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Kategorie: Lkw

Der Alltag hat mich wieder

Tja, Urlaub vorbei. Wie immer viel zu schnell. Aber war ja nur eine Woche, der richtige folgt im Oktober.
Zur Eingewöhnung bekam ich einen bei uns am Lager vorgeladenen Auflieger. Sieht man ja auf dem Bild.

Vorne gestapelt, Lücken dazwischen gelassen, hinten noch über zwei Meter Platz. Durften die Männer prompt wieder umladen. Hilft ja nix, aber so fahre ich nicht los.

Ladung mit Kisten

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Ein Sensor. Für viele Euro.

Die erste Werkstatt, mit der ich wegen der Fehlermeldung am Donnerstag telefonierte, wollte mich nicht. Keine Zeit, keine Leute, zu viele Aufträge. Kein Problem, ich kann ja die nächste anrufen. Auch da wurde mir gesagt, es wird relativ eng. Aber ich sollte mal vorbei schauen. Mit einer Wartezeit hätte ich aber zu rechnen. Gut, dass war mir vorher klar.
Letztlich ging es aber. Nach einer halben Stunde kam ein Mechaniker, um den Fehler auszulesen. Das Ergebnis? Ein NOx-Sensor wäre defekt. Was macht der? Eigentlich nicht viel. Ausser den Stickoxidgehalt im Abgas zu messen. Aber das ist ja heutzutage wichtig.

Im Lager der Werkstatt waren sogar welche vorrätig. Nach einer weiteren halben Stunde war der gewechselt. Danach kurze Probefahrt, Fehler war noch immer da. Bei Scania ist natürlich auch noch einer vor dem Katalysator installiert. Der wurde auch noch gewechselt. Fehler war weg. Gut. Also für mich.
Wenn mein Chef die Rechnung bekommt, kriegt der Schnappatmung. Die dürfte sich auf über tausend Euro belaufen. Aber hilft ja nichts. Musste ja gemacht werden.

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AdBlue – Fehler

Gestern vormittag leuchtete die Fehlermeldung auf, nach einer Stunde verschwand sie wieder. Dann am Nachmittag das gleiche Spiel. Heute war den Tag über alles in Ordnung, erst kurz vor Feierabend kam die ABlue Störung wieder. Aber auch nur kurz.

Aber egal. Morgen fahre ich in eine Scania-Werkstatt. Die sollen den Fehler auslesen und auch gleich beheben. Denn ich hab keine Lust darauf, dass der Lkw demnächst nur noch im Notprogramm läuft. Natürlich dann, wenn ich wenig Zeit habe.

Adblue Störung

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Sieben Stunden

Stahlrohre sollte ich laden, in einem Ort zwischen Padova und Bologna und dann noch dreißig Kilometer nach links. Ansich kein Problem. Auch wenn ich so etwas ungern lade.
Es gibt bessere Ladungen. Ist halt mit viel Arbeit verbunden und wer drückt sich nicht gern davor. Also ich schon. Aber hilft ja nix. Mich fragt ja keiner.

Bereits auf der Hinfahrt ein Anruf meiner Disponentin. Der Kunde wollte wissen, wann ich in etwa eintreffe. „Gegen elf„, antwortete ich.
Solche Fragen sind immer gut. Da warten die schon und es geht in der Regel fix. Da war ich noch gut drauf.

Kurz nach Elf war ich auch bei der Firma. Großer Lkw-Parkplatz davor und nur ein Bulgare vor mir. Sah echt gut aus.
Wie in Italien üblich am Tor über die Gegensprechanlage gemeldet, Ladenummer und Lieferadresse durchgegeben. Als Antwort kam, ich sollte im Lkw warten. Alles normal bisher. Ausser das mich der Bulgare grimmig anstarrte.

Da machte ich mir aber keine Gedanken drüber. Warum auch. Eine Stunde noch bis zu deren Mittagspause, bis dahin wird der Auflieger wohl zumindest angeladen sein.
Aber nix da. Es wurde zwölf, die Leute verschwanden. Mangiare ist denen heilig. Finde ich auch gut. Aber nur dann, wenn ich nicht bei dreinddreißig Grad im Schatten auf einem öden Betonplatz warten muß.
Es wurde zwei, die Leute tauchten wieder auf. Dann plötzlich kam Bewegung in die Sache. Der Bulgare durfte in die Firma fahren. Da war es aber schon halb vier. In der Zwischenzeit passierte nix. Kein Lkw kam, kein Lkw fuhr. Was die bis dahin gemacht haben? Keine Ahnung. Vielleicht musste deren Essen verdaut werden.

Anderthalb Stunden später hatte man meinen südosteuropäischen Leidensgenossen abgefertigt. Jetzt war ich also dran. Zuerst auf die Waage, dann durch zig Reihen von Stahlrohren zur mir zugewiesenen Ladestelle. Dort wurde ich eingewiesen. Natürlich so blöd, dass ich die rechte Seite vom Auflieger öffnen musste. Blöd deshalb, weil da die Alulatten bis ganz oben hängen. Ausserdem habe ich rechts meinen ganzen Prettel wie Spanbretter, einige Spangurte und Besen verstaut. Rechts bleibt nach Möglichkeit deshalb immer zu. Aber wie bereits erwähnt – mich fragt ja keiner.

