Und ich sag noch „Junge, mach langsam. Wir haben Zeit.“
Aber so ist das, wenn der Feierabend vom Staplerfahrer naht. Dann kann es nicht schnell genug gehen.
Tja. Wer nicht hören will, darf länger arbeiten 🙂

Und ich sag noch „Junge, mach langsam. Wir haben Zeit.“
Aber so ist das, wenn der Feierabend vom Staplerfahrer naht. Dann kann es nicht schnell genug gehen.
Tja. Wer nicht hören will, darf länger arbeiten 🙂

2 KommentareDer Traum ist weg, der Job ist geblieben.
Alois Mühlbauer, Lkw-Fahrer bei „Dischner Speditions- und Handelsgesellschaft“ in einem Beitrag auf „Arte“
Sehr gut gemachter Bericht, zu sehen bei „Arte“. Da fällt mir doch glatt dieser Beitrag vom letzten Oktober ein. Ich glaube, den kann ich noch in zehn Jahren verlinken:
Klar, die ganzen Missstände aus dem Artikel könnte ich jetzt noch Mal wider geben. Aber nutzt ja nix. Bei den Verantwortlichen kommt es eh nicht an. Im Gegenteil. Jetzt beginnt der erste Spediteur in Indien zu wildern. So nach dem Motto:
„Uns fehlen Lkw-Fahrer. Sollen wir die Arbeitsbedingungen verbessern?“
„Nein. Lass uns lieber Fahrer aus Indien nach Europa holen!“
Diese eMail von James lag vor anderthalb Wochen in meinem Postfach:
Hallo. Wir sind ukrainische Hacker und wir haben Ihre Seite gehackt truckonline.de Was wollen wir? Wir mochten, dass Sie bis zum 25. Marz eine Spende zur Unterstutzung der Ukraine in Hohe von 0,05 BTC an diese Bitcoin (BTC)-Wallet leisten, dies ist ein kleiner Betrag: bc1qtutdrvshe8cvf0kz06r4**********dprtm9z5 Wenn Sie nicht spenden, erscheint auf Ihrer Website ein riesiges Vollbild-Banner, das alle Besucher Ihrer Website auffordert, der Ukraine zu helfen (Ihre Website wird nicht sichtbar sein, nur unser Banner). Wenn Sie es entfernen, werden wir aufgehangt Wenn Sie die Schwachstelle beheben, finden wir eine neue und hangen das Banner erneut auf. Als letzten Ausweg lassen wir den Domainnamen-Registrar Ihre Domain dauerhaft sperren.
Eine obskure Nachricht in meinem Postfach
Oh. Eine gewaltige Drohung. Mein Blog wurde infiltriert, um den Menschen in der Ukraine zu helfen. Als ob der Verzicht auf „Ritter Sport“ nicht reichen würde.
Aber Scherz beiseite. Dieser Blog ist mein Hobby, dazu eines was mir noch immer Spass bereitet. Zudem ist das Bloggen etwas, dass man von überall aus machen kann.
Denn man braucht nur ein Handy oder einen Laptop und eine halbwegs vernünftige Internetverbindung. Deshalb finde ich solche Mails eigentlich nicht so richtig lustig, auch wenn es nur Spam ist.
Aber letztlich ist ja nichts passiert. Die Galgenfrist ist seit über eine Woche abgelaufen, es gibt noch immer meine Inhalte zu sehen – und nicht irgendein Banner, welches angeblich zu irgendeiner Ukraine-Hilfe aufrufen soll.
Aber davon abgesehen, mich würde schon interessieren, wie viele Seitenbetreiber solch eine Mail bekommen haben und ob auf diesen offensichtlichen Müll wirklich jemand drauf rein fällt und was „spendet“. Zumal Bitcoins? Ich armer, kleiner Wicht soll mit so etwas handeln? Lustiger wird es heute nicht mehr.
