Eine Tankstelle in Österreich. Ich zahle vier Euro für die Dusche, gehe nach hinten, da wo der kleine Sanitärraum ist. In dem hängt an der Wand auch ein Wickeltisch. Kaum die Tür geöffnet, muss ich würgen. Auf dem Boden liegt eine vollgekackte Windel, der ganze Raum stinkt nach Scheiße. Es ist unglaublich.
Wieso nimmt Mama oder Papa das Teil nach dem Wickeln nicht einfach fix mit nach draußen und wirft es dort in eine Abfalltonne? Dann kommt das große Müllauto und weg ist sie, die Windel. Zusammen mit anderen Reisemüll, ohne dass irgendjemand die Hinterlassenschaft noch sieht, geschweige denn riecht. Aber so, nee. Einfach nur eklig.
Heute Nachmittag war ich duschen, in einem Autohof irgendwo in Niedersachsen. Ich gehe in den Shop, sage zur Bedienung „Einmal duschen bitte“. Sagt sie, „macht 1.99 Euro“. Mein Blick, ein wenig überrascht. „Ja, die Duschen hier werden gerade renoviert, deshalb steht draußen ein Container. Geht leider nicht anders.“ „Ist alles gut“, erwidere ich.
Also zwei Euro bezahlt, Lkw-Schlüssel als Pfand da gelassen, Containerschlüssel bekommen und zur Dusche gegangen. Danach noch rasiert. Zwischendurch die Tür geöffnet, damit der Dunst raus zieht.
Dann kommt ein anderer Fahrer, keine Ahnung aus welchem Land. Er guckt rein und fragt „Dousch?“ „Ja, Dusche“ sage ich. Er fragt „Money?“ Ich: „Zwei Euro. Musst Du drin bezahlen.“ Schaut er mich an und antwortet „oh, no Money“. War mir auch egal, soll er machen.
Er läuft zurück zu seinem Lkw, kurz darauf war der mit seinen Utensilien wieder da. Dann verschwindet er in der Dusche.
Ich war dann fertig, pack mein Zeug zusammen, ziehe den Schlüssel von innen ab und schließe die Tür von außen zu. Reiner Reflex, ganz klar. Dann bin ich in den Shop, um die Schlüssel zu tauschen. Als ich wieder raus kam, stand die Toilettenfrau vor dem Container und zerrt am Türgriff. Die Tür ging natürlich nicht auf, die war ja abgeschlossen.
Den Ausländer höre ich, wie er von innen gegen die Tür schlägt. Wumms, wumms, wumms. Ich sage zur Klofrau, der Schlüssel liegt drin in der Tankstelle. Fragt sie: „Wie drin?“ „Na im Shop. Ich hab den grad abgegeben. Brauche ja meinen Lkw-Schlüssel.“ Und dann bin ich gegangen.
An der A3 zwischen Schlüsselfeld und Geiselwind gibt es seit Kurzem einen schönen neuen Parkplatz. Ich weiß allerdings nicht genau, welchen Namen der bekommen hat. Dreifrankenblick? Kann das sein?
Das Klohäuschen ist zwar noch im Bau und deshalb geschlossen. Aber das wird schon noch. Was mir allerdings aufgefallen, hier stehen gerade mal zwei Müllbehälter. Einer links und einer rechts neben der Toilette. Ich glaube allerdings, dass nicht alle Kolekas am Wochenende oder gegen Abend extra bis dorthin laufen. Da wird wohl eher das eine oder andere Stück Abfall aus dem Fenster fliegen.
Was aber gut ist, die Pkw-Plätze sind für Lkw freigegeben. Und zwar von 18:00 bis 7:00 Uhr. So ist es jedenfalls ausgeschildert. Lkw-Fahrer dürfen sich also offiziell dort hinstellen. Hab ich letzte Woche übrigens schon gemacht, sogar eine halbe Stunde früher. Ich alter Gesetzesbrecher.
