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Kategorie: Allgemeines

Ohne Hintergrund

Bei der „BILD“ hat man Angst um die Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen. Schuld daran sind die philippinischen Billig-Trucker. Genau. Das sind die, um die es bereits in diesem Beitrag ging.
Der Artikel selber ist in typischer Bild-Manier geschrieben. Kurz und ohne Hintergrund. Also wie immer. Vielleicht will man aber auch nur dem SPD-Verkehrsexperten Sören Bartol zur Seite stehen. Denn auch er ist (laut BILD) der gleichen Meinung:

SPD-Verkehrsexperte Sören Bartol (38) zu BILD: „Die Billig-Trucker gefährden die Verkehrssicherheit.“

Was mir nicht klar ist: Wie kommt der darauf, dass diese Leute die Verkehrssicherheit gefährden? Hat er schon einen bei deren Arbeit beobachtet? Oder wurde er gar durch einen Philippino während einer Autofahrt ausgebremst und durfte anschließend zehn Minuten auf einer deutschen Autobahn hinter dem herzuckeln?

Wie auch immer. Bei diesen Fahrern geht es wohl kaum um Verkehrssicherheit. Sondern eher, dass die Spedition die diese Fahrer einsetzt, westeuropäische Arbeitsplätze gefährdet. Der Herr Bartol weiss sicher, was diese Menschen verdienen. Falls nicht, erwähne ich es mal nebenbei: Keine 700 Euro im Monat. Die Wettbewerbsvorteile dadurch sind enorm. Vielleicht sollte er sein Augenmerk darauf richten. Auch wenn es weniger Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit bringt.
Klar. Es ist Wahlkampf. Da zählt jede Stimme und mit Themen wie „Verkehrssicherheit“ kann man bei potenziellen Wählern punkten. Vielleicht klappt das ja auch. Nur allzu populistische Sprüche sind da wohl reichlich kurz gedacht.

Zum BILD-Artikel: Philippinische Trucker machen deutsche Straßen unsicher
Homepage von Sören Bartol
Homepage Dinotrans

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Idioten

Laut einem Bericht der belgischen Zeitung „Le Soir“ sind belgische Lkw-Fahrer bereit, osteuropäische Lastwagen zu sabotieren.
So bereitet eine Gruppe belgischer Lastwagenfahrer Gewaltaktionen gegen osteuropäische Lkw vor. Die Rede ist von einer Belohnung von 250 Euro für jeden sabotierten Laster.

Artikel

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Hochwasser

Ein Hinweis für alle, die über den Brenner nach Italien fahren: Die A8 Richtung Salzburg ist ab Irschenberg wegen Hochwasser gesperrt.

Alle weitere Infos findet Ihr hier: Hochwasser

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Die Actie sinkt

An diesem Wochenende protestieren Schäfer aus ganz Deutschland in Berlin für bessere Arbeitsverhältnisse. Damit wollen sie unter anderem auf den Rückgang der Schafspopulation in den vergangenen Jahren aufmerksam machen. Diese ging innerhalb von vier Jahren um rund 400 000 Tiere zurück. Die Schäfer fordern von den Politikern, dass die Pacht für Weideland subventioniert wird.
Heute haben auf Berliner Straßen Radfahrer Vorfahrt. Auf freien Wegen können sie durch die Stadt rollen. Zudem ist gegen 14 Uhr eine große Abschlusskundgebung geplant. Erwartet werden bis zu 250 000 Radfahrer.

Ach ja. Dann gab es noch eine Demonstration von Lkw-Fahrern. Diese wurde von einer Fahrergemeinschaft, die sich „Actie in Transport“ nennt, initiiert. Der Name kommt aus dem niederländischen und bedeutet soviel wie „Aktion im Transportwesen“. Ursprünglich waren Holländer die Gründer dieser Gruppierung. Das eigentliche Ziel war, Verbesserungen in der Transportbranche zu erreichen. Wohlgemerkt als Fahrer und nicht als Unternehmer.
Der deutsche Ableger entstand Ende Februar diesen Jahres. Anfänglich wollte man auf diesen Weg versuchen, den Beruf des Kraftfahrers wieder attraktiver zu machen. Später kamen weitere Forderungen hinzu, wie z.B. der Wunsch nach einheitlich angepassten Mindestlöhnen innerhalb der EU oder die Aussetzung der weiteren Liberalisierung der EU-Kabotage.

