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Kategorie: Ärgerliches

Geflickte Schnitte

auflieger Plane geflickt
So sieht eine geflickte Plane aus

Samstagnachmittag waren alle fünf Schnitte geflickt, heute früh den Auflieger in der Sattlerei geholt. Gute Arbeit von den Mitarbeitern dort, kann man nix sagen. Besser geht es nicht.

Ein Problem war, dass an zwei Stellen die Verstärkungen der Plane mit durchgeschnitten wurden. Die mussten auch mit erneuert werden.
Die alten werden rausgezogen und neue eingesetzt. Ist wohl ziemlich zeitaufwendig, wie mir der Chef bei einer Tasse Kaffee erklärte.

Trotzdem ärgerlich. Da sieht man sich vor, wäscht das Teil regelmäßig, brüllt weißt Staplerfahrer an darauf hin, bitte Abstand zu den lackierten Palettenkästen zu halten, passt auf die Alulatten auf, dass die nicht krumm oder kaputt gedrückt werden und dann kommen nachts irgendwelche Deppen.
Aber egal, ist passiert. Hoffentlich ist jetzt Ruhe für lange Zeit.

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Nächtlicher Besuch

Es wäre an dieser Stelle gar nicht mal so unpassend, ein Schimpfwort einzufügen. Aber auf manch dumme Dreistigkeit fällt mir irgendwie kein passendes ein. Tja gut.

Gestern Abend noch bis zum letzten Kunden gefahren, einer Spedition in der Nähe von Mailand. War die Nummer drei von drei.
Bei denen lade ich öfter ab. Meist bekommen die Kunststoffrohre. Auch gestern. Ist also eine eher unspektakuläre Ware und für potenzielle Diebe eher weniger interessant.

Das Einfahrtstor am Ende einer Sackgasse, alles hell beleuchtet. Etwas abseits davon kann man gut parken. Dort habe ich schon öfter gestanden, immer ohne Probleme.

Ich gehe nochmal eine Runde um den Lkw, schaue auch nach der Ladung. Danach lass ich sogar noch eine Tür offen und hänge die ein. Habe am Morgen ja keine zehn Meter, bis ich in der Firma bin.
Heute früh trotzdem fünf Schnitte in der Plane. Drei links, zwei rechts. Nein, nicht diese kleinen, die verschmerzbar sind. Nö, richtig große.

nächtlicher Besuch. Plane Lkw zerschnitten
Das Werk von Deppen

Es ist zum kotzen. Statt einfach in den Auflieger zu leuchten, eine Tür war ja offen, wird die Pläne zerschnitten. Diese Idioten.
Wieso? Keine Ahnung. Entweder zu blöd, eine offene Tür zu erkennen oder aus Frust, weil es nix passendes zu klauen gab.

Anzeige bei den Carabinieri habe ich erstattet. Wird aber eh nichts bringen. Schade um die Zeit, die ich dadurch vermuffelt habe.

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Keine Lust, keine Luft

Montagmorgen, was soll ich dazu noch viel schreiben. Selbst der rechte Vorderreifen hatte keine Lust und zog es vor sich einen Nagel einzufangen, um seine Luft zu verlieren.
Dazu noch an einer so cleveren Stelle, dass eine schnelle Ausbesserung nicht möglich sei. Da helfe nur eine Heißvulkanisierung. Die würde dauern und wäre heute eh nicht machbar. Sagte zumindest der Mann vom Reifendienst, irgendwo im Thüringer Wald.- und dem muss ich ja glauben.

Reifen kaputt

Also war ein neuer Reifen fällig. Hilft ja nix. Immerhin ging es schnell, aber auch kein Wunder, ich war ja der erste beim Händler.
Der halbwegs defekte liegt jetzt auf dem Auflieger. Den kann sich mein Chef wieder herrichten. Ist ja erst zwei Jahre alt und vom Profil auch noch gut.

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Gibt nix von mir. Erst recht nicht auf die krumme Tour.

Auf einer Raststätte bei Frankfurt. Ein etwas ungepflegt wirkender Mann mittleren Alters klopfte an die Fahrertür. Erst dachte ich, er wollte nach dem Weg fragen oder ob ich Pfandflaschen für ihn hätte. Aber nein, sein Begehren war etwas anderes.

„Hallo, ich stehe da hinten mit einem Transporter und mir ist der Diesel ausgegangen. Kannst Du mir so drei, vier Liter geben?
Da hinten? Da ist eine Tankstelle, da gibt es auch Diesel.“

Ja aber, ich brauche doch nur zwei, drei Liter.
Ach ja, Kleinmengen verkaufen die ja nicht. Wie weit willst Du eigentlich mit drei Litern kommen?“

Na ja, Du kannst mir natürlich auch dreißig oder vierzig Liter geben. Bei dem großen Tank hier fällt das doch überhaupt nicht auf.
Ach jetzt willst Du schon vierzig Liter? Komm, geh und lass mich in Ruhe.“

Wie geh doch einfach? Darf ich Dir mal was erklären? Wir sind ein kleines Puppentheater, wegen Corona haben wir keine Aufträge, uns geht es schlecht. Wenn jeder so ignorant ist wie Du, gibts bald keine Kunst mehr.
Dann bau hier Deine Bühne auf und gib eine Vorstellung. Vielleicht spenden ein paar Fahrer was. Von mir gibt es nix.“

Das wollte er aber auch nicht. Wohl weil er von Künstler sein so weit entfernt ist, wie die Erde von der Sonne. Ich kenne doch meine Dieselschnorrer. Mal kommen die angeblich von einem notleidenden Zirkus, dieses mal war es ein Puppentheater.
Schlimm ist nur, dass die immer wieder einen finden, der nen Schlauch in den Tank hält und sich Diesel abzapfen lässt. Das es dabei nicht bei fünfzig Litern bleibt, dürfte auch klar sein. Ganz schnell wechseln mal hundert Liter oder mehr den Besitzer.

