Ich komme mir vor, wie auf einem Campingplatz.

Zwischen Augsburg und München gibt es nicht allzu viele Parkplätze und die wenigen vorhandenen sind relativ früh belegt.
Vaterstetten an der A 99 hat man zwar ausgebaut, aber nach sieben Uhr am Abend geht da auch nix mehr. Zumal da auch noch an der Tankstelle gebaut wird und dadurch auch noch Plätze wegfallen.
So musste ich bis zum Irschenberg durch fahren. Dumm nur, dass ich deshalb meine Fahrzeit um elf Minuten überzogen habe.
Aber der Ausdruck aus dem Tachograph wird es bei einer Kontrolle schon richten. Das ist úbrigens der erste in diesem Jahr. Glaub ich zumindest.

In Ermangelung freier Lkw-Stellflächen verbringe ich die Nacht mal wieder verbotenerweise auf den Pkw-Plätzen. Aber davon gibt es hier auf Heidiland in Graubünden genug. Und in der Nacht ist hier eh nix los.
Die Raststätte aber ist der Hammer. Selbst für schweizer Verhältnisse. Nach dem Duschen bin ich mal durch das Restaurant geschlendert. Die Auswahl ist genial. Es wird alles frisch zubereitet, die Salate sehen aus, wie gerade vom Bauern geliefert. Unglaublich. Natürlich auch die Preise. Da wird man arm.
Ich hätte gerne was probiert. Aber nee, dass wollte ich meinem Konto nicht zumuten.
Auch die Sanitaireinrichtungen waren so sauber, da kommt selbst SaniFair in Deutschland nie hin. Und wenn die noch so viel Technik verbauen.
Morgen geht es erstmal nach San Bernadino. Irgendeine Firma oder Einrichtung bekommt da neue Rolltore.
Die Anfahrtsbeschreibung ist zwar ein wenig vage, aber mal schauen. Wird schon passen.
Heute ist Nationalfeiertag in Italien. Der dritte Feiertag in den letzten vier Wochen, der auf einen Donnerstag fällt. Natürlich habe ich es gestern nicht mehr bis zum Brenner geschafft. Bei weitem nicht.
Ich stehe auf einem Rasthof bei Parma. Das ist da, wo die Nudeln herkommen. Und der Schinken.
Dieser Tag ist mal wieder so sinnlos, wie ein Dreier im Lotto. Zumal wenn man ausschlafen könnte, man aber trotzdem schon um kurz nach sieben munter ist.
Dann hängt man hier fest, kommt nicht weg. Vergammelt also quasi den ganzen Tag.
Ich bin drei Runden übern Parkplatz gelaufen, hab mir die osteuropäischen Lkw angeschaut. Danach wollte ich eigentlich die Karre von innen ein wenig putzen, dass verschob ich aber auf den späten Nachmittag. Nur regnete es dann. Eine bessere Gelegenheit, dass nicht zu tun, konnte eigentlich nicht kommen. Also lies ich es gleich.
Apropo Regen. Gibt es in Deutschland kein Wasser? Oder warum kutschiere ich italienisches Wasser Richtung Norden?
Was ich aber an dieser Mineralwasserbude cool fand. Dort konnte ich gestern Abend um kurz nach sieben noch laden. Der Staplerfahrer hat gewartet, ganz easy. Und es gab noch zwei Sechserpack als persönlichen Bonus obendrauf.
So etwas finde ich immer nett.

So. Es ist kurz nach halb zehn. Ich bin froh, dass der Tag fast vorüber ist. Morgen vormittag geht’s hier weg. Samstag lade ich das Wasser ab und dann suche ich mir einen Autohof. Ich musste schon länger nicht mehr ein Wochenende draußen verbringen. Gefehlt hat es mir nicht.
6 KommentareEin treuer Leser dieses Weblogs hat mir folgenden Hinweis geschickt:
Hallo Maik,
ich habe eine Mail mit nachfolgendem Inhalt erhalten. Vielleicht hast du oder jemand der deinen Blog liest, Interesse an diesem Thema bzw. dieser Veranstaltung:
„Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
nachfolgend sende ich Ihnen ein Angebot zum Thema „Telematisches LKW-Parken“ der TelematicsPRO e.V..
Die Verfügbarkeit von Lkw-Parkplätzen ist seit geraumer Zeit eine große Herausforderung im Bundesfernstraßennetz. Neben dem Bau neuer Stellflächen sind auch digitale, telematische Parkverfahren dringend notwendig. Der Einsatz dieser Technologien soll die vorhandenen Kapazitäten besser nutzen und aufwendige Neubau-Maßnahmen reduzieren. So können zum Beispiel beim sogenannten Kompaktparken mehrere LKW hintereinander platzsparend in einer Reihe parken.
Hierzu findet am 31.05.2016 eine Tagung in Weimar statt.
Das Programm und Anmeldeformular finden Sie hier:
telematicspro.de/telematisches-lkw-parken/
Klar interessiert mich das Thema. Die Parkplatznot nimmt ja immer drastischere Ausmaße an. Mittlerweile parken einige Fahrer selbst auf dem Pannenstreifen. Mit teilweise schlimmen Folgen. Dieser Unfall z.B. bei Nürnberg dürfte noch einigen in Erinnerung sein.
Nur leider kann ich daran nicht teilnehmen. Dienstag ist ein Arbeitstag. Aber eventuell hat ein anderer daran Interesse. Das wäre schön.
Kommentare geschlossenEs gibt tatsächlich noch Tankstellen an der Autobahn, die ohne SaniFair auskommen. Da steht wie zu Urzeiten ein Spendenteller am Eingang und die Klofrau sitzt oder steht daneben.
Ihre Hauptaufgabe ist, neben den reinigen der Örtlichkeiten, jeden böse anzuschauen, der keinen Obolus hinterlässt.
Natürlich hängt über dem Teller ein Zettel, der zu dem Trinkgeld auffordert. Ich habe die Frau gefragt, wer das Geld bekommt. Also sie oder Ihr Chef. Die Antwort war klar. Natürlich Ihr Arbeitgeber.
Dreißig Cent hab ich ihr trotzdem in die Hand gegeben. Obwohl mir klar war, dass sie das Geld nicht selber behält, sondern später auf den Teller legt. Das ist osteuropäische Ehrlichkeit. Oder von mir aus auch Ergebenheit.

Was für ein herrlicher Frühlingstag. Selbst auf einer Autobahnraststätte kann man den genießen.
Ich würde gern die Türen vom Lkw weit öffnen. Doch dann umweht mich ein herber Geruch von Urin.
Also ziehe ich die Vorhänge zu und lass mich von der trockenen Kühle der Standklima berieseln.
Italiener sind cool. Feiern Ende April einfach ihren Tag der Befreiung. Die machten also heute das, was man landläufig von ihnen erwartet. Nämlich nix.
Selbst „Tag der Befreiung“ klingt auf italienisch viel sinnlicher: „Anniversario della Liberazione“.
Gut, davon habe ich nichts. Ich stehe mir am Irschenberg die Reifen eckig. Und darf um kurz nach drei morgen früh aufstehen.
Aber dafür sind morgen hoffentlich meine Italiener ausgeschlafen.
Na denn. Immerhin die Aussicht stimmt. Und die Standheizung rappelt. Gute Nacht 🙂

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