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Kategorie: Unterwegs

Manches sieht schlimmer aus, als es letztlich ist

Anruf meines Disponenten: „Wenn Du in Siegen fertig bist, fährst Du nach Kreuztal zur Firma Dingenskirchen. Da bekommst Du 7,5 Tonnen für Bergamo!“
Gegenfrage von mir: „Was ist das für Zeug?“ Die Antwort: „Hmm, Stahl oder sowas!“

Eine halbe Stunde später fuhr ich auf das Gelände der Firma. Auf dem gesamten Hof lagen lange, dicke, unförmige Rohre. Bei dieser Art Ladung reicht mir bereits der Anblick, um – auf gut deutsch – die Schnauze voll zu haben.
Ein Belgier war gerade fertig mit laden. Dessen Auflieger war komplett mit diesen Rohren vollgestopft. Bei dem Anblick weiteten sich meine Augen krampfhaft auf Ihre doppelte Größe.

Ich hielt an, um dem Kranführer die Ladenummer zu nennen. Er wies mir einen Platz zu. Dort angekommen, begann ich den Auflieger zu öffnen..
Noch während ich am Dach hantierte, kam ein zweiter Verlader. „Moin, wieviel Rohre bekomme ich eigentlich?“ „Nur vier Stück„, antwortete er. „Du hängst 5 Gurte ein, dann passiert nichts!“ Gut, letztlich habe ich sieben Gurte genutzt. Aber fünf hätten auch gereicht.

Nach zehn Minuten waren die Teile geladen und verzurrt. Eine bessere Ladung gibt es kaum – selbst dann, wenn ich dort komplett geladen hätte. Man sollte sich halt nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen.

Ladung

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Nachts ist nicht alles grau

Trotz Einhaltens der Höchstgeschwindigkeit haftet ein Unfallgeschädigter mit, wenn er bei Dunkelheit nicht so angepasst fährt, dass er innerhalb einer überschaubaren Strecke rechtzeitig vor einem Hindernis, das sich auf seiner Fahrbahn befindet, anhalten kann.
Denn der Kraftfahrer muss seine Geschwindigkeit auch auf unbeleuchtet auf der Fahrbahn befindliche Fahrzeuge einrichten.

Kommt es zu einem Unfall, weil der Unfallverursacher auf der Straße wendet und der Anhänger quer zur Fahrbahn des Unfallgeschädigten steht, als dieser die Straße entlangfährt, trägt der Verursacher zwar den überwiegenden Haftungsanteil.

Der Unfallgeschädigte haftet aber zu ¼, wenn er die gebotene Sichtgeschwindigkeit nicht eingehalten hat. Das geht aus einem jetzt bekannt gewordenen Urteil des Landgerichts Köln vom 25. März 2010 hervor (Az.: 29 O 112/09).

Im vorliegenden Fall fuhr ein Autofahrer bei Dunkelheit in einen quer auf der Fahrbahn stehenden Anhänger eines Lkw.

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Es ist fast geschafft

Einkaufen im oberfränkischen Lichtenfels ist toll. Man fährt in die Stadt, folgt der Lkw – Umleitung (sowas gibt es da wirklich) und steht vor drei Supermärkten. Links ist Aldi und rechts befinden sich Lidl und Edeka.
Aldi verbietet mir, mit einem Lkw deren Parkplatz zu benutzen. Das ist ok., wirklich. Nur gebe ich dann halt mein Geld woanders aus, z.B. bei Edeka. Die haben einen großen Parkplatz, auf dem das Wenden mit einem Lkw kein Problem darstellt und kurzzeitiges Parken am Rand ist auch möglich.

