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372 Ergebnisse für "unterwegs"

Links und rechts der (Daten-) autobahn

Kontrollen in Nordhessen. Von 26 kontrollierten Lkw fiel ein Viertel wegen Kabotageverstöße auf. Kostet erstmal im Schnitt 2 000 Euro Sicherheitsleistung.
Ich behaupte wage mal zu behaupten, dass diese Geldstrafen eh schon eingeplant sind. Warum also eigentlich keine Zeitstrafen? Wie im Eishockey, wer unfair spielt, raus. Nur eben nicht nur einige Minuten, sondern je nach schwere des Vergehens ein viertel, halbes, ganzes Jahr Verbot, in Deutschland Transporte durchzuführen. Das würde weh tun. Aber nicht diese lächerlichen Geldstrafen.
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Thema selbstfahrende Lkw. Dazu gibt es eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Aber was soll ich mich mit diesen Thema auseinander setzen? Damit werde ich eh nix mehr zu tun haben.
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Iveco liegt mit der Produktion seiner Elektro- und Brennstoffzellen-Lkw im Zeitplan. Vorgestellt werden sollten die Prototypen eigentlich auf der IAA Nutzfahrzeuge im September. Aber die Messe wurde ja abgesagt.

Ich durfte auch mal Iveco fahren. Muss so um 1995 herum gewesen sein. Der ist mir dann bei Sangerhausen unterm Arsch abgefackelt. Keine Ahnung, wieso mir das gerade jetzt einfällt.

iveco lkw turbostar
Ein Iveco TurboStar

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Busunternehmer legten mit einem Protestcorso die Berliner Innenstadt lahm. Sie wollten so auf ihre miserable Lage in der Corona-Krise hinweisen. Mehrere Hundert Busse waren unterwegs.

Jetzt die alles entscheidende Frage: Und wo bleiben die Lkw? Die sollen am 19. Juni folgen. An diesen Tag wollen sich einige Transporteure auf den Weg nach Berlin machen und gegen Dumpingpreise und für ein Kabotageverbot demonstrieren.
Die bisherige Resonanz? Hmm, lese nur ab und an einige Diskussionen auf Facebook mit, habe aber keine Ahnung, was im Hintergrund abgeht. Sind ja noch knapp drei Wochen, wäre aber schön, wenn es mehr als fünfzig Lkw nach Berlin schaffen.
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Übrigens. In Frankreich fordern einige Transportverbände ein zeitliches Aussetzen der Kabotage.

Im Auge hat die Kritik der Verbände als „missbräuchlich bis illegal“ bezeichnete Kabotage-Praktiken von Unternehmen aus Osteuropa und auch aus Spanien, die dabei von ihren niedrigeren Lohnkosten profitierten und damit „unlauteren Wettbewerb“ betrieben. Wenn Brüssel und Paris nichts dagegen unternähmen, müsse man sich auf „wütende“ Reaktionen der „Basis“ im Straßengütertransport gefasst machen, „die sich selten unter Kontrolle halten lassen“.

Verkehrsrundschau, 27. 05. 2020

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Die Invasion der Störche

Heute früh auf der A 3 vor Erlangen der allmorgendliche Baustellenstau. Dachte ich. Aber weit gefehlt, die Baustelle war dieses Mal nicht Schuld am Stillstand.
Sondern neun Störche, die am Straßenrand ein Picknick veranstalteten. Natürlich bremsten viele ab, ist ja auch kein alltägliches Bild.

Ich fand es auch toll, nach fast dreißig Jahren unterwegs erlebt man ja nicht mehr allzuviel spannendes oder neues. Aber die großen weißen Vögel waren mal wieder ein Highlight.

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Ein Lkw wird mit fast 100 km/h gestoppt. Bei der anschließenden Kontrolle kann der Fahrer, ein Mazedonier, keinen Originalführerschein vorweisen. Macht aber nix, denn die Spedition, ein deutsches Unternehmen, kann einen Ersatzfahrer schicken.
Seine Strafe musste der Mazedonier übrigens nicht vor Ort zahlen. Er hat mit 69 weiteren Personen eine Meldeadresse am Firmensitz der deutschen Spedition.

