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Kategorie: Gedanken

Er kommt

Wisst Ihr, was cool ist? Jaaa, es geht Richtung Heimat. Das ist obercool. Aber nee. Noch was anderes. Nämlich das es um kurz nach halb sieben so langsam hell wird. Die dunkle Jahreszeit ist also fast vorbei. Und das weckt doch die Lebensgeister in einem. Aber sowas von.

Halb sieben langsam hell

Da können mir die für nächste Woche angesagten Minus 48 Grad auch egal sein. Der Frühling kommt zwar mit langsamen Schritten, aber er ist unterwegs. Juhu.

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Blogleser Olli hat einige Anmerkungen. Vielen Dank für Deinen Bericht:

Moin, ich weiß das ihr teilweise auch extrem unter Zeitdruck steht. Eventuell erreiche ich über dich durch nen Gastbeitrag mehr Trucker!

Ich fahre mit nen Sprinter beruflich zwischen Mainz und Bonn jede Nacht hin und her.
Da begegne ich vielen Trucks, ich mach auch gerne Platz, wenn Ihr auffahrt und geb kurz Lichthupe das die Auffahrt frei ist. Wir sind ja Partner, auch wenn ich 36,5t weniger wiege .

Aber müssen immer mehr Trucks 5m hinter ner Baustelle die Bahn durch überholen blockieren, wenn 2 km weiter die Piste dreispurig wird? Auch ist das echt ärgerlich, wenn kurz nach dem Dreispurigen Bereich LKW Überholverbot herscht und man ( ich hab auf die Uhr geschaut ) statt mit 120 mit 86 kmh 8 Minuten hinter euch her rollen darf. Besonders genial find ich diejenigen, die beim Schwertransport mit dem mobilen Verbotsschhild für LKW trotzdem versuchen zu überholen und stecken bleiben und die anderen Verkehrsteilnehmer dadurch zwingen, teilweise mit 70 vor sich hin zu rollen. Das bringt mich immer wieder dazu, dass ich zu spät zum Entladen komme – in der Paketbranche sind die Zeitpläne teilweise sehr eng.

Ich weiß, dass ich ohne eure Lieferungen arbeitslos wäre, da ich keine Ware hätte, die ich von Depot zu Depot bringen kann. Aber mit etwas mehr Rücksicht und einhalten der Verkehrsregeln kommen wir alle schneller und sicherer ans Ziel.

Allzeit gute Fahrt und immer ne Handbreit Asphalt unter den Rädern…

Olli

Hallo Olli,

joa. Es sind oft die kleinen Dinge, die einem das (Arbeits-) Leben schwer machen. Aber das soll nicht ironisch klingen, also lass mich mal anders beginnen.

In der Regel fahre ich auf Autobahnen höchstens mit 85 km/h durch die Gegend. Mit dieser Geschwindigkeit komme ich auch an mein Ziel, zuvor „schwimme“ ich im Verkehr mit. Laufe ich trotzdem auf einen Lkw auf, der noch langsamer fährt, habe ich noch etwas Reserve nach oben. Den kann ich also relativ zügig überholen. Also wenn es erlaubt ist. Überholverbote ignoriere ich nicht, da ich sowohl auf die Geldstrafe, wie auch auf den Punkt in Flensburg, gerne verzichte.

Was mir da z.B. auf der A 3 zwischen Erlangen und Würzburg auffällt, ist folgendes: Zweispurige Autobahn, bis auf einen Abschnitt von sechs, sieben Kilometer kein Überholverbot. Einer fährt mit 85, 86 vorne weg, acht, neun, zehn andere bleiben dahinter. Es bildet sich also eine Kolonne, in der aber jeder Fahrer Abstand hält.
Jetzt kommt jedoch einer, dem die gefahrene Geschwindigkeit zu langsam ist. Der beginnt, dass Feld von hinten aufzurollen. Dumm nur, dass der auch nur zwei, drei Kilometer die Stunde schneller fährt. Also wird jede Lücke zwischen zwei anderen Lkw genutzt, um wieder auf die rechte Spur zu fahren. Der gerade überholte muss bremsen, danach auch der Hintermann und dessen Hintermann. So zieht sich das immer weiter nach hinten. Aus dem gemütlichen, entspannten Fahren wird für alle auf der rechten Spur ein ständiges Bremsen und Gasgeben – und das nur, weil einige zu ungeduldig sind. Aber dass war nur ein kleines Beispiel, was ich so manchmal sehe.

