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Kategorie: Unterwegs

Es ist ja nun nicht so, dass ich Schnee nicht mag…

Freitagnachmittag, irgendwo kurz vor Feierabend: Nichts geht mehr – weder vor, noch zurück…

Festgefahren im Schnee

Nun ja, es ist ja auch nicht verwunderlich, wenn ein Sattelzug mit einer einsamen angetriebenen Achse gegen die Glätte ankämpfen muß.

Übrigens – das was Ihr da seht, ist wintertaugliche Bereifung. Oder anders ausgedrückt: Mit sogenannten Sommerreifen wäre ich genausoweit gekommen.

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Dauert halt länger

Montagfrüh auf dem tiefverschneiten Gelände eines „Global Player„, irgendwo zwischen Finnland und Mauretanien: An der Warenannahme Nummer drei werde ich zunächst eine Weile ignoriert. Nach fünf Minuten reagiert ein Männlein auf mein inzwischen etwas lauteres Räuspern.
Es nimmt meine Papiere, schaut sich jeden Lieferschein genau an, merkt nach einiger Zeit, dass die Lieferscheine zwei bis fünf nur Durchschläge vom ersten sind und fragt schlieslich, was ich eigentlich geladen habe.

Slipeinlagen“ antworte ich. Er schaut mich an, schluckt kurz aber heftig und ruft seinen Kollegen zu Hilfe. Nun blättern beide in sämtlichen Lieferscheinen, von denen zwei bis fünf nur Durchschläge vom ersten sind.
Den Kunden kenne ich nicht, damit kann ich nichts anfangen„, sagt plötzlich der hinzugekommende Kollege. „Gib mir Deine Telefonnummer und ich rufe Dich an, wenn ich genaueres weiss„!

Nach knapp drei Stunden überwinde ich mich, nochmals nachzufragen. Vor dem Schalter der Warenannahme Nummer drei steht inzwischen eine ganze Truppe weiterer Lkw – Fahrer. Als der Redeschwall der anderen kurz nachlässt, rufe ich in den Raum: „Was ist nun mit meinen Slipeinlagen? Habt Ihr etwas rausbekommen?
Du hast keinen Termin und auch keine Registrierungsnummer„, bekomme ich zur Antwort und ernte mitleidige Blicke der anderen Fahrer. „Die Nummer fordere ich für Dich an!“

Nachzufragen, wann denn diese Registrierungsnummer eintrifft, habe ich mich nicht getraut. Jetzt warte ich halt weiterhin auf dem tiefverschneiten Parkplatz, irgendwo zwischen Finnland und Mauretanien…

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Erster Politiker für Abschaffung der LKW-Maut

Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) fordert angesichts zunehmenden Schwerverkehrs auf Bundes- und Landesstraßen die Abschaffung der LKW – Autobahnmaut. Die Anwohner litten unter Lärm und Abgasen. Schnelle Hilfe müsse her, verlangte Schlotmann in Schwerin.
Er habe sich an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gewandt. Sein Ziel sei es, die Akzeptanz der Autobahnen wiederherzustellen. „Die Abschaffung der Maut ist der wohl effektivste Weg“, meinte der Minister.

Vielleicht übersieht der Minister auch nur folgendes: Wenn wirklich eine Steigerung des Schwerverkehrs auf Bundes- und Landesstraßen erkennbar sein sollte, dann könnte das auch mit Wachstum bzw. Ansiedlung von Industrie- oder Speditionsbetrieben erklärbar sein.

Dazu kommt, dass viele Spediteure um Ihre Existenz kämpfen. Wenn die nun versuchen, ihre Kosten zu senken, so ist dies eine rein kaufmännische Reaktion auf die kostentreibende Maut! Sind denn Politiker wirklich so blind, diese Entwicklung nicht im voraus gesehen zu haben?

