…für unter einen Euro. Das ich das noch mal erleben darf.

…für unter einen Euro. Das ich das noch mal erleben darf.

Es gibt Typen, da fehlen mir die Worte.
Stau auf der A 7 bei Dinkelsbühl. Grund waren diese beiden Unfälle einige Stunden vorher. Mal stand es, dann rollte es langsam einige Meter weiter. Immer mit zehn, zwölf Meter Abstand zum Vordermann. Wie es eben so ist.
Dann kam er von einem Parkplatz gefahren. VW vorn, langen Anhänger dahinter. Rechts an mir vorbei, fünf Meter weiter rüber auf meine Spur.
Für das Auto aus Wolfsburg hat es gereicht, für den Hänger nicht. Es gab ein wirklich hässliches Geräusch.

Mein hupen lies ihn wieder bremsen und nach rechts auf den Standstreifen ausrollen. Ich langsam hinterher. Er stieg aus und legte los. Warum ich ihn nicht hätte einfädeln lassen, sondern extra noch schneller geworden wäre und überhaupt. Der Unfall wäre allein meine Schuld.
Ich fragte ihn, wie man in einem Stau schneller werden kann, was ich davon hätte, die Straße dicht zu machen und ob er einfach nur zu dumm ist, Auto zu fahren.
Seine Antwort? Über dreißig Jahre unfallfrei unterwegs. Da lachte ich ihn aus.

Wir tauschten Daten und Personalien, fertig. Später überlegte ich, es wäre vielleicht doch besser gewesen, die Polizei zu rufen. Aber da war es dafür eh schon zu spät.
Am Wochenende schreibe ich einen Unfallbericht und lege den zusammen mit dem Unfallbogen meinem Chef auf seinen Schreibtisch.
Passieren kann immer mal was. Wo gehobelt wird, fallen Späne. So lange es bei Blechschaden bleibt, ist alles reperabel. Wenn auch ärgerlich, klar. Trotzdem sollte man nen Arsch in der Hose haben und seinen Fehler zugeben. So nach dem Motto, sorry, hab nicht aufgepasst. Tut mir leid, aber ist passiert. Das zeigt Stärke. Aber nicht rumheulen und eigene Schuld abwälzen. Das ist lächerlich. Meine Meinung.
1 KommentarDer Mitteldeutsche Rundfunk wollte wissen, wie das Leben und arbeiten so unterwegs während der Corona-Krise für uns Lkw-Fahrer ausschaut. Also ob wirklich alle Toiletten geschlossen sind, Duschen nicht genutzt werden dürfen, Firmen uns den Zutritt verwehren.
Wir Fahrer unser Geschäft demzufolge hinterm Busch oder am Lkw-Reifen verrichten müssen, keimig und müffelnd herumlaufen dürfen oder auf den morgendlichen Kaffee verzichten, weil ein Getränkeautomaten bei einem Kunden unerreichbar geworden ist.
Ich habe versucht, in einem Gespräch darauf einige Antworten zu geben. Natürlich aus meiner Sicht. Kann ja nicht für andere sprechen. Aber ich denke, dass sehen einige ähnlich.
„Ich hab mich schon oft am Kanister waschen müssen und konnte nicht essen gehen. Im Ausland gibt es oft gar keine Duschen für Fahrer. Auch ohne Corona nicht. Mittlerweile haben einige Tankstellen ihre Sanitärbereiche wieder geöffnet. Auch Autohöfe machen sich Gedanken. So kann man Essen vorbestellen und dann am Autohof abholen.“
Ich zum MDR
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1 KommentarSeit dreieinhalb Wochen fahre ich jetzt nur in Deutschland umher. Logisch, Italien geht ja momentan nix. Und heute, nach fast einem Monat stand ich zum ersten Mal in einem Stau – zwischen Kronau und dem Walldorfer Kreuz.

Gut, es war kein richtiger Stau. Nach einer Minute ging es weiter. Keine Ahnung, wieso es kurz stockte. Aber es war Stillstand auf der Autobahn.
Also ein Stau, wenn auch nur ein kurzer kleiner. Hatte echt schon Entzugserscheinungen.
Das Internet weiß alles. Jetzt gibt es auch eine Seite, auf der die Wartezeiten für Lkw an den europäischen Grenzen in relativer Echtzeit angezeigt werden. So sieht man gerade an diversen Grenzübergängen teilweise zig Kilometer Stau und stundenlange Standzeiten.
Ich hätte nie gedacht, dass es innerhalb der EU nochmal zu solchen Zuständen kommt.
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1 KommentarSo. Feierabend in der italienischen Sperrzone. Ach ja, seit letzter Nacht ist ja das ganze Land als Gefahrenzone deklariert. Nicht mehr nur der Norden.

