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Kategorie: Firmen

…und da sage noch einer, Marktwirtschaft wäre nicht sozial!

Was kostet es zu lernen, wie man einen störenden Arbeitnehmer kreativ aus der Firma entfernt? Gerade mal schlappe 795,00 Euro!
Achso: Natürlich zzgl. 19% Mehrwertsteuer. Dafür sind diese Kosten steuerlich abzugsfähig. Seminargetränke, Mittagessen, Parkgebühren sowie Seminarunterlagen sind natürlich im Preis inbegriffen.

Ich finde diese Lehrgänge gut. Kreativ gekündigt zu werden, tut nur halb so weh. Was ich aber vermisse, ist der künstlerische Aspekt. So eine kleine Gesangseinlage seines (noch) Vorgesetzten lindert die Sorgen über die bevorstehende eigene Finanznot doch ganz erheblich.

Wie wäre es z.B. mit: „Wer soll Dich bezahlen? Wer hat soviel Geld…?“ Anschließend gibt es dann die Kündigung. Natürlich nicht auf schnöden weißen Papier. Nein, dass geht überhaupt nicht. Farbenfroh und mit Ornamenten verziert, sollte das Blatt schon sein. Schließlich geht es hier um einen kreativen Rauswurf.

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Blauer Montag Teil II

Kurz vor zwölf Uhr. Mein Disponent ruft zum widerholten mal an: „Und? Wie schaut es jetzt aus?“ Meine Antwort: „Der macht jetzt eine halbe Stunde Mittag und dann braucht er noch ungefähr eine bis anderthalb Stunden. Also zwischen halb und um zwei dürfte der Auflieger leer sein!

Die Reaktion meines Disponenten? Ein mittelschwerer Anflug von Verzweiflung…

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Wir haben einen Aufschwung! Nur kommt der nicht überall an!

Bodo Ramelow, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, war letzte Woche auf einer Tour durch Erfurt. Eingeladen dazu hatte Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Zwischenziele waren verschiedene Betriebe der Provinzhauptstadt.

Angesprochen wurde auf dieser Reise auch das Lohnniveau in diesem Freistaat. So liest man bei Herrn Ramelow u.a. folgendes:

…dass Billiglohn keine Strategie mehr sein kann, die der hiesigen Wirtschaft weiterhilft.

Das klingt toll. Dann kann ich mir ja in naher Zukunft einen Arbeitgeber suchen, der in meinem Heimatort angesiedelt ist – und nicht 250 Kilometer entfernt.
Aber ich bleibe in der Realität: Ein Bekannter von mir fährt für eine Spedition, mit Sitz in einem Ort im thüringischen Eichsfeld. Sein Bruttoverdienst liegt bei 1 800 Euro. Netto sind das bei Steuerklasse 1 rund 1 220 Euro. Dazu kommen Spesen, die aber nicht mit zum regulären Lohn zählen.

1 220 Euro monatlich in der Lohntüte. Und das bei einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 240 – 260 Stunden im Monat. Da braucht man wirklich eine Menge Enthusiasmus. Oder was näher liegt: Man denkt besser nicht darüber nach.

In der „Thüringer Allgemeinen“ konnte man vor einigen Tagen ein Interview mit dem Präsidenten des Thüringer Arbeitgeberverbandes, Wolfgang Zahn, bewundern. Voller Stolz berichtete er auf die Frage, wie es der Thüringer Wirtschaft geht, folgendes:

Es brummt. Vor allem die Autobranche, Zulieferer, Kunststoffhersteller und jetzt auch der Maschinenbau laufen nach der Krise wieder auf vollen Touren.

Natürlich kam in diesem Interview auch das Thema Billiglohn und Leiharbeit zur Sprache. Als Antwort kamen Sätze wie „Da wird vieles übertrieben„, oder „Die im Arbeitgeberverband organisierten Firmen zahlen alle Tariflöhne, was ein grundsolides Auskommen bedeutet.“
Wie viel Prozent der Thüringer Unternehmen tatsächlich den offiziellen Tarif zahlen, kann oder will aber auch der Chef eines Wirtschaftsverbandes nicht sagen. Bei dieser Frage verliert er sich in diffusen Schätzungen.

In der Kunststoffindustrie brummt es also. Komisch, dass ein Arbeitnehmer davon nichts merkt. Ausser vielleicht durch eine erhöhte Arbeitsbelastung.
Ein weiterer Bekannter von mir arbeitet bei einem Zulieferer der Automobilindustrie. Dort, in Eisenach, werden diverse Kunstoffteile hergestellt. Selbst in der zurückliegenden Wirtschaftskrise gab es keine Entlassungen und auch keine Kurzarbeit. Trotzdem ist eine Lohnerhöhung für die dortigen Mitarbeiter Utopie.
Selbst der erwähnte Bekannte verdient als Vorarbeiter im 2 – Schichtsystem gerade einmal 1 400 Euro. Brutto natürlich. Wenn der Sätze hört, in denen es heißt, er hätte ein „grundsolides Auskommen“, wird er still. Ob vor Scham, seiner Familie kein grundsolides Auskommen bieten zu können oder einfach nur, weil Ihm die Worte fehlen, weiss ich nicht.