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Hmm…

Viele fordern seit Jahren, dass mehr Güter auf der Bahn transportiert werden sollen. Dann nimmt einer diesen Vorschlag wörtlich und es ist auch nicht richtig.
Na was denn nun…

Ein Lastwagenfahrer hat eine verbotene Abkürzung über eine Bahnstrecke gewählt und damit in Braunschweig (Niedersachsen) ein Unglück mit 16 Verletzten verursacht. Ein Regionalzug stieß am Mittwoch in der Früh mit dem Getreide-Lkw zusammen, der über die Gleise gefahren war…

Quelle

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Mittwoch

Kurz vor acht stehe ich vor dem noch verschlossenen Werktor einer Firma auf halben Weg zwischen Pescara und Bari in Süditalien. Vor mir wartet bereits ein Rumäne. Nicolai heißt er und ist stinksauer. Er sollte pünktlich – absolut pünktlich – am Vortag um 14.00 Uhr laden. Jetzt hofft er, noch vor Mittag des heutigen Tages beladen zu werden. Typischer Fall von alltäglicher Fehldisposition.

Ich habe bereits meine Instruktionen bekommen. Wenn der Lkw leer ist, soll ich bei einer im gleichen Ort ansässigen Spedition Ladung für vier Kunden übernehmen – Neuwied, Herten, Dortmund und Siegen. Natürlich soll ich am Freitag noch leer werden.
Kein Problem, bis zum ersten Kunden sind es ja nur knapp 1 800 Kilometer.

Der Tag beginnt

Um acht Uhr öffnet sich das Tor, Nicolai fährt los, ich folge Ihm. Während sich Nicolai in eine abgelegene Ecke verzieht, beginne ich die Seite des Aufliegers zu öffnen.
Nach 30 Minuten kommt ein Staplerfahrer, schaut sich die Paletten an und fährt wieder. Ich nehme mein Waschzeug und gehe mich frisch machen. Der Waschraum ist schmutzig, die Toiletten ebenfalls.
Es ekelt mich nicht mal mehr an.

15 Minuten später bin ich wieder am Lkw. Mittlerweile wird ein Italiener entladen. Ich zeige auf meinen Lkw, der Staplerfahrer winkt nur ab. Kurz vor Elf ist der Laster leer, Nicolai steht noch immer in seiner Ecke.

Ich melde mich telefonisch bei meiner Disposition und erfahre, dass sich meine Ladestellen geändert haben. Statt einer sind es nun vier.
Die ersten beiden sind in einem Kaff am Rande der Abruzzen. Eine schaffe ich noch vor 12.00 Uhr, an der zweiten muß ich warten – Mittagspause bis 14.00 Uhr.
Ich schließe meine Augen…

Der Nachmittag

Kurz nach zwei werde ich munter. Es passiert noch nichts. Ich gehe nach hinten, die Lagerleute stehen vor der Halle und rauchen. „Cinque Minute“ sagt einer zu mir. Ich nicke mit dem Kopf.
Eine knappe dreiviertel Stunde später kann ich losfahren.

Bis zur dritten Ladestelle sind es knapp 60 Kilometer, also eine gute Stunde Fahrzeit. Gerade in Italien kann es aber passieren, dass man sich sprichwörtlich „einen Wolf sucht“. Mal stimmt die angegebene Strasse nicht, mal fehlen einfach nur Strassennamen und (oder) Hausnummern.
Diesmal aber läuft alles glatt. Zwei Paletten soll ich laden, nach fünf Minuten bin ich wieder weg.

Mittlerweile ist es kurz nach 16.00 Uhr. Die letzte Ladestelle ist nicht mehr zu schaffen. Ich rufe meine Disposition an und sage, dass ich dort am nächsten Tag um 8.00 Uhr lade – Zustimmung klingt irgendwie anders. Aber nun ja, wegen mir macht sicher keiner Überstunden, erst recht nicht in Italien.

