Kein Abstand kann tödlich sein, auch am Stauende. Denn hätte der Containerfahrer so dicht wie seine Vordermänner gestanden, wäre er jetzt vielleicht tot. Der auffahrende Fahrer ist es leider. Er hat den Unfall nicht überlebt. Warum der das Stauende nicht erkannt hat, spielt für mich deshalb keine Rolle. Denn so ein Ende hat keiner verdient.
Das gilt übrigens auch für Pkw-Fahrer. Quetscht Euch an einem Stauende nicht in die rechte Spur, nur weil ihr noch eine Abfahrt oder die Zufahrt zu einer Raststätte erwischen wollt. Bleibt zumindest so lange links, bis rechts genügend Lkw stehen. Denn bei solch einem Aufprall bleibt nix übrig, weder vom Auto, noch von dessen Insassen.
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Heute morgen fix einen Becher Kaffee und ein Teilchen Pain au chocolat gekauft, hinterm Führerhaus abgestellt um aufzuschließen, eingestiegen, losgefahren. Nach einigen Minuten fiel mir auf, dass irgendetwas fehlt.
Standfestes Frühstück
Klar. Der Becher und das Schokobrötchen stehen und liegen ja noch draußen. Also bei nächster Gelegenheit angehalten, aber ohne viel Hoffnung, mein Frühstück noch zu retten. Aber siehe da, nix ist während der Fahrt runtergefallen. Perfekte Ladungssicherung. Lag aber eher nicht an meiner Fahrweise.
So, heute kann ich den nächsten Pass auf meiner To-do-Liste der mit Lkw befahrbaren Strecken durch die Alpen abhaken. Den Passo del Tonale habe ich bezwungen.
Obwohl bezwungen das falsche Wort ist. Er lässt sich relativ gut befahren. Bis auf kurze Abschnitte auf der Westseite ist die Strecke, übrigens die SS 42, gut und auch ausreichend breit ausgebaut. Wirklich enge Kehren gibt es nur wenige. Klar, es ist schon ein geeiere, geht aber schließlich auch durchs Hochgebirge.
Das ärgste Hindernis kam bereits weit unterhalb der Passhöhe. In Edolo gibt es einen kurzen Tunnel, dessen Seiten mit 3.50 Meter ausgeschildert sind. Mittig passt die Durchfahrt mit vier Meter Höhe aber gut. Das Problem heute war aber der Verkehr. In Italien ist Urlaubszeit, viele Menschen sind unterwegs. Darunter auch einige, die nicht warten wollen. Aber ich schätze mal, dass kleine Verkehrschaos hinter mir hat sich schnell aufgelöst. Leider habe ich keine Bilder davon gemacht.
Keine Fotos gibt es auch vom Pass. Das ärgert mich schon, aber selbst nur kurz halten war null möglich. Die Masse an Urlaubern mit ihren hunderten geparkten Autos und Motorrädern, unglaublich. Da war echt kein Platz mehr für mich. Gereicht hat es nur für dieses Bild, über dreihundert Höhenmeter unterhalb.
Die SS 42 auf Trentiner Seite
Warum ich diese Strecke gefahren bin? Eine meiner drei Ladestellen lag wenige Kilometer unterhalb von Edolo, die nächste in Südtirol. Normal fährt man am Lago di Iseo entlang zurück nach Brescia und weiter über Peschiera und Affi zur Brennerautobahn. Ist aber über hundert Kilometer länger und bin ich schon oft lang gefahren.
Über den Pass aber wollte ich schon immer mal, und ja, heute hat es gepasst. Dazu kaum Gewicht auf dem Auflieger. Wunderbar. Zeitlich macht man aber trotz der kürzeren Strecke nichts gut, denn wie bereits weiter oben geschrieben, es ist trotz der relativ gut ausgebauten Strecke schon ein Gewurstel. Zumal heute auch viele Fahrradfahrer unterwegs waren.
Fazit? Passt es von der Strecke, kann man da fahren, muss man aber nicht. Besonders dann, wenn mehr als fünfzehn Tonnen Ladung auf dem Auflieger liegen. Landschaftlich natürlich top, was auch sonst.
Sollte sich für mich nochmal die Gelegenheit bieten, über den Passo del Tonale zu fahren, werde ich es machen. Dann aber hoffentlich außerhalb der Urlaubszeit. Denn einige Fotos von da oben müssen drin sein.
Die Standheizung sollte ja auch im Sommer von Zeit zu Zeit mal eingeschaltet werden. Gut das gerade der mal eine kurze Pause macht, denn bei dreizehn Grad und Dauerregen heute Abend hier in Vorarlberg lohnt sich das sogar. Wenn morgen alles normal vonstatten geht, stehe ich wohl zwischen Brescia und Mailand. Da läuft das Gegenstück davon, die Standklima.
Standheizung funktioniert
Obwohl, habe gerade mal in meiner Wetter App geschaut. Morgen zeitweise Regen in Oberitalien und knapp über 25 Grad, am Abend kühler. Das sind doch gute Aussichten.
