Mittwochabend stand ich auf einem Rasthof irgendwo in Franken. Den Namen nenne ich jetzt mal nicht.
Auf jeden Fall vorn an der Tankstelle. Oder hinten? Egal. Also am Anfang der Rastanlage.
Zwischen dem Tankstellengelände und dem Rasthof liegen einige Meter. Da dachte ich mir, läufst du mal vor. Also stand ich wohl doch hinten. Ich hinten, Rasthof vorne. Wäre das auch geklärt.
Denn ein paar Meter laufen tut ja mal gut. Es sind so, keine Ahnung, zwei- dreihundert Meter. Na ja, nicht ganz so viel, eher zweihundert.
Vorn mal über den Lkw-Parkplatz gelaufen. Der war schon rappelvoll. Dann bin ich ins Rasthaus, da drin war es so keimig.
Irgendjemand hatte Kaffee verschüttet, kann passieren. Aber die Brühe wischte niemand auf. Die Angestellte stützte sich am Tresen ab und drückte auf ihrem Handy herum.
Neben ihr in der Auslage lagen zwei vertrocknete Bratwürste. Viel mehr Auswahl gab es ohnehin nicht.
Dann bin ich auf die Toilette, weil ich mal pieseln musste. Beide Räume waren auch so dreckig, und auf den Mülleimern stapelte sich schon das Papier.
Anschließend bin ich noch durch den McDonald’s geschlendert, der ist hinten im Gebäude. Auch da waren Stühle und Tische schmutzig.
Auf dem Boden lagen Papier und Pommes. Und die sahen nicht so aus, als wären sie erst vor fünf Minuten heruntergefallen. Das war alles nicht besonders schön.
Und dann wundert sich Tank & Rast, wenn dort kaum jemand essen geht. Also vielleicht außer ein paar Urlaubern, deren Kinder quengeln.
Joa, dann bin ich wieder zurück zum Lkw, ich hatte genug gesehen. Das war mein Erlebnis an einem frühen Mittwochabend.

„Es gibt Gaststätten, die nie ’nen Gast hätten,es sei denn, sie sind Autobahnraststätten!“ – Gebrüder Blattschuss, 1978
Leider ist das inzwischen auf vielen Rastanlagen kein Einzelfall mehr. Für Parken, Toilette und auch für das Essen werden Preise aufgerufen, bei denen man eigentlich Sauberkeit und einen gewissen Standard erwarten dürfte. Wenn dann wie hier verschütteter Kaffee stundenlang liegen bleibt, die Toiletten ungepflegt sind und selbst im Restaurant die Tische schmutzig wirken, hinterlässt das keinen guten Eindruck.
Es wird halt ausgenutzt, dass die LKW-Fahrer schlecht ausweichen können. Anders ist es nicht zu erklären.
Als PKW-Fahrer (auch mit quengelnden Kindern) plane ich kleine Umwege ein (klassisch halt zum Restaurant „Zur Goldenen Möwe“). Diesbezüglich immer kein Grund zur Klage. Selbst wenn die Gäste mal den Müll nicht selbst wegräumten – regelmäßig werden die Tische angewischt und der Müll mitgenommen.
Aber die drei mal, wo es mich mal (in unbekanntem Gebiet) auf einen Rasthof trieb war es offensichtlich, dass man sowas nur betreiben kann, weil es eine gewisse Zielgruppe gibt, die keine Alternative hat. Daher: Mein Beileid…