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Kategorie: Raststätten

Sauber wie immer

Da ich morgen noch eine Abladestelle habe, war eben noch mal Körperpflege bei SaniFair angesagt. Die Toilettenfrau war gerade dabei war, die Dusche zu putzen. Fand ich toll…

…mit dem Lappen ging Sie erst durch die Kloschlüssel, dann über Spiegel und Ablagen und zum Schluss war die Waschtischarmatur dran.
Es hat alles so wunderbar geglänzt. Ich habe mich richtig wohl gefühlt.

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Arbeiter, Urlaub, Parkplätze. Alles fehlt.

Momentan schleicht die Zeit nur so dahin. Liegt vielleicht auch daran, dass ich meinen Urlaub herbei sehne. Ein dreiviertel Jahr ohne, ist viel zu lang. Nächstes Jahr werde ich das wieder ändern. Dann mache ich schon im Mai zwei Wochen frei. So umgehe ich auch zwei Feiertage, die ich sonst hätte draußen verbringen müssen. Problem gelöst.

Paketdienstfahrer gesucht

Ganz andere Probleme haben Transportunternehmer und die Versandbranche. Obwohl, auch die sind hausgemacht. Gemeint ist der Fahrermangel. So werden Paketdienstfahrer gesucht. Händeringend. Nur wen wundert das? Wer will sich schon wie der letzte Sack behandeln lassen?

Dabei war es doch eigentlich vorauszusehen. Paketversender verlagerten den Transport an Sub- und Subsubunternehmer aus, große Händler versenden kostenlos, selbst die Rücksendung kostet nichts. Und wenn diese Subunternehmer an den Autos nicht mehr viel sparen können – weil die oft eh schon aus dem letzten Loch pfeifen – dazu die Qualität der Dienstleistung auch nicht mehr gedrückt werden kann, geht man eben dem Personal ans Geld. Besonders bedrückend ist die Welle an Altersarmut, die auf die Betroffenen zukommt.

Warum werden diese Kurierfahrer nicht anständig bezahlt und auch die Überstunden vergütet? Klar, dazu müssten auch die Versandgebühren für den Onlinehandel steigen. Das Rücksenden umsonst ist dann wohl auch nicht mehr drin. Vielleicht gehen dann wieder mehr Menschen „offline“ einkaufen. So werden Arbeitsplätze im Einzelhandel geschaffen und die Innenstädte werden wieder belebt. Eine Win-Win-Situation, ist doch toll.

Aber solange nur oberflächlich Anteilnahme geheuchelt wird und es danach wieder zur Tagesordnung übergeht, oder eben zum Online-Shopping, wird sich daran nichts ändern. Und wehe der Bote kommt dann auch noch, wenn man gerade nicht da ist…

Einen Fachkräftemangel gibt es aber bekanntermaßen auch bei den großen. Gerade letzte Woche hat der DSLV (Deutscher Speditions- und Logistikverband e.V.) darauf hingewiesen. Einige Ursachen hat der Verband auch parat: Parkplatzmangel, die vorhandenen sind dazu unsicher und oftmals schlecht ausgestattet. Dann der sehr schlechte persönliche Umgang an den Be- und Entladerampen und auch das gesetzliche Verbot zur Übernachtung in der Fahrerkabine während der Ruhezeit.
Die letztere genannte Ursache ist bestimmt kein Grund. Im Gegenteil. Verboten ist nur das Übernachten im Fahrerhaus, während der regulären wöchentlichen Ruhezeit. Das heißt, die verkürzte Ruhezeit von 24 Stunden darf jeder Fahrer weiterhin in seiner Hütte verbringen. Nur eben die reguläre von 45 Stunden nicht. Und die steht eh nur alle zwei Wochen an.

Aber auch hier gilt: Nur die Unternehmer können für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Das Fahrermangel die Versorgungssicherheit gefährdet, interessiert mich als Fahrer am wenigsten. Genauso wie es große Logistiker interessiert, wie ich als Fahrer unterwegs behandelt werde. Es zählt nur der Profit. Muckt ein Fahrer irgendwo auf, zieht i.d.R. er den kürzeren. Der Kunde hat immer recht.
Von seinem Arbeitgeber bekommt ein Fahrer vielleicht noch Rückendeckung. Doch dem eigentlichen Auftraggeber, häufig ein großer Logistiker, interessiert nur der Kunde.

Warum es Leute gibt, die unter diesen Bedingungen arbeiten?