1 Kommentar
Haben die Italiener irgendwelche Ölkonserven entdeckt? Der Spritpreis ist ja fast schon wieder auf Vorkriegsniveau.

Seit dem ich Lkw fahre, also seit einunddreißig Jahren, träume ich davon, es denen da oben in Brüssel oder Berlin, oder falls die mich nicht hören wollen oder können, zumindest den Leuten auf der Straße mal zu zeigen, welche Macht ich habe und ausüben kann. Nämlich die Stärke, mit einem Lkw wichtige Infrastruktur nicht nur zu blockieren, sondern lahmzulegen. Aber so richtig. Bis zum Stillstand. Komplett.
Ja, keine Sorge. Es sind nur Gedanken, wie sie gefühlt und geschätzt achtzig, fünfundachtzig Prozent aller Lkw-Fahrer irgendwann mal haben. Also ähnlich wie der Wunsch nach Selbstständigkeit. Auch diesen erfüllen sich nur die wenigsten. Glücklicherweise.
Denn wirklicher Widerstand ist in der Fahrerschaft fast ein Fremdwort. Logo. Denn einen Einfluß von Gewerkschaften gibt es bei uns Fahrern kaum. Man kann durchaus sagen, dass unsere scheinbare Unabhängigkeit uns nicht gerade zu fanatischen Gewerkschaftsanhängern macht.
Der Anteil der Organisierten liegt vielleicht bei sieben, acht Prozent, auf jeden Fall viel niedriger als zum Beispiel bei den Eisenbahnern. Allein das sagt schon viel über eine passive oder gar aktive Beteiligung bei Lohn- oder gar Arbeitskämpfen aus.
Neidvoll wird immer wieder auf Frankreich, Spanien oder auch Italien geschaut. Denn die Fahrer dort, die haben es drauf. Wenn denen etwas stört oder widerstrebt, geht es sofort rund. Dann werden Fahrbahnen blockiert, so das zumindest der Straßengüterverkehr sofort zum erliegen kommt.
Das aber oft Unternehmerverbände zu Ausständen aufrufen, um über Fahrer die Forderungen ihrer Mitgliedsfirmen durchzusetzen, geschenkt.

Wie diese Woche in Italien. Da kündigte „Trasportounito“ an, dass ist der Verband italienischer Transportunternehmen, sämtliche Transporte auf nationaler Ebene „aus Gründen höherer Gewalt“ einzustellen.
Auch ein Verband kleinerer Spediteure, „Ruote Libere“ schloss sich diesem Aufruf zumindest teilweise an. Deren Mitglieder würden zwar nicht jegliche Arbeit niederlegen. Dennoch sollten viele Transporter und Lkw stehen bleiben, da die Spediteure aufgrund der gestiegenen Preise schlicht nicht in der Lage seien, zu fahren.
Nur spielten da viele Fahrer nicht mit. Denn es fanden sich nur wenige, die den Streik ihrer Arbeitgeber unterstützen wollten, da ihre Belange, wie Arbeitsbedingungen, Rentenanspruch, Lohnniveau usw. in keine der Forderungen der Arbeitgeber mit eingeflossen sind. Der Ausstand wurde also abgesagt. So muss das sein. Gefällt mir.
Was das mit Deutschland zu tun hat? Eigentlich ziemlich viel. Denn auch hier stöhnen Transporteure, vor allem kleine und mittlere, über gestiegene Preise. Nicht nur Diesel und Gas sind in den letzten Wochen extrem teuer geworden, auch diverse Ersatzteile. Es geht bei einigen echt um die Existenz. Verstehe ich durchaus.
Aber. Viele haben selbst in krisenfreien Zeiten sich einen harten Preiskampf mit Konkurrenten geliefert. Da pisste doch einer dem anderen ans Bein. So gilt eine Marge zwischen drei bis fünf Prozent doch schon als guter Gewinn. Tja, so ist das, wenn eine Branche über Jahre immer wieder selbst gegen die Wand fährt.
