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Schlagwort: Ladung

Ungewöhnlich

So, Feierabend. Was für ein Gammeltag heute. An der ersten Ladestelle sollten meine sechs Paletten schon gestern Abend um neun fertig sein. Das war natürlich mal wieder eine Ente. Die letzte verpackte man heute vormittag gegen zehn.
Aber das ging ja noch. Hab dort eh Pause gemacht.

Zum zweiten Kunden brauchte ich eine gute halbe Stunde. Dort bekam ich sieben Kisten. Geladen waren die kurz nach zwölf. Dann fehlten noch die Ladepapiere. Auf die durfte ich fast fünf Stunden warten. Fünf Stunden. Für Lieferscheine. Der Hammer.

Warum das so lange dauerte, weiß ich nicht. Die haben sich zwar gefühlte hundert mal entschuldigt, ungewöhnlich ist das trotzdem. Meine morgige Anlieferung hat sich damit auch erledigt.
Aber gut. Jetzt stehe ich zwischen Katschberg und Tauerntunnel und hab noch den letzten freien Parkplatz erwischt. Wenigstens dafür passte das Timing. Also gute Nacht und geruht Euch gut.

Rastplatz an Tauernautobahn

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Hach, was bin ich beliebt

Manchmal muss ich morgens nach dem aufwachen kurz überlegen, wo ich eigentlich stehe. Das schiebe ich immer auf mein Alter. Mit 46 kann das schon mal passieren.

Das mir aber ein Kollege freiwillig beim beladen und sichern hilft und dabei auch noch die Hauptarbeit übernimmt, kann nicht an meinem Alter liegen.
Nee, sondern nur an meiner Beliebtheit in der Firma. Was auch sonst.

Ladung sichern

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Ein schwieriges Teil

In manchen Firmen läuft es so verdreht, da könnte ich verzweifeln. Selbst nach all den Jahren, die ich schon fahre.

Da wird, wie heute, ein Coil bestellt, etwas über vier Tonnen schwer. Die kommen mit einem Stapler, der dreieinhalb Tonnen hebt.
Das ist aber kein Problem, der würde das auch packen.

Es war ein zehn Mann Betrieb, im Industriegebiet eines kleinen Dorfes, zwischen Mantova und Parma. Ich blieb auf der Straße stehen, ging hinein, um mich anzumelden.
Ein älterer Mitarbeiter zeigte mir den Platz, wo er entladen wollte.

Der Coil stand fast vorne an der Stirnwand. Davor befand sich ein Stapel sechs leerer Paletten, dahinter zehn Meter lange Bauelemente für eine andere Firma.
Bereits beim beladen hatte ich drauf geachtet, dass einige Zentimeter Platz zum Coil gelassen wurden.

Ich öffnete die Plane, der Alte schaute sich den Coil an und ging weg. Dann passierte eine halbe Stunde nichts mehr.
Zwischendurch telefonierte ich mit der zweiten Entladestelle, einer Baustelle hinter Bologna. Der Bauleiter erzählte mir, dass es reicht, wenn ich am nächsten Vormittag zwischen acht und neun dort auftauche. Zumindest die Zeit spielte jetzt keine Rolle mehr.

Dann kam der Alte wieder, im Schlepptau einen jüngeren Kollegen. Der setzte sich auf den Stapler, fuhr an den Auflieger, lies die Gabeln hoch und wieder runter und diskutierte mit dem Alten. Dann waren sich beide einig, dass auch die andere Seite des Sattels geöffnet werden sollte.
Nun fing ich an zu diskutieren. Warum, wieso, weshalb? Ob er nicht in der Lage wäre, ein lumpiges Holzgestell mit einem Coil abzuladen.

Dann mischte sich der Alte wieder ein. Ich sollte die Plane zu machen und vom Hof fahren. Der Junge wollte aber die andere Seite geöffnet haben. Einfach nur Theater.
Und jetzt ich wieder. Abladen oder nicht abladen? Nun war auch der Junge der Meinung, ich sollte fahren.

Meine Antwort war wohl nicht allzu freundlich. Immerhin reichte diese aus, den Älteren soweit zu bringen, einige Lieferscheine zu zerknüllen, um die mir an den Kopf zu werfen.
Lieferscheine aus Papier, tut nicht weh. Schon klar. So etwas lasse ich mir trotzdem nicht bieten. Meinen Brüller hörte man bestimmt noch drei Straßen weiter.