Warum andere Einkaufsmärkte Ihre dazugehörigen Parkflächen mit Randsteinen, Blumenrabatten und Bäumen verzieren, ist mir eh ein Rätsel. Wenn ich Natur haben will, gehe ich in einen Wald oder kaufe Nelken bei einem Floristen. Aber nun gut…

Was wollte ich eigentlich an einem Samstag in Lichtenfels? Ah ja, natürlich Ware abladen. Fünf Paletten mit Formplatten aus Stahl hatte ich am Donnerstagabend in der Nähe von Brescia geladen. Laut Dispo sollte die Ladung knapp 24 Tonnen wiegen. Das tatsächliche Gewicht bewegte sich aber um die 12 Tonnen herum. Also höchstens.
Mir war es recht. So kam ich wenigstens gut vorwärts und krabbelte nicht jeden Berg mit 40 Sachen herauf.

Das Abladen vorhin ging fix. Kaum stande in der Firma, kam auch schon ein Staplerfahrer freudig angerannt. Meine Arbeit, also das Öffnen und Schließen des Aufliegers, sowie das Abgurten der Ladung, dauerte länger als das eigentliche Entladen der Paletten. Ja gut, es waren ja nur fünf Stück.

Jetzt brauche ich noch gut zwei Stunden nach Hause. Und dann ist Wochenende. Basta!

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Prozent statt Kilometer

Irgendwo in der Pampa zwischen Ancona und Gubbio. Anruf meines Disponenten: „Du müßtest mal einen kleinen Abstecher machen. Das sind nur zwanzig Kilometer!

Zwanzig Prozent

Irgendwie hat der 20 Kilometer mit 20 Prozent verwechselt…

PS. Der Himmel ist wirklich so blau!

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Freitag ist Stautag

Vor zwei Wochen machte der ADAC darauf aufmerksam, dass die Zahl der Staus um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat. Als einen Grund für die hohe Zahl von Staus nannte dieser Verkehrsclub die Zunahme des Güterfernverkehrs per Lastwagen, was vor allem an Freitagen zu mehr Behinderungen geführt habe.
Auch das Ende der Kurzarbeit in vielen Unternehmen habe ein höheres Verkehrsaufkommen und damit Staus an Reisetagen nach sich gezogen.

Das die wahren Ursachen woanders liegen, wird natürlich verschwiegen. Statt den nicht bedarfsgerechten Ausbau der Infrastruktur in den vergangenen Jahren als Hauptursache für diese Entwicklung herauszustellen, wird dem Güterfernverkehr der schwarze Peter zugespielt.
Dabei hat – laut dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) – der mautpflichtige Lkw-Verkehr nicht einmal die Hälfte des Einbruchs aus der Wirtschaftskrise wettgemacht.

Dabei gibt es doch eine einfache Lösung: Man verlängert die Kurzarbeit, stellt den Güterverkehr ein und schon sind die Strassen frei.
Diejenigen, die dann noch fahren, wird auch dieser Spass mangels Treibstoff und anderer notwendiger Güter schnell vergehen.

Den längsten Stau gab es übrigens an einem Sonntag, den 29. August. Jeder weiss, dass Lkw an Wochenenden ohnehin Fahrverbot haben und selbst Samstags dürfen sie aufgrund der Ferienreiseverordnung nicht die Autobahnen benutzen. Das jetzt auch der Freitagnachmittag in Frage gestellt wird, wundert mich eigentlich nicht.

Übrigens: Die Lkw-Maut deckte mit gut 4,4 Mrd. Euro im letzten Jahr fast die gesamten Fernstraßenbau- und Instandhaltungsinvestitionen in Deutschland ab. Davon floß mehr als 1 Mrd. Euro pro Jahr auch an die Schiene.

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Es ist halt nunmal so

Unter dem Begriff Klimascheide versteht Wikipedia

…die Bezeichnung für einen Landschaftsteil, der das Klima der Umgebung beeinflusst und dabei Räume mit verschiedenen Klimaten trennt. Besonders wirksam sind höhere Gebirge, die sich in Richtung der Breitenkreise oder parallel zu Küstenlinien erstrecken. Durch den Gebirgskamm wird der horizontale Luftaustausch unterbunden und die Windrichtung verändert

Regen in den Abruzzen

Das ist mir viel zu theoretisch. Ich verstehe darunter, dass es auf der einen Seite eines Tunnels diesig und regnerisch ist und auf der anderen Seite die Sonne scheint.
Oder anders ausgedrückt: Unglaublich, wie nach fünf Kilometer Dunkelheit meine innere Stimmung steigen kann.

