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TruckOnline.de Posts

Phase Rot im Zwergenland

In der Schweiz wurde mal wieder die „Phase Rot“ ausgerufen. Der Grund sind „Abfertigungsprobleme am Zollamt in Chiasso“, wie es im schweizerischen Amtsdeutsch so schön heißt.
Während dieser Phase ist es Lkw – Fahrern verboten, die Schweiz über die Gotthardroute b.z.w. über den San Bernardino zu durchfahren.
Für mich auf den Weg Richtung Italien heißt das warten. Das sind Situationen, die ich überhaupt nicht mag.

Zur Zeit stehe ich auf dem Zollhof Weil/Autobahn. Fahre ich weiter, werde ich irgendwo vor Luzern angehalten und verbringe die Nacht auf der abgesperrten rechten Spur der Autobahn – ohne Sanitaireinrichtungen u.s.w., dass heißt, waschen am Kanister wäre dann angesagt.

Bleibe ich hier auf dem Zollhof stehen und fahre morgen früh um 5.00 Uhr weiter, kann es passieren, dass ich für die rund 300 Kilometer von Basel nach Chiasso einen ganzen Tag brauche, da man über jeden der sogenannten Ausstellplätze geleitet wird und man dort jeweils für unbestimmte Zeit zwangsparken muß. Nebenbei geschrieben: Von diesen Ausstellplätzen gibt es so einige.

Heute ist es möglich, Europa von Estland bis Spanien ohne eine einzige Grenzkontrolle zu durchqueren. Nur in der Mitte von Europa gibt es einen kleinen giftigen Zwergstaat, der sich querstellt – aus was für Gründen auch immer (die mir auch sowas von Gülle sind). Wenn Schweizer auf Ihre angebliche Neutralität verweisen, kann ich nur lachen, denn neutral sind die schon lange nicht mehr.

Aber was sollts: Bleibe ich halt hier auf dem Zollhof stehen und verliere dadurch weit mehr als einen Tag. Ändern kann ich eh nichts daran…

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Ein unrühmlicher Rekord

Ich glaube, in dieser Nacht habe ich einen neuen persönlichen Rekord im „Parkplatzsuchen“ aufgestellt – auch wenn ich nach elf oder zwölf Parkplätzen die ich umsonst angefahren habe, mit zählen aufgehört habe.

Jetzt stehe ich mehr schlecht als recht südlich von Offenburg auf einem Rasthof. Na ja, Vorhänge zu und ab in die Koje…

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Der Wurm in meinem Ohr

Letzte Woche hörte ich auf irgendeinem italienischen Radiosender den Song „50 Ways To Leave Your Lover“ von Paul Simon. Ob er sie alle gefunden hat, weis ich nicht.
Was er aber gefunden hat, ist der Weg in mein Ohr. Dieser makellose, melancholische und auch sarkastische Song- wie werde ich IHN wieder los?

Das ganze gibt es auch auf deutsch und zwar von Ulla Meinecke.

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Mal was internes

Laut Kevin Kelly gibt es das „www“ erst seit rund 6 500 Tagen. Die ursprüngliche (nicht mehr existierende Seite) „TruckOnline.de“ bestand rund 3 800 Tage, dieses (nachfolgende) Blog besteht seit 284 Tagen.

Joa: Es macht immer noch Spass 😉

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Sie haben Post

sag ma, war das ernst mit dem tschechen und deinem gepissten schuh

Nein, dass war nur ein kleiner Scherz! Vielleicht sollte ich es das nächste mal dazu schreiben 🙂

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Logistik hat nichts mit Logik zu tun

Donnerstagabend, dass Handy klingelt. Kurzer Blick aufs Display, mein Disponent. „Ich hätte da noch 2 Paletten bei Brescia, die könntest Du noch holen!
Können heißt natürlich müssen. Was sonst.
Er gibt mir die Adresse, ich schau in die Karte. Bei Brescia bedeudet ca. 30 Kilometer oberhalb von Brescia. Nun ja.

Freitagmorgen gegen 9.00 Uhr bin ich in „ca. 30 Kilometer oberhalb von Brescia“. Der gesamte Ort „hängt“ an einem Berg, Serpentinen schlängeln sich nach oben.
Laut Navi müßte ich genau in einer der Serpentinen nach rechts in eine Nebenstrasse abbiegen. Das Teil wurde aber für kleine Autos konzipiert, nicht für große. Also geht es weiter nach oben.
Navi sagt „Bitte wenden“. Tolle Software, nur wo?

Ich versuche rückwärts in eine enge Nebenstrasse zu fahren. Es gelingt sogar. Hupen Italiener eigentlich, um Ihre Anerkennung auszudrücken oder weil die eine Minute warten mußten? Wohl eher aus letzteren Grund!
Nun ging es wieder bergab. Ich war zufrieden, mein Navi auch.

An bereits erwähnter Nebenstrasse blieb ich wieder stehen. Auch von oben betrachtet, sah diese nicht besser aus.
Mittlerweile ertönte wieder ein Hupkonzert hinter mir. Aber wie sangen schon die Ärzte: „Lass die Leute hupen!“ Oder so ähnlich.
Wird schon gutgehen„, dachte ich mir und bog nach links ab. Die interessierten Blicke der Anwohner ignorierte ich.

Die Strasse in der „meine Firma“ ansässig war, war widerum eine Nebenstrasse der Nebenstrasse auf der ich mich befand. Dort hinein zufahren war absolut unmöglich.
Also begab ich mich zu Fuß dorthin.

Scaricare oder Caricare*“ fragte mich einer aus der Firma. Ich weis nicht, wer diese beiden Wörter erfunden hat, wenn ich es ausspreche, klingt es wie Kartoffel.
Loading For Germany, Two Pallets„, sagte ich. Er schaute mich komisch an und ich dachte: „Hat der jetzt Kartoffel verstanden?

Er ging wieder, ich wartete. Aus einiger Entfernung klang ein Hupen an mein Ohr. Ich stand wohl wieder jemanden im Weg.
Dann kam er wieder, im Schlepptau einen Kollegen. Der hielt mir einen Lieferschein vor mein Gesicht und ich erblickte eine Unterschrift.
Duo Paletti und Yesterday und Bergamo und Spedizioni“ war alles was ich verstand.

Ich lies Ihn stehen und ging zum Lkw um zu telefonieren. „Wir klären das ab„, vernahm ich. „Dann fahr ich weiter, der Kram ist eh nicht mehr hier„, antwortete ich.
„Nein, bleib stehen, wir rufen zurück„. Eine andere Antwort hatte ich auch nicht erwartet.

Dreisig Minuten später kam der Rückruf: „Fahre weiter, die Paletten wurden gestern schon abgeholt. Ich weis aber nicht von wem!

Logistik hat halt wenig mit Logik zu tun…

* Entladen oder Beladen

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