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Schlagwort: Ladung

Aus eins mach vier

Ich lade seit mehr als zehn Jahren Maschinen ab„, tönte ein Staplerfahrer quer über den Hof einer Firma, irgendwo im Bergischen Land. Ich habe Ihn machen lassen, auch wenn es eher nach Stückwerk aussah, was er fabrizierte.

So verzweifelte er schon bei der ersten Kiste. Weder von der Seite, noch von hinten über die Rampe gelang es Ihm, dass Teil abzuladen. Es war einfach zu schwer für seinen Stapler. Irgendwann hantierte er mit Hammer und Brechstange, natürlich ohne Erfolg. Letztlich sägte er die Teile auseinander – nach dem Motto: Aus eins mach wieder vier*.

Aus vier mach eins

*Es waren eigentlich vier Holzkisten. Aus Platz- und Kostengründen wurden diese gestapelt und zwecks Ladungssicherung mitteinander verbunden.

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Wo ich mich heute befand? Na da: 51°10′ n.Br. und 10°27′ ö.L.

So schaut es aus, am geografischen Mittelpunkt Deutschlands. Also zumindest an einem. Denn bis heute erheben insgesamt fünf Gemeinden den Anspruch, Deutschlands Mitte zu sein.

Am geografischen Mittelpunkt Deutschlands

Eines dieser Dörfer heißt Niederdorla. Der dortige Mittelpunkt ist eigentlich ein trostloses Plätzchen. Schaut man sich dort um, erspäht man in einiger Entfernung ein Möbelhaus, eine Tankstelle und andere, nicht gerade ansehnliche Bauten. Auch das danebenliegende Erdenwerk trägt nicht unbedingt zur Erheiterung dieses eigentlich bedeutungsvollen Platzes bei. Obwohl es dort sauber war.

Genau dort sollte ich heute laden: Blumenerde und Rindenmulch für einen Baumarkt im angrenzenden Hessen. Eigentlich nichts besonderes. Erwähnenswert ist nur eine Bemerkung des dortigen Staplerfahrers. Er wollte wissen, ob wieder tote Ratten mitgeliefert wurden. Auf meine ratlose Mine hin, erzählte der mir, dass sich in einer Lieferung aus einem anderen Werk Kunden über den beisenden Geruch der einzelnen Säcken entwich, beschwert hätten. Der Grund waren tote Nager, die in diesem Mulch verendet waren.
So genau wollte ich es eigentlich nicht erfahren und auf eine Geruchsprobe verzichtete ich ebenfalls. Man muß ja schließlich nicht alles wissen.

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Holz gelöscht

So. Die Teilladung Holz habe ich abgeladen. Oder eher abladen lassen.

Holz ist weg

Übrig blieb ein Haufen Dreck.
Am Anfang – also beim Beladen – hatte ich leichte bedenken, aber der Stapel hat gut gehalten. Na ja, hatte ja auch genügend Gurte drum herum gewickelt.

Ein Haufen Dreck

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Zeit, Ärger und quiekende Schweine

Stellt Euch vor: Ihr geht zum Metzger, um drei Schnitzel zu kaufen. Die Fleischereifachverkäuferin bittet um etwas Geduld und bietet Euch einen Stuhl an.
Nach einiger Zeit seht Ihr, wie ein Schwein durch einen Nebeneingang in einen Hinterhof getrieben wird. Kurz darauf quiekt das Vieh erbärmlich, bis es durch einen Schuß verstummt. Und zwar für immer. Peng.

Nach zwei Stunden fragt Ihr höflich nach, was denn eigentlich aus den gewünschten Schnitzeln geworden ist. Die Fleischereifachverkäuferin geht nach hinten und kommt nicht wieder. Ihr ahnt mittlerweile, dass das gewünschte Fleisch noch irgendwo im oder am Schwein hängt. Also geht Ihr. Es gibt ja noch andere Metzgereien.