Am Abend

So gegen halb sieben steuere ich die letzte Raststätte vor meiner angestrebten Autobahnabfahrt an. Ich finde tatsächlich noch einen annehmbaren Platz. Auch in Italien ist die abendliche Parkplatznot kein Fremdwort.
Ich krame mein Essgeschirr hervor und entscheide mich für Halberstädter Würstchen und gegen Erasco – bei Würstchen lässt sich der Topf einfacher und schneller reinigen.
Noch während die Wurst vor sich hin köchelt, werde ich müde, da ich sonst nichts zu tun habe.
Ich überlege, ob es sich lohnt den Laptop aufzubauen, um eine DVD zu schauen. Keine zwei Minuten später läuft das Teil.
Während der Film beginnt, esse ich die Wurst. Den Topf zu reinigen verschiebe ich auf später.

Irgendwann nach Mitternacht werde ich munter. Es ist dunkel, der Laptop läuft noch immer, neben dem Gaskocher steht der schmutzige Topf und mir ist kalt, erbärmlich kalt. Mit steifen Fingern suche ich nach dem Knopf für die Standheizung.
Ich schalte den Laptop aus und lege mich in die Koje, das Wärme versprechende Summen der Standheizung im Ohr. Den Topf zu reinigen verschiebe ich auf morgen…

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Achtung: Schwarzer Humor

Gesehen und gelesen auf einem Werbeplakat der RoLa in Regensburg:

Der Lkw – Fahrer sagt:

Spitze! 8 Stunden geschlafen und dabei 450 Kilometer zurückgelegt.

Nun ja, wer in dem Zug acht Stunden schlafen kann, verdient meine Hochachtung.

Auf der anderen Seite gibt es vielleicht einige, die diese Strecke im Schlaf zurücklegen können, ohne einen Zug zu benutzen…

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Neues von der Mautfront

In der Slowakei gab es zum Start der Lkw – Maut am Jahresanfang erhebliche Probleme. Nach Berichten slowakischer Medien müssen die LKW-Fahrer an den Grenzen zu Tschechien und Ungarn bis zu eineinhalb Tage auf eine On-Board-Unit (OBU) warten. Bis der Engpass behoben wird, will das slowakisch-französische Konsortium Sky Toll ein manuelles Ticketing-System anbieten.
Sky Toll setzt auf eine dem österreichischen Mautsystem ähnliche Technik.
Ausserdem gibt es im ganzen Land Straßenblockaden von LKW-Fahrern, die gegen die Maut generell protestieren.

In Frankreich sollen ab 2012 auf der A35 im Elsass Kilometergebühren von bis zu 20 Cent gezahlt werden. Eingeschlossen in diese Streckengebühr sind Routes Nationales, die als Zubringerstraßen zur A35 von der deutschen Grenze aus dienen.
Bereits in diesem Jahr haben sich die Mautgebühren für den Mont Blanc- (+ 2,05%) und dem Frejus-Tunnel (+ 3,5 %) geändert. Lkw mit zwei Achsen zahlen jetzt 134,90 Euro, Lkw mit drei und mehr Achsen über 270 Euro im Mont Blanc-Tunnel. Die Tarife sind jeweils nach der Ausstattung mit Euro-Motoren gestaffelt.

In Deutschland will die Bundesregierung die LKW-Maut für Fahrzeuge der Schadstoffklasse 3 im Jahr 2011 um zwei Cent pro Kilometer erhöhen. Eine Ausdehnung der Maut auf leichtere LKW unter 12 Tonnen ist nicht geplant.
Unterdessen sind die Mauteinnahmen in Deutschland rückläufig. Für 2009 erwartet man noch 5 Milliarden Euro, für 2012 nur noch 4,67 Milliarden Euro Einnahmen.

In Italien müssen Autobahnbenutzer seit dem 1. Januar diesen Jahres höhere Mautgebühren bezahlen. Je nach Betreiber-Gesellschaft liegen die Mehrkosten zwischen 0,74 % und maximal 15,83 %.
Für die Brennerautobahn A 22 z.B. wurden die Gebühren um 1,06 % erhöht.

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