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Monat: Juni 2020

Gibt nix von mir. Erst recht nicht auf die krumme Tour.

Auf einer Raststätte bei Frankfurt. Ein etwas ungepflegt wirkender Mann mittleren Alters klopfte an die Fahrertür. Erst dachte ich, er wollte nach dem Weg fragen oder ob ich Pfandflaschen für ihn hätte. Aber nein, sein Begehren war etwas anderes.

„Hallo, ich stehe da hinten mit einem Transporter und mir ist der Diesel ausgegangen. Kannst Du mir so drei, vier Liter geben?
Da hinten? Da ist eine Tankstelle, da gibt es auch Diesel.“

Ja aber, ich brauche doch nur zwei, drei Liter.
Ach ja, Kleinmengen verkaufen die ja nicht. Wie weit willst Du eigentlich mit drei Litern kommen?“

Na ja, Du kannst mir natürlich auch dreißig oder vierzig Liter geben. Bei dem großen Tank hier fällt das doch überhaupt nicht auf.
Ach jetzt willst Du schon vierzig Liter? Komm, geh und lass mich in Ruhe.“

Wie geh doch einfach? Darf ich Dir mal was erklären? Wir sind ein kleines Puppentheater, wegen Corona haben wir keine Aufträge, uns geht es schlecht. Wenn jeder so ignorant ist wie Du, gibts bald keine Kunst mehr.
Dann bau hier Deine Bühne auf und gib eine Vorstellung. Vielleicht spenden ein paar Fahrer was. Von mir gibt es nix.“

Das wollte er aber auch nicht. Wohl weil er von Künstler sein so weit entfernt ist, wie die Erde von der Sonne. Ich kenne doch meine Dieselschnorrer. Mal kommen die angeblich von einem notleidenden Zirkus, dieses mal war es ein Puppentheater.
Schlimm ist nur, dass die immer wieder einen finden, der nen Schlauch in den Tank hält und sich Diesel abzapfen lässt. Das es dabei nicht bei fünfzig Litern bleibt, dürfte auch klar sein. Ganz schnell wechseln mal hundert Liter oder mehr den Besitzer.

Aber wer seinen Chef bescheißen will, gerne. Bei mir gibt es nix. Es sei denn, ich schlafe den Schlaf der Gerechten.

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Links und rechts der (Daten-) autobahn

Die „Berliner Zeitung“ wirbt für feiert die Berliner Firma Sennder. Eine digitale Spedition, umgangssprachlich „Sofa-Spediteur“ genannt, die mit zig Millionen Investorengeld die Logistik-Branche revolutionieren verändern will.
Das sind also die neuen Revoluzzer. Digitalisieren sich durch die Welt, immer auf der Suche nach neuen Investoren. Gut das sich Lkw noch nicht digitalisieren lassen und es immer noch Leute gibt, die ihn von A nach B fahren und be- und entladen müssen.

Die bieten Frachten an, für deren Preise kann kein deutsches Unternehmen wirtschaftlich fahren. Also bleibt der Pole, nur selbst für den sind eigene Fahrer zu teuer, aber auch kein Problem. Fahren halt Ukrainer oder Weißrussen, billiger geht immer. Tja, Kapitalismus in Reinkultur, nur um Aktionäre noch fetter zu machen. Alles richtig gemacht mit der Digitalisierung.

Ach ja. Wer sich wundert, wieso auf der Homepage von Sennder nur Scania zu sehen sind – seit drei Jahren investieren die kräftig. Mit V8-Power in den Arsch Po von Sennder. So geht Zukunft.
***

Ab 1. Juli sollte die Nutzung eines Funkgerätes ohne Headset oder Freisprecheinrichtung unter Strafe gestellt werden. Aber nun hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in einem Schreiben vom 19. Juni 2020 die Länder darum gebeten, bis einschließlich 31. Januar 2021 in Bezug auf die Nutzung von Funkgeräten für alle Verkehrsarten von einer Kontrolle des Verbots abzusehen.

Allein der Vorschlag, die Nutzung einer Funke während der Fahrt unter Strafe zu stellen, ist lächerlich. Franz Meersdonk würde sich im Grab umdrehen. Lasst die Kirche im Dorf.
Seit zwei Jahren fahre ich ohne Funkgerät durch die Gegend. Mir fehlt die auch nicht. Aber in den 27 Jahren vorher hat mich das Mikro in der Hand nie vom Verkehr vor und neben mir abgelenkt. Am Funkgerät selbst schaltet man eh kaum rum. Die Frequenz ist auf 9 AM eingestellt, fertig. Eine andere Frequenz wird nur eingeschaltet, wenn man in Ruhe mit einem Kollegen quatschen will. Wie oft passiert das? Antwort? Kaum.

