Lkw-Maut auf Bundesstraßen kommt

16 Feb 2012

“Wir haben am Montag die Ziellinie erreicht”, strahlte Ramsi Ramsauer. Grund seiner Freude war die endgültig beschlossene Einführung der Lkw-Maut auf vierspurigen Bundesstraßen.

Die Mauterei soll nach langer Verzögerung nun am 1. August beginnen. Auch der Betreiber der Mauterhebung, Toll Collect, habe diesen Termin zugesagt.
Der Bund erwarte durch die Maut zusätzliche Einnahmen von 100 Millionen Euro brutto pro Jahr.

Die Lkw-Maut auf rund 1.000 Kilometern Bundesstraßen sollte ursprünglich 2011 beginnen. Doch hatten sich die Verhandlungen zwischen dem Ministerium und Toll Collect etwas länger hingezogen.

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  1. 1
    meuselontour meint:

    Eines Tages werden wir auch noch für Innenstädte Maut bezahlen, denn der LKW-Fahrer bzw. die Speditionen sind ja die Kühe, die am leichtesten zu melken sind, da ja schließlich die Straßen unser Arbeitsplatz sind. Bei PKWs ist das schon komplizierter, da die eine große Wirtschaftslobby (siehe Geschwindigkeitslimit auf deutschen Autobahnen) hinter sich haben. Es ist – gelinde ausgedrückt – einfach zum Kotzen. (leider gibt es keinen Kotzsmilie)

  2. 2
    truckstop24.net meint:

    Ach, ich find´s irgendwo lustig, denn was glaubt der (angeblich) mündige Bürger, WER diese Zeche unterm Strich bezahlt? :mrgreen:

    Wenn ich hier so auf mein Gerät der tollen Collecte schaue und mir vor Augen halte, dass ich eigentlich noch ein Wenigfahrer unter den LKW-Fahrern bin, und mir dann in Erinnerung rufe, dass der Staat noch vor garnicht so langer Zeit diese Maut-Einnahmen nicht hatte, frage ich mich, warum unser Staat nicht schon längst saniert ist!

  3. 3
    TaxiIngo meint:

    Äh, Diäten erhöhung , Griechenland , Italien , Toll Collect , ach ja und ein bischen Straßenausbau

  4. 4
    Ralf meint:

    Ich kenne einen Unternehmer der sich bis heute strikt geweigert hat sich OBUs in die LKW einpflanzen zu lassen. Jetzt weiß ich auch warum. Der fährt nämlich gratis Bundesstraße, denn so viele Mautbrücken können die gar nicht nachrüsten wie für eine annähernd ausreichende Kontrolle nötig wären.
    Demnach sind jetzt alle Unternehmer die Dummen, die die Mistgeräte installiert haben. Mal schauen, vielleicht kommt ja ein Schalter an die Stromversorgung der OBU. Dann wird auf Bundesstraßen halt -wie Peter Lustig es so schön formulierte- einfach mal abgeschaltet.

  5. 5
    Stefan meint:

    Soweit ich informiert bin geht es doch um die Bundesstraßen die min. 2 Spuren pro Fahrtrichtung haben, also die gelben Autobahnen.

    Blaue Autobahn = Maut, gelbe Autobahn = bisher keine Maut. Also wie viele km bringt das zusätzlich an mautpflichtiger Strecke?

    Kann mich noch gut an die Horrorszenarien die von den Gegenern der LKW-Maut damals an die Wand gemalt wurden erinnern. Von Pleitewelle und wahnsinniger Verteuerung der Transporte, erhöhung der Frachtraten usw. Manch einer sah sogar den “Standort Deutschland” am Rande des Abgrunds. Und trotzdem kam es anders…

  6. 6
    Ralf meint:

    @Stefan:
    Das Horrorszenario ist nicht eingetreten? Konkrete Angaben kann ich nur von dem Betrieb machen, in dem ich arbeite. Bei anderen Betrieben dürfte es aber ähnlich aussehen.

    Durch die Maut haben wir uns von ca. 150 Kunden trennen müssen weil der Transport sich nicht mehr lohnt. Bei uns ist es aber auch so, dass wir das Material dem Kunden abkaufen und es selber transportieren. Da die Marktpreise für Sekundär-Rohstoffe mit der Maut nicht gestiegen sind, waren diese Kunden also nicht mehr wirtschaftlich für uns.
    Auf der anderen Seite haben wir auch viele Transporte auf externe Firmen auslagern müssen. Bei uns ist zwar niemand entlassen worden, jedoch auch niemand eingestellt worden. Es gab mal die Ansage das wir ohne Maut noch zwei bis drei LKW (inkl. der damit verbundenen Arbeitsplätze) angeschafft hätten.

    Jetzt sind wir in der Situation das wir unsere Flotte auf Euro5 aufrüsten müssen. Bei den LKW die überwiegend im Stadtverkehr unterwegs sind (meiner z.B.) ist dies alleine schon wegen den Umweltzonen geschehen. Bei den LKW die überwiegend auf Autobahnen unterwegs sind, wird noch gezögert. Aber es läuft darauf hinaus, dass nur zwei von drei LKW erneuert werden. Sprich ein Fahrer weniger. In unseren speziellen Fall handelt es sich dabei um einen Fahrer der mittlerweile jenseits der 65 ist. Er wird also in Rente geschickt, wieder keine Entlassung. Aber auch wieder keine Neueinstellung. Auch die Transporte dieses LKW der dann weg fällt, sollen durch externe Unternehmen ausgeführt werden.
    Personal das Polnisch, Russisch oder Bulgarisch spricht, macht bei uns gerade einen kleinen Hüpfer auf der Karriereleiter nach oben. Nur mal so nebenbei erwähnt.