Dem drohen u.a. zwei Monate Fahrverbot. Passt doch, da kann er die Wohngemeinschaft putzen. Neunundsechzig Männer machen eine Menge Dreck. Gut, kleiner Scherz. Ich wette, in Wirklichkeit hausen die wochenlang in ihrer Kabine, können aber bei einer Kontrolle sagen: „Ich schlafe in Wohnung bei Firma am Wochenende.“
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Die Gewerkschaft Verdi ist gegen eine Lockerung von Lkw-Fahrverboten an regionalen Feiertagen. Tja nun, wie sehr ein Feiertagsfahrverbot an regionalen Feiertagen oder Feiertagen die auf einen Dienstag, Mittwoch, Donnerstag fallen nötig ist, habe ich an Christi Himmelfahrt gemerkt. Eigentlich überhaupt nicht. Statt den Tag auf einem Rast- oder Autohof zu vermuffeln, durfte ich nach Hause fahren und den Nachmittag und Abend in heimischen Gefilden verbringen.

Wer also spricht hier eigentlich für wessen Interessen? Eine Gewerkschaft für 92, 93, 94 Prozent Nichtorganisierter unter den Fahrern? Kann normal nicht funktionieren. Auch weil wie hier Vernunft und vielleicht auch Bereitschaft für einen fairen Kompromiss leider fehlte.
Dann wundern sich einige, dass Lkw-Fahrer sich sofort abdrehen, wenn das Thema „Verdi“ aufkommt und es schwierig ist, Fahrer als neue Mitglieder zu rekrutieren. Auch weil das Gefühl da ist, dass außer Vorschreiben und Einmischen in eigene persönliche Lebensbereiche nix kommt.

Wir Lkw-Fahrer sind doch schließlich Helden des Alltags und systemrelevant. Schreibt auch Verdi. Nur dann behandelt uns auch so.
Das beginnt schon damit, dass Modell Gewerkschaft neuen Realitäten anzupassen. Denn wer nicht kapiert, dass es heutzutage für viele nicht mehr unbedingt nötig ist, sich zu organisieren um seine Ziele zu erreichen, einfach weil Fahrer mobil sind und sich per sozialer Netzwerke vernetzen, sich dort Jobs suchen oder auf Hilfe bei Fragen oder Probleme hoffen, dazu ein Handy reicht, um Firmen an den medialen Pranger zu stellen, darf nicht auf Zuspruch oder neue Mitglieder hoffen.
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Lkw von Plozzer Autotrasporti habe ich in Italien schon öfter gesehen. Klar, wie andere auch. Das dort aber Zustände wie im Mittelalter herrschen, also Leibeigenschaft und so, unglaublich. Und auch hier wieder ein Gedanke, warum tun sich Fahrer so etwas an? Auch in Italien gab es einen Fahrermangel, zumindest vor Corona. Aber wahrscheinlich fanden die dort Angestellten das alles nicht sooo schlimm.
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Automobilhersteller und Maschinenbauer versuchen verstärkt, vertraglich fixierte Frachtpreise über Neuausschreibungen zu drücken. Die Metro AG hat das übrigens auch angekündigt – rückwirkend zum 1. April diesen Jahres.

Metro gibt als Grund die niedrigen Dieselpreise an. Deren Senkung der Frachtpreise sollte also nicht von langer Dauer sein. Denn irgendwann demnächst steigen die Spritpreise wieder. Ob Metro dann auch nachzieht? Ich lache mal laut.
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Soldaten an der Paket-Front
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3..2..1..meins. Die Deutsche Bahn Tochter Schenker stellt ab sofort Ladungen im Auktionsverfahren in die Frachtenbörsen. Nach oben gibt es keine Grenze, nach unten natürlich erst recht nicht.
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Soll ich Euch ein Geheimnis verraten? Vor viereinhalb Jahren musste ich meinen Führerschein abgeben. Für vier Wochen. Warum? Weil ich mit meinem Pkw mit knapp hundertfünfundzwanzig statt der erlaubten achtzig durch eine Autobahnbaustelle gerast gefahren bin. Selbst Schuld? Ja. Selbst blöd? Klar.

