Wer hat den längeren Bremsweg?
8 KommentareKategorie: Technik
Batteriewechsel leicht gemacht ist bei Scania ein Fremdwort. Das habe ich ja bereits vor sieben Wochen bei meinem Arbeitsgerät bemängelt. Da hatte ich aber noch Vorteile. Die Dinger sind hier an der Seite verbaut und ich konnte die Arbeit in der firmeneigenen Werkstatt durchführen. Passendes Werkzeug war also kein Problem. Trotzdem dauerte der Wechsel fast eine Stunde.
Bei dem Lkw eines Kollegen hängen die beiden Spannungsquellen hinten am Rahmen. Der Grund sind größere Tanks. Deshalb findet sich an der Seite kein Platz für die Batterien. Durch ein ärgerliches Missgeschick gab es einen Kurzschluss und beide Akkus verabschiedeten sich ins Jenseits.
Doch damit nicht genug. Natürlich passiert so etwas weit weg von der Firma. In seinem Fall in der Nähe von Verona.

Ich hatte in etwa die gleiche Tour, nur einen Tag später. Also brachte ich Ihm zwei neue Batterien aus Deutschland mit, die wir dann einbauen sollten. Nur ist das unterwegs überhaupt nicht möglich. Teile des Rahmens müssen dazu abgeschraubt werden. Das Werkzeug welches man dazu braucht, hat kein normaler Fahrer dabei.
Freundliche Menschen beschrieben uns schließlich den Weg zu einer Werkstatt. Doch selbst dort mit passenden Maul- und Ringschlüsseln war das Wechseln eine arge Fummelei.
Am Ende war der halbe Vormittag rum und ich habe den Wunsch, in den nächsten zehn Jahren keine Batterie mehr wechseln zu müssen.
8 KommentareSeit heute Abend klingt die Standheizung im Lkw wie eine Kreissäge. Ich habe keine Ahnung, was da kaputt ist. Aber für was gibt es gute Freunde. Einer empfahl mir, Teelichter mitzunehmen. Die würden auch Wärme abstrahlen.
3 KommentareAuch die Europäische Union hat Maßnahmen zur Reduzierung des „toten Winkels“ im unmittelbaren Umfeld von Fahrzeugen erlassen. Dazu wurden bestehende Bestimmungen weiterentwickelt. Diese enthalten erhebliche Änderungen gegenüber älteren Richtlinien und traten mit Wirkung vom 26. Januar 2010 an deren Stelle.
Ein Grund war, dass die Bestimmungen der Richtlinie 71/127/EWG über Rückspiegel sich in Anbetracht des derzeitigen Stands der Technik für das Sichtfeld neben, vor und hinter dem Fahrzeug als unzureichend erwiesen hatten.
Mit der neuen Richtlinie 2003/97/EG wurden die Bestimmungen über die Typgenehmigung von Einrichtungen für indirekte Sicht und von mit solchen Einrichtungen ausgestatteten Fahrzeugen harmonisiert.
Sie führte hauptsächlich nachstehende neue Verpflichtungen ein:
- Verpflichtende Vergrößerung des Mindestsichtfelds für bestimmte Fahrzeuge;
- Ausrüstung bestimmter Fahrzeuge mit zusätzlichen Spiegeln (z. B. LKW mit Frontspiegeln);
- Anpassung an den technischen Fortschritt (z.B. Krümmungsradius der Oberfläche von Rückspiegeln);
- Austausch bestimmter Spiegel durch andere Systeme für indirekte Sicht (z. B. Kamera-Monitor-Systeme).
Die neuen Vorschriften der Richtlinie 2003/97/EG wurden nach und nach zwischen 2005 und 2010 eingeführt.
Zu den Kamerasystemen habe ich ja bereits hier schon was geschrieben. Nun machte mich letzte Woche ein (leider) unbekannter Leser per eMail darauf aufmerksam, dass es auch von anderen Herstellern solche Kamerasysteme gibt.
Das habe ich ja auch nicht bestritten. Mein Beispiel von vor vier Wochen beruhte nur auf einer Pressemitteilung, die ich da gerade gelesen hatte.
Ausserdem handelt es sich bei dem Tipp des Lesers um Rückfahrkameras und nicht um 360-Grad-Kameras. Ich bestreite ja nicht, dass diese nicht auch nützlich sind. So steht in der bereits erwähnten Richtlinie 2003/97/EG:
Die Problematik besteht bei allen Fahrzeugen generell, die keine direkte Hecksicht haben und dennoch gezwungen sind, rückwärts zu fahren, ohne sich sicher zu sein, dass sich keine Person hinter dem Fahrzeug aufhält. Daher kann der Einsatz eines solchen Systems zur Erhöhung der Sicherheit in jedem Falle empfohlen werden.
In einzelnen Ländern, wie z.B. in Spanien, wird dieses Sichtfeld auch für Busse der Fahrzeug-Klasse M2 und M3 gefordert. Eine Änderung der EG-Richtlinie, die dies in Folge für ganz Europa fordert, ist in Vorbereitung.
Das heißt dann wohl, dass in Zukunft Rückfahrkameras zumindest erst einmal für Busse vorgeschrieben werden. Aber auch Lkw-Fahrern würde solch ein System helfen. Da wären Unfälle wie der von mir vor einiger Zeit vermeidbar.
EG-Richtlinie 2003/97/EG
So parkt man heute
Irgendwann haucht jede Batterie ihr Leben aus. Dann heißt es, alten Stromspender raus und neuen rein. Eigentlich ist das eine Arbeit von 15 Minuten. Dachte ich zumindest vorher. Nur hatte ich nach der Viertelstunde nicht mal zwei Schrauben los. Nach drei Lebensjahren waren die so angefault, dass nur noch ein Trennschleifer half.
Auch die restlichen Schrauben zu lösen, war eher Krampf. Letztlich dauerte die ganze Wechselaktion mehr als eine Stunde. Einen Vorteil hat die von Scania entworfene Konstruktion aber: Ich brauche mir keine Sorgen zu machen, dass mir die Batterien je geklaut werden. Jeder Dieb würde schon an der Befestigung verzweifeln.

Noch ein kurzer Nachtrag zum Thema „Tod beim Abbiegen„: Continental bietet ein 360-Grad-Kamerasystem zum Nachrüsten an. Dieses nennt sich „ProViu ASL360“ und besteht aus vier Kameras. Diese übertragen ihre hochauflösenden Bilder an eine elektronische Steuereinheit. Durch diese werden die Bilder zu einem Gesamtbild zusammengesetzt und auf einem Display im Cockpit angezeigt.
Klingt erst mal gut, ist aber auch nicht unfehlbar. Zum einen wird dadurch nur die unmittelbare Umgebung des Lkw abgebildet. Plötzlich auftauchende Radfahrer oder Fußgänger bleiben weiterhin unsichtbar. Denn wenn ich abbiege, schaue ich mit Sicherheit nicht auf einen Monitor.
Außerdem ist dieses System nur für Fahrzeuge mit festen Aufbauten geeignet. Damit fallen viele Lkw schon aus dem Raster.
360-Grad-Kamerasystem Continental ProViu ASL360 zum Nachrüsten
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