Einfach wegfahren geht bei mir natürlich nicht. Leider. Also heißt es weiter warten. So auch am Mittwoch in einem kleinen Kaff im Süden Kalabriens.

Von meiner Dispo erfuhr ich, dass ich Holz für Hamburg laden sollte. Nicht mehr und nicht weniger. Also nahm ich an, dass es sich um Bretter oder Platten handelt. Eigentlich eine dankbare Ladung: Die Seite des Aufliegers öffnen, dem Staplerfahrer seine Arbeit machen lassen, Ladung verzurren, Auflieger schließen, fertig.
Kurz vor Mittag trudelte ich in der Firma ein.

Bereits die Anfahrt war eine Geschichte für sich – vom morgendlichen Beginn bis zu eben diesem Betrieb hatte ich gerade einmal 80 Kilometer zurück gelegt. Der Fahrtenschreiber zeigte aber bereits eine Fahrzeit von knapp drei Stunden an. Selbst die Landschaft entschädigte nicht meinen leicht aufkommenden Ärger.

Auf der Dauerbaustellen – Autobahn von Reggio Calabria bis Gioia Tauro und weiter auf der halbwegs ausgebauten Nationalstrasse bis Cittanova lief es ja noch einigermassen. Wenn man den ärgsten Schlaglöchern ausweicht, kommt man sogar relativ fix vorwärts.
Doch sobald man Nebenstrassen benutzen muß, geht viel Zeit verloren. Immerhin sind Pkw – Fahrer auf dem Land relativ zuvorkommend. Da wird auch mal gewartet und nicht so hektisch gefahren wie in den Städten.

Strasse in Kalabrien

Natürlich war bereits Mittag. Italien halt. Von zwölf bis zwei ist das eine heilige Zeit. Im Norden weicht das teilweise auf. Da gibt es Betriebe, die sich auch mit einer Stunde Freizeit zufrieden geben. Im Süden dagegen beginnt dieses Ereignis eher zehn Minuten früher und endet dementsprechend auch zehn Minuten später.

Langsam trudelten die Arbeiter ein. Ich ging in’s Büro und teilte meine Wünsche mit. Aus der Antwort die ich bekam, filterte ich heraus, dass die Ware auf einem anderen Gelände lagert und erst noch heran geschafft werden muß. Jetzt ärgerte ich mich darüber, dass meine Eile am Vormittag nicht nur albern, sondern auch überflüßig war. Wie so oft.
Ich wartete im Lkw. Nicht zu wissen wann es weitergeht, mag ich nicht. Um mich abzulenken, begann ich die Hütte zu putzen. Auch ein neuer Laster setzt Staub an. Besonders dann, wenn er steht.

Nach einiger Zeit begannen zwei Leute in sichtbarer Entfernung Baumstämme in handliche Stücke zu sägen. Endlich eine willkommende Abwechslung. Auch wenn mir nicht klar war, weshalb diese Arbeit wichtiger sein sollte, als meine Bretter oder Platten heran zu schaffen.
Ich stieg aus, um mir das Schauspiel aus der Nähe zu betrachten. Einer der beiden sah mich an, zeigte erst auf die Stämme und dann auf mich. Ich schüttelte mit dem Kopf.

Das schien Ihm aber nicht zu beeindrucken. Er war weiterhin der Meinung, dass diese wildgewachsenen Stämme für mich bestimmt waren.
Eine gute Stunde später war auch ich davon überzeugt. Aber eher unfreiwillig. Denn wie ich bereits erwähnt habe: Ich kann mir meine Ladung nicht aussuchen.

Passende Holzstaemme

Mit dem Verladekran eines Lkw, der – nebenbei erwähnt – seine beste Zeit seit 30 Jahren hinter sich hatte, wurden die Stämme nach Beendigung der Sägearbeiten schließlich verladen. Am Ende hatte ich neben viel Schweiß und Nerven, zwölf Gurte verbraucht. Und natürlich Zeit. Viel Zeit.