Drüber geärgert? Jep. Aber nicht hauptsächlich wegen der Geldstrafe oder den zwei Punkten, obwohl beides auch weh tat, sondern des Fahrverbotes wegen. Denn vier Wochen ohne Führerschein ist kacke. Auch oder besonders für einen wie mich, der jobmäßig darauf angewiesen ist.

Seitdem fahre ich vorsichtiger, defensiver, halte mich weitgehend an Vorschriften. Die vier Wochen ohne Führerschein waren also durchaus heilsam für mich. Auch wenn ich diese Zeit noch etwas abmildern konnte. Das Fahrverbot durfte ich auf einen günstigen Zeitraum legen, nämlich über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr. Diese Möglichkeit gibt es ja noch immer.

Deshalb habe ich auch kein Problem mit den seit Ende April verschärften Änderungen im Bußgeldkatalog – etwa das drohende Fahrverbot ab 21 km/h über dem erlaubten Tempo, neben 80 Euro Strafe und einem Punkt in Flensburg.
Nur diese Änderungen will Scheuer wieder rückgäng machen. In seinem Ministerium heißt es, diese Regelung sei „unverhältnismäßig“ und sorge für große Aufregung bei den Autofahrern.

Mit 74 km/h durchs Dorf zu kurven, dabei geblitzt zu werden, mit der Gefahr seinen Führerschein zu verlieren, ist also unverhältnismäßig? Sorry, aber das ist beScheuerT. Wer so schnell fährt, macht das nicht mal so einfach aus versehen – muss also mit den Konsequenzen und Strafen klarkommen. Wer also seinen Führerschein behalten will, einfach an Regeln halten. Problem gelöst, sogar ohne Aufregung.
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Syrischer Fahrer kippt mit überladenem Lkw auf der A 20 fast um. Der Lkw hatte übrigens eine deutsche Zulassung.

Während der Überprüfung stellten die Beamten zudem fest, dass der Fahrer den Lkw ohne eingelegte Fahrerkarte geführt hat. Bei der Kontrolle fiel weiter auf, dass der Fahrer offenbar keinerlei Kenntnisse bezüglich der Lenk- und Ruhezeiten sowie arbeitszeitrechtlicher Regelungen hatte. Bei der anschließenden Begutachtung der Ladung wurde dann auch deutlich, warum das Fahrzeug so stark schwankte. Beim Öffnen der Ladefläche fiel bereits ein Teil der Ladung herunter. Der Transporter war bis unter die Decke mit Lebensmitteln beladen, jedoch ohne dabei die geforderten Ladungssicherungsvorschriften einzuhalten.

um-tv.de

Das Leute null Ahnung von der ihnen zugewiesenen Arbeit haben, soll ja vorkommen. Der Bußgeldkatalog wird es schon richten. Auch hier. Es sei denn, Scheuer legt sein Veto ein. Aber gut jetzt.
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Ein Fahrer hängt bewustlos hinterm Lenkrad. Laut dem Bericht auf „t-online“ war er 58. Tja, niemand kann sagen, ihm passiert das nicht. Seit Januar bin ich fünfzig, ab wann sollte ich mich als „potenzielles Risiko“ ansehen?
Ich kenne einen, der sagte mit knapp 80 Jahren: „So, jetzt ist Schluß mit der Fahrerei“. Der fühlt sich bisher fit und fahrfähig, aber kann er das wirklich beurteilen?
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Noch so ein Geschädigter, der mit einem Lkw rund 20 Kilometer falsch auf der A3 fährt.

