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Kategorie: Lkw

Wir streiken dann mal

Kurz zur Einleitung: Der Transportbotschafter e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für die Transportbranche. Er wird unterstützt von einer Frachtbörse.

Jetzt hat dieser Verein in einem Video den Wegfall von Transportleistungen simuliert, um die Aufmerksamkeit auf die Unverzichtbarkeit von Lkw zu lenken. Das kommt natürlich bei vielen Fahrern gut an.
Nur ich finde das Video eher nutzlos. Den Aufwand hätte sich der Verein sparen können. Das der Lkw das Transportmittel Nummer Eins ist, dürfte eh den meisten klar sein. Trotzdem wird er als störend empfunden. Daran wird auch solch ein Video nichts ändern. Schon deshalb, weil es die falschen erreicht. Nämlich die, die eh mit der Transportbranche zu tun haben.

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Grüne Lkw

Stammleser Hajo geht in diesem Kommentar von einem Durchschnittsverbrauch eines Lkw von ca. 40 Liter aus. Das ist schon lange Geschichte. Heutige Lastwagen begnügen sich mit einem Verbrauch zwischen 26 und 33 Liter.
Natürlich kommt es auch auf den jeweiligen Einsatzort an. Ausreiser nach oben oder unten sind immer möglich.

Ich selber fahre seit April letzten Jahres einen Scania V8 mit 520 PS. Den bewege ich in der Regel mit einem Verbrauch zwischen 31 und 33 Liter auf hundert Kilometer. Ich denke das passt.
Kollegen von mir sind mit Reihensechszylindern und 410 PS unterwegs. Die waren erst skeptisch, aber laut Ihren Erzählungen ziehen die gut – und um beim Thema zu bleiben, verbrauchen die im Schnitt nur 26 – 28 Liter.

Seit einigen Monaten nennt mein Chef einen sogenannten GreenTruck sein Eigen. Der wurde nochmals in Bezug auf Aerodynamik modifiziert und ist noch etwas sparsamer.

Scania GreenTruck

Was das an Einsparungen bedeutet, kann man bei Roadstars nachlesen. Bei Varlemann in Diemelstadt wurde ein neuer sogenannter Fuel Duel-Actros in den Fuhrpark integriert. Laut einem der Chefs, Uwe Varlemann, könnten mit der gesamten Fahrzeugflotte rein rechnerisch 340 000 Liter Kraftstoff im Jahr einspart werden. Das ist natürlich nur theoretisch. Aber, so glaubt er, dass eine Einsparung von 150 000 bis 200 000 Liter Diesel im Jahr realistisch wäre.

Allein das zeigt, was mittlerweile möglich ist. Und andere Hersteller bieten sicher ähnliche Modelle an. Die Mär vom Diesel fressenden, qualmenden Laster ist also bereits schon heute teilweise Geschichte.

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Wenn du Hilfe brauchst, weist de bescheid

Gestern nachmittag, so gegen halb vier. Alex ist kasachisch-russischer Abstammung und sozusagen Herr und Meister in unserer firmeneigener Werkstatt:

Hey Alex, hast Du kurz Zeit?
Was ist? Ich hab eigentlich schon Feierabend!“

Die rechte Begrenzungsleuchte ist kaputt. Wechsel die mal bitte fix!
Jetzt? Oh man!

Hat er noch gemacht. Das Ergebnis sah so aus:

Begrenzungsleuchte

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Standklimaanlage in allen Lkw

Ich habe seit einigen Wochen eine, viele Fahrer aber noch nicht: Die Standklima. Deshalb wurde im Internet eine Petition gestartet, die dafür wirbt, alle Nutzfahrzeuge , die im Fernverkehr eingesetzt werden, serienmäßig mit einer Standklimaanlage auszurüsten.

Zur Petition >>>

Das „Thüringen Journal“ im MDR berichtete am Freitag darüber. Unterschiedliche Meinungen, aber zum größten Teil positiv. Selbst die Grünen können sich vorstellen, aus dieser Onlinepetition eine richtige Petition zu machen.
Nur geht es denen weniger um die Fahrer, sondern nur um den Umweltschutz. Im Stand laufende Lkw verbrauchen halt etwas Diesel. Und das ist nicht so gut für eine grüne Umwelt.

Zum MDR-Bericht >>>

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Sie haben Post

Die Ehefrau eines Lkw-Fahrers im Nahverkehr schilderte mir folgendes Problem:

Hallo Herr Erdmann,
ich habe folgendes Problem und denken da Sie im Bereich LKW und -Rechte Erfahrung haben, können Sie uns hoffentlich dabei helfen.

Mein Mann arbeitet als Lagerist seit 9 Jahren in einer Badausstattungsfirma mit 3 Filialen in der Nähe von (…Ort entfernt). Da er einen Lkw Führerschein besitzt, macht auch Warenversorgung für die Filalen mit 7,5 tonnen LKW.

