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Kategorie: Unterwegs

Batteriewechsel die zweite

Batteriewechsel leicht gemacht ist bei Scania ein Fremdwort. Das habe ich ja bereits vor sieben Wochen bei meinem Arbeitsgerät bemängelt. Da hatte ich aber noch Vorteile. Die Dinger sind hier an der Seite verbaut und ich konnte die Arbeit in der firmeneigenen Werkstatt durchführen. Passendes Werkzeug war also kein Problem. Trotzdem dauerte der Wechsel fast eine Stunde.

Bei dem Lkw eines Kollegen hängen die beiden Spannungsquellen hinten am Rahmen. Der Grund sind größere Tanks. Deshalb findet sich an der Seite kein Platz für die Batterien. Durch ein ärgerliches Missgeschick gab es einen Kurzschluss und beide Akkus verabschiedeten sich ins Jenseits.
Doch damit nicht genug. Natürlich passiert so etwas weit weg von der Firma. In seinem Fall in der Nähe von Verona.

Batterie

Ich hatte in etwa die gleiche Tour, nur einen Tag später. Also brachte ich Ihm zwei neue Batterien aus Deutschland mit, die wir dann einbauen sollten. Nur ist das unterwegs überhaupt nicht möglich. Teile des Rahmens müssen dazu abgeschraubt werden. Das Werkzeug welches man dazu braucht, hat kein normaler Fahrer dabei.
Freundliche Menschen beschrieben uns schließlich den Weg zu einer Werkstatt. Doch selbst dort mit passenden Maul- und Ringschlüsseln war das Wechseln eine arge Fummelei.

Am Ende war der halbe Vormittag rum und ich habe den Wunsch, in den nächsten zehn Jahren keine Batterie mehr wechseln zu müssen.

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Interessenkonflikt

Am Zollamt in Chiasso wurde eine neue Parkzeitbeschränkung eingeführt. Lkw die im Transit unterwegs sind, dürfen auf dem dazu gehörenden Parkplatz nur noch eine Stunde parken.

Mir soll es recht sein. Ich bin eh froh, da wieder schnell weg zu kommen.
Nur für einen Teil der Zöllner wird es kompliziert. Die müssen nun ihren ganzjährigen Winterschlaf unterbrechen.

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Sprachprobleme

Anlieferung einer Maschine in einem Steinmetzbetrieb im Hochsauerland:

Hallo, ich bringe eine Maschine.
Eine Maschine? Davon weis ich nichts. Woher kommt die?
Aus Italien.

Ah, dann ist das wohl die Säge. Schön, schön. Wie kann man die abladen?
Nur von oben mitn Kran.“
Gut, dann fahr da unter die Bahn. Der Kran ist schon älter, kann also etwas dauern.

Mein Gesprächspartner zeigt in Richtung einer engen Einfahrt. Auf beiden Seiten stehen mannshohe Steinplatten.

Da hinein?
Ja, da fahren alle hinein. Das passt schon. Wenn Du stehst, kannst Du den Deckel aufmachen.
Den Deckel?
Ja, den Deckel von Deinem Anhänger.
Was für einen Deckel?
Na den Deckel. Damit wir die Säge raus bekommen.

Dann erst begriff ich, dass der das Dach von Auflieger meinte. Manchmal dauert es halt wirklich etwas länger.

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Kaum Ausweichverkehr wegen Lkw-Maut

Was für eine Überraschung: Nach der Einführung der Lkw-Maut auf mehrstreifigen Bundesstraßen gab es auf der Mehrzahl der Strecken keine signifikanten Verkehrsverlagerungen. Dies geht aus dem Bericht über Verkehrsverlagerungen auf das nachgeordnete Straßennetz infolge der Einführung der Lkw-Maut auf Bundesstraßen hervor. Diesen hat die Bundesregierung als Unterrichtung in der Drucksache 18/689 vorgelegt.