Der Fahrer wurde leicht verletzt festgenommen. Bei seiner Festnahme machte er laut Polizei einen verwirrten Eindruck. Ob der Mann alkoholisiert war, unter dem Einfluss von Drogen stand oder sich in einem sonstigen psychischen Ausnahmezustand befand, müssen die weiteren Ermittlungen klären.

Passauer Neue Presse

Was ein Wahnsinn. Scheuer übernehmen Sie. Kurwa.
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Weil sie keine digital zu verarbeitenden Informationen bereitstellen, wo entlang ihres Schnellstraßennetzes sichere LKW-Parkplätze zu finden sind, hat die EU-Komission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen acht Länder eingeleitet. Grund? Das wäre ein Verstoß gegen die EU-Verordnung 885/2013.

Tja, jeden Abend der gleiche Kampf, einen geeigneten Platz zum übernachten zu finden. Kein Wunder, dass einige in einen psychischen Ausnahmezustand abdriften und irgendwo als Geisterfahrer enden.
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Wie wirkt sich Müdigkeit auf Lkw-Fahrer aus?
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Liebe Oma

nun habe ich endlich wieder eine Arbeit. Es ist eine besonders schöne Arbeit. Ich darf 16 – 18 Stunden am Tag tätig sein, so das ich auch keine Freizeitprobleme mehr habe.
Mein neuer Job ist der eines Fernfahrers und das Image eines Kapitäns der Landstrasse tut mir sehr gut. Das brauche ich aber auch, denn mein Chef ist der Meinung, dass ich unter keinen Umständen zuviel verdienen darf. Aber ich bin ja selten zuhause, da kann ich nicht soviel ausgeben und viel sparen.

Besonders freut mich, dass bei den einzelnen Ladestellen für meine Körperertüchtigung gesorgt wird. Ich darf nämlich ganz allein meinen Lkw auf- und abladen. Das ist aber auch dringend nötig, da ich sonst nach 12 Stunden Fahrzeit einschlafen würde.
Ich glaube, dass meine Kollegen, die ich unterwegs im Strassengraben sehe, nicht abladen durften. Ich aber kann dann noch zurück fahren. So braucht mein Chef keinen zweiten Fahrer einzustellen und – so sagt mein Chef – helfe ich dadurch, meinen Arbeitsplatz zu sichern.

Wie nobel mein lieber Chef tatsächlich ist, siehst Du daran, dass ich im Führerhaus ein Bett habe, obwohl ich nie dazu komme, es zu benutzen.

Liebe Oma, entschuldige bitte meine zittrige Schrift. Aber neuerdings zittere ich immer so, obwohl ich mir das garnicht erklären kann.
An meinem Lebenswandel kann das nicht liegen, denn ich gehe nie aus und bin auch kaum zu Hause.

Dein lieber Jörn!

Glosse aus „Verkehrsreport Nummer 3“, Stuttgart 1978. Eine Puplikation des Hauptvorstandes der Gewerkschaft ÖTV

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Ausnahmeanträge zu den Lenk- und Ruhezeiten gibt es momentan so einige. Bisher war es ja so:

  • Maximale tägliche Tageslenkzeit = 9 Stunden
  • Maximal 2x wöchentlich = 10 Stunden
  • Maximale Wochenlenkzeit = 56 Stunden
  • Maximale Gesamtlenkzeit über 2 Wochen = 90 Stunden

Dann gilt nach maximal 4,5 Stunden eine Fahrtunterbrechung von 45 Minuten.

Gilt so aber nicht mehr überall. In Ungarn, Luxemburg, Niederlande, Rumänien, Slowakei, Bulgarien, Schweden und Österreich wurde die täglich erlaubte Lenkzeit auf elf Stunden erhöht. Ungarn, Griechenland, Rumänien, die Slowakei und Bulgarien erlauben statt viereinhalb Stunden Fahrzeit am Stück jetzt fünfeinhalb Stunden bis zur 45 minütigen Pause.
Auch an die Höchstlenkzeiten innerhalb von zwei Wochen wurde Hand angelegt. In Rumänien und Bulgarien betragen sie weiterhin 90 Stunden. Luxemburg, Niederlande, Belgien, Griechenland und die Slowakei erhöhten diese auf 96 Stunden, Österreich auf 100 Stunden, Ungarn auf 105 Stunden, Irland auf 112 Stunden und Schweden auf gar 120 Stunden.