Heute Abend stehe ich auf einem Rasthof an der A 5 bei Offenburg. Mache mich gerade fertig für die Koje, beobachte dabei, wie ein Typ mit dem Fahrer eines anderen Lkw, der schräg vor mir parkt, quatscht. Wohl ohne Erfolg, denn dann kommt er zu mir an das noch geöffnete Fahrerfenster:
„Ey, verstehst Du deutsch?“ „Ja, was willst Du?“
„Kannst Du mir zehn Franken in Euro wechseln?“ „Nee, kann ich nicht.“
„Ach komm, Du wirst doch Euros dabei haben.“ „Weder kann ich wechseln, noch will ich das. Was ist daran nicht zu verstehen?„
„Du bist ein dreckiger Nazi.“ „Hä, was bin ich?“
Keine Antwort, denn er verschwand wieder zwischen anderen Lkw. Kurz danach brachte der andere Fahrer seinen Abfall zu einer Mülltonne. Wir unterhielten uns kurz.
„Was wollte der von Dir?“ „Ach, irgendwie ein komischer Kerl. Wollte Geld von mir oder gewechselt haben. Als ich nein sagte, hat der mich als Nazi beschimpft.“ „Ah ja. Genau wie bei mir.“
Sonderbare Leute treiben sich wieder herum. Unglaublich.
Auf einer Raststätte bei Frankfurt. Ein etwas ungepflegt wirkender Mann mittleren Alters klopfte an die Fahrertür. Erst dachte ich, er wollte nach dem Weg fragen oder ob ich Pfandflaschen für ihn hätte. Aber nein, sein Begehren war etwas anderes.
„Hallo, ich stehe da hinten mit einem Transporter und mir ist der Diesel ausgegangen. Kannst Du mir so drei, vier Liter geben?„ „Da hinten? Da ist eine Tankstelle, da gibt es auch Diesel.“
„Ja aber, ich brauche doch nur zwei, drei Liter.“ „Ach ja, Kleinmengen verkaufen die ja nicht. Wie weit willst Du eigentlich mit drei Litern kommen?“
„Na ja, Du kannst mir natürlich auch dreißig oder vierzig Liter geben. Bei dem großen Tank hier fällt das doch überhaupt nicht auf.„ „Ach jetzt willst Du schon vierzig Liter? Komm, geh und lass mich in Ruhe.“
„Wie geh doch einfach? Darf ich Dir mal was erklären? Wir sind ein kleines Puppentheater, wegen Corona haben wir keine Aufträge, uns geht es schlecht. Wenn jeder so ignorant ist wie Du, gibts bald keine Kunst mehr.“ „Dann bau hier Deine Bühne auf und gib eine Vorstellung. Vielleicht spenden ein paar Fahrer was. Von mir gibt es nix.“
Das wollte er aber auch nicht. Wohl weil er von Künstler sein so weit entfernt ist, wie die Erde von der Sonne. Ich kenne doch meine Dieselschnorrer. Mal kommen die angeblich von einem notleidenden Zirkus, dieses mal war es ein Puppentheater. Schlimm ist nur, dass die immer wieder einen finden, der nen Schlauch in den Tank hält und sich Diesel abzapfen lässt. Das es dabei nicht bei fünfzig Litern bleibt, dürfte auch klar sein. Ganz schnell wechseln mal hundert Liter oder mehr den Besitzer.
Kennt Ihr nicht? Macht nix. Ist auch nicht die Musik, die ich höre. Und ganz so schlimm ist es heute auch nicht. Denn weder habe ich schon mal Spinat durch die Gegend gefahren, noch stehe ich hier zwei Wochen herum.
Aber ein „aber“ gibt es immer. Gestern Feiertag und Fahrverbot in Österreich, heute Stau in Italien. Also alles wie immer. Das ich allerdings schon bei Kilometer 49,8, also zwischen Klausen und Brixen, weit unterhalb vom Brenner stehe, ist heftig. Selbst für mich, fahre ja nicht erst seit letzte Woche hier runter.
Stau, Stau, Stau
Übrigens, viele Lkw sind der beste Indikator dafür, dass die Wirtschaft in Europa wieder anzieht. Denn was produziert wird, muss auch transportiert werden. So zumindest meine These.
Aber nun ja. Stehe ich die nächsten Stunden halt dumm rum. Habe eh nichts systemrelevantes geladen. Kann da eh nix dran ändern.
Ich habe keine Ahnung was mir diese Figur in einem Kreisverkehr bei Bologna sagen möchte. Vielleicht doch eine Last mit den Lastern? Auf Google habe ich jedenfalls keine Erklärung dafür gefunden.
Erinnert mich ein wenig an dieses Foto aus dem zweiten Weltkrieg, auf dem ein Soldat einen Esel über ein vermintes Feld trägt, damit das Tier keine Sprengung auslöst und alle Männer tötet. Aber das ist wohl ein bissel weit hergeholt.
Wie auch immer, beeindruckend ist diese Statue schon, auch wegen ihrer Größe. Da kommt mir eine Idee. Vielleicht fällt einigen von Euch ein passender Bildtitel dazu ein? Oder eine passende Erklärung. Wer sich inspiriert fühlt und mitmachen möchte, einfach in die Kommentare damit. Danke schön.
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