    In anderen Branchen sieht es so aus, dass die Löhne der Fahrer nicht gestiegen sind. Oder da wo es geht, die Maut auf den Endkundenpreis verlagert wurde (z.B. Kraftstoffe). Die Diskussion um die Lang-LKW entstand erst durch die Maut. Die Anzahl der LKW unter 12 Tonen zGg. ist seit Einführung der Maut extrem gestiegen.

    Ich bin mir nicht sicher. Aber das die Maut so gar keinen Einfluss hatte, kann ich nicht bestätigen. Es kam nun nicht gerade eine Pleitewelle, jedoch aus dem Zwang heraus irgendwie überleben zu müssen gab es teilweise gravierende Veränderungen.
    Eine davon ist mit Sicherheit bei den Löhnen zu suchen. Kommen weitere Kosten auf die Unternehmer zu, werden die Löhne auch weiterhin stagnieren oder gar sinken. Mir würde nämlich schon die Hälfte von dem was ich an Maut verfahre als Lohnerhöhung voll und ganz reichen.

  7. 7
    Stefan meint:

    @ Ralf

    Ich sage ja nicht das die Maut überhaupt keinen Einfluss hat. Sie hat natürlich eine Steuerungsfunktion, die so auch Politisch gewollt ist. Das kann man gut finden oder auch nicht.

    Ob nun Probleme einzelner Betriebe nur der Maut geschuldet sind kann ich nicht bewerten. Grundsätzlich gelten aber für alle die selben Bedingungen, daher ist vom Grundsatz her die Wettbewerbsgleichheit gegeben.

    Ob die wenig positive Entwicklung bei den Fahrergehältern, unmittelbar mit der Maut zusammenhängt weiß ich nicht. Andere Faktoren wie die Kraftstoffpreise und die billig Konkurenz aus anderen Ländern sind da ebenso einflussreich. Wobei das nicht nur ein Problem der Transportbranche ist.

    Die wirtschaftliche Entwicklung der Transportbranche hängt unmittelbar an der gesamtwirschaftlichen Entwicklung. Wenn die Wirtschaft läuft, kann man auch mit Transportdienstleistungen noch ganz gut verdienen. Das wir IMHO eine Maut auf mehrspurigen Bundesstraßen nicht wesentlich ändern.

  8. 8
    Ralf meint:

    @Stefan: Was steuert die Politik denn mit der Maut? Den Schwerlastverkehr? Richtig. Es soll weniger Schwerlastverkehr auf die Straße, mehr davon auf die Schiene.
    Anzunehmen die Maut hätte keine oder nur geringe Auswirkungen auf die Transportbranche, ist realitätsfremd. Meine OBU zeigt gerade 702 Euro an und ich fahre eigentlich relativ wenig im Vergleich mit anderen LKW.
    Sicherlich sind z.B. Kraftstoffkosten ein noch größerer Faktor bei den Kosten. Aber dann ist bei den derzeitigen Kraftstoffpreisen eine zusätzliche Maut um so schädlicher für die eh schon angeschlagene Wirtschaft.
    Denn auch in Punkto ausländische Unternehmen hast du Recht. Die zahlen zwar auch Maut, können das aber mit deutlich geringeren Löhnen besser kompensieren. Von Wettbewerbsgleichheit kann hier wohl kaum die Rede sein. Denn obendrein tanken diese Unternehmer auch nur im äußersten Notfall in Deutschland, was erst die Dumpingpreise überhaupt ermöglicht.

    Aber es bleibt ja die Frage: Warum Maut für LKW auf Bundesstraßen? Warum keine PKW-Maut?
    Die Antwort ist einfach. Auf seinen PKW kann man zur Not verzichten. Fährt man mit der Bahn oder über die Landstraße. Wir können ja mal ausprobieren auf LKW zu verzichten: “Bitte holen Sie sich ihr Brot und Klopapier am Rastplatz Drecksstadt ab. Sie finden beides auf der Ladefläche des LKW XY-AB 007…

    Die Maut auf Bundesstraßen wird 9n erster Linie die betreffen, die in ländlichen Regionen wohnen. Denn der Transport verteuert sich schlichtweg. Da die Kosten letzten Endes auf den Verbraucher abgewälzt werden, dürften bald einige kleine Läden im ländlichen Raum schließen. Was bleibt sind Einkaufszentren in Autobahnnähe und in größeren Städten.

    Und nein, man kann im Transportgewerbe keinen Gewinn mehr erzielen. Viele Unternehmen sind froh wenn sie noch Plus-Minus Null erzielen. Überleben werden die Unternehmen, die den günstigsten Kredit bekommen bis die Konkurrenz den Zündschlüssel an den Nagel hängt. Spätestens dann werden die übrig gebliebenen Unternehmen die Verluste durch höhere Preise wieder rein holen (müssen).
    Die Auswirkungen von Maut und anderen steigenden Kosten spürt man nie sofort. Sie kommen immer mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung.

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