Diese Ausnahmeregelungen sind vorerst bis zum 31. Mai befristet. Wem diese nutzen? Also mir als Fahrer nicht. Ich halte mich an die bisher geltenden Lenk- und Ruhezeiten.
Eher den großen Logistikern. Eine Firma wie „Hegelmann“ z.B. sehe ich mehr als je zuvor draußen rum fahren. Kaum zu glauben. Die waren ja vor der Krise schon omnipräsent. Jetzt aber scheinen die überall zu sein.

Im Gegensatz dazu wissen andere Transportunternehmen nicht, wo sie die nächste Ladung herbekommen sollen. Und wenn doch eine Fracht gefunden wird, dann zu Preisen, die nicht mal mehr lächerlich sind. So kann auch eine Auslese betrieben werden.
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Sich mit einem Lkw irgendwo festfahren. Man soll nie sagen, dass einem selbst das nie passieren würde. Aber irgendwann sollte doch selbst der ignoranteste oder blindeste Fahrer feststellen, dass es irgendwo da vorne nicht weitergeht.
Hier ist auch wieder so ein Fall. Immerhin hat der versucht, an sein Ziel zu kommen. Zu wenig Einsatz kann man ihm also wirklich nicht vorwerfen.
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Mit mehr als 60 Tonnen Gesamtgewicht unterwegs. Das ist schon eine kleine Hausnummer. Aber Asphalt-Cowboys sind ja hart im nehmen. Auch der wird das absitzen.
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Bei Saarwellingen im Saarland soll ein Sextreff entstehen. Das denken zumindest Einwohner*innen dieser Gemeinde. In Wirklichkeit ist es ein simpler Lkw-Parkplatz an einer Autobahn, gut dreihundert Meter von den nächsten Siedlungshäusern entfernt.
Aber da wo Lkw-Fahrer wie ich ihre Ruhe verbringen müssen, herrscht natürlich Sodom und Gomorra. Party die ganze Nacht, halbnackte Frauen tanzen an Verkehrsschildern, dass Parkplatz-WC wird zum Freudenhaus.

Im verlinkten Beitrag steht im letzten Absatz:

„bei entsprechender Wetterlage“ ein Infostand auf dem Gelände des neuen Einkaufszentrums am Edeka-Markt in Saarwellingen aufgebaut werden.

sol.de

Auch wenn es ein wenig abgedroschen klingt. Aber wie glauben die Leute, kommt all das Zeug in ihr tolles neues Einkaufszentrum?
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Klaas Heufer-Umlauf kämpft für mich
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Seit letzter Woche gelten neue Regeln im Straßenverkehr und höhere Strafen für Vergehen. Für mich bedeutet das: Schrittgeschwindigkeit beim Rechtsabbiegen und mindestens 1,5 Meter Abstand beim Überholen von Radfahrern.
Die Schrittgeschwindigkeit beim rechts abbiegen habe ich schon brav eingehalten. Es gab Ampeln, die waren nach mir wieder rot. Schöne Regel.
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Überschrift in der Süddeutschen: Lkw-Fahrer genießen Respekt

Ach wo. Genauso viel oder eher wenig wie vorher. Lkw-Fahrer sind keine Helden, sondern machen einfach ihren Job. Sagt man doch so, oder?
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Der Gotthardtunnel wird fünfzig
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Was für ein Trollo

Es gibt Typen, da fehlen mir die Worte.

Stau auf der A 7 bei Dinkelsbühl. Grund waren diese beiden Unfälle einige Stunden vorher. Mal stand es, dann rollte es langsam einige Meter weiter. Immer mit zehn, zwölf Meter Abstand zum Vordermann. Wie es eben so ist.