Meine Frage an Sie ist obwohl er nur auch mit Transport über 3,5 t lkw beschäftigt ist verweigert der Chef, dass die Schlüsselzahl 95 in seinem Führerschein eingetragen wird. Er meint, dass die Tätigkeit nur den Hauptberufler als Kraftfahrer betrifft. Wir haben uns informiert, dass es jeden betrifft, der rein etwas transportieren tut, dieser Kurse für Berufskraftfahrergrundqualikationsgesetzes machen muss – auch wenn man den LKW nur 1 meter von der Stelle bewegt.
Der Chef verweigert sich ihn das schriftlich zu bescheinigen, dass er es nicht braucht.

Mein Mann wird 50 und wir denken, dass der Chef ihn damit belastet somit er selber seine Kündigung einreicht.. Weil der Chef neue günstigere und junge Leute einstellen möchte.
Mein Mann war schon bei der zuständigen IHK und die Sache geschildert. Sie sagten ebenfalls, dass er diese Kursen machen und die Schlüsselzahl eintragen lassen muss.

Da der Chef diese verweigert hat und mein Mann nicht nach 9 jährigen Firmenzugehörigkeit schwer fällt selber zu kündigen, ist er verzweifelt. Wie sollten wir voran gehen? Was macht man in so einer Sitiuation?
Der Chef versprach falls es soweit kommen sollte, dass er die Bußgelder für ihn zahlen würde aber nur mündlich. Etwas schriftliches verweigert er zu geben.

Für Ihre Bemühung an einem Antwortschreiben recht herzlichen Dank und viele Grüße.

Hallo,

der Arbeitgeber Ihres Mannes ist nicht verpflichtet, die Weiterbildung gemäß § 5 BKrFQG zu bezahlen. Das heißt, Ihr Mann muß sich selber darum kümmern. Danach kann er die Schlüsselzahl 95 in seinem Führerschein eintragen lassen. Damit wäre dieses Problem eigentlich erledigt.

Denn bedenken Sie: Alle Führer von Fahrzeugen über 3,5 t und nicht wie angenommen über 7,5 t zGG unterliegen auch beim Einsatz im Werkverkehr der Weiterbildungspflicht.
Die Aussage „Fahren kann jeder“ war und ist leider immer noch weit verbreitet. Und angeblich kann man „ohne die 95“ jetzt und auch nach der Deadline 10.09.2014 Lkw fahren. Das aber ist Quark.

Denn. Es gibt die Aussage: Fährt ein Fahrer im Güterkraft- oder Personenverkehr zu gewerblichen Zwecke ohne die Schlüsselzahl 95 bzw. ohne Grundqualifikation und/oder Weiterbildung, muss er mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro rechnen.

Sind Sie sicher, dass der Arbeitgeber Ihres Mannes dieses Bußgeld wirklich zahlt? Ich wäre da mehr als skeptisch.

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Vom autonomen Arbeiten

Vor ungefähr einem Jahr präsentierte Daimler Trucks mit dem Mercedes-Benz Future Truck 2025 auf einem abgesperrten Teilab­schnitt der Autobahn A14 bei Magdeburg die weltweit erste autonome Lkw-Fahrt überhaupt. Das Teil nennt sich Hightechlaster Future Truck 2025 und zeigt einen Blick in die Zukunft.

Future Truck

Mittlerweile hat sich da einiges getan. Auf der Seite https://roadstars.mercedes-benz.com könnt Ihr mehr darüber lesen.

Letzte Woche Montag erschien genau zu diesem Thema ein Artikel in der „Süddeutschen Zeitung„. Der zeigt eigentlich relativ deutlich auf, wie unterschiedlich die Entwickler dieser Technik und die Fahrer der heutigen Lkw über dieses Thema denken.

Wolfgang Bernhard zum Beispiel ist ein Lkw-Manager. Im Daimler-Vorstand ist er für schwere Laster und Busse zuständig. Der 54-Jährige trägt dunklen Anzug, weißes Hemd, blaue Krawatte, seine Haare liegen akkurat…

…die Fahrer werden dann Zeit haben für andere Dinge“, sagt er. „Für Buchungen, für ihre eigenen Dispositionen, sie können einen Platz auf dem Rastplatz vorbestellen oder mit ihrer Familie skypen.“ Es gehe um nichts weniger als die neue Lkw-Welt. Eine Welt, in der es Fahrer leichter haben sollen als heute.

