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Schlagwort: Ladung

Unterschiede zwischen Wein und Bier

Auf einem Weingut im Friaul sollte ich gestern 29 Paletten mit alkoholischen Getränken laden. Empfänger ist ein Großlager im Rheinland:

Buongiorno. Ich soll hier für Deutschland laden. Germania.“
Buongiorno. Cliente?“

Shak!“
Tschak?“

No. Shak!“
Ah. Tschak!“

No Tschak. Shak!“

Schließlich einigten wir uns doch auf die Aussprache „Tschak“. Der klügere gibt halt nach. Und ja, die richtige Ware habe ich bekommen.

Was mir aber immer wieder auffällt: Lade ich in Deutschland Bier, gibt es für mich als Abholer immer einige Büchsen oder Flaschen als eine Art Trinkgeld. Was für ein Wortspiel. In Weingütern dagegen gibt es nie etwas. Dabei sind die Anfahrtswege dorthin oftmals abenteuerlich. Eigentlich immer enge Nebenstraßen, ich hatte sogar schon Feldwege, die ich befahren durfte.

Aber irgendwie sind Winzer knausriger. Oder nein, eher sparsamer. Gut, einmal hatte ich eine kostenlose Führung. Ich durfte mir die Abfüllanlage anschauen und zusehen, wie der Wein in Flaschen abgefüllt wird. Auf eine Weinprobe verzichtete ich aber. Musste ja noch fahren. Das war vor einigen Jahren irgendwo bei Ancona.
Aber sonst ging ich, wie bereits erwähnt, immer leer aus.

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Was für ein Durcheinander

Heute Vormittag, halb elf. Mein Importdisponent ruft an:

Moin. Wollte mal hören wie es läuft“.
Guten Tag. Normal halt„.

Ja, hat das geklappt mit den vier Ladestellen?“
Wieso vier? Ich hatte nur drei Aufträge.“
Drei? Hat Dir J. nicht vier gegeben?“

Im Hintergrund höre ich eine weibliche Stimme: „Klar vier. Drei hat er gestern gemacht und einen heute früh!“

Du sollst mich nicht verarschen!“
Ja ja. Hat alles geklappt. Sonst hätte ich mich gemeldet!“

Gut. Wann bist Du denn beim ersten Kunden?“
Das weis ich doch jetzt noch nicht. Da kann so viel passieren. Wo soll ich denn eigentlich anfangen. Steht ja alles durcheinander!“

Du wirst mir doch ungefähr sagen können, wann Du beim ersten Kunden bist!“
Sag ich jetzt um acht und bin erst um zehn da, ist der sauer, weil ich zu spät bin. Sag ich um zehn und bin schon um acht da, ist der auch sauer, weil der vielleicht grad Frühstück macht und ich den dabei störe!“

Ich höre ein Seufzen.

Gut. Dann sag dem um neun.“
Ok.“

Über welchen Kunden reden wir jetzt eigentlich?“
Über den bei Koblenz. Dann fährst Du nach Montabaur. Anschließend nach Altenkirchen und Dillenburg!“

So geht das aber nicht!“
Warum?“

Weil Montabaur an der Stirnwand steht. Die laden nicht von der Seite ab. Dann kommt das Dillenburg. Dahinter steht die Koblenzware und ganz hinten Altenkirchen. Das heißt, ich müsste in Altenkirchen beginnen, dann nach Koblenz, von dort nach Dillenburg und wieder zurück nach Montabaur!“

Diese Abladereihenfolge klingt jetzt leicht behämmert, lässt sich aber manchmal nicht ändern. Die Paletten für Montabaur stehen doppelt übereinander, müssen also an der Stirnwand stehen. Sonst kippen die um. Außerdem war es meine erste Ladestelle.
Die Ware für Dillenburg ist auch ziemlich hoch, braucht also auch halt nach vorne. Und war zufällig meine zweite Stelle.

Der Rest der Ladung ist relativ flaches Zeug. Nach Koblenz gehen Maschinenteile, die Firma bei Altenkirchen bekommt normale Paletten.

In Koblenz anzufangen, ist also kein Problem. Dieses Maschinenzubehör wurde von der Seite geladen, kann also genauso entladen werden. Das Zeug für Altenkirchen lässt sich anschließend gut nach vorne sichern.
Dumm wird es nur in Montabaur. Da darf ich wieder bitten, ob man die Ware seitlich ablädt und man mir einen Hubwagen ausleiht, um die restlichen Paletten – also die für Dillenburg – nach vorne zu ziehen.

