Heute morgen fix einen Becher Kaffee und ein Teilchen Pain au chocolat gekauft, hinterm Führerhaus abgestellt um aufzuschließen, eingestiegen, losgefahren. Nach einigen Minuten fiel mir auf, dass irgendetwas fehlt.
Standfestes Frühstück
Klar. Der Becher und das Schokobrötchen stehen und liegen ja noch draußen. Also bei nächster Gelegenheit angehalten, aber ohne viel Hoffnung, mein Frühstück noch zu retten. Aber siehe da, nix ist während der Fahrt runtergefallen. Perfekte Ladungssicherung. Lag aber eher nicht an meiner Fahrweise.
Wir brauchen in ganz Europa gute Bedingungen für Fahrer, die alles, was wir kaufen, durch die Gegend transportieren – und insofern an allem, was wir konsumieren, in irgendeiner Form beteiligt sind. Entsprechend sollten wir sie auch behandeln.
So, heute kann ich den nächsten Pass auf meiner To-do-Liste der mit Lkw befahrbaren Strecken durch die Alpen abhaken. Den Passo del Tonale habe ich bezwungen.
Obwohl bezwungen das falsche Wort ist. Er lässt sich relativ gut befahren. Bis auf kurze Abschnitte auf der Westseite ist die Strecke, übrigens die SS 42, gut und auch ausreichend breit ausgebaut. Wirklich enge Kehren gibt es nur wenige. Klar, es ist schon ein geeiere, geht aber schließlich auch durchs Hochgebirge.
Das ärgste Hindernis kam bereits weit unterhalb der Passhöhe. In Edolo gibt es einen kurzen Tunnel, dessen Seiten mit 3.50 Meter ausgeschildert sind. Mittig passt die Durchfahrt mit vier Meter Höhe aber gut. Das Problem heute war aber der Verkehr. In Italien ist Urlaubszeit, viele Menschen sind unterwegs. Darunter auch einige, die nicht warten wollen. Aber ich schätze mal, dass kleine Verkehrschaos hinter mir hat sich schnell aufgelöst. Leider habe ich keine Bilder davon gemacht.
Keine Fotos gibt es auch vom Pass. Das ärgert mich schon, aber selbst nur kurz halten war null möglich. Die Masse an Urlaubern mit ihren hunderten geparkten Autos und Motorrädern, unglaublich. Da war echt kein Platz mehr für mich. Gereicht hat es nur für dieses Bild, über dreihundert Höhenmeter unterhalb.
Die SS 42 auf Trentiner Seite
Warum ich diese Strecke gefahren bin? Eine meiner drei Ladestellen lag wenige Kilometer unterhalb von Edolo, die nächste in Südtirol. Normal fährt man am Lago di Iseo entlang zurück nach Brescia und weiter über Peschiera und Affi zur Brennerautobahn. Ist aber über hundert Kilometer länger und bin ich schon oft lang gefahren.
Über den Pass aber wollte ich schon immer mal, und ja, heute hat es gepasst. Dazu kaum Gewicht auf dem Auflieger. Wunderbar. Zeitlich macht man aber trotz der kürzeren Strecke nichts gut, denn wie bereits weiter oben geschrieben, es ist trotz der relativ gut ausgebauten Strecke schon ein Gewurstel. Zumal heute auch viele Fahrradfahrer unterwegs waren.
Fazit? Passt es von der Strecke, kann man da fahren, muss man aber nicht. Besonders dann, wenn mehr als fünfzehn Tonnen Ladung auf dem Auflieger liegen. Landschaftlich natürlich top, was auch sonst.
Sollte sich für mich nochmal die Gelegenheit bieten, über den Passo del Tonale zu fahren, werde ich es machen. Dann aber hoffentlich außerhalb der Urlaubszeit. Denn einige Fotos von da oben müssen drin sein.
Montagmorgen, was soll ich dazu noch viel schreiben. Selbst der rechte Vorderreifen hatte keine Lust und zog es vor sich einen Nagel einzufangen, um seine Luft zu verlieren. Dazu noch an einer so cleveren Stelle, dass eine schnelle Ausbesserung nicht möglich sei. Da helfe nur eine Heißvulkanisierung. Die würde dauern und wäre heute eh nicht machbar. Sagte zumindest der Mann vom Reifendienst, irgendwo im Thüringer Wald.- und dem muss ich ja glauben.