Die Transportbranche ist zum Niedriglohnsektor verkommen. Warum es trotzdem Leute gibt, die unter diesen Bedingungen arbeiten? Die Antwort ist einfach: Weil viele keine Wahl haben. Aber genau das ist auch politisch gewollt. Hauptsache die Leute arbeiten und liegen nicht faul rum. Nur wer sorgt denn für den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland? Mit dieser Lohnsklaverei ruinieren die nicht nur unser Land, sondern ziehen Europa mit in den Abgrund.
Und da wundert man sich, daß immer mehr Fahrer kaum noch ein Wort Deutsch sprechen? Wäre der eiserne Vorhang wieder da, würden umgehend große Teile von Dienstleistungsjobs wie Gastronomie, Pflege und Versand- sowie Speditionsbranche zusammenbrechen.

Aber genau hier ist die Politik in der Pflicht. Der Schutz der Bürger ist in den letzten Jahren auf Kosten von Profit und Lobbyismus nur noch vernachlässigt worden. Der einfache Mensch wird im Wahlkampf umgarnt, danach ist vieles vergessen. Im Hintergrund lachen sich die Bosse der Konzerne ins Fäustchen, denn niemand macht ihnen ihre Gewinne streitig, die ihnen aus der Ausbeutung ihrer Mitbürger erwachsen.

Die „Augsburger Allgemeine“ titelte letzte Woche „Die tägliche Not auf den A8-Parkplätzen„. Wer von diesem Thema betroffen ist, liest nichts wirklich neues. Sätze wie „Wer einen Stellplatz für die Nacht gefunden hat, darf sich glücklich schätzen“ oder „Problem wird sich in den kommenden Jahren verschärfen“ habe ich schon zig mal gelesen. Im Endeffekt werden wir Fahrer mit diesem Problem allein gelassen. So sieht es leider aus.

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Essen aus dem Kasten

Tja, Kollege aus dem Iran. Ich fahre weiter. Jetzt musst Du Deine Fiesta kurz unterbrechen und ein wenig Platz machen. Sonst gibt es Geschnetzeltes…

Pause auf Rasthof

Die lagern alles in diesem Kasten unter dem Auflieger. Also Speisen und Getränke, Kochgeschirr, Gaskocher, Campingstuhl und Tisch. Da frage ich mich immer, wie die den so dicht bekommen, dass weder Dreck noch Feuchtigkeit eindringt.

Vor Jahren hatte ich einen Sattel mit Palettenstaukasten. Die Paletten da drin waren nach einer Woche so staubig oder durchnässt, ich kam überhaupt nicht auf die Idee, da was anderes zu deponieren.

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Tradition bei SaniFair

Eines muss man SaniFair lassen. Beständigkeit ist bei denen vorhanden und Traditionen werden gepflegt. So sieht der Duschraum in Langen-Bergheim noch genauso aus, wie vor fünf Wochen.

Die Abdeckung der Steckdose fehlt noch immer und auch sonst hat sich in punkto Sauberkeit nichts getan. Hätte mich auch gewundert.

SaniFair Steckdose

Sauberkeit bei SaniFair

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Plastik-Flut und Wahlkampf

Während ich mich vor der Fleischereitheke mit einem Bekannten unterhalte, verpackt die Verkäuferin meine gekauften Fleisch- und Wurstwaren. Erst zuhause fällt mir mal wieder auf, wie viel Verpackungsmaterial dafür eigentlich verwendet wurde. Allein die Schaschlikspieße wurden in drei Lagen dünner Plastikfolie gewickelt und anschließend in einer Papiertüte verstaut. Diese wanderte zum Schluß in eine große Tüte mit dem restlichen gekauften – welches auch einzeln verpackt wurde – und diese Sammeltüte widerum in einem Einkaufsbeutel. Natürlich auch aus Kunststoff.
Vielleicht muß das aus hygienischen Gründen so sein. Das weiß ich nicht. Aber dieser Aufwand, oder vielleicht auch Verschwendung, erstaunt mich doch immer wieder.

Jetzt mal was internes. Vor einigen Wochen begleitete mich ein Journalist der „Frankfurter Allgemeine Zeitung„, kurz „FAZ„. Sein Wunsch war, den Arbeitsalltag eines Lkw-Fahrers zu beschreiben. Den habe ich Ihm erfüllt. Zumindest so weit, wie es in zwei Tagen möglich war.
Was nicht so ganz geklappt hat, war die abendliche Parkplatzsuche. Eigentlich hatte ich auf überfüllte Plätze gehofft. Dann auf einen Standplatz genau an der Autobahn und zwischen zwei Kühlern. Aber wie es das Schicksal so wollte, fand ich sofort einen Platz und dazu noch weit weg von der Fahrbahn. Das einzige was Lärm machte, waren zwitschernde Vögel.

