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Kategorie: Firmen

Der Kunde ist König

Letzte Woche durfte ich in Oberitalien 25 Tonnen Flachstahl laden. Das war eine tolle Ladung. Dach auf, Hölzer und Antirutschmatten verteilen und schon kam das Zeug per Kran angeschwebt. Anschließend das ganze noch sichern und fertig. Nach nicht einmal dreißig Minuten war alles erledigt.

Anderthalb Tage später war ich beim Kunden in Deutschland. Trotz neuer Lagerhalle mit modernen Kran an der Decke musste ich die Seite öffnen. Dort war man der Meinung, entladen per Stapler ginge schneller, besser und sicherer. Nach einer Stunde war der Auflieger nicht mal halb leer.

Flschstahl

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„HH“ im Kennzeichen verboten

Bereits seit vielen Jahren lässt der oberbayerische Spediteur Heinrich Hasch seine Fahrzeuge mit dem Kürzel TÖL-HH … zu. Diese Initialen sollte auch ein neu erworbener Sprinter bekommen. Doch diesmal machte Ihm die Kfz-Zulassungsstelle Bad Tölz-Wolfratshausen einen Strich durch die Rechnung.
Dort argumentiert man, die Buchstabenkombination könne auf eine rechtsextreme Gesinnung schließen lassen: „HH“ könnte ja auch für „Heil Hitler“ oder „Heinrich Himmler“ stehen, statt eben für Heinrich Hasch, den Geschäftsführer der gleichnamigen Spedition in Wolfratshausen.

Gründe sind eigene Identität

Laut dem „Münchner Kurier“ führt die Firma seit 40 Jahren diese Initialen. Das geschehe aus Gründen der Identitätsstiftung und habe praktische Gründe. So erleichtert dieses System u.a. die Zuordnung in der Disposition. Eine Verwechslung mit Heinrich Himmler habe es noch nie gegeben.
Dem Bericht zufolge bezieht sich die Behörde auf eine Anweisung des Bundesverkehrsministeriums. Demzufolge dürfen Buchstabenkombinationen wie KZ (Konzentrationslager), NS (Nationalsozialismus) und SS (Schutzstaffel) nicht für Kennzeichen genutzt werden. Im Jahr 2010 sei die Liste erweitert worden – um AH (Adolf Hitler) und eben auch um HH.

Das der Spediteur Heinrich Hasch die Aufregung um seine Initialen nicht verstehen kann, ist irgendwie logisch: So fragt er im „Merkur“: „Was ist mit der Hansestadt Hamburg und ihrem Kennzeichen HH?“
Auch darauf hat die Zulassungsstelle Bad Tölz-Wolfratshausen eine Antwort. So gibt es eine Anweisung aus dem Bundesverkehrsministerium, die bereits vom 6. August 2010 datiert. Daraus geht hervor, dass alle Buchstabenkombinationen, die Nazi-Symbole aufweisen, nicht auf Kfz-Kennzeichen erscheinen dürfen. Ein Ermessensspielraum gebe es nicht.

Verbotene Kürzel

So stehen neben den seit Jahrzehnten verbotenen Kürzeln HJ, KZ, NS, SA und SS seit vier Jahren auch HH und AH auf dem Index. Allerdings haben bereits existierende Kennzeichen Bestandsschutz, d.h. die Weisung gilt nur für Neuzulassungen und Kennzeichen-Übernahmen. Mehr Freiheit gäbe es nur bei der Ziffernfolge 88 – eine Abkürzung für „Heil Hitler“.

Der neu erworbene Sprinter fährt nun mit einem auf den ersten Blick unverdächtigen Kennzeichen durch die Gegend: TÖL-XD. Das diese Kombination auch ein Smiley darstellt, welches Ironie zeigt oder laut lacht, ist sicher nur ein Zufall.

Heinrich Hasch GmbH & co Kg
Bericht im Münchner Kurier
Zulassungsstelle Bad Tölz-Wolfratshausen

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Keine schöne Weihnachtsgeschichte

Ein Kollege erlebte heute folgendes:

Hatte heute Mittag ein tolles Gespräch bei einem unserer Kunden in Halle/Westfalen. Steht da plötzlich ein Asiate vor mir und fragt wo er hier laden muss. Ich fragte, ob er von DINO TRANS sei und er sagte ja und er soll hier laden für Norwegen.

Habe Ihn dann gefragt, wie viel Filipinos denn mittlerweile bei DINO-Trans arbeiten und habe erfahren das es über, nein, weit über 200 sind, die unter menschenunwürdigen Bedingungen gehalten werden. Nach dem Verdienst gefragt, habe ich erfahren, dass diese armen Fahrer für 650 € im Monat + 10 € Spesen am Tag versklavt werden.
Das machen die Fahrer 6 Monate und gehen dann zurück in ihre Heimat.

