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Kategorie: Ladung

Der richtige Blitzableiter

Der erste dienstliche Anruf gestern früh kam kurz nach halb neun, eine gute halbe Stunde, nachdem ich losgefahren bin: „Guten Morgen, wo bist Du?“ Ich überlegte kurz und antwortete: „Äh, zu Hause!“ Die Reaktion klang ein wenig erregt: „Du machst Scherze. Um halb acht hattest Du Termin. Da steht ein Kran, die warten auf Dich!“

Komisch nur, dass ich davon nichts wußte. Oder ich hatte es letzten Freitag überhört. Um das ganze etwas zu entschärfen, antwortete ich: „Nee, ich bin bei Eisenach. Es wird aber zehn, bis ich bei dem Kunden bin!“
Kurz vor zehn der zweite Anruf: „Na wie läufts?“ „Normal, in fünf Minuten bin ich da!“ „Gut. Nur zur Info. Die sind da ein wenig aufgebracht!“

Kurz darauf trudelte ich in der Firma ein. Ein kleiner Steinmetzbetrieb, irgendwo in der Rhön. Der Chef erwartete mich bereits, von Aufgeregtheit aber keine Spur. Ich denke mal, er hatte sich schon am Telefon beim Gespräch mit meinem Disponenten abreagiert.

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Etwas verpeilt

Deutsches Nummernschild = deutscher Fahrer? Das dies nicht immer so ist, scheint bereits der Verladernachwuchs begriffen zu haben: Gestern Nachmittag wurde ich von einem achtzehn- oder neunzehnjährigen Auszubildenden gebeten, an eine Rampe mit der Nummer 4 zu fahren.

Eigentlich höre ich: „Fährst Du an die Rampe vier!“ Gut, einige fügen in diese Aufforderung noch ein „Bitte“ ein. Aber das kommt nicht so oft vor. Darauf lege ich auch keinen Wert. Hauptsache es geht fix.

Der Azubi jedoch war sich seiner Sache nicht sicher. Erst zeigte er auf die betreffende Rampe, dann versuchte er es auf Englisch: „Four“! Dumm nur, dass ich „vor“ verstand. Meine Frage an Ihn war nun „Wohin vor“? Was folgte, war schweigen. Und dann irgendwann: „Verstehen Sie deutsch“?

„Ein wenig“, antwortete ich. Und weiter: „Warum sprichst Du eigentlich nicht in ganzen Sätzen?“ Seine Antwort darauf habe ich nicht verstanden. Nachfragen wollte ich auch nicht. Mein fließendes Deutsch hätte ihn vielleicht noch mehr verschreckt.

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Warten ist Scheiße

Freitagabend, kurz nach 23.00 Uhr. Eigentlich wollte ich jetzt auf der heimischen Couch liegen und das Wochenende langsam anklingen lassen. Stattdessen stehe ich auf einem Autohof an der A13, nördlich von Dresden.
Laden sollte ich in einer Firma, hier in der Nähe. Angekommen bin ich da gegen Eins heute Mittag. Natürlich wird man nur beladen, wenn man vorher angemeldet ist und ein Zeitfenster bestätigt wurde. In meinem Fall kein Problem, um 14.30 Uhr sollte es losgehen.

Der Laster wurde gewogen, vom Pförtner bekam ich einen Pieper und die Anweisung, mir auf dem angrenzenden Parkplatz eine Lücke zu suchen. Kurz darauf stand ich inmitten zwanzig oder dreißig anderen Lkw. Und wartete. Eine Stunde, drei Stunden, fünf Stunden.
Gegen sechs ging ich nochmal zur Pförtnerbude. Mittlerweile hatte die Schicht gewechselt. Eine Frau packte gerade einige Brote aus und rührte nebenbei Zucker in ein Teeglas. Mit einen „Huhu“ machte ich mich bemerkbar.
„Gibt es hier Toiletten“, fragte ich höflich. „Ja, natürlich“, antwortete Sie. „Hinten in einer Ecke vom Parkplatz steht ein Dixi-Klo“. Ich ging ohne etwas zu sagen und zog es vor, meinen urinalen Drang noch etwas zu unterdrücken.