FAZ Woche

Bildquelle: Frankfurter Allgemeine Woche

Gut, man kann nicht alles haben. Der Tag selber war ok., weil typisch. Es waren kleine enge Firmen dabei, schwierige Anfahrten und auch ein größerer Betrieb, bei dem längeres Warten angesagt war. Also von allem etwas.
Am zweiten Tag hatten wir Zeit, uns etwas länger zu unterhalten. Ich denke, einige Probleme der Branche, für die ich arbeite, gut beschrieben zu haben. Der Bericht ist übrigens vorgestern in der „Frankfurter Allgemeine Woche“ erschienen. Die ist bundesweit an vielen Verkaufsstellen im Pressefachhandel erhältlich. Der Artikel ist gut geworden. Auch wenn ich auf einem Foto wie ein körnerfressender Hamster aussehe. Auch deshalb lohnt es durchaus, mal danach zu schauen.

„Die Linke“ hat ihr Wahlprogramm zur Bundestagswahl vorgestellt. Darin heißt es u.a.:

Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Logistikbranche sind oft miserabel – Gewinner sind internationale Konzerne.

Das ist nicht ganz unwahr. Die bekommenen meine Stimme. Und weiter:

Wir wollen längere Ruhezeiten und bessere Arbeitsbedingungen für LKW- Fahrerinnen und -Fahrer durchsetzen und Straßenverkehrskontrollen ausweiten.

Genau. Jetzt bekommt diese Partei sogar zehn Kreuze. Zehn deshalb, weil mein Wahlzettel dann ungültig ist:

Wir wollen ein LKW-Fahrverbot ab Freitagnachmittag und nachts einführen und die Nutzung von Bundes- und Landstraßen untersagen, wenn eine Bundesautobahn parallel vorhanden ist. Die Zulassung von Gigalinern (Lang-LKW) lehnen wir ab. Ebenso lehnen wir staatlich geförderte Projekte zur Erprobung und Einführung von Oberleitungen für Hybrid-LKW mit Stromabnehmern auf
Autobahnen und elektronischen Deichseln für Kolonnenfahrten von LKW und anderen Nutzfahrzeugen ab.

Bessere Arbeitsbedingungen sind toll. Ohne Frage. Erst recht, wenn meine Arbeitswoche Montagvormittag beginnt und Freitagmittag endet. Aber mal ehrlich. Das sind doch Spinnereien. Auch wenn es nur ein Wahlprogramm ist und diese Forderungen eh nie umgesetzt werden. Aber allein diese Gedankengänge. Obwohl. Die passen zum nächsten Thema.

Die Parkplatznot war diese Woche mal wieder in diversen Medien ein Thema. So in der „Aktuellen Stunde“ des WDR oder auch in der „Augsburger Allgemeine„.
So soll nach offiziellen Prognosen der Lastwagen-Güterverkehr bundesweit von 2010 bis 2030 um 39 Prozent wachsen. Das ist schon erheblich und ja, bereits jetzt fahren einfach zu viele Lkw auf den Straßen rum. Ganz klar. Aber das ist nicht die Schuld von uns Fahrern. Denn keiner von uns fährt zum Spass durch die Gegend. Nur wir müssen es ausbaden. Auch bei der allabendlichen Parkplatzsuche. Verantwortlich dafür ist die Politik, die den Neu- und Ausbau von Parkflächen und die Modernisierung der Infrastruktur verpennt hat. Die Zahlen über die Zunahme des Güterverkehrs sind lange bekannt.
Auch die Industrie, die den Lkw als Lager missbraucht. Und der Endverbraucher, der immer mehr online bestellt und das heute bestellte schon morgen geliefert haben möchte. Die Retoursendung darf natürlich auch nix kosten.

Das System der in dem Artikel der „Augsburger Allgemeine“ erwähnten Doppelparkplätze gibt es seit einigen Jahren auf der Rastanlage Montabaur. Ich persönlich meide das, weil ich ungern von anderen Lkw eingekeilt bin und nicht sicher bin, ob das wirklich funktioniert. Denn nicht immer fährt derjenige, der eine frühe Abfahrtszeit eingegeben hat, auch wirklich zu dieser Zeit los. Und das ist Gülle. Denn frühs brauche ich keine Diskussionen.