Auf den Plätzen parkt man gut, vor allem steht der Lkw nach links oben. Umso besser kann ich pennen. Ich muss ja auch mal loben können. Nur jetzt im Sommer ist es ein bisschen blöd, denn man steht Richtung Westen. Die Sonne knallt einem bis in den späten Abend voll auf die Hütte. Aber man kann nicht alles haben. Im Winter dürfte das dafür umso angenehmer sein.
In einem der Maxi-Autohöfe, irgendwo hier in Deutschland.
„Tach. Einmal duschen bitte.“ „Hallo, macht 4.99 Euro“. Ich guckte wohl ein bissel verdutzt. Denn der Kassierer erwidert noch: „Ja, für drei Euro mehr gibt’s schon nen guten Döner“.
Ich steh vorhin an einem Waschbecken in einem SaniFair Klo, mich fix rasieren und waschen, und aus einer der Kabinen höre ich „ja, is klar… ja ja okay, jaaaaa… mir ist das schon klar, ja okay ja, also… na ja, ich meine, na ja, okay“.
Hab kurz überlegt, ob ich fragen soll, ob er Hilfe braucht. Weil, keine Ahnung, Schlaganfall beim kacken? Aber dann war kurz Ruhe, bevor ich die Spülung hörte. War also doch nur ein Lokus-Lounge-Gespräch. Da hab ich noch einmal Glück gehabt.
Der neue Stellplatz-Informationsdienst (SID) zeigt freie Lkw-Parkplätze an Autobahn-Rastanlagen in Echtzeit an. Doch kann das System den Parkplatzmangel wirklich lösen?
Freie Lkw-Parkplätze per App finden
Viele von uns kennen die Situation: Die Lenkzeit läuft ab, der nächste Rastplatz ist in Sicht und schon von Weitem ist klar, dass dort nichts mehr geht. Also weiterfahren, hoffen und bangen, dass die nächste Rastanlage noch einen freien Stellplatz bietet.
Genau hier setzt der neue Stellplatz-Informationsdienst (SID) an. Das System zeigt in Echtzeit an, wie stark die Lkw-Parkplätze auf den Autobahn-Rastanlagen ausgelastet sind. Ziel ist es, unnötige Suchfahrten zu vermeiden und den Alltag für Lkw-Fahrer etwas einfacher zu machen.
So funktioniert der Stellplatz-Informationsdienst
Die Daten stammen aus dem Lkw-Mautsystem und werden nahezu in Echtzeit ausgewertet. Über verschiedene Apps und Navigationsdienste können Fahrer erkennen, welche Rastanlagen noch freie Stellplätze bieten und welche bereits ausgelastet sind.
Überfüllte Rastanlagen gehören zum Alltag vieler Lkw-Fahrer
Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums sind die Belegungsdaten inzwischen für rund 1.850 Autobahn-Rastanlagen kostenlos verfügbar.
Die Idee dahinter ist einfach: Wer frühzeitig sieht, dass der nächste Parkplatz voll ist, kann rechtzeitig eine Alternative ansteuern, statt sich in die allabendlichen Parkplatz-Suche einzureihen.
Weniger Suchverkehr, mehr Sicherheit
Überfüllte Rastanlagen gehören inzwischen fast schon zum Alltag. Viele Fahrer haben keine andere Wahl, als auf Ein- und Ausfahrten, Pkw-Parkplätzen oder sogar auf dem Seitenstreifen zu stehen. Nicht, weil sie es möchten, sondern weil schlicht kein legaler Stellplatz mehr frei ist.
Kann SID dabei helfen? Zumindest teilweise.
Wenn sich der Suchverkehr reduziert, profitieren am Ende alle: weniger Stress für die Fahrer, weniger gefährliche Parksituationen und ein flüssigerer Verkehrsablauf.
Das eigentliche Problem bleibt bestehen
So sinnvoll das neue System auch ist, es löst nicht das größte Problem.
Deutschland hat nach Schätzungen des Deutschen Verkehrssicherheitsrats einen Mangel von 25.000 bis 40.000 Lkw-Parkplätzen. Und genau daran ändert auch die beste App nichts.