Im Straßenverkehr gibt es Regeln, die einzuhalten sind. Manchmal fällt das durchaus schwer. Klar, auch mir. Aber die bestehen, um das Fahren von A nach B etwas sicherer zu machen. Viele gefährliche Situationen entstehen einfach nur aus kleinen Fehlern, die manchen aber die Gesundheit oder gar das Leben kosten können. Sich diesen Konsequenzen klar zu werden, lässt einem schon zum Nachdenken bringen.
Wie heißt es in bestimmten Kreisen? Kleine Sünden bestraft der Herr sofort? Mag sein. Aber ich bin der Meinung, dass auch kleine, gute Taten sofort belohnt werden. Nämlich durch uns selbst. Weil wir es einem anderen etwas leichter machen und etwas Licht in das Dunkel der Egozentrik bringen.

Aber ich komme leicht vom Thema ab. Machen wir uns es ein bissel leichter, die Heftigkeit des Lebens trifft uns ohnehin und häufig ohne jede Vorwarnung ziemlich gnadenlos.

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Festland unter den Rädern

So. Der Kontinent hat mich wieder. Diese zweieinhalb Tage in England waren schon cool.
Auch wenn der Verkehr krass ist. Auf der M25 um London rum, war ich heute früh um kurz nach fünf. Da lief es zwar noch flüssig, aber der Verkehr war da schon heftig. Auch auf der M1. Die führt von London Richtung Norden. Trotz drei bis vier Spuren in jede Richtung ging da streckenweise kaum noch was. Aber von Hektik oder Nervosität der Autofahrer, war da kaum was zu merken.

Im Gegenteil. Kaum hatte ich mal den Blinker gesetzt, gab mir einer die Gelegenheit, die Spur zu wechseln. Drängeln habe ich da drüben kaum erlebt. Auch die Leute, mit denen ich zu tun hatte. Alle nett und freundlich.
Funktioniert auch. Unglaublich.

Linksverkehr

Jetzt stehe ich auf einem Rasthof bei Brüssel. Morgen früh gegen drei geht es weiter. Wird nochmal ein langer Tag. Erst in der Nähe von Giessen entladen und dann bekomme ich im hessischen Hinterland Ware für Italien. Die Routine ist wieder da.

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Fast ein Unfall

Einige von Euch haben diese Woche sicher das Video gesehen, in dem ein unachtsam hinter einem Schulbus die Straße überquerendes Kind fast von einem Lkw erfasst wird. Die Sache ist bekanntlich gut ausgegangen, weil der Laster rechtzeitig zum stehen kam.

kind wird fast vom lkw erfasst

Für viele stellt sich jetzt die Frage, ob der Fahrer so schnell reagiert hat oder ob er von einem Bremsassistenten unterstützt wurde. Da hat Volvo aber ziemlich schnell klar gestellt, dass Fahrzeuge wie der FH zwar mit einem Kollisionswarner inklusive Notbremsassistent ausgestattet sind, dieses System jedoch aktuell nicht auf Fußgänger reagiert. Also hat der Fahrer selbst gebremst.

So. Nachdem das jetzt auch geklärt ist, kann man unter solchen Meldungen einen Schlußstrich ziehen. Zumindest in diesem Fall:

Tweet vom WDR Aktuelle Stunde Fakenews

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Kaputte Straßen und Mihail, der zu alt ist und nix versteht

Die A 20 brach entzwei. Ist die Straße der Einheit etwa verflucht? Gabriel Kords über den Bruch der Ostseeautobahn.

Mihail aus Craiova bekommt von seinem Chef die Anweisung, 22 Tonnen Stahl zu laden. Ganz am Ende der WhatsApp-Nachricht entdeckt er die Ladeadresse mit dem Hinweis, er wäre angemeldet und die Leute dort wüssten bescheid. In der Firma angekommen, zückt er sein Handy und hält es dem Versandmitarbeiter unter die Nase. Der hat natürlich keine Ahnung, was Mihail laden soll und fragt ihn nach Ladenummer und Lieferadresse. Die Antwort ist ein stummer Blick und Schulterzucken. Mihail versteht kein Wort.