Da stellt sich aber für mich die Frage, wie ist das mit dem modernen Hilfsmitteln im Auto? Die Einstellungen für Radio, Navi, Klimaanlage, Tempomat und und und…

…lenkt das Gesuche und gedrücke auf diversen Schaltern oder gar einem Touchscreen nicht auch ab? Also lasst uns auch dieses ganze moderne Zeug sofort verbieten. Die Unfallstatistik würde sich inner eines Jahres halbieren. Mindestens.
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Zwei in Deutschland registrierte Lastwagen des Transportunternehmens „TS Transport A/Ssollen sogenannte Kabotage-Fahrten durchgeführt haben und damit geltende Gesetze verletzt haben.

John Thimes Kristiansen, der Direktor von „TS Transport A/S“ und der in Deutschland ansässigen Zweigniederlassung „TS Transport GmbH“ kann das überhaupt nicht verstehen. Für ihn ist Covid-19 schuld:

Es war wegen des Coronavirus nicht möglich, die Fahrer auszutauschen. Deshalb ist es aus dem Ruder gelaufen“

Klingt wie: „Ich konnte früh um zwei kein Taxi mehr erreichen. Deshalb bin ich betrunken nach Hause gefahren.“
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Raststätten an Autobahnen werden immer teurer? Hmm, habe ich gar nicht mitbekommen.

Aber mal ernsthaft. Wer sich eine Bockwurst für vier Euro oder einen Kaffee für knapp fünf Euro rein zieht, ist eh gestört. Da ist es egal, ob der Aussendienstler, Lkw-Fahrer oder Urlauber ist.
Ach ja. Die kostenlose Nutzung der Toiletten ist ja auch wieder Geschichte. Kann ich endlich wieder Gutscheine sammeln.
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Hört die Signale der Fahrer
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Wasserstoff-LKW von Tesla-Gegner Nikola unter Beschuss
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Nicht übel

der neue iveco

Also ich muss zugeben, mir gefällt der neue Iveco. Ob er innen einen ähnlich guten Eindruck macht, keine Ahnung. Aber von außen finde ich ihn echt gelungen.

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Schlaue Zitate

Mit meinen dreißig Jahren denke ich, dass ich schon eine Menge geschafft habe. Wenn man eine gute Ausstrahlung hat und sich ordentlich verhält, den Leuten offen entgegen geht, einen gewissen Charme an den Tag legt, gute Laune hat, ist die Resonanz die man bekommt in der Regel so, wie man selbst ist.

Mir passiert kein Fehler zweimal. Niemals. Weil jedes mal kostet ein Fehler Geld. Und wenn Leute als Angestellte unterwegs sind, wird das vielleicht manchmal nicht so ernst genommen und dann passieren Fehler, zwei-, dreimal.
Damit muss man Leben. Denn wenn die Leute so gut wären wie ich, wären sie nicht meine Angestellten, sondern meine Konkurrenten.

Marc Panzer (Spediteur) in Asphalt Cowboys Staffel 6, Folge 2 (Hilf Dir selbst)
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Kein Wasser mehr

Ich fand es immer angenehm, meinen kleinen Wasservorrat den ich unterwegs so brauche, an Autobahntankstellen auffüllen zu können. Tür auf, Kanister schnappen, voll machen, wieder rein, Tür zu, fertig. Keine weite Schlepperei, wenig gepansche, alles gut.

Die Corona-Krise scheint aber auch vielen Pächtern arg zugesetzt zu haben. Denn immer öfter werden die Wasserhähne abgeschraubt, Fragen ob ich trotzdem Wasser bekommen könnte, werden meist mit „nein“ beantwortet.

Ohne Hahn kein Wasser

Klar verstehe ich die Pächter. Wasser ist ein wertvolles Gut. Nicht umsonst verkaufen die Literflaschen für vier Euro das Stück. Selbst das Wasser aus der Leitung ist in Deutschland teuer. Für den Gegenwert von einem Euro bekommt man auch nur ungefähr 500 Liter.
Wenn also fünfzig Fahrer ihren 10-Liter Kanister auffüllen, kostet das den Gegenwert eines halben Espresso, den die verkaufen. Wow, dass ist wirklich kaum zu finanzieren.

Aber mal ernsthaft. Wenn es euch in den Krallen von Tank & Rast so schlecht geht, ich zahle sogar zwanzig, von mir aus auch dreißig Cent für zehn Liter Leitungswasser.
Nur lässt mir die Möglichkeit etwas von der Brühe zu bunkern. Denn die Möglichkeit unterwegs mal die Hände oder das Gesicht abwaschen zu können, kann nie verkehrt sein.

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Links und rechts der (Daten-) autobahn

Eine Lkw-Demo in Berlin. Dieses mal nicht wie vor Jahren von Fahrern organisiert, sondern von Unternehmern, also Selbstfahrern und kleinen Mittelständlern. Die Gülle steht vielen von denen bis zum Haaransatz.
Da die Wirtschaft abschmiert sind viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit, deren Brieftaschen leer. Folge, es wird weniger gekauft, erst recht keine Luxusgüter. Auch Autos gehören dazu. Können sich ja immer weniger leisten.