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Kein Wasser

A 61, Tankstelle Mosel, Richtung Süden:

„Hallo. Gibt es hier ne Möglichkeit, einen Wasserkanister aufzufüllen?“

„Nein, leider nicht. Den Anschluß draussen hat mein Chef schon letztes Jahr abgeschraubt!“

Keine Ahnung, wie viel Wasser pro Tag kostenlos aus diesen Hähnen läuft. Bei mir wären es zwanzig Liter gewesen. Ich weiß auch nicht, wie das berechnet wird. Also ob ein fester Betrag bezahlt wird, sprich wie eine Art Flatrate, oder litergenau abgerechnet wird.
Von daher kann ich es schon verstehen, wenn ein Betreiber sich weigert, kostenlos Wasser abzugeben.

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Premiere in Geiselwind

Meine erste Nacht, die ich auf dem Autohof in Geiselwind verbringe. Ehrlich. Länger als eine dreiviertel Stunde stand ich hier noch nie. Und das auch nur wegen der Metzgerei, die es hier gibt. Sonst zieht mich hier nix her.

Auch heute nicht. Aber ein Stau bei Würzburg und schon sind zwei Stunden weg. Dann wird es mit der Fahrzeit eng und die Plätze an der Autobahn sind alle übervoll. Was untertreibe ich. Mega übervoll.

Die letzte Hoffnung ist dann halt irgendein Autohof. Wie eben Geiselwind. Aber selbst hier war vorhin um zehn schon alles ziemlich belegt. Ein akzeptables Plätzchen konnte ich mir aber noch ergattern. Der Wachdienst kassiert zwar ab, eine Garantie wirklich parken zu können, ist das aber nicht.

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Effizienz lernen. Von SaniFair.

Ich habe schon länger nichts mehr über SaniFair geschrieben. Das bedeutet aber nicht, dass meine Zufriedenheit mit deren Duschen überhand genommen hat. Nein, eigentlich nicht.

Letzten Montag, A 45, Langen-Bergheim, Fahrtrichtung Aschaffenburg. Nach dreimaligen vorsichtigen Rufen kommt die Bedienung der Raststätte an die Kasse:

Guten Abend. Einmal Duschen bitte!
Macht drei Euro und den Fahrzeugschlüssel bekomme ich auch!

Joa. Ist die Dusche wenigstens sauber?
Woher soll ich das wissen? Ich weiß nur, dass da unten keiner mehr ist!

Hmm. Also macht niemand mehr sauber?
Das habe ich doch eben gesagt. Wenn Ihnen das nicht passt, gehen Sie halt wieder. Keiner zwingt Sie hier zu duschen!

Ich bezahle, gebe den Lkw-Schlüssel als Pfand ab und gehe eine Etage tiefer. Am Drehkreuz zahle ich noch einmal 70 Cent, laufe einmal nach links und schließe die Tür zum Duschraum auf. Als erstes kommt mir ein Schwall heißer, stickiger Luft entgegen. Ich trete einen Schritt zurück und warte kurz. Das bissel Hoffnung auf etwas frische Luft erfüllt sich aber nicht.
Also betrete ich den Raum. Im selben Augenblick bereue ich, keine Gummistiefel angezogen zu haben. Der ganze Boden stand unter Wasser.

Jatzt muss ich SaniFair aber mal loben. Die denken durchaus ökonomisch. Statt Geld für eine Reinigungskraft auszugeben, die auch am Abend für Sauberkeit sorgt, investieren die lieber in einen Gummiabzieher. Der stand in einer Ecke. So hat jeder Benutzer die Möglichkeit, das Wasser selbst wegzuschieben. Das ist wirklich clever.

Apropo sparsam. Gespart wurde auch am Toilettenpapier. Das war nämlich nicht vorhanden. Ist wohl nutzlos. Schließlich will man eh duschen. Es geht noch weiter. Damit keiner unnötig Strom verbraucht, wird auch noch die einzige Steckdose bearbeitet. Ohne Plastikabdeckung wagt sich da niemand dran. Erst recht nicht in einem Feuchtraum.

Steckdose bei SaniFair

Das das Wasser vom Waschbecken nur läuft, wenn man ständig auf die Armatur drückt, schockt einen danach auch nicht mehr. Im Gegenteil. Der Stolz, die Sparsamkeit dieser Firma unterstützen zu dürfen, überstrahlt alles. Vielleicht ist es aber auch nur die Erleichterung, eine SaniFair-Einrichtung mal wieder überlebt zu haben. Zumindest für den Augenblick.

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