Ich war da schon einige mal. Die Leute dort haben immer Stress. Klar, sind schwer beschäftigte Lageristen. Und dann komme ich noch mit Sonderwünschen an. So was mag ich nicht.

Aber zurück zum Telefonat:

„Gut. Ich mache mir Gedanken. Nachher melde ich mich nochmal!“
Klick.

Vier Stunden später. Mein Importdisponent ruft wieder an.

Hi. Und? Ist Dir eine Lösung eingefallen…???“

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Fuck Warterei

Ich stehe seit einigen Stunden bei einer Spedition in der Nähe von Vicenza, um Stückgut zu laden. Natürlich tut sich wieder nichts.
Das ist bei Sammelgut so üblich. Erst müssen alle Nahverkehrsautos auf dem Hof sein, dass Zeug muss entladen und anschließend gescannt werden. Dann wird die Ware eingelagert und irgendwann wieder verladen. Und dann bin ich nicht der einzige, der hier warten darf.

Im Prinzip? Nun ja, heute ist erst Mittwoch. Dumm nur das ich morgen noch eine Ladestelle zwischen Kitzbühel und Salzburg habe. Von hier sind das ungefähr 450 Kilometer.
Die verladen aber nur bis zwölf Uhr. Und ja, ich würde das gerne noch schaffen. Denn ich verspüre wenig Lust, dort wieder sinnlos rumzuhängen.

Ich bin schon am rechnen. Zwei Stunden habe ich heute noch. Gut, wenn ich hier weg komme, vielleicht noch eine. Dann neun Stunden Pause. Morgen noch sechs Stunden bis zum Kunden. Passt alles nicht. Scheisse.

Dumme Warterei. Damit versaut man sich alles.

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Entweder ist der Sattel zu schmal oder die GiBo’s zu breit

Gitterboxen laden zu müssen, ist für mich ein Krampf. Und zwar jedes mal. Spätestens wenn die zwischen zwei Rungen gequetscht werden müssen, beginne ich zu fluchen. Selbst leere oder neue GiBo’s bekomme ich kaum nebeneinander.

Bei beladenen ist es noch schlimmer. Sind die auch noch verbogen, öffne ich freiwillig die Seite des Aufliegers. Da kann der Staplerfahrer drücken, bis es irgendwann passt. Mit einem Handhubwagen drückt man sich da buchstäblich einen Ast ab.

Gitterbox passt nicht auf Auflieger

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Extralohn

In Brauereien oder Sprudelquellen ist es noch üblich, dass Anlieferer oder Abholer eine Art Trinkgeld in Form von Produkten bekommen. Zwei, drei Büchsen Bier oder Limonade bekommt man eigentlich immer mit auf den Weg.

Anderswo sieht es dagegen eher mau aus. Umso überraschter war ich heute, dass mir der Staplerfahrer einer oberitalienischen Firma nach der Beladung mit Bratpfannen eben eine solche in die Hand drückte. Fand ich cool und hat mich gefreut.

Bratpfanne

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Der Kunde ist König

Letzte Woche durfte ich in Oberitalien 25 Tonnen Flachstahl laden. Das war eine tolle Ladung. Dach auf, Hölzer und Antirutschmatten verteilen und schon kam das Zeug per Kran angeschwebt. Anschließend das ganze noch sichern und fertig. Nach nicht einmal dreißig Minuten war alles erledigt.

Anderthalb Tage später war ich beim Kunden in Deutschland. Trotz neuer Lagerhalle mit modernen Kran an der Decke musste ich die Seite öffnen. Dort war man der Meinung, entladen per Stapler ginge schneller, besser und sicherer. Nach einer Stunde war der Auflieger nicht mal halb leer.

Flschstahl

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Irgendwo in Deutschland

Prima. Der Kollege aus Weißrussland ist fertig mit seiner Beladung. Jetzt muss er noch die letzte Bordwand schließen, Papiere fertig machen und dann bin ich dran. Dürfte aber fix gehen, ich bekomme nur zwölf Paletten. Anschließend kann ich mich langsam aufs Wochenende vorbereiten.
Der Weißrusse fährt in die Schweiz. Zum entladen. Vielleicht ist er Weihnachten wieder zuhause. Hat er mir erzählt. Glücklich sah er dabei nicht aus.

weissrussland

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Einheitsnamen

Im Büro einer Firma bei Piacenza hat man mich gerade Maik Entenmann genannt, obwohl auf der Anmeldung groß und deutlich Maik Erdmann steht.
Nenne ich die jetzt halt alle Luigi.

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