Arbeitsschuhe und Warnweste waren Pflicht. Wie fast überall. Hier aber auch ein Helm. Bei über dreißig Grad. Aber ich fügte mich. Was blieb mir auch übrig. Mich fragt ja keiner.
Schwitzend baute ich den halben Auflieger auseinander, legte die ersten Gurte zurecht. Dann kam die Stunde der Verlader.
Ich lade ja von Zeit zu Zeit lange Sachen. Egal ob Stahlträger, Stahl- oder Plastikrohre. Wenn die Plane noch etwas im Weg ist, drehen die Staplerfahrer die Ladung rein. Klappte bisher immer ganz gut. Hier aber drückte man die Stützen ganz nach hinten und zog die Plane mit einer Art Hubbock nach oben. Ich war fasziniert. Ehrlich – und hatte nicht mal Sorge um das Material.

Auflieger fertig zum laden

Die Rohre selber waren fix geladen. Schwitzend und schnaufend begann ich dann mit der Sicherung und baute den Auflieger wieder zusammen. Anfangs ohne Helm. Bis mich der Ordungsruf des Vorarbeiters daran erinnerte, diesen wieder aufzusetzen. Nun ja.
Später im Versand fragte ich natürlich nach einem Duschraum. No, njet, niente war die Antwort. So etwas gäbe es in dieser Firma nicht. Hat mich letztlich auch nicht gewundert. Nach über sieben Stunden in dieser Firma war der Tag eh gelaufen.

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Warten nervt

Eigentlich ein Tag vollgestopft mit Ladestellen. Aber schon beim ersten Kunden hängt es. Seit sieben Uhr heute früh arbeiten die, nur bei mir bewegt sich bis jetzt, kurz nach zehn, nichts.
Keine Ahnung, an was es mal wieder liegt. Manchmal ist es einfach nur ätzend.

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Nicht zurück

Baustellenanlieferung in Turin. Hier hat man an alles gedacht. Nur nicht daran, wo ein Lkw nach der Entladung wieder drehen kann. Jetzt machen zwei Leute soweit Platz, bis es irgendwie passt.
Wohl nicht zum ersten mal, wie mir einer der beiden erzählte.

Baustelle Turin

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Dieselnotstand

So lang die Nadel in der Anzeige rechts unten nicht ganz am Boden liegt, ist alles im grünen Bereich. Auch wenn alles gelb leuchtet. Also kein Grund zur Panik. Habe ich heute wieder gemerkt.

Tank Warnung Scania

Mal ne kurze Erklärung. An der Zugmaschine hängen zwei Tanks. In beide zusammen passen 1 200 Liter. Also siebenhundert im linken und fünfhundert im rechten Behälter.
Diese Warnung „Niedriger Kraftstoffstand“ kam ungefähr sechzig Kilometer vor meiner Stammtankstelle in Österreich. Also verbraucht der Lkw bis dahin noch mal ungefähr drei-, vierundzwanzig Liter. Nicht viel bei der Gesamtmenge. Trotzdem suggeriert einem die Warnung, jetzt aber ganz fix für Nachschub zu sorgen.

Wie viel ich letztlich in welchen Tank gefüllt habe, weiß ich leider nicht mehr. Aber es waren zusammen ungefähr 800 Liter. Und zwar ziemlich voll. Also hätten in den Tanks noch gute fünfhundert Liter sein müssen. Das reicht für eine Strecke von über 1 500 Kilometer.
Die Stellung der Anzeige und auch die Warnung sagen aber was völlig anderes aus. Schon komisch.

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Sie haben Post

Tja ja, der Fahrermangel. Ist nicht nur in Deutschland oder Westeuropa ein Problem, sondern auch in den Staaten. Immer weniger wollen diesen Job machen. Hier wie dort. Einen interessanten Bericht dazu, hat Blogleser Max gefunden. Vielen Dank für diesen Hinweis. Natürlich auch für das Lob:

Hallo Maik ein sehr interessanter Bericht, der dich evtl auch interessiert, aber zur Not in deine Webfundstücke kommen könnte.

https://www.msn.com/en-us/money/markets/america-doesn’t-have-enough-truckers-and…

btw, danke für deinen Blog der einem einen echt interessanten einblick in Euer Truckerleben gibt.

Gruss
Max

An Gründen für diesen Mangel fehlt es auch in den USA nicht. Fragwürdige Zukunftsaussichten und Überalterung der Fahrer, schlechte Bezahlung und mieses Image. Dazu ein immer höherer Bedarf dank Wirtschaftsboom. Die Branche steht vor einem Dilemma.

Joyce Brenny, Geschäftsführerin von Brenny Transportation in Minnesota, gab ihren LKW-Fahrern dieses Jahr eine 15-prozentige Lohnerhöhung, aber sie kann immer noch nicht genug Arbeiter für einen Job finden, der jetzt mit rund 80.000 Dollar im Jahr bezahlt wird.
Vor einem Jahr, als die Kunden Brenny anriefen, konnte sie fast immer ihre Waren auf einen LKW laden und innerhalb von ein oder zwei Tagen liefern. Jetzt warnt sie die Kunden, dass es zwei Wochen dauern könnte, einen verfügbaren LKW und Fahrer zu finden.

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