Dann kam er von einem Parkplatz gefahren. VW vorn, langen Anhänger dahinter. Rechts an mir vorbei, fünf Meter weiter rüber auf meine Spur.
Für das Auto aus Wolfsburg hat es gereicht, für den Hänger nicht. Es gab ein wirklich hässliches Geräusch.

Lkw unfall schaden
Es hat gescheppert

Mein hupen lies ihn wieder bremsen und nach rechts auf den Standstreifen ausrollen. Ich langsam hinterher. Er stieg aus und legte los. Warum ich ihn nicht hätte einfädeln lassen, sondern extra noch schneller geworden wäre und überhaupt. Der Unfall wäre allein meine Schuld.

Ich fragte ihn, wie man in einem Stau schneller werden kann, was ich davon hätte, die Straße dicht zu machen und ob er einfach nur zu dumm ist, Auto zu fahren.
Seine Antwort? Über dreißig Jahre unfallfrei unterwegs. Da lachte ich ihn aus.

der anhänger nur leicht beschädigt
Der Anhänger kam gut weg

Wir tauschten Daten und Personalien, fertig. Später überlegte ich, es wäre vielleicht doch besser gewesen, die Polizei zu rufen. Aber da war es dafür eh schon zu spät.
Am Wochenende schreibe ich einen Unfallbericht und lege den zusammen mit dem Unfallbogen meinem Chef auf seinen Schreibtisch.

Passieren kann immer mal was. Wo gehobelt wird, fallen Späne. So lange es bei Blechschaden bleibt, ist alles reperabel. Wenn auch ärgerlich, klar. Trotzdem sollte man nen Arsch in der Hose haben und seinen Fehler zugeben. So nach dem Motto, sorry, hab nicht aufgepasst. Tut mir leid, aber ist passiert. Das zeigt Stärke. Aber nicht rumheulen und eigene Schuld abwälzen. Das ist lächerlich. Meine Meinung.

1 Kommentar

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Ein Leser schreibt und fragt:

Hallo, ich habe Deinen Bericht im MDR gesehen. Der wo es um die eigentlich unnötigen Transporte geht. Sehr interessant, und verstehe mich nicht falsch, aber wenn es die nicht geben würde, hättest Du doch eigentlich nichts zu fahren. Du solltest eigentlich froh sein, dass es auch solche im Grunde unnötigen Transporte gibt. Oder wie siehst Du das?

Hallo,

na ja. Es war nicht mein Bericht, sondern nur ein Artikel im Online-Angebot des MDR. Ausserdem ging es da weniger um „unnötige“ Transporte, sondern um die derzeitige Situation unterwegs. Habe ich ja schon hier erwähnt.

Aber da gefragt wurde. Das Transporte mit dem Lkw sinnvoll sind, stellt doch keiner in Frage. Auch ich nicht, zumal ich damit mein Leben finanziere. Trotzdem wird man doch fragen dürfen, ob dieses endlose Wachstum des Straßengüterverkehrs wirklich alternativlos ist.

Viele sehen doch selbst, wie es auf den Autobahnen ausschaut. Auf der rechten Spur Lkw an Lkw, Parkplätze sind Mangelware. Selbst an Wochenenden sind die Rastanlagen überfüllt, da mit vorwiegend ost- und südosteuropäischen Lkw. Über die Lebensbedingungen dieser Fahrer will ich erst gar nicht anfangen.

Und der Anteil schwerer Lkw steigt Jahr für Jahr weiter. Dabei ist unsere Infrastruktur bereits jetzt an ihrer Grenze angelangt. Viele Baustellen, Brücken die mit Lkw nur mit verringerter Geschwindigkeit befahren werden dürfen oder gleich gesperrt werden. Und es wird nicht besser.

Nur weil ich mir ein paar Gedanken mache, bedeutet doch nicht, dass ich an dem Ast säge, auf dem ich sitze. Im Gegenteil. Denn wenn einige wenige ihren privaten Konsum nur ein wenig überdenken, gibt es trotzdem noch genügend zu transportieren. Auch mit dem Lkw.

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