Reifen kaputt
Also war ein neuer Reifen fällig. Hilft ja nix. Immerhin ging es schnell, aber auch kein Wunder, ich war ja der erste beim Händler. Der halbwegs defekte liegt jetzt auf dem Auflieger. Den kann sich mein Chef wieder herrichten. Ist ja erst zwei Jahre alt und vom Profil auch noch gut.
Derzeit macht ein kurzes Video der Polizei Münster im Netz die Runde, in der ein Lkw ein wenig ungestüm um eine Straßenecke donnert und dabei mehrere Radfahrer gefährdet.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Freies Blickfeld und fünf Radfahrer auf einmal „übersehen“? Tja nun. Vor allem sieht man deutlich, dass die Radfahrer nicht seitlich neben dem LKW „versteckt“ waren, sondern vor dem LKW und durch die Frontscheibe zu sehen gewesen wären, während der LKW an der Ampel wohl auf Grün wartete. Der Fahrer fuhr demnach mit voller Absicht mit dem Recht des Stärkeren los.
Aber das ist auch das Ergebnis jahrelanger Aufklärungsarbeit. Lieber werden Warnwesten verteilt und Helme beworben. Nur das verhindert eben keine Unfälle. Wer in diesen vermeintlichen Präventionsveranstaltungen, die im übrigen auch von der Polizei durchgeführt werden, mit abgeklebten oder falsch eingestellten Spiegeln Tote Winkel simuliert, erntet eben dieses Abbiegeverhalten. ***
Ich teile ja selten meine Meinung mit der eines FDP-Politikers. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Dr. Christian Jung von der FDP fuhr bereits am Anfang der Corona-Krise auf dem Weg von Karlsruhe nach Berlin sämtliche Rasthöfe ab, um sich persönlich ein Bild von der Situation auf Autobahnrasthöfen zu machen. Denn wir erinnern uns? Viele Sanitaireinrichtungen waren damals für Durchreisende nicht oder nur eingeschränkt zugänglich.
Die Geschichte von Lastkraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor beginnt eigentlich mit den typischen Pferdekutschen der letzten Jahrhunderte. Bereits 1830 zeichnete sich das Ende der Pferdefuhrwerke langsam am Horizont ab, als in England eine Personenkutsche mit Dampfantrieb präsentiert wurde. …
Einer meiner heutigen Aufträge? In einer Spedition bei Mailand Stückgut laden. Auf dem Firmengelände ist es eng, also muss ich außerhalb einen Platz zum parken suchen. Aber kein Problem, laufe ich halt mal zwei-, dreihundert Meter zur Anmeldung.
Dann stehe ich am Exportschalter, vor mir vier andere Fahrer. Im Raum, vom Büro durch eine Glasscheibe getrennt, ist es stickig. Aber normal im Hochsommer. Nach zehn Minuten bin ich dran, nenne dem Mitarbeiter auf der anderen Seite der Scheibe meine Spedition und wohin ich laden möchte. Die Kommunikation läuft durch eine Durchreiche zwischen Tresen und Scheibe.
Der Mann sucht meinen Ladeauftrag, möchte dann die Fahrzeugpapiere. Kein Problem, muss ich aber erst holen. Also knapp dreihundert Meter zum Lkw, Dokumente raus kramen, zurück in den stickigen Vorraum. Nach zwei Minuten kommt er wieder, kopiert die Papiere. Dann schaut er mich an, ich schaue zurück, frage was denn noch ist. Nun will er die „EU-Lizenz“. Das ist ein blauer Zettel, nötig für den „grenzüberschreitenden gewerblichen Güterkraftverkehr„.
Keine Ahnung, wieso der mir das nicht vorher gesagt hat. Ich wieder zum Lkw, Zettel geschnappt, zurück zur Anmeldung. Der Sachbearbeiter kommt zum Tresen, macht wieder eine Kopie, verlangt jetzt den Führerschein. Meine Antwort darauf war auf deutsch und gar nicht nett. Den Sinn scheint er aber verstanden zu haben, denn plötzlich ging es auch ohne Fahrerlaubnis. Stattdessen nannte er mir die Nummer der Rampe an die ich fahren sollte, fertig. Geht doch.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.