Zwei weitere Stunden verbrachte ich mit dösen. Zwischendurch untersuchte ich den Pieper, schüttelte ihn und drückte ein paar Knöpfe. Aber das Ding blieb stumm. Dann ging ich nochmal zur Pförtnerfrau. „Huhu, wann werde ich denn nun eigentlich beladen“? Sie fragte nach meiner Ladereferenz, wählte eine Nummer und wiederholte meine Frage. „Aha“, antwortete Sie. „Weit nach dreiundzwanzig Uhr“.
„Nee, heute nicht mehr“, erwiderte ich. „Das ist mir zu spät. Dann fahre ich jetzt weg und komme morgen wieder. Zwischen sieben und acht bin ich wieder hier!“ Damit war Sie einverstanden. Vielleicht wollte die auch nur Ihre Ruhe. Nur die bekam Sie nicht. Zwei weitere Fahrer standen schon parat und hatten die gleiche Frage.

Kurze Zeit später sattelte ich ab und fuhr zum bereits erwähnten Autohof. Der ist zwar auch nicht erste Wahl, aber es gibt Duschen und eine Toilette, die als solches zu erkennen ist. Dazu Nudeln mit Gulasch aus der Mikrowelle. Passt also zum heutigen Tag.
Wie der morgige wird? Keine Ahnung. Ich lass mich überraschen.

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Stapeln geht nicht

Auf den Auflieger den ich hinter mir herziehe, passen 34 Europaletten. Zumindest dann, wenn diese ebenerdig geladen werden. Oftmals sind diese aber auch stapelbar. Dann mache ich das logischerweise. Laderaum ist halt ein knappes Gut. Deshalb wird versucht, soviele Paletten wie möglich zu verstauen.

Letzten Mittwoch habe ich in einer Firma geladen, die das übereinanderstellen ihrer Ware wohl grundsätzlich verbietet. Normale Aufkleber wurden wohl schon öfter ignoriert, so das Aufsteller unter das Verpackungsband geklemmt wurden. So wird das heimliche auftürmen von Paletten wirklich unmöglich.

Stapeln verboten

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Schüsse auf Autotransporter

In der rätselhaften Serie von Schüssen auf Autotransporter verstärkt das Bundeskriminalamt (BKA) die Ermittlungen – und setzt zur Aufklärung auf Hinweise aus der Bevölkerung. BKA-Präsident Jörg Ziercke kündigte an, dass für Informationen zur Ergreifung des oder der Täter die Belohnung von bislang 27.000 auf 100.000 Euro erhöht werde.

Weiter (externer Link) >>>

Fahndungsplakat zum Download >>> (pdf)
Handzettel >>> (pdf)

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Verschwiegenes Wissen kann teuer werden

Eine Spedition muss bei einem offensichtlichen Verlademangel 50% des Schadens tragen, der während des Transports aufgetreten ist. Das gilt auch dann, wenn die Spedition die Verladung nicht unmittelbar vorgenommen hat.
Auf dieses Urteil des Oberlandesgericht Hamm weißt die „Deutsche Anwaltshotline“ hin (Az: 18 U 126/11).

Im vorliegenden Fall ging es um die Zerstörung einer Bettfräsemaschine, die während des Transports einen Totalschaden erlitt. Die Ladung mit 15 Tonnen Gewicht wurde mit 15 Gurten befestigt. Zu wenig, wie der Lkw-Fahrer zwar erkannte, seinem Arbeitgeber aber nicht mitteilte.

Wenn nichts spezielles vereinbart wurde, haftet zunächst tatsächlich der Absender für Schäden, welche beim Transport entstehen, da er die Ladung verpackt. Jedoch war dem Lkw-Fahrer der Verlademangel schon vor dem Transport aufgefallen.
Das Gericht entschied, dass beide Seiten (Frachtführer und Absender) gleichermaßen Schuld am entstandenen Schaden sind.