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Eine fromme Hoffnung

Manchmal ist es angenehm, einige Tage zu spät bei einem Kunden einzutreffen – so wie heute bei einer Spedition in einer osthessischen Stadt. Normalerweise ist dort langes stehen angesagt. Warten die jedoch auf Ihre Ware, geht das Entladen ziemlich fix.
Selbst als ich bemerkte, dass von der Seite abgeladen werden muß, gab es keine Widerworte. Da fragt man sich zwangsläufig, warum das nicht immer so geht.

Jetzt habe ich aber ein Problem: Auf den ersten vier Metern des Aufliegers steht nichts. Dann kommen einige leichte Paletten und auf dem letzten Drittel steht eine Maschine. Die wiegt ungefähr fünf oder sechs Tonnen.
Sollte es morgen Vormittag schneien und das weiße Zeug liegen bleiben, war es das für mich. Ohne Druck auf die Hinterachse der Zugmaschine komme ich nicht mal den kleinsten Hügel hoch. Na ja, erstmal abwarten – vielleicht hat Petrus ja ein wenig Mitleid mit mir.

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Manches sieht schlimmer aus, als es letztlich ist

Anruf meines Disponenten: „Wenn Du in Siegen fertig bist, fährst Du nach Kreuztal zur Firma Dingenskirchen. Da bekommst Du 7,5 Tonnen für Bergamo!“
Gegenfrage von mir: „Was ist das für Zeug?“ Die Antwort: „Hmm, Stahl oder sowas!“

Eine halbe Stunde später fuhr ich auf das Gelände der Firma. Auf dem gesamten Hof lagen lange, dicke, unförmige Rohre. Bei dieser Art Ladung reicht mir bereits der Anblick, um – auf gut deutsch – die Schnauze voll zu haben.
Ein Belgier war gerade fertig mit laden. Dessen Auflieger war komplett mit diesen Rohren vollgestopft. Bei dem Anblick weiteten sich meine Augen krampfhaft auf Ihre doppelte Größe.

Ich hielt an, um dem Kranführer die Ladenummer zu nennen. Er wies mir einen Platz zu. Dort angekommen, begann ich den Auflieger zu öffnen..
Noch während ich am Dach hantierte, kam ein zweiter Verlader. „Moin, wieviel Rohre bekomme ich eigentlich?“ „Nur vier Stück„, antwortete er. „Du hängst 5 Gurte ein, dann passiert nichts!“ Gut, letztlich habe ich sieben Gurte genutzt. Aber fünf hätten auch gereicht.

Nach zehn Minuten waren die Teile geladen und verzurrt. Eine bessere Ladung gibt es kaum – selbst dann, wenn ich dort komplett geladen hätte. Man sollte sich halt nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen.

Ladung

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So, fertsch geladen und zwar…

…zehn Paletten mit Hot Rolled Strip In Coils. Zumindest steht es so auf den Lieferscheinen. Für mich ist das lumpiger Bandstahl, sonst nix.
Na ja, gesichert ist das Zeug – nun kann es losgehen Richtung Italien…

Ladung

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Ignoranz ist manchmal die beste Antwort

Der Auflieger den ich am Samstag übernommen habe, war etwas unglücklich geladen. Ganz hinten standen neun Kisten mit einem Gewicht von über 5 Tonnen, während die Paletten davor wesentlich leichter waren.
Mit dieser Lastverteilung zu fahren, ist nicht so toll.

Kisten und Paletten

So bat ich einen Staplerfahrer, einen kleinen Teil der Ladung umzustellen. Der kurze Dialog lief so ab:

Ich: „Lade mir mal bitte die Kisten und Paletten um!
Staplerfahrer: „Welche Kisten und Paletten?

Wie beschreibt man einem Menschen einen Gegenstand, der direkt vor Ihm steht, er diesen aber trotzdem nicht sieht oder sehen will? Durch Ignoranz? Oder Kopfschütteln? Vielleicht doch mit einer Antwort?
Wie auch immer: Ich habe ersteres vorgezogen.

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