Natürlich beschwerten die sich beim Absender und der sich bei der Spedition, für die ich fahre. Das ist mir aber egal.

Nach mehr als drei Stunden Warterei bekam ich die Order, erst die Bauelemente entladen zu lassen. Danach wieder neunzig Kilometer zurück, um einen erneuten Versuch mit dem Coil zu starten.
Da bin ich mir aber sicher: Morgen klappt es auf wundersame Weise.

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Truckerromantik

Heute ist Nationalfeiertag in Italien. Der dritte Feiertag in den letzten vier Wochen, der auf einen Donnerstag fällt. Natürlich habe ich es gestern nicht mehr bis zum Brenner geschafft. Bei weitem nicht.

Ich stehe auf einem Rasthof bei Parma. Das ist da, wo die Nudeln herkommen. Und der Schinken.
Dieser Tag ist mal wieder so sinnlos, wie ein Dreier im Lotto. Zumal wenn man ausschlafen könnte, man aber trotzdem schon um kurz nach sieben munter ist.

Dann hängt man hier fest, kommt nicht weg. Vergammelt also quasi den ganzen Tag.
Ich bin drei Runden übern Parkplatz gelaufen, hab mir die osteuropäischen Lkw angeschaut. Danach wollte ich eigentlich die Karre von innen ein wenig putzen, dass verschob ich aber auf den späten Nachmittag. Nur regnete es dann. Eine bessere Gelegenheit, dass nicht zu tun, konnte eigentlich nicht kommen. Also lies ich es gleich.

Apropo Regen. Gibt es in Deutschland kein Wasser? Oder warum kutschiere ich italienisches Wasser Richtung Norden?

Was ich aber an dieser Mineralwasserbude cool fand. Dort konnte ich gestern Abend um kurz nach sieben noch laden. Der Staplerfahrer hat gewartet, ganz easy. Und es gab noch zwei Sechserpack als persönlichen Bonus obendrauf.
So etwas finde ich immer nett.

italienisches wasser

So. Es ist kurz nach halb zehn. Ich bin froh, dass der Tag fast vorüber ist. Morgen vormittag geht’s hier weg. Samstag lade ich das Wasser ab und dann suche ich mir einen Autohof. Ich musste schon länger nicht mehr ein Wochenende draußen verbringen. Gefehlt hat es mir nicht.

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Richtung daheim

Plane auf, Alubretter raus, beladen lassen, Alubretter rein, Plane zu. Fertig.
Manchmal kann Arbeit so einfach sein.

Jetzt geht’s Richtung Deutschland. Bis zum Ziel sind es knappe tausend Kilometer. Und das schöne ist, morgen habe ich es noch einfacher. Da brauche ich nur die Türen vom Auflieger zu öffnen. Entladen wird an einer Rampe.
So kommt man auch durch die Woche.

beladung lkw

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Nervig

Italien, irgendwo bei Pescara. Also in der unteren Mitte des Landes.
Der Lkw ist ladebereit. Trotzdem passiert hier nix. Seit drei Stunden steht der sich die Reifen eckig.

Und ich bin langsam genervt. Da macht auch der Vorfrühling nichts dagegen.

lkw offen

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Schadensfälle und Ladung

Die Mutterfirma der Firma für die ich fahre, gibt regelmäßig ein Kunden- und Mitarbeitermagazin heraus. Mittlerweile ist Ausgabe 77 erschienen. In dieser heißt es auf Seite zehn, ganz oben:

Um Schadensfälle zu vermeiden, müssen alle Beteiligten ihr Augenmerk auf Ladungssicherung und Verpackung richten – das schließt auch die Verlader ein.
Ihnen bietet die xxx Logistic* umfangreiche Hilfestellung.

Irgendwie scheint diese Hilfestellung bei einigen Lagermitarbeitern der Tochterfirma nicht angekommen zu sein. Denn der am letzten Samstagfrüh für mich vorgeladene Auflieger sah so aus:

Ladungssicherung

Was folgte, waren Diskussionen – und das Montagfrüh. Diesmal war selbst ein Schichtleiter des Lagers der Meinung, an der Art der Verladung wäre nichts zu beanstanden. Danach war für mich das Gespräch beendet und ich übergab die Gesprächsleitung einem meiner Disponenten.
Das hat tatsächlich was gebracht. Nach zweieinhalb Stunden war das Zeug umgeladen. Geht doch. Aber erst muss diskutiert werden.

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