Ein Spediteur, ich glaube aus dem Sauerland, organisierte letzten Samstag den ersten Protestkorso. Da fuhren um die hundert Lkw laut hupend einige Runden in und um Köln herum. Kann man so machen. Nur muss man sich dann auch den Vorwurf gefallen lassen, dass herumfahren um gegen hohe Spritpreise zu demonstrieren, doch nicht so ganz durchdacht ist.
Aber mehr noch. Auf WhatsApp wurden Gruppen gegründet, in denen man sich organisieren konnte. Zwei dieser Gruppen, nach Bundesländern geordnet, trat ich bei. War ganz easy, Einladungslinks dazu wurden auch über Facebook geteilt.
In den Gruppen ging es vor allem um Blockade hier und Blockade da. Für diese Aktionen wurde der 16. März ausgewählt, also der letzte Mittwoch. Nur wurde es immer undurchschaubarer. Viele haben ihren Senf dazu gegeben, einiges hat sich immer weiter hochgekocht, auch Nonsens wurde geteilt. Und es wurden Pläne geschmiedet, wer wo welche Autobahn oder Bundesstraße blockieren will. Da hat so manch einer ne feuchte Unterhose bekommen.
Ob wirklich viel blockiert oder geschlichen wurde? Keine Ahnung, ich war ja in Italien. Mitbekommen habe ich deshalb nicht viel. Ausser das es auf der A2 bei Dortmund zu Unfällen kam, weil Lkw die Autobahn kurz dicht machten. Einem der Fahrer wurde wohl später der Führerschein entzogen. Tja nun, Dummheit rächt sich.
Ab Montag, also übermorgen, soll es aber weitergehen mit den Protesten. Dann sind Schleichfahrten angesagt. Heißt auf Landstraßen werden 50 km/h und auf Autobahnen um die sechzig Sachen befohlen. Das nennt sich dann „Schnecken-Tempo-Woche“, ich nenne es einfach mal „Aktion Schnecke„. Klingt besser.
Ausserdem soll sich jede Mitwirkende oder jeder Mitwirkender eine gelbe Warnweste an den linken Spiegel knoten. So als Zeichen des Zusammenhaltens.
So was mit Warnweste am Spiegel gab es übrigens schon mal. Wurde von Tschechen initiiert und sollte genau das gleiche bewirken. Nämlich ein zusammen darstellen. Einige Wochen fuhr ich mit Weste am Spiegel, was wurde ich belächelt. Übrigens auch von Leuten, die heute großfressig nach Blockaden brüllen.
Aber zurück zu nächster Woche. Bei der „Aktion Schnecke“ geht es natürlich nicht nur um die hohen Spritpreise. Nee, von den Organisatoren wurde gleich ein ganzer Forderungskatalog erstellt. Die Punkte sind:
Ach ja, ehe ich es vergesse zu erwähnen. Die Organisatoren sind übrigens ein (Achtung-) temporärer Krisen-Verbund, bestehend aus dem Bundesverband Logistik & Verkehr – BLV-pro e.V., sowie u. a. Udo Skoppeck vom „AidT e.V„., Jörg Schwerdtfeger von „Ich bin Berufskraftfahrer und habe Respekt verdient„, Kevin Hudson von „Truck Lovers Germany„, dazu noch „Schwarze Schafe für Spedition und Logistik“, Ralf Kalabis von „LKW- Fahrer stehen zusammen“ und weiteren (auch hier Achtung-) Influencern aus der Transportbranche.
Das „Influencer“ kommt nicht von mir, steht so in der Ankündigung zur „Aktion Schnecke„. Was ich nicht verlinkt habe, sind übrigens alles Gruppen auf Facebook.