Aber mal meine Beobachtungen von heute.
Der Schwer- und Lieferverkehr läuft wie immer. Ist also nicht weniger geworden. Aber logisch, Industrie und Gewerbe müssen beliefert werden, ebenso Super- und Fachmärkte. Menschen müssen auch in einer Krise versorgt werden.
Kontrollen habe ich keine gesehen, den ganzen Tag nicht. Auch die Polizei selbst war nicht öfter unterwegs, wie zu normalen Zeiten.
Was merklich nachgelassen hat, ist der Individualverkehr. Viele Italiener halten sich wohl doch an das Dekret der Regierung, private Wege zu beschränken und sich nach Möglichkeit nur zu und von der Arbeit, sowie zu Arztbesuchen draußen aufzuhalten.
Auch die Parkplätze vor Einkaufsmärkten waren leerer. Zumindest in der Lombardei. Schließen tun die eh schon um achtzehn Uhr, ebenso die Raststätten an den Autobahnen.
In Turin, also im Piemont, wo ich am frühen Nachmittag war, sah es anders aus. Menschen gingen spazieren, führten ihre Hunde Gassi oder joggten sich gesund.
Lag vielleicht auch daran, dass Teile der Lombardei schon länger als „rote Zone“ gekennzeichnet sind, die Leute dort also schon folgsamer sind.
In drei Firmen habe ich entladen. Mit der Gefahr durch das Corona-Virus gingen die Leute unterschiedlich um.
In der ersten bei Brescia saß der Pförtner mit Schutzmaske und Gummihandschuhen hinter seinem Tresen, der Staplerfahrer hingegen gab anderen Leuten die Hand, unterhielt sich normal mit denen, irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen Fehlanzeige.
Aber vielleicht kannten die sich auch gut, wussten das der jeweils andere gesund ist. Was weiß ich.
Interessant noch. Bei jedem Lkw-Fahrer wurde vor der Einfahrt die Temperatur gemessen. 35,9 Grad zeigte das Thermometer bei mir an. Also alles im grünen Bereich. Was mich aber interessiert. Bei Fahrern mit erhöhter Temperatur, werden die nur weg geschickt oder wird ein Arzt benachrichtigt?
In den beiden anderen Betrieben bei Turin, war es ähnlich. Auch dort liefen einige mit Mundschutz rum, andere ohne irgendwelche Schutzmaßnahmen.
In der Warenannahme eines Lagers hingen vier Leute auf engsten Raum zusammen. Natürlich ohne Schutz. Die hatten echt vollstes Vertrauen zueinander.
Ich selber? Gestern von einer deutschen Autobahnraststätte einen Pack Dieselhandschuhe mitgenommen. Die da neben den Zapfsäulen hängen.
Sobald ich irgendwas außerhalb vom Lkw anfasse, ziehe ich ein Paar an und entsorge es danach. Dann natürlich Abstand zu jeden und Hände waschen noch öfter als sonst.
Mag leicht panisch klingen, ist aber nicht so. Sowas kann man leicht bewerkstelligen, passt also.
Natürlich informiere ich mich. Die Ausreise aus Italien ist ja auch so ein Ding. Heute Mittag hieß es zum Beispiel: „Ab sofort dürfen Menschen aus Italien nicht mehr ohne ärztliches Attest nach Österreich einreisen.“
Eine Stunde später in einem anderen Artikel: „Bei Reisenden wird nur Fieber gemessen.“
Und eben: „Die Durchreise durch Österreich ist weiterhin erlaubt.“
Tja nun. Wenn es mit einfacher Information und Kommunikation schon nicht klappt, wie soll dann der Rest funktionieren?
Aber ich bin guter Dinge, ohne Probleme wieder nach Deutschland zu kommen. Denn wie heißt es? Vorwärts immer, rückwärts nimmer.
2 Kommentare„Moin. Haben Sie auch Eibrötchen?“
„Nein. Aber Brötchen mit Schinken. Da ist auch Ei drauf“.
„Nee, ich möchte keinen Schinken.“
„Aber den können Sie doch runter pulen. Dann haben Sie ein Eibrötchen.“
Bei der Clevernes von Bäckereifachverkäuferinnen bin ich machtlos.
1 KommentarGestern Abend im Winterwunderland eingepennt und sechs Stunden später vom Wecker im Schneematsch geweckt worden. Irgendwie ein komisches Wetter. Aber die Autobahn war frei. Bei Aschaffenburg lag nicht mal mehr Schnee.
Um Würzburg rum und im Spessart sah das die Nacht wohl anders aus. Da standen die Lkw auf dem Standstreifen und deren Fahrer machten Pause. Tja, blöd wenn wegen Glätte nix geht und die Fahrzeit nicht mehr reicht, um einen Parkplatz zu erreichen.
So. Jetzt erstmal eine Dreiviertelstunde Pause. Vielleicht erkennt ja einer, wo ich gerade stehe.

Die nutze ich mal für nen gemütlichen Kaffee und dann geht’s weiter ins Sauerland. Drei Abladestellen warten auf mich. Also alles machbar.
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