Über den Sinn oder Unsinn dieser Wünsche will ich mich nicht auslassen. Diese wurden von deutschen Brummifahrern vorgeschlagen und in den Forderungskatalog der „Actie in Transport“ übernommen. Also muss man das akzeptieren, wenn man sich mit dieser Gruppe identifiziert.
Die Kommunikation zwischen den Mitgliedern läuft fast ausschließlich über Facebook. Der dortige Umgang ist nicht immer reibungslos – vorsichtig ausgedrückt. Ein gegenseitiges Hauen und Stechen ist an der Tagesordnung. Normale Diskussionen sind nur selten möglich. Mit einem Tunnelblick den viele im Lkw haben, wird halt auch im Internet dispuniert und konferiert.

Anfangs stiegen die Mitgliederzahlen relativ schnell an. Dreitausend wurden schnell erreicht. Derzeit liegt die Zahl der deutschen Gruppe bei knapp 4 700. Die meisten dürften aber sogenannte Karteileichen sein. Viele wurden einfach durch bereits angemeldete User hinzugefügt. Trotzdem hat sich ein fester Stamm von Diskutierenden gebildet. Auch ich gebe ab und an meinen Senf hinzu. Das ist nichts weltbewegendes, im Gegenteil. Solch eine kleine Gruppe kann eh nichts verändern.

Bereits kurze Zeit nach der Gründung begannen die Administratoren und Macher der „Actie“ kleinere Regionaltreffen abzuhalten. Diese fanden Samstags auf verschiedenen Autohöfen statt. Wie ich aus den Berichten der Besucher dieser Zusammenkünfte herausgelesen habe, war die Resonanz unterschiedlich. Einige waren wohl gut besucht. Andere dagegen, wie z.B. in Berg, eher schwach.
Trotzdem entschloss man sich, schnell größere Ziele anzupeilen. Eine richtige Demonstration sollte es sein. Am besten an zentraler Stelle, zwischen Siegessäule und Reichstagsgebäude, mitten in Berlin. Ein Datum war schnell gefunden: Der 1. Juni.
Viele Gruppenmitglieder waren Feuer und Flamme. Diese Demo sollte ein Anfang werden, für noch größere Aktionen. Von Streik wurde geschwärmt oder eher fantasiert. Endlich könnte man der Bevölkerung zeigen, dass in diesem Land ohne den geschundenen Lkw-Fahrer nichts läuft. Die Macher der „Actie in Transport“ distanzierten sich von solchen Aufrufen. In den Griff bekamen Sie diese Meinungen aber nicht immer.

Über die gestrige Veranstaltung kann man nur berichten, wenn man auch dabei war. Also machte ich mich auf den Weg nach Berlin. Zuerst meine positiven Eindrücke: Die Demo war gut organisiert. Drei Lkw begleiteten den Zug, Protestplakate wurden mit Phantasie und Liebe hergerichtet. Ordner waren in ausreichender Anzahl vorhanden und auch die mediale Aufmerksamkeit kam nicht zu kurz. Gerade die Reaktionen auf letztere fielen mir aber negativ auf. Die Anwesenheit von TV-Sendern waren für einige wichtiger, als die Anzahl der Teilnehmer. Und schon bin ich beim schlechtesten Punkt. Die mitlaufende Gruppe war mehr als überschaubar. Es war enttäuschend, wie wenige Fahrer sich beteiligten.
Im Internet und am Stammtisch geben sie sich Ihrer Frustration hin. Doch gestern hat man gesehen, dass es unter deutschen Fahrern kaum noch echte Solidarität gibt. Es ist nur noch gespielte Kumpanei und jeder kämpft für sich allein. Was für ein trauriges Bild.

