Es gibt Defekte, die merkt man sofort. Und es gibt die anderen, die sich über Monate ankündigen und die trotzdem kaum jemand ernst nimmt. Korrosion in der Anhängersteckdose gehört zur zweiten Sorte.
In diesem Beitrag geht es darum, warum ausgerechnet diese Verbindung so oft Ärger macht, woran man den Fehler früh erkennt, was bei einer Kontrolle passiert und was man unterwegs selbst tun kann.
Warum die Steckdose so oft der Schwachpunkt ist
Ich bin lange genug unterwegs, um sagen zu können: Am Zug geht selten etwas kaputt, das man vorher nicht hätte sehen können. Der Rahmen hält, die Achsen halten, die Bremsen werden geprüft. Was dagegen ständig beansprucht wird, ist die Verbindung zwischen Zugfahrzeug und Auflieger.

Diese Verbindung wird bei jedem Wechsel getrennt und neu gesteckt. Sie sitzt weit unten und ungeschützt, bekommt Spritzwasser ab, im Winter Streusalz und im Sommer Staub. Und sie hängt genau dort, wo beim Rangieren am ehesten etwas anstößt.
Salz und Feuchtigkeit zusammen sind dabei das eigentliche Problem. Wasser allein wäre nur halb so schlimm. Mit Salz greift es die Kontakte an, und mit der Zeit bildet sich eine dünne Oxidschicht.
Der Kontakt ist dann nicht weg. Er wird nur schlechter, und genau das macht die Sache so unangenehm.
Wenn eine Dose einmal hinüber ist, lohnt es sich, gleich ordentliche Ware einzubauen. Genormte Steckdosen und Kabel von bekannten Herstellern halten deutlich länger als die billigste Lösung.
Passende Erich Jaeger Teile lassen sich über die Referenznummer auch dann noch finden, wenn am Fahrzeug vorher schon einmal etwas getauscht wurde.
Woran ich Korrosion erkenne
Das Licht wird schwächer, nicht dunkel
Der erste Hinweis ist kein Ausfall, sondern ein Nachlassen. Der Übergangswiderstand an den Kontakten steigt, die Spannung fällt ab, und die Leuchten wirken müder als sonst. Bei Erschütterung flackert es kurz, danach ist wieder alles normal.
Wer sein Fahrzeug kennt, sieht das schon beim Rundgang.
Ein Rücklicht, das im Dunkeln plötzlich blasser leuchtet als das andere, deutet fast immer auf ein Kontaktproblem hin und nicht auf eine schwache Lampe.
Der Fehler kommt und geht
Morgens läuft alles, abends fällt der linke Blinker aus. Am nächsten Tag ist wieder alles in Ordnung. Das ist typisch. Feuchtigkeit und Erschütterung entscheiden mit, ob der Kontakt gerade noch trägt oder nicht.
Deshalb bringt es wenig, den Fehler nur kurz zu suchen. Wer in der Halle steht und einmal alles durchschaltet, findet meistens nichts. Die folgende Übersicht hilft beim Einordnen.
| Das fällt auf | Das steckt meistens dahinter |
|---|---|
| Das Licht wirkt schwächer als sonst | Eine Oxidschicht auf den Kontakten erhöht den Übergangswiderstand |
| Der Fehler tritt nur bei Nässe oder Kälte auf | Feuchtigkeit im Gehäuse, weil Deckel oder Dichtung nicht mehr dicht sind |
| Nach dem Neustecken läuft alles wieder | Die Kontakte sitzen zu locker, die Federkraft lässt nach |
| Immer dieselbe Funktion fällt aus | Ein einzelner Kontakt ist korrodiert oder eine Ader im Wendelkabel ist gebrochen |
Bei der Kontrolle zählt die Erklärung nicht
Solange nur das Licht ein wenig blasser ist, denkt man sich nichts dabei. Bei einer Kontrolle sieht das anders aus. Eine ausgefallene Leuchte am Auflieger ist ein Mangel, und zwar unabhängig davon, ob sie vor zwei Stunden noch funktioniert hat.
Je nach Umfang bleibt es bei einem Verwarnungsgeld. Es kann aber auch ein Bußgeld werden. Ist die Beleuchtung so weit hinüber, dass der Zug nicht mehr verkehrssicher ist, kann die Weiterfahrt untersagt werden, bis der Mangel behoben ist.
Dann steht man, und zwar so lange, bis jemand mit dem passenden Teil kommt.
Bei der Hauptuntersuchung wird eine defekte Beleuchtung ebenfalls eingetragen. Für einen Fehler, der sich mit einer neuen Dose und zwanzig Minuten Arbeit hätte vermeiden lassen, ist das viel Aufwand.
Was ich unterwegs selbst mache
Vor dem Ankuppeln werfe ich einen Blick in die Dose. Sind die Kontakte sauber, ist der Deckel heil, schließt er richtig? Ein Deckel, der nicht mehr richtig schließt, ist eine der häufigsten Ursachen für Wasser im Gehäuse. Das Teil kostet wenig und ist schnell getauscht.
Sitzt Schmutz oder Salz in der Dose, wische ich sie trocken aus. Schmirgelpapier oder eine Drahtbürste kommen mir dabei nicht an die Kontakte, denn die dünne Beschichtung ist danach weg und die Korrosion kommt umso schneller zurück.
Etwas säurefreies Kontaktfett hält Feuchtigkeit fern, aber wirklich nur sparsam, sonst klebt der Dreck erst recht daran.
Fällt unterwegs etwas aus, gehe ich immer in derselben Reihenfolge vor. Zuerst Dose und Stecker, dann das Wendelkabel, dann die Sicherung und zum Schluss die Masse.
In den meisten Fällen werde ich schon beim ersten Punkt fündig.
Was auf Dauer hilft
Eine stark korrodierte Dose wird ersetzt und nicht nur gereinigt. Eine abgeschliffene Kontaktfläche hält selten lange, und der zweite Ausfall kommt erfahrungsgemäß zum ungünstigsten Zeitpunkt.
Das gilt auch für Adapter und Verlängerungen. Jede zusätzliche Steckverbindung ist eine weitere Stelle, an der Wasser eindringen kann.
Und wenn der Fehler nur sporadisch auftritt, notiere ich mir kurz, wann er kommt. Bei Regen, nach dem Rangieren, immer dieselbe Funktion. Mit dieser Information findet die Werkstatt die Ursache in einem Bruchteil der Zeit, statt eine halbe Stunde lang alles durchzumessen.
Wer sich auch abseits des Lkw für Fahrzeugtechnik interessiert, findet auf Der Autoblog verständlich geschriebene Beiträge rund um Auto und Technik.
Fazit
Korrosion in der Steckdose ist kein spektakulärer Schaden. Sie kündigt sich leise an, macht sich über Wochen bemerkbar und wird meistens erst dann zum Thema, wenn ein Prüfer daneben steht.
Wer beim Ankuppeln kurz hinsieht, den Deckel im Auge behält und eine schlechte Dose rechtzeitig tauscht, spart sich das Teuerste an der ganzen Geschichte: die Zeit am Straßenrand.

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