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Kategorie: Ärgerliches

Dreck

Mitten in der Nacht aus dem Bett gequält, anschließend 350 Kilometer zur Abladestelle gefahren.
Dort pünktlich zum Arbeitsbeginn eingetroffen – und das nur, damit ich seit mittlerweile über vier Stunden auf einem versifften Parkplatz darauf warten darf, endlich entladen zu werden.

Angeblich wären noch andere Lkw vor mir. Ja ja. Denn alle die nach mir kamen, sind bereits wieder weg.

Meine Laune ist Montagmittag bereits ganz weit unten…

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Wie ein Stern Instinkte wecken kann

Der „Stern“ schreibt in seiner aktuellen Ausgabe etwas über die Filipinos bei DinoTrans. Toll, dachte ich mir – und da es sich nicht ziemt, eine Zeitschrift quasi schwarz am Zeitschriftenregal zu lesen, investierte ich drei Euro siebzig und kaufte mir ein Exemplar.

Hat sich diese Investition gelohnt? Für mich eher nicht. Der Tenor des Artikels geht dahin, dass sowohl die Filipinos, wie auch Ihr Arbeitgeber Staffan Resare, der Besitzer von DinoTrans, weltoffene Menschen sind, die natürlich nur gutes wollen. Dagegen sind alle anderen böse und gemein.
Russen und Ukrainer saufen zu viel, von westeuropäischen Fahrern werden die Südostasiaten beäugt, gemieden oder sogar gehasst. Der von einem Redakteur des „Stern“ begleitete phillipinische Fahrer erzählte, dass er sich jede Nacht vor Angst einschließen muß.

Genau das mache ich auch. Also die Türen verriegeln. Sowohl unterwegs im Lkw, als auch zuhause in der eigenen Wohnung. Für mich ist das ein menschlicher Instinkt, der nicht nur auf Asiaten beschränkt ist.
Instinkte bestimmen unser aller Leben. Sie sind notwendig zum Überleben, etwa wenn ein bewusster Denkvorgang zu langsam abläuft. Beispielsweise kann man eine eventuelle Unfallsituation im Straßenverkehr oft schon erahnen, bevor sie überhaupt eintritt. Instinktiv bremst man ab, um einen möglichen Unfall zu verhindern oder zumindest abzumildern.

Aber zurück zum Thema: Das Problem in der Berichterstattung ist die Nähe zur Macht bzw. zur Politik. Niemand berichtet wirklich unbefangen. Natürlich auch ich nicht. Nur ich beschäftige mich hier ja auch mit mir selbst. Oder eher mit meinem Job. Aber das macht mich auch unabhängig. Zumindest in meinem Sinne.
Von einem Magazin wie dem „Stern“ erwarte ich aber mehr. Etwa einen Autor, der sich die Mühe macht hat, außer den „üblichen Verdächtigen“ auch die „Gegenseite“ zu befragen bzw. deren Statements zu veröffentlichen.

Sätze oder Aussagen wie…

Seit Sommer protestieren deutsche Fahrer immer wieder gegen die philippinische Konkurrenz, zuletzt vor wenigen Tagen in Dresden…

oder:

Der Hass auf die Filipinos hat um sich gegriffen

…sind ein schlimmer Fall von Zensur und Falschinformation. Ich habe auf den von mir besuchten Demos keinen anderen Teilnehmer getroffen, der Unmut gegen ausländische Fahrer gezeigt hat. Im Gegenteil: Es wurde und wird immer wieder betont, dass Beleidigungen und Diffamierungen gegen osteuropäische oder philippinsche Fahrer nicht geduldet werden.

Ein Blick auf die Seite der „Actie in de Transport“ hätte genügt, um die wirklichen Ziele zu erkennen. Nämlich Perspektiven zu schaffen, auch für ausländische Lkw-Fahrer. Von Hass oder Vorurteilen lese ich da nichts.

Aber der „Stern“ zeigt viel mehr eine andere, eigene Demonstration. Nämlich wie unfähig oder überfordert Redakteure sein können und wie leicht es ist, bestimmten Leuten auf den Leim zu gehen. Das die denen damit immer neue Munition liefern, wird bewußt in Kauf genommen. Mehr noch. Lieber ergeht man sich in Verallgemeinerungen. Das ist traurig. Und schade.

