Eigentlich ein Tag vollgestopft mit Ladestellen. Aber schon beim ersten Kunden hängt es. Seit sieben Uhr heute früh arbeiten die, nur bei mir bewegt sich bis jetzt, kurz nach zehn, nichts.
Keine Ahnung, an was es mal wieder liegt. Manchmal ist es einfach nur ätzend.
Kategorie: Lkw
Baustellenanlieferung in Turin. Hier hat man an alles gedacht. Nur nicht daran, wo ein Lkw nach der Entladung wieder drehen kann. Jetzt machen zwei Leute soweit Platz, bis es irgendwie passt.
Wohl nicht zum ersten mal, wie mir einer der beiden erzählte.

So lang die Nadel in der Anzeige rechts unten nicht ganz am Boden liegt, ist alles im grünen Bereich. Auch wenn alles gelb leuchtet. Also kein Grund zur Panik. Habe ich heute wieder gemerkt.

Mal ne kurze Erklärung. An der Zugmaschine hängen zwei Tanks. In beide zusammen passen 1 200 Liter. Also siebenhundert im linken und fünfhundert im rechten Behälter.
Diese Warnung „Niedriger Kraftstoffstand“ kam ungefähr sechzig Kilometer vor meiner Stammtankstelle in Österreich. Also verbraucht der Lkw bis dahin noch mal ungefähr drei-, vierundzwanzig Liter. Nicht viel bei der Gesamtmenge. Trotzdem suggeriert einem die Warnung, jetzt aber ganz fix für Nachschub zu sorgen.
Wie viel ich letztlich in welchen Tank gefüllt habe, weiß ich leider nicht mehr. Aber es waren zusammen ungefähr 800 Liter. Und zwar ziemlich voll. Also hätten in den Tanks noch gute fünfhundert Liter sein müssen. Das reicht für eine Strecke von über 1 500 Kilometer.
Die Stellung der Anzeige und auch die Warnung sagen aber was völlig anderes aus. Schon komisch.
Tja ja, der Fahrermangel. Ist nicht nur in Deutschland oder Westeuropa ein Problem, sondern auch in den Staaten. Immer weniger wollen diesen Job machen. Hier wie dort. Einen interessanten Bericht dazu, hat Blogleser Max gefunden. Vielen Dank für diesen Hinweis. Natürlich auch für das Lob:
Hallo Maik ein sehr interessanter Bericht, der dich evtl auch interessiert, aber zur Not in deine Webfundstücke kommen könnte.
https://www.msn.com/en-us/money/markets/america-doesn’t-have-enough-truckers-and…
btw, danke für deinen Blog der einem einen echt interessanten einblick in Euer Truckerleben gibt.
Gruss
Max
An Gründen für diesen Mangel fehlt es auch in den USA nicht. Fragwürdige Zukunftsaussichten und Überalterung der Fahrer, schlechte Bezahlung und mieses Image. Dazu ein immer höherer Bedarf dank Wirtschaftsboom. Die Branche steht vor einem Dilemma.
5 KommentareJoyce Brenny, Geschäftsführerin von Brenny Transportation in Minnesota, gab ihren LKW-Fahrern dieses Jahr eine 15-prozentige Lohnerhöhung, aber sie kann immer noch nicht genug Arbeiter für einen Job finden, der jetzt mit rund 80.000 Dollar im Jahr bezahlt wird.
Vor einem Jahr, als die Kunden Brenny anriefen, konnte sie fast immer ihre Waren auf einen LKW laden und innerhalb von ein oder zwei Tagen liefern. Jetzt warnt sie die Kunden, dass es zwei Wochen dauern könnte, einen verfügbaren LKW und Fahrer zu finden.
Vier vor zwölf war ich im Lager einer Firma im Gewerbegebiet von Bozen. Zurück zum Lkw, Türen vom Auflieger öffnen, an die Rampe fahren, vier Paletten abladen, zwei Unterschriften geben lassen und es wäre eine Minute nach zwölf gewesen.
Aber wohl eine Minute zu viel. Denn die Lagerleute machen erst zwei Stunden Mittag. Solange steh ich auf der Straße, Autos und Fahrräder fahren im zickzack um mich rum.
Was noch blöder ist: Meinen nächsten Kunden schaffe ich nun heute auch nicht mehr. Der ist zu weit weg. Schon ziehen sich auch meine restlichen Ablade- und Ladestellen weiter nach hinten. Eventuell wäre ich morgen hier unten in Italien schon fertig geworden, jetzt wird es wohl erst Donnerstag. So wird aus zwei Stunden ein ganzer Tag.