Ich habe keine Ahnung, wie viele Male täglich so etwas passiert. Aber wohl so oft, dass Firmen sich mittlerweile genötigt fühlen, deutsche Frachtführer darauf hinzuweisen, den Fahrern klare Anweisungen zu erteilen. Oder halt Deutschunterricht:

„Die Fahrer die der deutschen Sprache mächtig sind wären herzlich willkommen. Man merkt dass wir auch viele ausländischen Fahrer schicken die sich gar nicht verständigen können. Und nicht wissen wohin sie laden wollen. Daher unbedingt den Fahrern den Ort mitteilen. Damit könnten die Aufträge zusortiert werden. (aber es ist bekannt, da alle anderen Speditionen auch keine deutschen Fahrer schicken)“.*

*Danke an Speditionskaufmann Björn-Malte für den Hinweis.

Noch etwas erheiterndes aus Sardinien. Der Kamerad versuchte mehrmals, durch diese Einfahrt zu kommen. Trotz mehrmaligen Anlauf klappte es natürlich nicht. Die Strohballen gaben kaum nach. Erst als vom innern des Hofes lautes Geschrei ertönte, gab der Fahrer auf. Wie die Geschichte letztlich ausging, weiß ich nicht. Ich ging dann weiter.

Zu hoch geladen mit Stroh

Allein am Dienstag letzter Woche wurden nur in Thüringen zwei Lkw-Fahrer wegen offensichtlich starker gesundheitlicher Probleme aus dem Verkehr gezogen. Beide Fahrer seien über 60 Jahre alt und der anstrengende Job als Lasterfahrer wohl nicht ohne Spuren an ihnen vorbei gegangen, teilt die Polizei einen Tag später mit.

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Urlaub, Vereine und Erinnerungen

Raus aus dem Flugzeug, Rucksack vom Gepäckband geholt, rein ins Auto. Und schon im ersten Stau gestanden. Freitagnachmittag auf der A 5 bei Frankfurt. Oder auch Willkommen in Deutschland. Was für ein Unterschied zu der Woche auf Sardinien. Der Gegensatz zwischen Entspanntheit und Hektik kam mir selten so krass vor.

Eine Woche vorher. Abflug in Frankfurt. Hinein in ein seltsames, verschwommenes Blau. Knapp zwei Stunden später Ankunft in Cagliari. Der Himmel darüber war klar und blau. Ach was untertreibe ich. Blau, blau, blau. Auch hier. Raus aus dem Flugzeug, Rucksack vom Gepäckband geholt, ab zum Autoverleih. Die Formalitäten waren schnell erledigt. Rein in den Mietwagen und weg vom Flughafen. Die Fahrt zum Hotel nicht über die Schnellstraße, sondern abseits über ruhige Nebenstraßen. Spätestens jetzt einen Gang runter geschaltet. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen.

Schon hier das Gefühl, dass Sardinien die Insel ist, die ich immer wieder besuchen werde. Egal ob traumhafte Buchten, die Stille in den Bergen oder das treiben in den Städten und Dörfern. Überall fühlte ich mich wohl. Die Treffen mit einem alten Freund, den ich seit über dreißig Jahren kenne, taten ihr übriges. Obwohl wir uns nur selten sehen, war es wie immer. Schwatzen, lachen, sich gut fühlen. Eigentlich das, was zählt.
Aber gut. Ich will Euch nicht mit irgendwelchen Reiseerlebnissen nerven. Das können andere besser.

Seine Fahrer zwingen, Gesetze zu überschreiten, ist dumm. Die Zeiten, wo Brummilenker gesucht werden, sind vorbei. Irgendeiner macht diese Gülle glücklicherweise nicht mit und informiert die Behörden. Gut so: Emsländischer Fleischtransporteur zwingt Fahrer zu überlangen Touren

Die Arbeitswelt ist im Umbruch. Auch in der Autoindustrie: Umbruch in der Autoindustrie. Die Angst vor dem Jobkahlschlag.

Letztes Jahr war ich 2. Kassenprüfer in einem Verein. Ehrenamtlich versteht sich. Der 1. Kassenprüfer, ich nenne ihn mal Alex, hat sich mittlerweile im Streit aus diesen Verein verabschiedet. Warum es so weit kam, wissen andere besser. Ist nicht mein Bier.