Sonne in den Abruzzen

Achso: Das war am Mittwoch in den Abruzzen zwischen Pescara und Rom.

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Wie man seine Ruhe bekommt? Mit einem Nicken!

Ich war ja nun wirklich nicht gerade langsam unterwegs. Gut, heute früh hätte ich bereits eine Stunde früher an meiner Abladestelle sein können. Nur wer steht schon gerne um 5.00 Uhr in der Früh auf? Zumal an einem Samstag!

So begann ich meinen Arbeitstag erst gegen sechs Uhr. Was ja auch reichlich früh ist. Es reichte auf jeden Fall, um drei Stunden später Formteile für eine Firma in einem Ort, an der Grenze zwischen Hessen und dem Wittgensteiner Land gelegen. abzuladen.

Der Lkw aus Italien ist endlich da„, brüllte der Vorarbeiter in Richtung Staplerfahrer. Und zu mir gewandt: „Seit Tagen warten wir auf die Ware!“ Meinen kurzen Einwand, dass das Zeug erst am Donnerstagmittag fertig war, folgte die Feststellung seinerseits, ein Transporter hätte die Teile holen können. Dann wäre die Ware bereits Freitagfrüh bei Ihm in der Firma gewesen.

Ich nickte zustimmend. So war er zufrieden, dass ich Ihm recht gab und für den Rest des Entladens hatte ich meine Ruhe. So einfach kann das manchmal sein.

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Mutanten verbocken so einiges

Ich wundere mich immer wieder, wie ein eigentlich nettes Volk zurück zum Affen mutieren kann, sobald es zwei oder vier Räder unter sich hat.
Da wird gedrängelt und überholt, bis sprichwörtlich die Fetzen fliegen. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind makulatur – wer sich daran hält, wird mit irgendwelchen obskuren Handzeichen bedacht. Aus einem Fahrstreifen werden drei oder vier, der Gegenverkehr wird schon Platz machen. Wenn nicht, fliegt halt der Aussenspiegel in die Botanik. Was sollt’s, der Innenspiegel reicht auch.
Umso mehr wundert mich dieses Verhalten der Italiener – wo doch die Strafen für diverse Verkehrsvergehen zu den höchsten in Europa zählen.

So zahlen Autofahrer, die mehr als 40 km/h zu schnell fahren, 500 bis 2000 Euro Strafe. Wer sogar 60 km/h schneller als erlaubt fährt, wird mit bis zu 3200 Euro zur Kasse gebeten. Zusätzlich droht ein Fahrverbot auf italienischen Straßen.
Fahranfänger mit Pkw-Führerschein dürfen auf Schnellstraßen maximal 90 km/h und auf Autobahnen maximal 100 km/h fahren.

Ebenso müssen Alkoholsünder kräftig zahlen. Wer mit mehr als 0,5 Promille ein Kraftfahrzeug steuert, zahlt bis zu 2000 Euro. Bei betrunkenen Fahrern, die im eigenen Fahrzeug mit mehr als 1,5 Promille erwischt werden, wird das Auto beschlagnahmt und enteignet.
Das für Berufskraftfahrer ein absolutes Alkoholverbot gilt, versteht sich von selbst.

Auch an Zebrastreifen muß gehalten werden. Wer das nicht macht, zahlt zwischen 150 und 600 Euro. Übrigens: Wer den Motor im Stand laufen lässt, handelt natürlich auch gesetzwidrig und wird mit 200 bis 400 Euro bestraft. Eine Standklimaanlage ist nicht wesentlich teurer.

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