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Kategorie: Unterwegs

Freifahrt statt freie Fahrt

Meine letzten Fahrten mit der RoLa waren lang. Sehr lang. Die Verspätungen auf den nicht einmal fünfhundert Kilometern nach Süden oder gen Norden betrugen teilweise vier Stunden. Das Problem: Kaum ist das Teil zu spät, ist die Strecke wieder belegt und jeder Bummelzug bekommt Vorrang. So steht man halt irgendwo in der Botanik und wartet. Das Ding gilt halt als Güterzug.

Als Ausgleich gab es für die Firma eine Freifahrt. Mein Chef spart so rund 500 Euro und ich habe eine Nacht mit quälend schlechten Schlaf vor mir. Aber ich will es nicht verschweigen – so ganz ohne Vorteil ist die Zugfahrt auch für mich nicht. Am Donnerstag ist in Italien Feiertag. Deshalb gilt bereits ab morgen Nachmittag ein Lkw – Fahrverbot. Italienische Besonderheit halt.
So schaffe ich es wenigstens noch zu entladen und eventuell noch in die Nähe der ersten Ladestelle. Vorrausgesetzt der Zug ist diesmal pünktlich.

Freifahrt

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Sex on the Street

Parkplätze sollen eigentlich Oasen der Ruhe sein. Zumindest dann, wenn der Tag fortgeschritten ist, Autofahrer sich in Ihre eigenen vier Wände zurück gezogen haben und der Verkehr auf der angrenzenden Strasse etwas nachgelassen hat.
Es gibt aber Orte, auf denen erst in den Abendstunden das Leben beginnt.

Ich stehe seit dem frühen Nachmittag an der A 1, zwischen Trier und Wittlich. Pkw kommen und parken, die Fahrer steigen aus. Dann spazieren Sie über den gesamten Platz, mustern mit Ihren Augen jedes neu ankommende Auto. Ab und zu verschwindet einer im angrenzenden Wald, eine Minute später folgt Ihm ein anderer. Es ist schon interessant, dass zu beobachten. Eine Frage beschäftigte mich aber: Kommt bei Regen und Kälte überhaupt eine gewisse Stimmung auf, sich körperlich zu nähern?

Fragen sind da, um sie beantworten zu lassen. Schräg vor mir parkte ein älterer Mann. Ich schätzte Ihn auf Mitte sechzig. Eine Zeitlang blieb er im Auto sitzen. Plötzlich stieg er aus, musterte einen anderen, wesentlich jüngeren Burschen. Ob die Luft nun anfing zu schwingern, weiss ich nicht. An mir muß es glücklicherweise vorrüber gegangen sein.
Der Alte maschierte Richtung Wald, kurze Zeit später auch der andere. Sein Gang erinnerte an einen Geheimagenten. Immer wieder drehte er sich kaum merklich um und inspizierte seine Umgebung. Dann war auch er zwischen den Bäumen verschwunden.

Nach ungefähr fünfzehn Minuten erschien der jüngere wieder. Diesmal hatte er es eilig. Ich überlegte kurz, mir sein Autokennzeichen zu merken. Man weiss ja nie. Tatorte gibt es überall. Dann sah ich aber den Älteren auftauchen. Langsam näherte er sich seinem Auto. Dort angekommen, winkte ich Ihn heran und fragte, wie es war.
Er winkte ab und erwiderte: „Nichts war. Zuviele Leute unterwegs!“ Mit dieser Antwort war ich aber nicht zufrieden: „Und die Kälte? Stört die nicht?“ „Ja, schon. Ich wollte im Auto. Ihm war es aber zu eng!“

Nun war ich sprachlos. Mit soviel Freizügigkeit hatte ich nicht gerechnet. Gut, ich habe gefragt. Aber eigentlich, ohne eine Antwort zu erwarten. Er stieg in sein Auto. Irgendwann war er weg, ohne dass ich es bemerkte.

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Kein Schnee, keine Kälte

Am Mittwoch war ich im Wallis – Komplettladung für eine Firma in Turtmann. Laden sollte ich in Italien. Was lag also näher, über den Simplon zu fahren. Eigentlich hatte ich gehofft, ein wenig Schnee zu sehen. Aber selbst in zweitausend Meter Höhe war vom Winter kaum etwas zu spüren. Selbst die Temperatur lag bei relativ milden fünf Grad. Plus wohlgemerkt.

Kein Schnee am Simplon

Mich erstaunte, dass viele Laster über den Pass fuhren. Klar, er kostet nichts. Von der LSVA auf Schweizer Seite mal abgesehen. Und man darf ihn mit Gefahrgut befahren. Dementsprechend hatten viele Lkw die Warntafeln offen.
Beladen ist es für die Maschine aber eine Quälerei. Die Steigung und das anschließende Gefälle nimmt jeweils kein Ende. Gut, ich bin leer da drüber. Für mich war es angenehm – und mal was anderes als Gotthard, Tauern oder Brenner.

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Danke Tanke

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da kostete der Liter Diesel hierzulande eine Mark. Das war vor zwanzig Jahren oder so. Heutzutage ist man mit einen Euro dreiundzwanzig schon gut bedient – wenn auch in Luxemburg.