Denn wenn entlang der Strecke sämtliche Rastanlagen voll sind, kann SID zwar anzeigen, dass alles belegt ist, einen zusätzlichen Parkplatz zaubert das System deshalb aber nicht her.
Ohne Reservierung bleibt ein Restrisiko
Ein weiterer Knackpunkt: Ein freier Stellplatz ist nur eine Momentaufnahme.
Wer noch zwanzig oder dreißig Kilometer bis zur Rastanlage fahren muss, weiß nie, ob der Platz bei der Ankunft überhaupt noch verfügbar ist. Deshalb wird bereits darüber nachgedacht, künftig auch eine Reservierungsfunktion einzuführen.
Das wäre für viele Kollegen wahrscheinlich der entscheidende Schritt. Denn eine sichere Planung der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten wäre damit deutlich einfacher.
Auch Autohöfe sollen später eingebunden werden
Der Stellplatz-Informationsdienst soll künftig weiter ausgebaut werden. Geplant ist, neben den Autobahn-Rastanlagen auch Autohöfe, private Lkw-Parkplätze und Rastanlagen an Bundesstraßen in das System aufzunehmen.
Je größer das Netzwerk wird, desto nützlicher könnte SID im Alltag werden.
Fazit: Gute Unterstützung – aber keine Lösung des Parkplatzmangels
Der neue Stellplatz-Informationsdienst ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wer schneller freie Lkw-Parkplätze findet, spart Zeit, Nerven und im besten Fall auch gefährliche Suchfahrten.
Doch eines bleibt klar: Solange noch immer Tausende Stellplätze fehlen, wird sich das Grundproblem nicht lösen lassen. Digitalisierung kann helfen, sie ersetzt aber keine neue Infrastruktur.
Mittwochabend stand ich auf einem Rasthof irgendwo in Franken. Den Namen nenne ich jetzt mal nicht. Auf jeden Fall vorn an der Tankstelle. Oder hinten? Egal. Also am Anfang der Rastanlage.
Zwischen dem Tankstellengelände und dem Rasthof liegen einige Meter. Da dachte ich mir, läufst du mal vor. Also stand ich wohl doch hinten. Ich hinten, Rasthof vorne. Wäre das auch geklärt. Denn ein paar Meter laufen tut ja mal gut. Es sind so, keine Ahnung, zwei- dreihundert Meter. Na ja, nicht ganz so viel, eher zweihundert.
Vorn mal über den Lkw-Parkplatz gelaufen. Der war schon rappelvoll. Dann bin ich ins Rasthaus, da drin war es so keimig. Irgendjemand hatte Kaffee verschüttet, kann passieren. Aber die Brühe wischte niemand auf. Die Angestellte stützte sich am Tresen ab und drückte auf ihrem Handy herum.
Neben ihr in der Auslage lagen zwei vertrocknete Bratwürste. Viel mehr Auswahl gab es ohnehin nicht. Dann bin ich auf die Toilette, weil ich mal pieseln musste. Beide Räume waren auch so dreckig, und auf den Mülleimern stapelte sich schon das Papier.
Anschließend bin ich noch durch den McDonald’s geschlendert, der ist hinten im Gebäude. Auch da waren Stühle und Tische schmutzig. Auf dem Boden lagen Papier und Pommes. Und die sahen nicht so aus, als wären sie erst vor fünf Minuten heruntergefallen. Das war alles nicht besonders schön.
Und dann wundert sich Tank & Rast, wenn dort kaum jemand essen geht. Also vielleicht außer ein paar Urlaubern, deren Kinder quengeln. Joa, dann bin ich wieder zurück zum Lkw, ich hatte genug gesehen. Das war mein Erlebnis an einem frühen Mittwochabend.
Wer täglich hunderte Kilometer hinter dem Steuer verbringt, weiß wie wertvoll eine echte Pause ist. Nicht nur das Abstellen des Motors zählt, sondern das echte Loslassen, das kurze Durchatmen zwischen zwei langen Etappen.
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