Ich glaube nicht, dass es eine Fortsetzung dieser Aktionen gibt. Über kurz oder lang wird sich diese Gruppe auflösen. Ganz sicher liegt das aber nicht an den Machern im Hintergrund. Die haben ihr bestes gegeben. Zwar nicht immer frei von Fehlern, aber das konnte und durfte keiner erwarten. Meinen Respekt haben die dafür.

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Moderne Sklaverei in Europas Fernverkehr

Wenn LKW-Fahrer hier in Europa zu Hungerlöhnen von scheinbar nur 300 Euro beschäftigt werden, in ihren Fahrerkabinen übernachten und ihnen der Anspruch zu jeglichen Sozial- und Grundrechten verwehrt wird, dann muss sich schnellstmöglich was ändern in Europa!

kann die europäische Beschäftigungsexpertin Jutta STEINRUCK die Wut der Kraftfahrer nachvollziehen, die am Samstag in Berlin gegen das Lohndumping in ihrer Branche demonstrieren wollen.

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Die Mär vom fehlenden Fahrer

Was sich im Moment im Fahrerbereich abspielt, ist einmalig. Die Fluktuation explodiert, gute Leute sind nur noch mit gravierenden Gehaltszuschlägen zu halten. Wir sprechen hier nicht von fünf Prozent, sondern die Zuwächse sind teils zweistellig.

Das sagte Hubertus Kobernuss, Inhaber der Kobernuss Spedition und Logistik aus dem niedersächsischen Uelzen vor einigen Tagen auf der verkehrsRundschau-Fachkonferenz „Optimale Preisgestaltung bei Transportdienstleistungen“ in Hannover. Dort ging es um den Fahrermangel und die dadurch entstehenden Kosten von Transport- und Logistikdienstleistern.

Ich habe noch keinen Lkw-Fahrer kennen gelernt, der sich über einen Gehaltszuschlag im zweistelligen Prozentbereich gefreut hat. Wohl weil es nie einen gegeben hat. Im Gegenteil. Wer sich heute irgendwo vorstellt, bekommt vom zukünftigen potenziellen Arbeitgeber Zahlen vorgesetzt, die sich zwischen 1 500 und 2 200 Euro bewegen. Brutto wohlgemerkt. Allein deshalb sind viele Fahrer gezwungen, Ihre Spesen als Einkommen mit einzukalkulieren, obwohl diese Zahlung eigentlich zur Bewältigung der höheren Verpflegungskosten eingesetzt werden soll.

Fahrermangel in Deutschland? Das ist wohl eher ein Märchen. Osteuropäer werden nicht gesucht, weil es zu wenig Fahrer gibt, sondern weil diese für noch weniger Geld fahren. Werden selbst Balten, Polen oder Ungarn zu teuer, weicht man mit der Fahrersuche nach Rumänien oder Bulgarien aus. Mittlerweile ist man mit der Rekrutierung im fernen Osten angelangt. Phillipinos arbeiten für noch weniger Geld.
Wenn tatsächlich mehrere zehntausend deutsche Lkw-Fahrer fehlen, warum versucht man nicht, arbeitslose Fahrer zu integrieren? Die haben bereits eine einschlägige Berufspraxis. Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit waren im Februar 2011 119 900 Kraftfahrzeugführer arbeitslos gemeldet. Selbst heute, knapp zweieinhalb Jahre später, dürfte diese Zahl noch immer sechsstellig sein.

Stattdessen unterstützt selbst die SVG Stuttgart ein Projekt mit dem Namen „Vision Job“ (Video). In dessen Rahmen wurden spanische Berufskraftfahrer nach Deutschland geholt und nach einer Weiterbildungsmaßnahme an mehrere Speditionen vermittelt. Diese Unternehmen mussten sich mit 4 000 Euro pro Fahrer an den Kosten für die Ausbildung beteiligen. Hätte man dieses Geld nicht auch in Auffrischungskurse für arbeitslose deutsche Fahrer investieren können?