Die neue Lkw – Welt, in der es die Fahrer leichter haben? Das ist der SingSang von Managern. Die in ihrer eigenen Welt leben. Und von der (Arbeits-) Welt derjenigen, für die die ihre Produkte entwickeln, eigentlich wenig Ahnung haben.
Gut, vielleicht wurden Fahrer befragt. Ausgewählte, von Daimler selbst oder irgendwelchen Instituten. Mich hat niemand gefragt. Ich fahre ja auch einen Scania.

Ja, und für meine Disposition ist noch immer ein Disponent zuständig. Das soll auch so bleiben, zumindest bis zu meiner Rente. Auch wenn ich denen manchmal ins Handwerk pfusche, aber das ist eine andere Geschichte. Einem Fliesenleger überträgt man ja auch nicht die Architektur eines Gebäudes.

Klar, der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. So werden Lkw immer umweltfreundlicher. Euro6 Motoren scheiden kaum noch Schadstoffe aus. Auch der Komfort heutiger Laster ist mit denen von vor zehn oder gar zwanzig Jahren nicht mehr vergleichbar. Da gibt es nichts zu diskutieren.
Der erste Fernverkehrs – Lkw auf dem ich saß, war ein Daimler. Ein 1933er. Ich hab das immer als Baujahr bezeichnet. Dabei war es die Typenbezeichnung.

Mercedes 1933
Sorry für das miserable Bild

Weder Standheizung, noch luftgefederte Sitze. Von einer Klimaanlage träumte ich nicht mal. Aber das solche Dinge heute Standart sind, sind grundlegende Sachen. Es rechnet ja auch kaum noch einer mit einem Rechenschieber.

Im Artikel der „Süddeutschen“ wird eine tolle Frage gestellt:

Wollen Lkw-Fahrer, was sich Lkw-Manager ausdenken? Und wurden sie nicht allein deshalb Fahrer, weil sie gerne fahren?

Und die Antwort gleich dazu:

Der Trucker hat alles dabei, Bett, Heizung, Kocher. Sein Lkw ist noch nicht autonom – aber er

Für Unternehmer und Disponenten ist es wunderbar. Ein Großteil der Lkw hat mittlerweile einen digitalen Fahrtenschreiber, dazu sind viele Lkw GPS überwacht. Ja, auch mit dem neuen Tachographen haben sich Spediteure arrangiert. So kann der Chef vom Büro aus alles kontrollieren. Dazu reichen zwei, drei Klicks am Rechner.

Tja, genau das wird die Zukunft bringen. Die Industrie und auch Logistiker wollen autonom fahrende Lkw. So wird es auch kommen.

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Warten am Freitag

Eine Abladestelle und eine Ladestelle zum Freitag und dazu beide in der Nähe meines Wohnortes. Besser kann es eigentlich kaum sein. Im Normalfall.

Das Entladen ging fix. Eine kleine Firma in der Nähe von Göttingen. Ankommen, anmelden, abladen. Nach nicht einmal dreißig Minuten war alles erledigt. Anschließend zur Ladestelle. Ein Holzwerk im Harz, ziemlich groß.
Schon als ich den Parkplatz sah, war ich bedient. Der war voll mit wartenden Lkw. Nach knapp fünf Stunden durfte ich ins Werk fahren. Das Laden und sichern dauerte noch einmal zwei Stunden. Ich bekam da Schnittholz für einen Kunden im Sauerland.

Aber nicht alles war da übel. In der Nähe gab es eine Imbissbude. An Kaffeenachschub mangelte es also nicht. Auch das Verladepersonal war ok. Während der Wartezeit unterhielt ich mich mit anderen Fahrern. Einige von denen sind dort zwei, dreimal die Woche. An Standzeit dürfte es denen also nicht mangeln.

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Schadensfälle und Ladung

Die Mutterfirma der Firma für die ich fahre, gibt regelmäßig ein Kunden- und Mitarbeitermagazin heraus. Mittlerweile ist Ausgabe 77 erschienen. In dieser heißt es auf Seite zehn, ganz oben:

Um Schadensfälle zu vermeiden, müssen alle Beteiligten ihr Augenmerk auf Ladungssicherung und Verpackung richten – das schließt auch die Verlader ein.
Ihnen bietet die xxx Logistic* umfangreiche Hilfestellung.

Irgendwie scheint diese Hilfestellung bei einigen Lagermitarbeitern der Tochterfirma nicht angekommen zu sein. Denn der am letzten Samstagfrüh für mich vorgeladene Auflieger sah so aus:

Ladungssicherung

Was folgte, waren Diskussionen – und das Montagfrüh. Diesmal war selbst ein Schichtleiter des Lagers der Meinung, an der Art der Verladung wäre nichts zu beanstanden. Danach war für mich das Gespräch beendet und ich übergab die Gesprächsleitung einem meiner Disponenten.
Das hat tatsächlich was gebracht. Nach zweieinhalb Stunden war das Zeug umgeladen. Geht doch. Aber erst muss diskutiert werden.

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