Hier habe der Fahrer gegen seine Hinweispflicht verstoßen, erläutert die „Deutsche Anwaltshotline“. Das verschwiegene Wissen des Fahrers werde dem Spediteur zugerechnet, so das dieser, obwohl unmittelbar für die Verladung nicht verantwortlich, zur Hälfte haftet.
Der Spediteur meinte zwar, dass der Absender haftbar gemacht werden müsse für den Schaden, dass wies der Richter aber auf Grund der missachteten Hinweispflicht zurück.

Quelle: Fernfahrer Newsletter vom 05. 10. 2012
Tigges Rechtsanwälte zum gleichen Thema >>>

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Fundstücke Teil LXII

Noch ein Bild zum Thema Ladungssicherung. Auch wenn es einige nicht so „eng“ sehen, für mich ist sowas eigentlich unbegreifbar.
Welche Mehrarbeit macht es, alle BigBags zu gurten?

Auch ich mag diese Art von Ladung nicht. Darüber habe ich bereits hier geschrieben – und ja, auch meine Säcke waren damals mehr schlecht als recht gesichert.
Aber auch dafür ist dieser Blog gut. Dank der Tipps von Mathias und Ralf weiss ich nun, wie es besser geht.

Bigbags gesichert

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Morgenmuffel

Vor drei Wochen.

Mittwoch Morgen, halb acht. Ich stehe auf dem Parkplatz einer Firma etwas ausserhalb eines kleinen Dorfes, irgendwo zwischen Mailand und Turin. Entladen habe ich bereits am Nachmittag vorher.
Da sich die Fahrt zur der mir bereits mitgeteilten Ladestelle nicht mehr lohnte, blieb ich dort stehen. Es waren eh nur knapp dreißig Kilometer bis dahin.

Eigentlich wollte ich gegen sieben losfahren. Aber ich habe herrlich geschlafen und es war dermaßen ruhig in der Nacht. Also nutzt man manchmal die kleinen Freiheiten, die einem der Fernverkehr noch gibt – und sei es auch nur, eine halbe Stunde länger liegen bleiben zu können. Zumal es keiner mitbekommt. Die Firma ist schließlich weit weg.
Nicht so an diesem Morgen. Noch während ich die Vorhänge aufzog, erblickte ich einen Lkw mit einer wohlbekannten Farbgebung. Ein Kollege stand neben mir.

Tranig und noch etwas angeschlagen begrüßte ich ihn mit einem „Scheiße, ich hab verpennt!“ Gut, dass war ein wenig geflunkert. Aber wer gibt schon freiwillig zu, aus Bequemlichkeit nicht aus der Koje gekommen zu sein. Ausserdem war es eine Notlüge und die sind nicht nur zu dieser frühen Stunde durchaus mal erlaubt.
Unser kurzes Gespräch drehte sich um allgemeine Themen. Also wo kommst Du her und wo mußt Du hin. Nichts besonderes also. Aber genau richtig für mich. Kurz nach dem aufstehen ist Denken schwierig. Meist erzähle ich dann irgendeinen Müll.

Immerhin kannte mein Arbeitskamerad die Firma, in der ich laden mußte: „Kein Problem, ist leicht zu finden. Und ich glaube, dass Zeug was Du da bekommst, brauchste nicht mal gurten!“ Dann war es auch schon kurz vor acht und wir verabschiedeten uns.

Das Ankommen war wirklich einfach. Eine halbe Stunde später fuhr ich auf das Betriebsgelände. Nur das mit dem nicht sichern müssen, passte nicht so richtig. In einer großen Halle lagen viele Ballen mit synthetischen Fasern. Achtunddreißig davon sollte ich bekommen.
Nach knapp zwei Stunden war alles verladen und verzurrt. Also keine aufreibende Sache.

Achso, eines noch. Der erwähnte Kollege liest hier mit. Wenn Ihr Ihn mal treffen solltet, seit bitte nett zu Ihm. Er ist es nämlich auch.

Ladung

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