Actie in de Transport
Stern.de
DinoTrans

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Neunzig Stunden

Die Gesamtlenkzeit innerhalb von zwei aufeinander folgenden Wochen darf maximal 90 Stunden betragen. Wenn davon zum Beginn der zweiten Woche nur noch 39 Stunden übrig sind, ist wohl Nahverkehr angesagt.
Oder ein Wochenende fern ab der Heimat.

neunzigstunden

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Batteriewechsel die zweite

Batteriewechsel leicht gemacht ist bei Scania ein Fremdwort. Das habe ich ja bereits vor sieben Wochen bei meinem Arbeitsgerät bemängelt. Da hatte ich aber noch Vorteile. Die Dinger sind hier an der Seite verbaut und ich konnte die Arbeit in der firmeneigenen Werkstatt durchführen. Passendes Werkzeug war also kein Problem. Trotzdem dauerte der Wechsel fast eine Stunde.

Bei dem Lkw eines Kollegen hängen die beiden Spannungsquellen hinten am Rahmen. Der Grund sind größere Tanks. Deshalb findet sich an der Seite kein Platz für die Batterien. Durch ein ärgerliches Missgeschick gab es einen Kurzschluss und beide Akkus verabschiedeten sich ins Jenseits.
Doch damit nicht genug. Natürlich passiert so etwas weit weg von der Firma. In seinem Fall in der Nähe von Verona.

Batterie

Ich hatte in etwa die gleiche Tour, nur einen Tag später. Also brachte ich Ihm zwei neue Batterien aus Deutschland mit, die wir dann einbauen sollten. Nur ist das unterwegs überhaupt nicht möglich. Teile des Rahmens müssen dazu abgeschraubt werden. Das Werkzeug welches man dazu braucht, hat kein normaler Fahrer dabei.
Freundliche Menschen beschrieben uns schließlich den Weg zu einer Werkstatt. Doch selbst dort mit passenden Maul- und Ringschlüsseln war das Wechseln eine arge Fummelei.

Am Ende war der halbe Vormittag rum und ich habe den Wunsch, in den nächsten zehn Jahren keine Batterie mehr wechseln zu müssen.

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Experten

Auf der Seite „LaSi Mobil“ kann man ein Beispiel bewundern, wie unterschiedlich in Deutschland mit dem Thema Ladungssicherung umgegangen wird. So darf ein mit Flachstahl beladener Lkw der in Nordrhein – Westfalen kontrolliert wird, seine Fahrt erst dann fortsetzen, wenn die Ladung mit einer Vielzahl von Spanngurten nachgesichert wird.

Ein zweites Mal in Niedersachsen angehalten, gibt es erneut Ärger, weil die Beamten der Meinung sind, die Ladung ist nicht zurrfähig und kann nur über Formschluss, Antirutschmatten und den Fahrzeugaufbau gesichert werden.

Je nach Laune kann man darüber weinen oder lachen. Erst recht, wenn man die dazugehörigen Fotos sieht. Besonders aufschlussreich ist Bild 1: Zwischen den Zurrgurten und der Ladung fehlen Kantenschoner. Nach wenigen Kilometern sind die Dinger durch gescheuert und somit reif für die Mülltonne.
Dann wurden alle Gurte von einer Seite fest gezurrt, nämlich links. Ich habe mal gelernt: Ein Schloss links, eines rechts. Und so weiter. Die Flachstahlstücke in der Mitte werden auch nicht niedergezurrt. Das wäre wohl auch noch zu bemängeln.

Ich bin ja der Meinung, dass viele Beamte Theorie und Praxis schlecht auseinander halten können. Die kommen aus einer Schulung und versuchen anschließend, dass dort erworbene Wissen auf der Straße umzusetzen. Wie in diesem Fall. Da wurde ausgerechnet, wie viele Spanngurte nötig sind, um die Ladung ausreichend zu sichern.
Die anderen, praktischen Fehler, sind dagegen nicht aufgefallen.