Am Anfang hat dieser Fahrer auf dem Betonboden mit Pappunterlage geschlafen, jetzt teilt er sich mit 15 anderen Fahrern ein kleines Zimmer, irgendwo in Lübeck. Muss noch ergänzen, die Zugmaschine war neutral ohne Dino-Trans Werbung, Kennzeichen aus Litauen, der Trailer auch neutral mit dänischen Kennzeichen.
Wann wird dieser Firma endlich das Handwerk gelegt????

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Wenn die Zeit mal wieder knapp wird

Seit kurz nach acht stehe ich in einem Betrieb zwischen Mailand und Turin und soll acht Paletten laden. Nur ist die Ware nicht vor Mittag fertig.
Eigentlich kein Problem. Hatte eh damit gerechnet, erst Samstag heim zu kommen.

Dumm ist nur, dass in Italien ab 14.00 Uhr ein Fahrverbot für Lkw gilt. Die Italiener wollen schließlich stau- und stressfrei in Ihren Weihnachtsurlaub aufbrechen.
Och je, dass passt wieder prima.

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Blogleser Jonny empfiehlt einen YouTube-Kanal über Eddie Stobart:

Hallo Maik.

Hab vor kurzen einen YouTube Account gefunden der „Eddie Stobart – Trucks and
Trailers“ hochgeladen hat.
Der Eddie ist dir mit Sicherheit ein Begriff, fand die Serie persönlich ganz
interessant. Die Serie ist aber in Englisch und leider ohne Untertitel.

Hier mal der Link zum Konto bei Youtube: www.youtube.com/user/beavis15269

Viel Spaß damit

Grüße Jonny

Hallo Jonny,

danke für deinen Tipp. Klar ist mir Stobart ein Begriff. Vor zweieinhalb Jahren habe ich schon mal einen Beitrag über diese Firma geschrieben und weiter verlinkt. Den hast Du ja auch kommentiert.
Zufälligerweise habe ich letzten Samstag ein Modelltruck dieser Firma bei eBay erstanden. Das Teil ist zwar noch nicht angekommen, aber das wird schon. Denk ich mal.

Das Musikrepertoir über Eddie Stobart ist dagegen etwas gewöhnungsbedürftig. Weder Country, noch der Rap trifft so richtig meinen Geschmack. Aber das geht sicher nicht nur mir so:

Videokanal von Paul Butlin
YouTube Direktlink The Wurzels
YouTube Direktlink Eddie Stobart Rap
Website Stobart Group

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Den Westen im Blick

György Wáberer im Interview bei eurotransport.de:

Wettbewerb ist Wettbewerb. Schon während der Krise hat Waberer’s immer konsequent auf solche Herausforderungen reagiert. Natürlich gibt es im Wettbewerb Grenzen, aber wer in der Lage ist, bessere Preise zu machen als seine Wettbewerber, der gibt diese auch an seine Kunden weiter

Warum ist Waberer’s in der Lage, bessere Preise als die Konkurrenz anzubieten? Vielleicht weil bei denen Fahrer angestellt sind, die so viel kosten, dass die nicht mal geradeaus fahren können?
Oh halt, ich entschuldige mich. Das ist ja nur ein böses Vorurteil.

Zum gesamten Interview >>>

Website Spedition Waberer’s (engl.)

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Thüringer Verkehrsgewerbe lehnt Mindestlohn ab

Gelesen im „Trucker„:

Transportgewerbe in Thüringen will keinen Mindestlohn

Das wundert mich nicht, dass sich gerade ein ostdeutscher Landesverband des Verkehrsgewerbes gegen einen Mindestlohn wehrt. Dessen Einführung würde wohl einen Einbruch der Gewinnmaximierung bedeuten. Da kann sich jeder ausrechnen, was ein in Thüringen angestellter Lkw-Fahrer momentan verdient.

Ein angemessenes Gehalt ist auch eine Art Wertschätzung des Arbeitgebers gegenüber eines Arbeitnehmers. Doch gerade die Arbeit eines Kraftfahrers wird gegenüber anderen Berufszweigen schlecht entlohnt. Viele Arbeitsstunden für gerade einmal 1 800 – 2 200 Euro sind in den alten Bundesländern Normalität. Im Osten unseres Landes verdienen, nein bekommen, Fahrer oftmals nur um die 1 300 – 1 600 Euro im Monat. Brutto versteht sich.

Selbst das scheint vielen Arbeitgebern noch zu viel zu sein. So werden deutsche Fahrer immer öfter „kalt gestellt“. Stattdessen sitzen Polen, Rumänen, Balten oder eben Philippinos hinter dem Lenkrad. Die fahren auch für 1 000 Euro Brutto im Monat. Oder für noch weniger.
So versucht eine ganze Branche, sich auch über die Gehälter ihrer Angestellten zu sanieren – und die Politik schaut zu. Für einige Firmen im Osten würde ich das noch krasser ausdrücken. Da werden die eigenen Mitarbeiter verachtet.

Ob die auf Hartz4 – Niveau landen? Das interessiert doch nicht.

Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes
Statistisches Bundesamt: Real­löhne im zweiten Quar­tal 2012 zum Vor­jah­res­quar­tal um 0,6 % gestie­gen

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