Morgens, halb sieben im Lkw:

So, Feierabend für heute. Und das mit tollen Blick auf Schnellstraße und Tankstelle.

Aber das macht nichts. Denn dafür ist das Wetter spannend. Bis eben zuckten die Blitze und ein Sturzregen ergoss sich übers Land. Das gefällt mir.
Das entladen heute Vormittag in San Bernadino lief übrigens prima. Kaum im Dorf angekommen, kam schon einer der Arbeiter angerannt und zeigte mir den Weg zur Baustelle.
Die Jungs dort warteten schon ungeduldig. Um so schneller waren die Teile abgeladen. So muss das sein.
In Ermangelung freier Lkw-Stellflächen verbringe ich die Nacht mal wieder verbotenerweise auf den Pkw-Plätzen. Aber davon gibt es hier auf Heidiland in Graubünden genug. Und in der Nacht ist hier eh nix los.
Die Raststätte aber ist der Hammer. Selbst für schweizer Verhältnisse. Nach dem Duschen bin ich mal durch das Restaurant geschlendert. Die Auswahl ist genial. Es wird alles frisch zubereitet, die Salate sehen aus, wie gerade vom Bauern geliefert. Unglaublich. Natürlich auch die Preise. Da wird man arm.
Ich hätte gerne was probiert. Aber nee, dass wollte ich meinem Konto nicht zumuten.
Auch die Sanitaireinrichtungen waren so sauber, da kommt selbst SaniFair in Deutschland nie hin. Und wenn die noch so viel Technik verbauen.
Morgen geht es erstmal nach San Bernadino. Irgendeine Firma oder Einrichtung bekommt da neue Rolltore.
Die Anfahrtsbeschreibung ist zwar ein wenig vage, aber mal schauen. Wird schon passen.
Heute ist Nationalfeiertag in Italien. Der dritte Feiertag in den letzten vier Wochen, der auf einen Donnerstag fällt. Natürlich habe ich es gestern nicht mehr bis zum Brenner geschafft. Bei weitem nicht.
Ich stehe auf einem Rasthof bei Parma. Das ist da, wo die Nudeln herkommen. Und der Schinken.
Dieser Tag ist mal wieder so sinnlos, wie ein Dreier im Lotto. Zumal wenn man ausschlafen könnte, man aber trotzdem schon um kurz nach sieben munter ist.
Dann hängt man hier fest, kommt nicht weg. Vergammelt also quasi den ganzen Tag.
Ich bin drei Runden übern Parkplatz gelaufen, hab mir die osteuropäischen Lkw angeschaut. Danach wollte ich eigentlich die Karre von innen ein wenig putzen, dass verschob ich aber auf den späten Nachmittag. Nur regnete es dann. Eine bessere Gelegenheit, dass nicht zu tun, konnte eigentlich nicht kommen. Also lies ich es gleich.
Apropo Regen. Gibt es in Deutschland kein Wasser? Oder warum kutschiere ich italienisches Wasser Richtung Norden?
Was ich aber an dieser Mineralwasserbude cool fand. Dort konnte ich gestern Abend um kurz nach sieben noch laden. Der Staplerfahrer hat gewartet, ganz easy. Und es gab noch zwei Sechserpack als persönlichen Bonus obendrauf.
So etwas finde ich immer nett.

So. Es ist kurz nach halb zehn. Ich bin froh, dass der Tag fast vorüber ist. Morgen vormittag geht’s hier weg. Samstag lade ich das Wasser ab und dann suche ich mir einen Autohof. Ich musste schon länger nicht mehr ein Wochenende draußen verbringen. Gefehlt hat es mir nicht.
6 KommentareIch sage noch zur Staplerfahrerin: „Wenn Du die Palette fallen lässt, sag vorher bescheid. Ich möchte gerne ein Video davon machen!“ Natürlich rufte Sie erst „huch„, als das Ding schon auf dem Boden lag. Ganz schlechtes Timing.
Immerhin reichte es noch für ein Foto:

PS. Ihr ist sowas natürlich noch nie passiert. Das glaubte ich Ihr sofort…
11 KommentareHallo Maik,
anbei ein Link zu einem Artikel der Sächsischen Zeitung, über einen 15-Tonnen-Stahlzylinder, der auf der Autobahn vom Sattelauflieger gefallen ist. ‚Nebenbei‘ sind noch drei Stahlbarren ins Führerhaus eingeschlagen.Die Internetseiten der SäZ finde ich gruselig, aber leider ist das nunmal die führende Regionalzeitung.
sz-online.de/sachsen/stahlzylinder-verursacht-stau-auf-a4-3397903.html
MfG
Matthias
Hallo Matthias,
danke für den Link. Glücklicherweise ist nicht mehr passiert. Ladung zu sichern, sollte eigentlich jeder Fahrer hinbekommen. Dieses Thema gehört ja auch zu den Modulen, die nachgewiesen werden müssen.
Nur habe ich keine Ahnung, wie das im östlichen Teil Mitteleuropas gehandhabt wird. Vielleicht druckt man die da nur aus. Natürlich gegen eine kleine Extrazahlung. Wundern würde es mich nicht.
Ach übrigens: Sollte der in Deutschland geladen haben, bekommt auch der Verlader eine auf den Deckel. Das ist auch richtig. Denn wer einen Lkw so fahren lässt, ist mitschuldig.
4 KommentareAm Zollamt in Weil am Rhein steht ein großes braunes Gebäude, in dessen oberen Stockwerken viele Speditionen und Agenturen Büros betreiben, in denen Zolldeklaranten sitzen. In eines dieser Büros durfte ich gestern, um eine Sendung Stühle, die für die Schweiz bestimmt waren, zu verzollen.
Um kurz nach vier gestern Nachmittag gebe ich meine Papiere bei der für mich zuständigen Zolldeklarantin ab. Nach einer Stunde fällt es der Frau auf, dass sie dieses Mal überhaupt nicht für mich zuständig ist und schickt mich in ein anderes Büro, ein Stockwerk höher.
Der Mann dort hat natürlich keine Lust mehr und schickt mich wieder weg. Früh um sieben wäre wieder einer für mich da.
Genau um diese Zeit stand ich auf der Matte. Ich sollte die Papiere auf den Holztresen legen und auf dem Korridor warten. Er würde mich dann rufen.
Das die Abfertigung aber drei Stunden dauern würde, hat der Deklarant nicht gesagt.
Irgendwie sind die in diesem Gebäude alle bräsig. Vielleicht liegt das an den Fenstern, die sich nicht öffnen lassen. Fehlender Luftaustausch lässt Menschen komisch werden.
Tja. Blöd nur, dass ich durch die achtzehn Stunden Zwangspause meine Stühle erst am Nachmittag entladen lassen konnte. Die zwei restlichen Entladestellen bei Turin und Cuneo schaffe ich deshalb erst morgen.
Laden darf ich natürlich auch noch. Das wird dann Freitag werden. Was sich dann Wochenende nennt, wird wieder einmal spät und extrem kurz.
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