Abschied heißt aber nicht vergessen. Vor einigen Wochen hat er einigen Mitgliedern dieses Vereins – nicht allen, auch nicht mir – eine Stellungsnahme auf schönsten Briefpapier zukommen lassen. In diesem Brief beschuldigt er der Vereinsführung eine unsaubere Buchführung. Es geht dabei um sechs Ausgaben mit einer Gesamtsumme von EUR 325,80. Ich als 2. Kassenprüfer konnte das nach Rücksprache mit dem 2. Vereinsvorsitzenden nicht nachvollziehen und habe Ihm, also Alex, das auch so mitgeteilt. Bei der Jahreshauptversammlung im März diesen Jahres war ich aus beruflichen Gründen nicht anwesend. Aber Alex. Der jetzt von Ihm beanstandete Kassenbericht, wurde damals von den anwesenden Vereinsmitgliedern einstimmig entlastet. Also auch mit der Stimme von Alex.

Aber nochmal zu seinem Brief. Darin erwähnt er logischerweise auch mich.

Auszug aus Brief

Klar war diese Prüfung mit mir abgesprochen. Mit dem Ergebnis, dass ich – wie bereits erwähnt – nach Rücksprache keine Fehlbuchung erkennen konnte. Natürlich nur als Amateur. Eine Bitte, den Kassenbericht ein wenig abzuschwächen, habe ich nie geäußert. Warum auch.
Aber es kommt noch besser. Im Vorfeld der JHV besprach Alex diesen Kassenbericht mit einem normalen Mitglied dieses Vereins. Zu diesem Zeitpunkt war das scheiße und genauso sagte ich das auch Alex. Aber das versteht er bis heute nicht, denn seine Gründe dies getan zu haben, sind ja noch immer anders. Irgendwie nebulös:

Brief Auszug

Zum Schluß kommt Alex zu folgender Feststellung:

Auszug aus Brief

Ob die Erklärung eines gemeinnützigen Vereins von Steuerberater und Finanzamt einfach so durch gewunken wird, mag ich nicht beurteilen. Bezweifeln darf ich es aber. Vielleicht beruht diese Äusserung aber auf persönliche Erfahrungen von Alex. Das widerum wäre aber irgendwie traurig.

Noch einmal Sardinien: Mitten in den Bergen, nördlich von Cagliari, steht das drittgrößte Radioteleskop Europas: Das Sardinia Radio Telescope. Im Dezember 2009 durfte ich für das Teil Stahlträger anliefern. Damals war es noch im Bau und sah so aus:

Sardinia Radio Telescope 2009

Letzte Woche kam ich eigentlich nur durch Zufall wieder dort vorbei. Speziell gesucht habe ich es nicht. Aber wenn schon da, musste ich natürlich ein Foto machen. So sieht es heute aus:

Sardinia Radio Telescope 2017

Es war schon cool, nach fast acht Jahren mal wieder da zu sein und die Veränderungen zu sehen. Und wenn ich an die Anfahrt damals denke. Keine richtige Adresse, sondern nur den ungefähren Ort gewusst. Die Straßen da hoch ziemlich eng, in jedem zweiten Dorf durch das ich kam, Anwohner gefragt. Aber ich kam auch an mein Ziel.

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Arbeiter, Urlaub, Parkplätze. Alles fehlt.

Momentan schleicht die Zeit nur so dahin. Liegt vielleicht auch daran, dass ich meinen Urlaub herbei sehne. Ein dreiviertel Jahr ohne, ist viel zu lang. Nächstes Jahr werde ich das wieder ändern. Dann mache ich schon im Mai zwei Wochen frei. So umgehe ich auch zwei Feiertage, die ich sonst hätte draußen verbringen müssen. Problem gelöst.

Paketdienstfahrer gesucht

Ganz andere Probleme haben Transportunternehmer und die Versandbranche. Obwohl, auch die sind hausgemacht. Gemeint ist der Fahrermangel. So werden Paketdienstfahrer gesucht. Händeringend. Nur wen wundert das? Wer will sich schon wie der letzte Sack behandeln lassen?

Dabei war es doch eigentlich vorauszusehen. Paketversender verlagerten den Transport an Sub- und Subsubunternehmer aus, große Händler versenden kostenlos, selbst die Rücksendung kostet nichts. Und wenn diese Subunternehmer an den Autos nicht mehr viel sparen können – weil die oft eh schon aus dem letzten Loch pfeifen – dazu die Qualität der Dienstleistung auch nicht mehr gedrückt werden kann, geht man eben dem Personal ans Geld. Besonders bedrückend ist die Welle an Altersarmut, die auf die Betroffenen zukommt.