Aber wer seinen Chef bescheißen will, gerne. Bei mir gibt es nix. Es sei denn, ich schlafe den Schlaf der Gerechten.

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Kein Wasser mehr

Ich fand es immer angenehm, meinen kleinen Wasservorrat den ich unterwegs so brauche, an Autobahntankstellen auffüllen zu können. Tür auf, Kanister schnappen, voll machen, wieder rein, Tür zu, fertig. Keine weite Schlepperei, wenig gepansche, alles gut.

Die Corona-Krise scheint aber auch vielen Pächtern arg zugesetzt zu haben. Denn immer öfter werden die Wasserhähne abgeschraubt, Fragen ob ich trotzdem Wasser bekommen könnte, werden meist mit „nein“ beantwortet.

Ohne Hahn kein Wasser

Klar verstehe ich die Pächter. Wasser ist ein wertvolles Gut. Nicht umsonst verkaufen die Literflaschen für vier Euro das Stück. Selbst das Wasser aus der Leitung ist in Deutschland teuer. Für den Gegenwert von einem Euro bekommt man auch nur ungefähr 500 Liter.
Wenn also fünfzig Fahrer ihren 10-Liter Kanister auffüllen, kostet das den Gegenwert eines halben Espresso, den die verkaufen. Wow, dass ist wirklich kaum zu finanzieren.

Aber mal ernsthaft. Wenn es euch in den Krallen von Tank & Rast so schlecht geht, ich zahle sogar zwanzig, von mir aus auch dreißig Cent für zehn Liter Leitungswasser.
Nur lässt mir die Möglichkeit etwas von der Brühe zu bunkern. Denn die Möglichkeit unterwegs mal die Hände oder das Gesicht abwaschen zu können, kann nie verkehrt sein.

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Muss ich nicht verstehen

Das ein Kollege aus dem Nahverkehr einen halben Tag „meinen“ Lkw fährt um die von mir letzte Woche in Italien geladene Ware auszuliefern, damit ich meine Wochenruhezeit einhalten kann, ist ja nett. Auch das er seinen Lieblingssender hören möchte, auf der Suche danach die von mir gespeicherten Stationen löscht, geschenkt.
Nur warum er in den Einstellungen des Bordcomputer Kilometer durch Meilen und Celsius durch Fahrenheit ersetzt hat? Keine Ahnung. Vielleicht haben sich Gene aus Übersee in ihm versteckt? Ich weiß es nicht.

War heiß heute

Was ich aber weiß, dass er die Plane vom Auflieger nicht auf bekommen hat. Ist eigentlich nicht so schwer. Erst die Plane ein Stück hoch drücken, den Hebel der sich darunter versteckt, nach vorn ziehen, die Seitenplane entspannt sich, fertig. Dann die Strebe aus der Führung drücken und schon öffnet sich die Seite des Aufliegers ganz leicht.

Macht man das nicht, zieht man an der Schlaufe wie ein Irrer. Logisch, ist ja noch alles fest. Da gibt nix nach, außer die Schlaufe irgendwann selbst. Also statt mal zu schauen, warum da nichts passiert, denn irgendeinen Grund muss es ja geben, lässt er rohe Kräfte walten.

Wo rohe Kräfte walten…

Aber stimmt, es gibt schlimmeres. Die Einstellungen im Bordcomputer sind schnell geändert, Radiostationen fix neu gespeichert und zwei Nieten, schon ist die Halteschlaufe wieder fest. Also kein Grund zur Aufregung, lohnt nicht.

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Tom Astor wusste es schon vor 40 Jahren

14 Tage auf dem Brenner, ohne Dusche, ohne Frau.
Im LKW vergammelt der Spinat.

Tom Astor „14 Tage auf dem Brenner

Kennt Ihr nicht? Macht nix. Ist auch nicht die Musik, die ich höre. Und ganz so schlimm ist es heute auch nicht. Denn weder habe ich schon mal Spinat durch die Gegend gefahren, noch stehe ich hier zwei Wochen herum.

Aber ein „aber“ gibt es immer. Gestern Feiertag und Fahrverbot in Österreich, heute Stau in Italien. Also alles wie immer.
Das ich allerdings schon bei Kilometer 49,8, also zwischen Klausen und Brixen, weit unterhalb vom Brenner stehe, ist heftig. Selbst für mich, fahre ja nicht erst seit letzte Woche hier runter.

stau in südtirol brennerautobahn
Stau, Stau, Stau

Übrigens, viele Lkw sind der beste Indikator dafür, dass die Wirtschaft in Europa wieder anzieht. Denn was produziert wird, muss auch transportiert werden. So zumindest meine These.

Aber nun ja. Stehe ich die nächsten Stunden halt dumm rum. Habe eh nichts systemrelevantes geladen. Kann da eh nix dran ändern.

So klingt es in Südtirol
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