Ich sichere auch nicht immer alles richtig. Allein schon deshalb, weil ich vieles nicht weis. Dann versuche ich mit Logik dran zu gehen und frage auch mal den jeweiligen Verlader. Die Leute verladen ja die Ware nicht zum ersten Mal und haben zumindest in Deutschland eventuell auch bereits Schulungen besucht. Deren Tipps und Hinweise helfen oftmals enorm weiter.

LaSi Mobil: Untersagung der Weiterfahrt

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Dänen lügen nicht? Doch, einige schon!

Ein dänischer Busfahrer gab dem Drang seiner Blase am Rasthof Göttingen auf eigentlich recht herkömmlicher Art nach. Er pieselte in die freie Natur und damit es nicht so spritzte, suchte er sich einen Reifen, an dem die Brühe sanft herunter laufen konnte.

Nur war es kein Rad seines Busses, sondern das eines zwei Plätze daneben stehenden Lkw – und das auch noch unter den Augen des Fahrers. Das der darüber nicht erfreut war, kann sich jeder denken. Als der 47-Jährige den Busfahrer auf sein ungehöriges Verhalten ansprach, kam es zu einem Streitgespräch zwischen den beiden Männern. Der LKW-Fahrer ging schließlich ins Restaurant.

Für die weitere Fortsetzung der Geschichte bemühe ich mal Teile aus der Polizeimeldung (102/2014) der Polizeidirektion Göttingen:

Für den Dänen war „die Sache“ aber offenbar nicht so schnell erledigt. Denn ein Autofahrer, der die Geschehnisse schon verfolgt hatte, machte jetzt eine Beobachtung, die möglicherweise einen schweren Unfall verhindert hat.

Von seinem PKW aus beobachtete der 52-Jährige aus dem Landkreis Göppingen (Baden-Württemberg) wie der Däne zum LKW seines vorherigen Kontrahenten ging und augenscheinlich unter dem Auflieger manipulierte. Eine Begutachtung sollte später zeigen, dass der Busfahrer an der Vorrichtung zur Entriegelung der Sattelkupplung gezogen und den sogenannten Herzbolzen des Aufliegers entsichert hatte.

Der aufmerksame Zeuge stieg sofort aus und fragte den Dänen, was er da machen würde. Der 27-Jährige entgegenete nur, dass dies „sein LKW wäre“ und ging danach ebenfalls ins Restaurant.

Als der Brummifahrer zu seinem Laster zurückkehrte, sprach ihn der 52-jährige Autofahrer an und teilte ihm seine Beobachtung mit. Gemeinsam gingen beide zum Auflieger und stellten die gefährliche Manipulation fest. Eine Manipulation, die vermutlich dazu geführt hätte, dass sich der Auflieger während der Fahrt auf der A 7 von der Zugmaschine trennt. Der LKW-Fahrer alarmierte die Polizei.

Gegenüber der Funkstreife der Göttinger Autobahnpolizei stritt der Däne den Tatvorwurf ab. Die Beamten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ein. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Göttingen wurde von dem Mann zur Sicherung des Strafverfahrens eine Sicherheitsleistung in Höhe von 200 Euro einbehalten. Anschließend konnte der Däne seine Fahrt gen Norden fortsetzen.

Zunächst mal eine kleine technische Anmerkung: Ein „Herzbolzen“ ist das Teil, dass die Blattfedern zusammen hält und dann in die Achse gesteckt wird. Dieser Bolzen wird also gebraucht, um die Blattfedern auf der Achse zu zentrieren – hat also nichts mit der Sattelkupplung zu tun. In der Pressemitteilung ist wohl der „Königszapfen“ gemeint.

Aber zum eigentlichen Thema: Wenn man bedenkt, was bei einer gezogenen Sattelkupplung alles passieren kann, ist die einbehaltene Sicherheitsleistung von 200 Euro schon recht preiswert. Denn eigentlich fehlt einem der so etwas macht, schlicht die nötige charakterliche Eignung, um überhaupt am Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen.