Nun ja, jetzt lässt es sich eh nicht mehr ändern.
2 KommentareNur der Ordnung halber: Mein Kunde in Belgien war keine Bäckerei, sondern eine Keksfabrik. Ankunft 8.09 Uhr, Abfahrt 9.06 Uhr.
Das Entladen dort lief wunderbar. Erstmal war die Firma keine zwei Kilometer von der Autobahn entfernt, die Leute alle freundlich und es war einigermaßen Platz zum rangieren. Ist ja nicht immer so. Nur Kekse gab es keine. Aber das kann ich verschmerzen.
Auch von langen Staus wurde ich verschont. Um Brüssel herum lief es gut, nur bei Aachen und Köln gab es kurzen Stillstand. Das machte aber nix.
Meine Rückladung waren Metallteile, die gingen zu uns ans Lager. Hat also auch gepasst. Zumal die Firma auf dem Weg lag. Brauchte nicht mal einen Umweg fahren.
So. Und jetzt vier Tage frei. Aber auch die sind schon verplant. In diesem Sinne: Schöne Ostern…
Montagfrüh, kurz vor acht, mein erster Kunde diese Woche. Eine kleine Spedition in Mittelhessen, etwas abseits einer Hauptstraße.
„Guten Morgen. Ist das hier zufällig Zindler Transporte?“
„Morgen. Ja, hier bist Du richtig.“
„Na ein Glück. Ich bin schon zweimal vorbei gefahren. Wärst Du jetzt nicht grad auf der Rampe gestanden, hätte ich noch ne halbe Stunde gesucht. Kein Schild da, nix.“
„Ja, dass geht einigen so, die zu uns müssen. Was bringst Du? Oder willst Du was holen?“
„Nee, 55 Paletten mit Leergut. Die kommen aus Stuttgart.“
„Ah, dass sind diese roten Plastekisten?“
„Genau.“
„Dann stell Dich da an die Seite. Wir laden von hinten mit Hubwagen ab.“
Nach einer halbe Stunde.
„Machst Du die Papiere fertig?“
„Nee. Das macht der Chef. Der ist da rechts im Büro.“
„Guten Morgen. Unterschreiben Sie die Papiere?“
„Ja klar, wer denn sonst. Aber ich will erst kontrollieren.“
Drei Minuten später.
„Das war mir schon wieder klar. Da stimmt nichts.“
„Was stimmt denn nicht?“
„Das sind keine 55 Paletten. Drei Einweg sind auch dabei.“
„Sind das keine Paletten?“
Chef schaut mich an, schüttelt mit dem Kopf.
„Sie verstehen das nicht. Oder?“
„Nein, nicht so richtig. Denn eigentlich ist mir das egal, ob es Einweg oder Euro sind. Ist eh nur ein innerbetrieblicher Rundlauf.“
„Wenn Sie meinen. Und die Stückzahl der Kisten passt auch nicht. Auf einer Palette stehen 24 kleine.“
„Ich habe die selber geladen. Es waren 55 Paletten mit je 12 Kisten. Macht 660 Stück. Also wie es auch auf dem Lieferschein steht. Hab ich sogar selber ausgerechnet.“
„Dann haben Sie sich verrechnet. Ich ändere das jetzt und Sie unterschreiben mir das dann.“
„Beim Absender habe ich bereits unterschrieben. Bei Ihnen sicher nicht mehr.“
„Dann bekommen Sie auch keinen Lieferschein.“
„Mir egal. Dann fahr ich ohne und Sie faxen den dann später meinem Disponenten.“
„So Fahrer wie Sie braucht die Welt. Und zu uns brauchen Sie auch nicht mehr zu kommen.“
„Wenn Sie meinen. Ist letztlich Ihre Entscheidung.“
Der Rest unserer Zusammenkunft verlief schweigend. Der Chef hinterlies seine Anmerkungen auf dem Lieferschein und dann gab er ihn mir doch.
Ich verabschiedete mich mit einem netten „Tschüss„. Ein „Auf Wiedersehen“ fand ich dann doch ein wenig unpassend.
…wenn Du drei Anläufe brauchst, um in eine Parklücke zu kommen und beim Aussteigen zwischen zwei Lkw hängen bleibst.
Aber gut, dafür passt ein Laster mehr auf den Rasthof. Das ist doch schon mal was. Ein paar Zentimeter mehr, wären aber nicht schlecht. Ich bin ja schließlich nicht mehr der jüngste.

