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TruckOnline.de Posts

Meine Meinung dazu

Ich muss Euch mal kurz entführen – und zwar zu einen der besten Autoblogs, die es auf deutsch zu Lesen gibt. Betrieben wird der von Jens Stratmann. Ja, und genau der hat mir einige Fragen gestellt.
Dabei ging es ein wenig um das „damals und heute“, aber auch um neue Assistenzsysteme und meine Meinung dazu.

rad-ab.com screen

Wer Lust und Laune und ein wenig Zeit hat, darf gerne mal rüber klicken: LKW-Fahrer damals und heute – Was hat sich verändert?

3 Kommentare

Sie haben Post

Peter fiel folgendes auf:

Hallo,
ersteinmal ein dickes Lob für deinen Blog.
Auch als nicht Fernfahrer ist der durchaus lesenswert und super gestaltet.
Allerdings ist mir aufgefallen das du mal deine Blogroll (linkliste) überarbeiten musst.
ein Großteil der Links führt zu inzwischen Inaktiven oder gelöschten Pages.

Gruß, Peter

Hallo Peter,

vielen Dank für Deine lobenden Worte. Diese freuen mich sehr. Durch die Links klicke ich eigentlich regelmäßig. Trotzdem kann es vorkommen, dass plötzlich eine Seite nicht mehr erreichbar ist.
Die fehlerhaften Verweise habe ich entfernt. Auch dafür danke…

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Hach, was bin ich beliebt

Manchmal muss ich morgens nach dem aufwachen kurz überlegen, wo ich eigentlich stehe. Das schiebe ich immer auf mein Alter. Mit 46 kann das schon mal passieren.

Das mir aber ein Kollege freiwillig beim beladen und sichern hilft und dabei auch noch die Hauptarbeit übernimmt, kann nicht an meinem Alter liegen.
Nee, sondern nur an meiner Beliebtheit in der Firma. Was auch sonst.

Ladung sichern

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Ein schwieriges Teil

In manchen Firmen läuft es so verdreht, da könnte ich verzweifeln. Selbst nach all den Jahren, die ich schon fahre.

Da wird, wie heute, ein Coil bestellt, etwas über vier Tonnen schwer. Die kommen mit einem Stapler, der dreieinhalb Tonnen hebt.
Das ist aber kein Problem, der würde das auch packen.

Es war ein zehn Mann Betrieb, im Industriegebiet eines kleinen Dorfes, zwischen Mantova und Parma. Ich blieb auf der Straße stehen, ging hinein, um mich anzumelden.
Ein älterer Mitarbeiter zeigte mir den Platz, wo er entladen wollte.

Der Coil stand fast vorne an der Stirnwand. Davor befand sich ein Stapel sechs leerer Paletten, dahinter zehn Meter lange Bauelemente für eine andere Firma.
Bereits beim beladen hatte ich drauf geachtet, dass einige Zentimeter Platz zum Coil gelassen wurden.

Ich öffnete die Plane, der Alte schaute sich den Coil an und ging weg. Dann passierte eine halbe Stunde nichts mehr.
Zwischendurch telefonierte ich mit der zweiten Entladestelle, einer Baustelle hinter Bologna. Der Bauleiter erzählte mir, dass es reicht, wenn ich am nächsten Vormittag zwischen acht und neun dort auftauche. Zumindest die Zeit spielte jetzt keine Rolle mehr.

Dann kam der Alte wieder, im Schlepptau einen jüngeren Kollegen. Der setzte sich auf den Stapler, fuhr an den Auflieger, lies die Gabeln hoch und wieder runter und diskutierte mit dem Alten. Dann waren sich beide einig, dass auch die andere Seite des Sattels geöffnet werden sollte.
Nun fing ich an zu diskutieren. Warum, wieso, weshalb? Ob er nicht in der Lage wäre, ein lumpiges Holzgestell mit einem Coil abzuladen.

Dann mischte sich der Alte wieder ein. Ich sollte die Plane zu machen und vom Hof fahren. Der Junge wollte aber die andere Seite geöffnet haben. Einfach nur Theater.
Und jetzt ich wieder. Abladen oder nicht abladen? Nun war auch der Junge der Meinung, ich sollte fahren.