Nur leider wird sich die Tat wohl trotz des Zeugen nicht beweisen lassen. Der hat ja nicht direkt gesehen, was der Däne da gemacht hat. Fingerabdrücke kann man auch vergessen, denn den Hebel umfasst man mit der ganzen Hand. Außerdem hängt da jede Menge Straßendreck dran.
Trotzdem ein dickes „Danke schön“ an den Autofahrer. Leider gibt es davon viel zu wenige.

Meldung der Polizeidirektion Göttingen

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Doppelt kontrolliert

Gestern am späten Nachmittag Kontrolle in der Schweiz. Ausgelesen wurden 28 Tage, bemängelt wurde ein Verstoß. Die Gesamtlenkzeit innerhalb zweier Wochen wurde um zwei Stunden überschritten.
Ich hatte also 92 Stunden Lenkzeit. Erlaubt sind neunzig.
Bezahlen brauchte ich nichts. Der nette Polizist beließ es bei einer freundlichen Ermahnung.

Heute am späten Nachmittag Kontrolle in Italien. Das ich bereits gestern fällig war, wurde ignoriert.
Schweiz wäre Schweiz und Italien ist Italien. Interessante Logik. Aber nun ja.

Es wurden wieder 28 Tage ausgelesen, dann wurde fleißig geschrieben. Am Schluss kamen die nicht ganz so netten Polizisten auf einen Betrag von 114 Euro und 70 Cent.
Die zwei Stunden Mehrfahrzeit in der Doppelwoche durfte ich nun doch zahlen, plus eine übertretung der Tageslenkzeit.
Am 31.01. hatte ich zehn Stunden und acht Minuten auf der Karte. Erlaubt sind zehn Stunden.

Das ich an diesem Tag, ein Freitag, einfach nur nach Hause wollte, ist egal. Für mich heißt das in Zukunft, dass ich nochmal neun Stunden in der Karre penne, selbst wenn nur noch fünf Minuten bis zum Standplatz des Lkw fehlen.
Denn ich habe keinen Bock mehr, irgendeinem Staat mein sauer verdientes Geld in den Pops zu schieben.

Bei Verstößen jenseits von gut und böse sehe ich es ein, dass man zur Kasse gebeten wird. Aber nicht wegen solcher Kinkerlitzchen. Das grenzt allmählich an debilen Strafwahn. Mit Verkehrssicherheit hat das auch nichts mehr zu tun. Wer von mir wegen acht Minuten Überschreitung einen mittleren zweistelligen Betrag will, ist ein Abzocker.

Ich weis nicht ob es rechtens ist, einen Tag nach einer eigentlich ergebnisslosen Kontrolle noch einmal komplett kontrolliert zu werden und dabei Verstöße zu ahnden, die einen Tag vorher nur zu einer mündlichen Verwarnung führten. Auch wenn es in zwei unterschiedlichen Ländern passiert.

Wie auch immer. Nicht nur, dass ich keine Lust auf Diskussionen hatte, die bringen hier auch nichts. Selbst in Deutschland rede ich während einer Kontrolle nur das nötigste.

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Es ist schon irgendwie unglaublich

Die Gegend um Olpe gehört zum Einzugsbereich der Firma, für die ich fahre. Deshalb kenne ich die einigermaßen gut. So war ich auch heute dort in der Umgebung – und ja, es gibt für einen Lkw-Fahrer bessere Landstriche. Einige Dörfer sind schwer zu erreichen, die Straßen oft nicht die breitesten.

Wenn gar nix mehr geht, rufe ich halt in der zu beliefernden Firma an. Da breche ich mir keinen ab. Dann verlasse ich mich auch auf die Wegbeschreibung des dortigen Mitarbeiters. Da kann mein Navi noch so sehr „bitte wenden“ quäken.

Ein Tscheche war aber anderer Meinung. Der vertraute eher dem Navigationsgerät, als auf die telefonischen Angaben des Landmaschinenhändlers, bei dem er einen Klein-Lkw abliefern sollte. Das Ende vom Lied? Der fuhr sich fest, beschädigte weitere geladene Pkw und kam letztlich nur durch den Einsatz von schweren Bergegerät wieder frei. Da fällt mir nichts mehr zu ein.

Die ganze Geschichte kann man hier nachlesen: Lkw-Fahrer von Navi in die Irre geleitet und festgefahren

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