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Kategorie: Unterwegs

Warten in England

Fünf Stunden Warterei vor dem Eurotunnel. Na ja, hatte damit aber gerechnet. Ist halt momentan so. Die Briten wollen vor Januar noch so viel Zeug wie möglich rein und raus schaffen.

Stau vor dem Eurotunnel
Chillen auf der Autobahn

Aber das ärgste ist geschafft. Nicht mehr lange, dann bin ich im Abfertigungsbereich. Von da an hat es letzte Woche zweieinhalb Stunden gedauert, bis der Lkw auf dem Zug stand. Mal schauen, wie es heute läuft.

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SaniFair rüstet auf

Sieht ein wenig aus wie der Eingang zu einem Spacemobil, sind aber nur die neuen Bezahlschranken vor den Autobahntoiletten von SaniFair.

neue bezahlschranke bei sanifair
Neues von SaniFair

Statt nur mit Münzgeld kann man jetzt auch mit einem fünf Euro Schein bezahlen. Revolutionär. Oder sogar kontaktlos. Also mit Kreditkarte, Apple- oder Google Pay. Noch revolutionärer.
Mit Smartphone irgendetwas zahlen mache ich aber nicht, Kreditkarte funktionierte nicht. Also doch wieder das gute alte Münzgeld genutzt.

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Gern geschehen

Ich für meinen Teil weiß wie es ist, irgendwohin geschickt zu werden, ohne wirklich Ahnung von den jeweils örtlichen Begebenheiten und Vorschriften zu haben. Das erste mal nach England. Oder nach Frankreich. Beides Anfang 1994.
Keiner hat mir was nützliches erzählt. Fahr erstmal nach Calais, von da geht eine Fähre nach Dover, hieß es. Wichtig ist, dass Du in anderthalb Tagen in Norfolk bist. Die warten da auf unsere Ladung.

Oder fahr nach Auxerre. Aber nur Nationalstraße. Autobahn kostet Geld. Das wollen wir ja nicht unnötig ausgeben. Den kürzesten Weg wirst Du Dir schon raus suchen. Wie wäre es mal mit einer Tour in die Schweiz? Oh, da gibt es ja noch den Zoll. Na ja, musst dich halt durchfragen. Du machst das schon.

Ein Jahr später Polen. Auch hier erst Zoll an der Grenze, später noch zum Zoll im Binnenland. Meine kleinen Kenntnisse im Schulrussisch halfen mir nicht wirklich weiter. Aber letztlich wurde immer alles gut. Denn es fanden sich jederzeit Leute, die mir weiter halfen.

ein zollhof in polen czestochowa
Zoll in Czestochowa

Vielleicht bin ich deshalb bis heute so nett oder von mir aus auch zuvorkommend, wenn mich jemand nach Dinge fragt, wo er nicht durchblickt oder die ihm keiner erklärt hat. Also nicht so richtig.
Wie dem Fahrer einer litauischen Firma, der mich an der unteren Tankstelle am Irschenberg ansprach. Kurze Erklärung. An der Abfahrt Irschenberg gibt es zwei Tankstellen. Erstmal die übliche Raststätte mit Tanke und Rasthaus. Und dann eben noch eine Tankstelle, etwas unterhalb vom Rasthof.

Genau da mache ich öfter eine halbe oder dreiviertel Stunde Pause. Reicht für die schnelle Morgenwäsche, einen Kaffee und ne Butterbrezel.
Oder auch für eine Auskunft. Der Fahrer des litauischen Lkw sah ziemlich hilflos aus. Keine Ahnung, aus welchen Land er eigentlich kam. Russland, Ukraine, Belorussland? Spielt auch keine Rolle.

Seine erste Frage? Wie funktioniert Maut in Österreich. Natürlich in einem Mix aus russisch, englisch und deutsch. Ich zeigte auf die Box vorn bei mir an der Scheibe, sagte das er die oben am Rasthof an der Autobahn bekommt und dort auch richtig eingestellt wird.
Erste Frage beantwortet. Die zweite kam von mir. Nämlich ob er auch eine Umweltplakette hat. Nein, natürlich nicht. Woher auch. Ihm war nicht einmal bekannt, dass diese in Teilen Österreichs Pflicht ist.