Anderes Beispiel:

Sie sind Berufskraftfahrer (Führerschein CE) und bereit, in Deutschland zu wohnen und von dort aus im internationalen Fernverkehr eingesetzt zu werden (innerhalb der Europäischen Union)? Dann dürfte Sie dieser Job in Deutschland sicher interessieren

So steht es auf der Website der Firma Balkaninvest Bulgarien. Auf diesem Weg sucht man u.a. Kraftfahrer für eine Spedition aus der Mitte Deutschlands. Der Markt ist halt allen Zuwanderern zu allen Konditionen offen. Das wird durch eine fehlende Lohnuntergrenze in Deutschland möglich.
Natürlich sind auch – nach Absprache – regelmäßige Urlaube in Bulgarien machbar. Eine Übersiedlung mit Familie ist also nicht vorgesehen. Auch über das Lohnsystem und die Bezahlung wird nichts genaues geschrieben. Wen wundert das noch?

Die Folgen sind für deutsche Fahrer ein Entlohnungssystem, dass von einem niedrigen Grundlohn/Monat bestimmt wird. Spätestens zum Renteneintritt wird das vielen sprichwörtlich das Genick brechen.

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Feststellung

Werde ich geschult, findet diese Veranstaltung an einem Samstag statt. Gut, um meine ADR-Bescheinigung zu verlängern, muss ich nur alle fünf Jahre 1 1/2 Samstage opfern. Für meine notwendigen Module allerdings, sind allein in diesem Jahr fünf Sonnabende verplant und dann jährlich mindestens einer.
Anderswo haben es die Mitarbeiter angenehmer. Da wird an einem normalen Wochentag einfach mal ein Amt geschlossen.

Wohngeldstelle geschlossen

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Noch 493 Tage bis zum Stichtag

Zumindest wenn ich mich nicht verzählt habe. Bis dahin müssen Lkw-Fahrer die gesetzliche Pflicht zur Weiterbildung absolviert haben. Das bedeutet 35 Stunden Weiterbildungslehrgang und das im Zyklus von fünf Jahren. Oder anders ausgedrückt: Der Weiterbildungslehrgang umfasst 5 Module, wobei jedes Modul in einem Fünf-Jahres-Zyklus jeweils einmal nachzuweisen ist.

Für alle die, die es interessiert. Das erste Modul nennt sich Eco-Training. In diesem wird einem wirtschaftliches Fahren beigebracht. Oder zumindest nahe gelegt. Ob es was bringt, wage ich zu bezweifeln. Es ist halt nur Theorie. Das zweite Modul beinhaltet die Sozialvorschriften für den Güterverkehr. Wenn ich Kollegen von mir frage, die dieses Modul bereits absolviert haben, ob diese schon mal etwas vom Arbeitszeitgesetz gehört haben, bekomme ich erstaunte Blicke. Soviel dazu.

Der dritte Teil widmet sich der Sicherheitstechnik und Fahrsicherheit. Da diese sich immer weiter entwickelt, ist das sicher interessant. Das vierte Modul klingt kompliziert – Schaltstelle Fahrer: Dienstleister, Imageträger, Profi. Wenn ich bereits am Wochenanfang einige Fahrer sehe, ist dieser Vortrag sicher nötig. Rasieren dauert keine fünf Minuten und ein sauberes T-Shirt kostet auch nicht die Welt.

Mein erstes Modul habe ich heute hinter mir gebracht. Es nennt sich Ladungssicherung und ist in der Liste der fünfte und letzte Streich. Ihr merkt sicher spätestens jetzt, dass die Reihenfolge willkürlich gewählt werden kann. Denn jede Veranstaltung birgt ja für sich einen Abschluss. Wichtig ist nur, dass bis zum 10.09.2014 alle Module nachgewiesen werden können.

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