Warum werden diese Kurierfahrer nicht anständig bezahlt und auch die Überstunden vergütet? Klar, dazu müssten auch die Versandgebühren für den Onlinehandel steigen. Das Rücksenden umsonst ist dann wohl auch nicht mehr drin. Vielleicht gehen dann wieder mehr Menschen „offline“ einkaufen. So werden Arbeitsplätze im Einzelhandel geschaffen und die Innenstädte werden wieder belebt. Eine Win-Win-Situation, ist doch toll.

Aber solange nur oberflächlich Anteilnahme geheuchelt wird und es danach wieder zur Tagesordnung übergeht, oder eben zum Online-Shopping, wird sich daran nichts ändern. Und wehe der Bote kommt dann auch noch, wenn man gerade nicht da ist…

Einen Fachkräftemangel gibt es aber bekanntermaßen auch bei den großen. Gerade letzte Woche hat der DSLV (Deutscher Speditions- und Logistikverband e.V.) darauf hingewiesen. Einige Ursachen hat der Verband auch parat: Parkplatzmangel, die vorhandenen sind dazu unsicher und oftmals schlecht ausgestattet. Dann der sehr schlechte persönliche Umgang an den Be- und Entladerampen und auch das gesetzliche Verbot zur Übernachtung in der Fahrerkabine während der Ruhezeit.
Die letztere genannte Ursache ist bestimmt kein Grund. Im Gegenteil. Verboten ist nur das Übernachten im Fahrerhaus, während der regulären wöchentlichen Ruhezeit. Das heißt, die verkürzte Ruhezeit von 24 Stunden darf jeder Fahrer weiterhin in seiner Hütte verbringen. Nur eben die reguläre von 45 Stunden nicht. Und die steht eh nur alle zwei Wochen an.

Aber auch hier gilt: Nur die Unternehmer können für bessere Arbeitsbedingungen sorgen. Das Fahrermangel die Versorgungssicherheit gefährdet, interessiert mich als Fahrer am wenigsten. Genauso wie es große Logistiker interessiert, wie ich als Fahrer unterwegs behandelt werde. Es zählt nur der Profit. Muckt ein Fahrer irgendwo auf, zieht i.d.R. er den kürzeren. Der Kunde hat immer recht.
Von seinem Arbeitgeber bekommt ein Fahrer vielleicht noch Rückendeckung. Doch dem eigentlichen Auftraggeber, häufig ein großer Logistiker, interessiert nur der Kunde.

Warum es Leute gibt, die unter diesen Bedingungen arbeiten?

Die Transportbranche ist zum Niedriglohnsektor verkommen. Warum es trotzdem Leute gibt, die unter diesen Bedingungen arbeiten? Die Antwort ist einfach: Weil viele keine Wahl haben. Aber genau das ist auch politisch gewollt. Hauptsache die Leute arbeiten und liegen nicht faul rum. Nur wer sorgt denn für den Wirtschaftsaufschwung in Deutschland? Mit dieser Lohnsklaverei ruinieren die nicht nur unser Land, sondern ziehen Europa mit in den Abgrund.
Und da wundert man sich, daß immer mehr Fahrer kaum noch ein Wort Deutsch sprechen? Wäre der eiserne Vorhang wieder da, würden umgehend große Teile von Dienstleistungsjobs wie Gastronomie, Pflege und Versand- sowie Speditionsbranche zusammenbrechen.

Aber genau hier ist die Politik in der Pflicht. Der Schutz der Bürger ist in den letzten Jahren auf Kosten von Profit und Lobbyismus nur noch vernachlässigt worden. Der einfache Mensch wird im Wahlkampf umgarnt, danach ist vieles vergessen. Im Hintergrund lachen sich die Bosse der Konzerne ins Fäustchen, denn niemand macht ihnen ihre Gewinne streitig, die ihnen aus der Ausbeutung ihrer Mitbürger erwachsen.

Die „Augsburger Allgemeine“ titelte letzte Woche „Die tägliche Not auf den A8-Parkplätzen„. Wer von diesem Thema betroffen ist, liest nichts wirklich neues. Sätze wie „Wer einen Stellplatz für die Nacht gefunden hat, darf sich glücklich schätzen“ oder „Problem wird sich in den kommenden Jahren verschärfen“ habe ich schon zig mal gelesen. Im Endeffekt werden wir Fahrer mit diesem Problem allein gelassen. So sieht es leider aus.

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