Heißt für Transporteure, es gibt weniger Ladung auf dem Markt. Und um die zu bekommen, wird gekämpft. Vor allem damit, billiger als die Konkurrenz zu sein. Also sinken die Frachtpreise weiter.

Dann gibt es noch die Frachtführer aus dem Osten und Südosten Europas. Gegen die kommt kein deutsches Transportunternehmen an. Zumindest nicht legal. Hoffnung macht nur das Mobilitätspaket. Zwar auch nicht das gelbe vom Ei, aber vielleicht wird dessen Einhaltung ja endlich mal von Kontrollbehörden kontrolliert. Dabei könnten nebenbei auch die schwarze Schafe unter deutschen Speditionen mit ausgesiebt werden.

Auf einigen Facebookseiten wird die Demo schon schlecht geschrieben. Zu wenig Teilnehmer, die, die es interessieren sollte bekommen es eh nicht mit, veraltete und nicht durchführbare Forderungen, nur aufgemotzte Autos. Alles bla bla. Lasst die Leute doch machen, die bekommen den Arsch wenigstens hoch.
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Eigentlich hat der Beruf des Fernfahrers rein gar nichts mit Romantik zu tun. Trotzdem schaffe ich es, mir das Leben unterwegs schön zu machen.
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Ein Logistiker aus Duisburg geißelt Sozialdumping an den Terminals des Kombinierten Verkehrs und fordert eine verbindliche Bezahlung nach Tarif.

Einer fordert das? Warum nicht mehrere? Vielleicht weil es von den Spediteuren doch so gewollt ist? Immer gibt es einen der es für weniger kann. Zumindest eine Zeit lang. Denn nur der derzeitige Profit zählt. Dagegen hilft auch kein Lkw-Convoi in Berlin.
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Unerlaubter Warentransport heißt hier „Verstoß gegen Kabotagebestimmungen“. Tatsächlich wurde mal einer erwischt. Unglaublich. Es muss eben nur kontrolliert werden.
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So ein Wochenende im Lkw ist lang, kann mit Alkohol aber erträglicher werden. Blöd nur, dass der auch aggressiv macht.

So vor einem Jahr geschehen. Zwei Osteuropäer saufen vertreiben sich die freie Zeit mit Alkohol, geraten in Streit, dann ist einer tot. Jetzt wurde Anklage gegen einen 31-jährigen erhoben.
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Endlich ist mir klar, wo das Corona-Virus herkommt. Made in Romania or Bulgaria.

Aber mal ernsthaft. Schuld sind natürlich nur die Arbeitssklaven. Laschet windet sich wie ein Aal und tut so, als ob es diese Zustände erst seit kurzem gibt. Egal ob in der Ernte, im Transport oder in der Fleischindustrie. Das geht so seit Jahrzehnten. Aber hauptsache schön die Augen geschlossen halten.

Vielleicht lehne ich mich jetzt ein bissel weit aus dem Fenster, aber für mich sind diese Zustände unter denen Ost- und Südosteropäer oftmals hier im Westen hausen, nix anderes als Sklaverei. Das einer der Bundeskanzler werden will, so etwas beschönigt und kleinredet, macht mich schon ein bisschen stinkig. Und das kommt selten vor.
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Muss ich nicht verstehen

Das ein Kollege aus dem Nahverkehr einen halben Tag „meinen“ Lkw fährt um die von mir letzte Woche in Italien geladene Ware auszuliefern, damit ich meine Wochenruhezeit einhalten kann, ist ja nett. Auch das er seinen Lieblingssender hören möchte, auf der Suche danach die von mir gespeicherten Stationen löscht, geschenkt.
Nur warum er in den Einstellungen des Bordcomputer Kilometer durch Meilen und Celsius durch Fahrenheit ersetzt hat? Keine Ahnung. Vielleicht haben sich Gene aus Übersee in ihm versteckt? Ich weiß es nicht.

War heiß heute

Was ich aber weiß, dass er die Plane vom Auflieger nicht auf bekommen hat. Ist eigentlich nicht so schwer. Erst die Plane ein Stück hoch drücken, den Hebel der sich darunter versteckt, nach vorn ziehen, die Seitenplane entspannt sich, fertig. Dann die Strebe aus der Führung drücken und schon öffnet sich die Seite des Aufliegers ganz leicht.

Macht man das nicht, zieht man an der Schlaufe wie ein Irrer. Logisch, ist ja noch alles fest. Da gibt nix nach, außer die Schlaufe irgendwann selbst. Also statt mal zu schauen, warum da nichts passiert, denn irgendeinen Grund muss es ja geben, lässt er rohe Kräfte walten.

Wo rohe Kräfte walten…

Aber stimmt, es gibt schlimmeres. Die Einstellungen im Bordcomputer sind schnell geändert, Radiostationen fix neu gespeichert und zwei Nieten, schon ist die Halteschlaufe wieder fest. Also kein Grund zur Aufregung, lohnt nicht.

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