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Nichts geht mehr

Ich überlege seit Tagen, mit welchen Worten ich ein Erlebnis beginnen soll. Nur irgendwie fällt mir kein passender Anfang ein. Dabei ist dieses Mißgeschick eigentlich schnell erzählt: Festgefahren habe ich den Lkw. Aber so richtig.
Nein, nicht im Schlamm oder Dreck. Sondern auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums. Aber von Anfang an…

Die Firma bei der ich am letzten Mittwochnachmittag entladen habe, lag in der Nähe eines größeren Supermarktes, am Stadtrand von Pordenone in Oberitalien. Was lag also näher, dort noch einige Sachen für meinen abendlichen Gebrauch einzukaufen.
Die Zufahrt zum Parkplatz war breit und teilte den Einkaufstempel von den Stellplätzen ab. Diese widerum erreichte man nach vielleicht hundert Meter über einen Kreisverkehr: Nach rechts ging es auf die Parkplätze, geradeaus weiter in Richtung Ausfahrt. Bis dahin war alles easy. Zumal kein Verbotsschild die Einfahrt für größere Fahrzeuge untersagte.
Es war nicht viel los. Einen passenden Platz für den Lkw zu finden, stellte deshalb kein Problem dar.

Eben dieses bekam ich aber nach meinen Bummel durch diverse Geschäfte. Anstatt rückwärts in den nicht weit entfernten Kreisel zu schieben, zog ich es vor, den Schildern auf dem Parkplatz zu folgen. Und damit begann mein Irrweg. Um die Ausfahrt am anderen Ende des Platzes befahren zu können, mußte ich zentimeterhohe Bordsteinkanten überwinden. Egal. Hauptsache weg. Nur führte dieser Weg in einem Bogen zurück zum Kreisverkehr. Jetzt kam ich aber von rechts und die Zufahrt zu diesen versperrten Bäume.
Der Weg zu meinem ursprünglichen Standplatz war auch nicht möglich. Hier standen diverse Verkehrsschilder im Weg. Da stand ich nun wie blöd. Irgendwie hilflos. Denn nix ging mehr.

Aber wenn die Not am größten ist, kommt ein Mensch mit Handy am Ohr und kreuzt meinen Weg. Ich beachtete Ihn erst nicht. Zu sehr war ich mit meinen Problemen beschäftigt.
Diese vergrößerten sich noch. Während ich einige Meter rückwärts fuhr, hörte ich es metallisch klimpern. Beim Versuch, einen Baum zu umkurven, übersah ich einen Wegweiser. Das Ergebnis? Schild hinüber und Plane vom Auflieger etwas eingerissen. Nun ja.
Jetzt machte sich der Telefonmann bemerkbar. Er stellte sich als Mitarbeiter des zuständigen Sicherheitsdienstes vor und sprach weiter. Nur nicht mit mir, sondern mit seinem Telefon.

Jetzt war es soweit. Der Kragen platzte. Also meiner. Erst beschimpfte ich Ihn, dann Berlusconi und am Schluß alle Italiener. Natürlich in meiner Sprache. In solchen Situationen ist es besser, wenn mich keiner versteht.
Kurz darauf trafen drei weitere Personen am Tatort ein – zwei Männer und eine Frau. Einer von denen konnte deutsch. Zeit also, meine Klappe zu halten. Der erklärte mir das weitere Vorgehen. Dieses bestand darin, dass einer vorgeht und ich Ihm folgen sollte. Mit dem Lkw. Meine Frage nach dem krummen Schild wurde ignoriert. Das besserte meine Laune zumindest etwas.

Nun ging es quer über den Parkplatz. Natürlich nicht, ohne das Äste diverser Bäume Blech und Plane streiften und Kanten diverser Absperrungen überwunden werden mußten. Mir war das zu diesem Zeitpunkt egal. Hauptsache weg von diesen Ort.
Dank tatkräftiger Hilfe gelang mir das sogar. Zum Schluss erklärte man mir, wo ich gefahrlos parken kann. Nett gemeint, aber sinnlos. Da fahre ich nie wieder hin.

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Hohe Gebühren

Ich finde es erheiternd, wenn man an einem Geldautomat neben Englisch, Italienisch oder Französisch auch Boarisch als gewünschte Sprache anzeigen lassen kann. Wie an der Raststätte Hochfelln zwischen München und Salzburg.
Der Spass vergeht mir aber, wenn man 6.50 Euro Gebühren berechnet – nur weil ich die Dienste einer fremden Bank in Anspruch nehmen muß.

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Unterwegs…

…in Biedenkopf:






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Die Welt von oben betrachtet…

…bringt neue und spannende Aussichten:

Blick auf das thüringisch-hessische Grenzgebiet Richtung Nordwesten. In der Bildmitte ist auf dem ehemaligen Areal des Grenzüberganges Wartha/Herleshausen die Raststätte Eisenach mit dem dahinter liegenden Industriegebiet Krauthausen zu erkennen.
Am unteren rechten Bildrand sieht man die alte A 4 Erfurt – Frankfurt. Diese wurde nach der Neuverlegung der Autobahn zur Ortsumgehung Eisenach:

Autobahn A4 Erfurt - Frankfurt
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Nochmal ein Foto der alten A4 und heutigen Ortsumgehung Eisenach: Die ehemalige Anschlußstelle Eisenach-West nennt sich heute Weststadt:

Autobahn A4 Erfurt - Frankfurt
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Eine echte Ortsumgehung für Eisenach ist die alte A4 noch nicht. Grund ist die Sperrung der Karolinenbrücke wegen Bauarbeiten:

Autobahn A4 Erfurt - Frankfurt
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Blick auf die Werratalbrücke im Zuge der A 4 zwischen Eisenach und Herleshausen:

Autobahn A4 Erfurt - Frankfurt
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Vielen Dank an Andre Wolf für die Bilder.

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