Aber ein wenig Hoffnung bleibt. Immerhin forderte der heutige stellvertretende Ministerpräsident, Christoph Matschie, im letzten Wahlkampf folgendes:

Eine SPD-Landesregierung mit Christoph Matschie an der Spitze wird für höhere Löhne in Thüringen kämpfen

Für ganz nach oben hat es für Matschie bekanntermaßen nicht gereicht. Als Ausrede kann das aber nicht gelten. Ansonsten ist er bald wieder in der Opposition – und der Ministerpräsident heißt Ramelow. Der ist bekanntlich für einen Mindestlohn.

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Drei von diesen Kunden an einem Montag und die Woche ist gelaufen…

Montagfrüh, erste Abladestelle – irgendwo in Mittelhessen:

Morgen, ich habe elf Kisten und Paletten für Euch!
Wo kommt das her?
Italien!

Fahre da an die Rampe!
Das ist schlecht. Besser wäre von der Seite!
Nee, fahre an die Rampe!

Zwei Minuten später steht der Lkw an der Rampe. Der Lagerkappo kommt, schaut und spricht:

Die Kisten bekomme ich mit dem Stapler von hinten nicht raus. Wir müssen doch von der Seite abladen!

Sag ich doch!

Montagvormittag, zweite Abladestelle – irgendwo im Siegerland:

Morgen, ich habe acht Regalteile für Euch!
Wo kommen die her?
Italien!

Italien ist groß. Geht es nicht genauer?
Von CamoMaf*!
Ah ja!

Dann wendete sich der Lagerkappo an einen Staplerfahrer:

Sag dem Fahrer, der soll sich an die Seite stellen und den Auflieger öffnen!

Ehe der Staplerfahrer zu Wort kam, blöffte ich den Lagerkappo an:

Kannst Du mir das nicht selber sagen? Oder bin ich Luft für Dich?

Nein, nein. Das war nicht so gemeint„, bekam ich zur Antwort. „Aber der muß das lernen!“ „Was muß der lernen„, unterbrach ich Ihn. „Doch nicht etwa, wie man einen Lkw – Fahrer anspricht“!

Montagnachmittag, dritte Abladestelle – irgendwo im Sauerland:

Hallo, ich habe einige Paletten für Euch!
Das ist schön. Da warten wir schon drauf. Fahre da an die Rampe!

Das die unteren Kartons dem Gewicht der oberen nachgegeben haben und sich die gesamten Paletten in „leichter“ Schieflage befinden, verschweige ich erstmal.

Fünf Minuten später. Mittlerweile schaut sich der Chef dieser Firma die Paletten an: „Sowas habe ich noch nicht gesehen. Da muß ich Fotos machen
Tja, dass liegt am Absender. Der hat die Paletten falsch gepackt„, antworte ich.

Ach wo„, antwortet er. „Ihr habt die bei Euch umgeladen. Das weiss ich genau!

Das Gegenteil zu behaupten, bringt nichts. Ich versuche es trotzdem, auch wenn ich wenig Lust dazu habe, mich dauernd rechtfertigen zu müssen.
Letztlich rufe meinen Disponenten an, schildere kurz die Situation und damit ist für mich die Sache erledigt. Soll der sich darum kümmern. Schließlich wird er dafür bezahlt. Basta…

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Immer diese leeren Versprechungen

Entladestelle in Mittelhessen:

Da hast Du aber Glück gehabt. Fünf Minuten später und wir wären weg gewesen!
Tja, da wäre ich halt am Montag wieder gekommen!

Warum muß ich mir jeden Freitag die gleichen Sprüche anhören? Glauben Staplerfahrer, ich küsse denen die Füße, wenn die mich noch abladen?
Nee, eher nicht 🙂

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Das ist ein Telefon

Es gibt Firmen, die verzichten auf eine seperate Wareneingangs- oder Versandannahme. Stattdessen muß man sich als Ankommender per Telefon anmelden, welches meist vor einer verschlossenen Schranke deponiert ist. Nach der Wahl einer hinterlegten Nummer wird man mit irgendeinem Büro verbunden und erhält alle nötigen Instruktionen.

Im Prinzip habe ich damit kein Problem. Es sei denn…

dreckiges Telefon

…der Apparat sieht so aus. Nicht mal mit Arbeitshandschuhen habe ich dieses Teil angefasst.

Es scheint aber Besucher dieser Firma zu geben, die in solchen Dingen schmerzfrei sind. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Tasten welche gedrückt werden müssen, ohne weiteres erkennbar sind:

Tasten weis

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Klar doch. Kein Problem.

Werbeslogans und Werbesprüche sind allgegenwärtig und unverzichtbar. Wie sonst verklickert man seinen potenziellen Kunden die eigene Firmenphilosophie. Mitunter wird anhand solcher Slogans aber auch deutlich, dass Ihre Erdenker nicht besonders gründlich nachgedacht haben.

Was andere nicht bewältigen, ist für uns selbstverständlich…

ist so ein Beispiel. Eine Problemlösung so anzubieten, wirkt irgendwie billig. Werbung sollte einen Mehrwert erzeugen und nicht als einfache Anmache daher kommen.

Was ich mir als Fahrer in einer Firma mit solch platten Spruch antun muß, kann ich mir schon vorher denken. Wenn andere Transportunternehmen Touren ablehnen – weil diese (aus was für Gründen auch immer) nicht zu schaffen sind – heißt es hier: „Natürlich, kein Problem!

Wir fahren alles

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Nicht jeder Hesse ist blind

Lagerkappo einer Firma, irgendwo in Nordhessen:

Sie sind aber ganz schön spät dran, junger Mann.

Den „jungen Mann“ verstehe ich als Kompliment und die Ermahnung nehme ich einfach mal so hin.

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