Aber alles gut. Auch das habe ich ihm erzählt und Adressen aufgeschrieben, wo er diesen Aufkleber bekommt. Denn man hilft ja wo man kann. Auch wenn aus fünfundvierzig Minuten Pause eine Stunde wird.

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Florian schickte mir dieses Bild:

lkw auf einem feld festgefahren
Lkw auf Abwegen

Was der Fahrer auf dem Acker wollte, war ihm schleierhaft. Zwischen den Leitplanken nur eine Durchfahrt, damit der Bauer sein Feld befahren kann. Dahinter fünf Meter asphaltierte Fläche, danach unbefestigte Flora. Wie es oft zu sehen ist.

Ob der Fahrer drehen wollte? Auch unwahrscheinlich. Denn jeweils drei,- vierhundert Meter in jede Richtung gibt es einen Kreisverkehr. Wäre also ganz easy gewesen. Eigentlich.

Aber vielleicht ist es manchmal besser, nicht nach dem „warum?“ zu fragen.

Kleines Update. Florian schreibt, da ist nichts asphaltiert. Nicht mal ein kleines Stück, geschweige denn fünf Meter. Hab ich wohl falsch gelesen.

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Leise rieselt der Schnee

Der erste Schnee ist da. Und das gar nicht mal so weit oben, wie hier unterhalb vom Brenner. Der Pass hat ja nur etwas mehr als 1 300 Meter Seehöhe.

leise rieselt der Schnee
Leise rieselt der Schnee

Ich fand es schön. Auch weil es gefühlt schon weißer war, wie im gesamten letzten Winterhalbjahr.

es liegt Schnee
Passend zum Oktober
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Aller Anfang ist mühsam

Tja, Urlaub vorbei. Der Ernst des Lebens beginnt wieder. Hätte noch eine Woche mehr sein können, aber in achtzig Tagen ist ja schon Weihnachten. Heißt wieder zwei Wochen frei. Wow.

Immerhin begann die Woche relativ ruhig. Auflieger war vorgeladen, mit drei Kunden in Oberitalien. Zwei davon kenne ich gut, der dritte bereitet mir ein wenig grummeln im Bauch.
Die Firma ist mitten in Mailand. Da war ich letztes Jahr schon mal. Trotz Lkw-Navi und Maps kam ich nicht hin. Dauernd sollte ich rechts abbiegen, durch Straßen, da passte gerade ein Panda durch.

Irgendwann war ich nur noch einen knappen Kilometer vom Ziel entfernt, dann war ich wieder auf einer Ausfallstraße. Schon waren es erneut zwanzig Kilometer. An mein Fluchen kann ich mich noch gut erinnern.
Aber irgendwie kam ich doch hin. Klar, muss ja auf die ein oder andere Weise klappen. Nur die Strecke weiß ich natürlich nicht mehr.

Zum Schluss habe ich den Entlader noch gefragt, wie ich wieder am besten und schnellsten aus der Stadt komme. Der sagte, mit einem Hubschrauber, und fand das auch noch lustig. Ich nicht.
Den Weg zurück wollte ich mir eigentlich merken. Aber sinnlos, ging im zickzack durch die Stadt. Dann war da noch eine Bogenbrücke, die musste ich mittig durchfahren. Seitdem habe ich immer gehofft, da nicht mehr hin zu müssen.

Na ja, habe die Bude einmal gefunden. Da wird es morgen nachmittag auch funktionieren. Jetzt ist erstmal Feierabend. Alles andere dann später.

Ach ja, eines noch. Viel Verkehr heute auf den Autobahnen. Das mehr Lkw unterwegs waren, klar. Samstag war Feiertag, da hatten die Osteuropäer Zwangspause. Aber auch Pkw. Sind schon wieder irgendwo Ferien?

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Fahrzeit ist wichtig

Prompt meine erste 10er Schicht angebrochen. Wegen acht Minuten. Ging aber nicht anders, denn ich wollte bis zum Brenner kommen. Da kann ich morgen früh um vier weiterfahren, ohne in Österreich doppelte Maut zahlen zu müssen.

Bissel ärgerlich, aber einmal darf ich ja diese Woche noch zehn Stunden fahren. Wird schon passen.

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