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Kategorie: Firmen

Fuck Warterei

Ich stehe seit einigen Stunden bei einer Spedition in der Nähe von Vicenza, um Stückgut zu laden. Natürlich tut sich wieder nichts.
Das ist bei Sammelgut so üblich. Erst müssen alle Nahverkehrsautos auf dem Hof sein, dass Zeug muss entladen und anschließend gescannt werden. Dann wird die Ware eingelagert und irgendwann wieder verladen. Und dann bin ich nicht der einzige, der hier warten darf.

Im Prinzip? Nun ja, heute ist erst Mittwoch. Dumm nur das ich morgen noch eine Ladestelle zwischen Kitzbühel und Salzburg habe. Von hier sind das ungefähr 450 Kilometer.
Die verladen aber nur bis zwölf Uhr. Und ja, ich würde das gerne noch schaffen. Denn ich verspüre wenig Lust, dort wieder sinnlos rumzuhängen.

Ich bin schon am rechnen. Zwei Stunden habe ich heute noch. Gut, wenn ich hier weg komme, vielleicht noch eine. Dann neun Stunden Pause. Morgen noch sechs Stunden bis zum Kunden. Passt alles nicht. Scheisse.

Dumme Warterei. Damit versaut man sich alles.

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Ein guter Anfang

Der erste Satz den ich heute morgen beim ersten Kunden hörte?

„Moin, willste einen Kaffee?“

Wohlgemerkt hierzulande. Ich war richtig geplättet.

Da machte es mir sogar nichts aus, beide Seiten des Aufliegers zu öffnen. Entladen ging auch fix. Hach, da war die (Arbeits-) Welt noch in Ordnung.

Später etwas weniger. In der Firma, in der ich laden sollte, bekam ich zwar auch eine Komplettladung. Nur stand ich erst mal drei Stunden an einer Rampe, bevor überhaupt etwas passierte. Inklusive Laden, sichern und auf die Papiere warten, waren fast fünf Stunden vorüber.

Eigentlich wollte ich bis Nürnberg kommen. Aber nix da. Die Warterei machte mir wieder die ganze Zeit kaputt. Jetzt stehe ich bei Hanau und habe noch fast 900 Kilometer zur Abladestelle.
Achso. Auf dem Frachtbrief steht unter „Instruktionen„: Anlieferung am Folgetag zwischen 17.00 und 22.00 Uhr. Joa joa, schon klar. Wenn es sonst nichts ist.

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Nachspiel

Heute vormittag bekam ich einen Anruf von einem meiner Disponenten:

Guten Morgen. Du hast doch am Freitag bei der Firma „XXXL Stahl“ entladen!
Moin. Ja, warum?

Eben hat sich ein Herr *** (denkt Euch einen Namen aus) wegen mangelnder Ladungssicherung beschwert!
Wie beschwert? Der stand doch beim entladen daneben. Da war er noch zufrieden!

Der sagte, Du hättest zu wenige Spangurte genommen. Du hättest zwar Antirutschmatten benutzt, aber eben zu wenige Spanngurte!
Hab ich gar nicht. Das hat alles gepasst. Die Sicherung war top. Was erzählt der?

Ich wollte Dir es nur mitteilen!
Joa. Danke!

Wenn Schlipsträger beim Entladen anwesend sind. Boaaaaahhhhh.

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Höhere Tonlage

Manchmal hilft ein etwas lauter gesagter Satz. Abladestelle auf der italienischen Seite des Lago Maggiore.
Ich übersetze mal sinngemäß:

„Das ist zu eng. So kann ich nicht abladen. Fahr etwas vor.“

Ich fahre zehn Meter vor.

„Das ist zu weit. Fahr wieder zurück.“

Also fahre ich fünf Meter zurück.

„Das ist immer noch zu eng. Fahre wieder vor.“

Danach kam ein kleiner Brüller meinerseits – und oh Wunder, es ging. Einige Minuten später war der Auflieger leer.

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Baukastenprinzip

Ein Transportunternehmer irgendwoher aus Deutschland steckt eine Menge Geld in seinen Fuhrpark. So einfach von der Stange fährt bei dem kein Laster über die Straßen. Ohne Anbauteile und spezielle Lackierungen geht da nix. Mit dem Ergebnis, dass dessen Lkw schon toll anzusehen sind. Darf man ja mal erwähnen.

Nun denkt er über eine Firmenwebsite nach. Die möchte er natürlich selber erstellen und das am besten mit einem Programm, aus welchen man sich eine Homepage im Baukastenprinzip zusammenbasteln kann. Es soll ja wenig kosten.
Also fragt er seine Verfolger bei Facebook, was die Ihm so empfehlen würden.

Die Antworten reichten von „Ich kenne jemanden der macht dir das für lau“ oder „Mein Vater macht Webseiten„, bis hin zu „nPage“ oder „Microsoft FrontPage„. Wohlgemerkt. Hier geht es um eine Webseite, mit der ein Unternehmer sich und seine Firma präsentieren möchte.
Auch „Joomla“ wurde erwähnt, natürlich mit dem Zusatz: „Ist auch ganz einfach„. Klar. Besonders für einen, der sich bisher kaum mit diesen Thema befasst hat.

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Dreck

Mitten in der Nacht aus dem Bett gequält, anschließend 350 Kilometer zur Abladestelle gefahren.
Dort pünktlich zum Arbeitsbeginn eingetroffen – und das nur, damit ich seit mittlerweile über vier Stunden auf einem versifften Parkplatz darauf warten darf, endlich entladen zu werden.

Angeblich wären noch andere Lkw vor mir. Ja ja. Denn alle die nach mir kamen, sind bereits wieder weg.

Meine Laune ist Montagmittag bereits ganz weit unten…

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Extralohn

In Brauereien oder Sprudelquellen ist es noch üblich, dass Anlieferer oder Abholer eine Art Trinkgeld in Form von Produkten bekommen. Zwei, drei Büchsen Bier oder Limonade bekommt man eigentlich immer mit auf den Weg.

Anderswo sieht es dagegen eher mau aus. Umso überraschter war ich heute, dass mir der Staplerfahrer einer oberitalienischen Firma nach der Beladung mit Bratpfannen eben eine solche in die Hand drückte. Fand ich cool und hat mich gefreut.

Bratpfanne

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