Meine Antwort war wohl nicht allzu freundlich. Immerhin reichte diese aus, den Älteren soweit zu bringen, einige Lieferscheine zu zerknüllen, um die mir an den Kopf zu werfen.
Lieferscheine aus Papier, tut nicht weh. Schon klar. So etwas lasse ich mir trotzdem nicht bieten. Meinen Brüller hörte man bestimmt noch drei Straßen weiter.

Natürlich beschwerten die sich beim Absender und der sich bei der Spedition, für die ich fahre. Das ist mir aber egal.

Nach mehr als drei Stunden Warterei bekam ich die Order, erst die Bauelemente entladen zu lassen. Danach wieder neunzig Kilometer zurück, um einen erneuten Versuch mit dem Coil zu starten.
Da bin ich mir aber sicher: Morgen klappt es auf wundersame Weise.

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Und noch ein Register

Die „NRW-Landesgruppe in der SPD-Bundestagsfraktion“ möchte einen bundeseinheitlichen Fahrerqualifikationsausweis und ein zentrales Bundesregister einführen. Damit sollen Missbrauchsfälle bei der Aus- und Weiterbildung von Berufskraftfahrern leichter aufgedeckt werden.
Denn es scheint wohl durchaus der Fall zu sein, dass ein gewisser Teil der Fahrer diese Nachweise gekauft haben. Trotzdem frage ich mich, was das nun wieder soll?

Die Kosten für jedes Modul belaufen sich irgendwo sich zwischen 75 und 150 Euro. Also je nach Anbieter. Ich habe vor drei Jahren noch fünfzig Euro bezahlt. Aber auch die Fahrschule, bei der ich den Nachweis erworben habe, hat mittlerweile die Preise erhöht.
Fünf Module müssen nachgewiesen werden. Jeder Teilnehmer zahlt also mehrere hundert Euro. Entgegen der landläufigen Meinung erstattet nicht jeder Arbeitgeber die Kosten dafür. Viele Fahrer zahlen diese Weiterbildung also selbst.

Der Zeitaufwand ist auch nicht ohne. In der Regel finden diese Schulungen Samstags statt. Man investiert also eine Menge seiner eigentlichen Freizeit, um oftmals Leuten zuzuhören, die den Stoff mehr oder weniger nur abarbeiten.
Viele Schulungen werden durch Fahrschulen durch geführt, die damit eine Menge Kohle verdienen. Ob viele Fahrlehrer die diese Lehrgänge abhalten, wirklich Ahnung von der Materie haben die sie lehren sollen, mag durchaus bezweifelt werden.

Es ist oftmals also nur eine Art pro forma Veranstaltung. Weil es eben eine gesetzliche Pflicht ist, um an die Nummer 95 im Führerschein zu kommen. Wirkliches „Mehr Wissen“ wird da nicht gelehrt. Die Zeit wird abgesessen, zumal es nicht mal eine abschließende Prüfung gibt.

Vielleicht sollte die Politik genau da ansetzen. So könnte man Einrichtungen, bei denen viele Fahrer diese Prüfung nicht bestehen, etwas genauer unter die Lupe nehmen. Nämlich warum das so ist. Und denen bei Nichtbesserung auch untersagen, Aus- und Weiterbildungen durchzuführen. Das wäre ein erster Schritt, um diese Pseudoqualitätssicherung zu beenden.

Das was die NRW-SPD fordert, ist dagegen nur ein weiteres Aufblähen von Bürokratie. Ein zentrales Bundesregister? Wessen Daten sollen da eigentlich gespeichert werden? Nur die, die in Deutschland ihre Weiterbildung absolviert haben? Oder aller Kraftfahrer?
Ich kann mir vorstellen, dass es jenseits der Oder/Neisse-Linie noch einfacher ist, die „95“ eintragen zu lassen. Natürlich ohne fünf mal sieben Stunden eine Schulbank drücken zu müssen. Also was brächte dann ein deutscher Alleingang? Wenn Balten, Polen, Rumänen nicht kontrolliert werden könnten?

Zum Beitrag: Missbrauch bei Berufskraftfahrer-Qualifikation bekämpfen

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