Auch interessant:
Lkw-Fahrerstreik in Frankreich
Ich wurde bestreikt
Wir streiken dann mal
Italien: Streik teilweise abgesagt
Fortsetzung mit einen Donnerwetter … zu Pfingsten
Aber nochmal zu den Forderungen. Fällt Euch was auf? Jep, bestimmt. Das sind alles Punkte, die Arbeitgeber betreffen. Ich als Arbeitnehmer gehe da, gut, abgesehen vom letzten Teil des letzten Punktes, also dem Sozialdumping, völlig leer aus. Tolle Wurst.

Ist doch schon komisch, dass Lkw-Fahrer gegen hohe Spritpreise protestieren sollen, aber nicht gegen schlechte Bezahlung und miese Arbeitsbedingungen.
Obwohl. Genau das haben ich und andere Kollegen auch schon gemacht. Nämlich 2013/2014. Da bin ich alle paar Wochen durch halb Deutschland gefahren, um für meine Ziele zu demonstrieren.
Und so etwas wie die „Aktion Schnecke“ soll jetzt echt der letzte Rest sein, was davon übrig geblieben ist? Ich bin erstaunt.
Ne ne, ich mache da nicht mit. Schleicht von mir aus ab Montag mit 60 über deutsche Autobahnen. Umso schneller bin ich mit 85 vorbei.
Leseprobe::
Wie es der Zufall so will, bin ich genau am richtigen Ort und kann sozusagen live vom großen Streik in Frankreich berichten, und genau das tue ich jetzt auch.
Sonntag, 3.9.2000
Die Fischer beenden ihren Streik wegen zu hoher Benzinpreise. Zur allgemeinen Belustigung hatten sie die Regierung aufgefordert, die Benzinpreise zu senken. Fischer zahlen keine Mineralölsteuer, bekommen also den Liter Sprit für um die FF2-3, knapp unter einer Mark. Aus irgendeinem Grund fordern sie jetzt FF1.5 als Preis, und um diese Forderung zu untermalen, blockieren sie ein paar Tage lang den einen oder anderen Hafen. Irgendwie kautzig, diese Fischer.
Gerüchte über einen bevorstehenden Streik der LKW-Fahrer machen die Runde, Bernhard entdeckt am Abend erste Schlangen an den Tankstellen.
Ich beschließe, das ganze als Gerücht zu behandeln und erstmal ganz locker zu bleiben, obwohl mein Tank fast leer ist. Ich habe halt keine Lust, eine halbe Stunde an irgendeiner Tanke anzustehen.
Montag, 4.9.2000, erster Tag des Streiks
LKWs blockieren die Zufahrt zum Flughafen. Man kommt noch ans Terminal heran, aber nur im Schritttempo. An einigen Tankstellen fallen mir Schlangen auf. Ich gebe ein paar Dias bei Carrefour ab und habe Schwierigkeiten, wieder rauszukommen, weil die Schlange vor den Zapfsäulen fast über den halben Parkplatz geht.
Ts… die streiken also tatsächlich.
Ich ärgere mich, nicht am Vorabend getankt zu haben, über den Daumen gepeilt habe ich noch genug Sprit für zwei Fahrten nach Nice und zurück. Ich mache mir aber keine Sorgen, schließlich geht so ein Streik genau so schnell vorbei, wie er angefangen hat, und letztesmal waren es nur zwei Tage.
Abends erfahre ich, daß jetzt auch Paris bestreikt wird, was den Vorteil hat, daß sich dann die Regierung tatsächlich um den Streik kümmern wird. Ich bin erleichtert.
Dienstag, 5.9.2000, zweiter Tag des Streiks
Der Streik wird Gesprächsthema Nummer 1.
Ich fahre morgens an einer Tankstelle vorbei, an der die Schlange nur etwa 50m lang ist, bin aber zu faul, tatsächlich zu tanken.
Gerüchte besagen, daß es in der ganzen Region kein Benzin mehr gibt. Mein Kollege Eric findet im Web eine Karte, auf der eingezeichnet ist, in welchen Regionen das Benzin knapp ist. 06 und 83, die beiden Regionen hier…
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