbst.
Desweiteren fordert er mehr und bessere Schallschutzwände an den Autobahnen in NRW. Diese eigentlich positive Maßnahme ist aber nicht nur für die dort lebenden Menschen gedacht, sondern auch für die Tiere in Wald und Flur.

Wer nun aber denkt, dass es nicht schlimmer geht, hat sich getäuscht: Laut „rp-online“ werden durch Mitarbeiter seines Ministeriums an Autobahn-Raststätten Broschüren verteilt, auf denen Lkw-Fahrern der Tipp „Clever fahren, Unfälle vermeiden“ gegeben wird – und zwar in Blindenschrift.

Update: Kurz mal in der Pressestelle im Ministerium für Bauen und Verkehr in Düsseldorf angerufen und nachgefragt, ob es diese Broschüren wirklich in Blindenschrift gibt. Eine Sprecherin der Pressestelle sagte: „Das ist definitiv nicht so!
Ich habe mir ein Exemplar zuschicken lassen, mal schauen ob es bis zum Wochenende eintrifft.

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Schwäbisch – Sächsischer Kleinkrieg

Es ist immer wieder schön zu hören, wie einige Ihr Funkgerät zum Abbau Ihrer Aggressionen nutzen. Nur vergessen manche dabei, dass Schimpftiraden die z.B auf schwäbisch oder sächsisch vorgetragen werden, irgendwie lächerlich wirken.

Ein Beispiel? Nun ja, heute früh auf der A2 bei Recklinghausen klang es in Ausschnitten so

Schwabe: „Du Dubbeler bisch so domm wia 10 Meter Feldwäg!“
Sachse: „Du Luhlahdsch, Du bischt do mäschugge!
Schwabe: „Du schwäddsch an aldbachana Fuurz raus!“
Sachse: „Hald dei Gusche!

Aber jeder Spass hat mal ein Ende, spätestens dann, wenn ich das Funkgerät ausschalte…

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Mal so nebenbei…

Hätte ich bereits ein künstliches Gebiss, würde es mir auf der A7 zwischen Derneburg und Seesen regelmäßig aus dem Mund fallen – so beschissen schlecht ist dort die Autobahn.

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Nix da

Da schlendert man an einem sonnigen, warmen Donnerstagabend durch den Hafen von Genua, freut sich auf das Wochenende im heimischen, beschaulichen Thüringen und plötzlich beschleicht einem bei dem Anblick der vielen Fähren so etwas wie Fernweh.

Faehre in Genua

Diese Gedanken habe ich aber ganz schnell verscheucht 🙂

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