Gab es signifikante Rückgänge an den Bundesstraßen mit Lkw-Maut, so führten diese nur in Ausnahmefällen zu einer Weiterverlagerung auf nachgeordnete Straßen, heißt es weiter. Wegen der erheblichen Zeitverluste seien die mautfreien Bundes- und Landesstraßen keine wirkliche Alternative für den schweren Lkw-Verkehr.

Drucksache 18/689 (pdf-Datei)

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Tiroler sind lustig

Straßensperrungen für Lkw nehme ich eigentlich recht ernst. Nur hier weis ich wirklich nicht, für wen oder was dieser Hinweis unter dem Schild Ausnahmen bereit hält. Was sagt mir denn der Bote für Tirol Nr. 912/2006? Darf ich die Straße befahren, darf ich die Straße nicht befahren?
Wenn ja, wie weit darf ich in diese Straße hinein fahren? Hätte es nicht auch ein „Anlieger frei“ getan? Oder „Frei bis km 123„?

Eine Suche bei Google ergab übrigens folgendes Ergebnis:

Es wurden keine mit Ihrer Suchanfrage – bote für tirol 912/2006 – übereinstimmenden Dokumente gefunden.

Sehr hilfreich das ganze. Ach so, die Auflösung: Ich musste ja entladen. Also habe ich den nicht ganz so hilfreichen Hinweis im verschollenen Boten für Tirol mal als Freifahrtschein gesehen.

Bote fuer Tirol

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Doppelt kontrolliert

Gestern am späten Nachmittag Kontrolle in der Schweiz. Ausgelesen wurden 28 Tage, bemängelt wurde ein Verstoß. Die Gesamtlenkzeit innerhalb zweier Wochen wurde um zwei Stunden überschritten.
Ich hatte also 92 Stunden Lenkzeit. Erlaubt sind neunzig.
Bezahlen brauchte ich nichts. Der nette Polizist beließ es bei einer freundlichen Ermahnung.

Heute am späten Nachmittag Kontrolle in Italien. Das ich bereits gestern fällig war, wurde ignoriert.
Schweiz wäre Schweiz und Italien ist Italien. Interessante Logik. Aber nun ja.

Es wurden wieder 28 Tage ausgelesen, dann wurde fleißig geschrieben. Am Schluss kamen die nicht ganz so netten Polizisten auf einen Betrag von 114 Euro und 70 Cent.
Die zwei Stunden Mehrfahrzeit in der Doppelwoche durfte ich nun doch zahlen, plus eine übertretung der Tageslenkzeit.
Am 31.01. hatte ich zehn Stunden und acht Minuten auf der Karte. Erlaubt sind zehn Stunden.

Das ich an diesem Tag, ein Freitag, einfach nur nach Hause wollte, ist egal. Für mich heißt das in Zukunft, dass ich nochmal neun Stunden in der Karre penne, selbst wenn nur noch fünf Minuten bis zum Standplatz des Lkw fehlen.
Denn ich habe keinen Bock mehr, irgendeinem Staat mein sauer verdientes Geld in den Pops zu schieben.

Bei Verstößen jenseits von gut und böse sehe ich es ein, dass man zur Kasse gebeten wird. Aber nicht wegen solcher Kinkerlitzchen. Das grenzt allmählich an debilen Strafwahn. Mit Verkehrssicherheit hat das auch nichts mehr zu tun. Wer von mir wegen acht Minuten Überschreitung einen mittleren zweistelligen Betrag will, ist ein Abzocker.

Ich weis nicht ob es rechtens ist, einen Tag nach einer eigentlich ergebnisslosen Kontrolle noch einmal komplett kontrolliert zu werden und dabei Verstöße zu ahnden, die einen Tag vorher nur zu einer mündlichen Verwarnung führten. Auch wenn es in zwei unterschiedlichen Ländern passiert.

Wie auch immer. Nicht nur, dass ich keine Lust auf Diskussionen hatte, die bringen hier auch nichts. Selbst in Deutschland rede ich während einer Kontrolle nur das nötigste.

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Es ist schon irgendwie unglaublich

Die Gegend um Olpe gehört zum Einzugsbereich der Firma, für die ich fahre. Deshalb kenne ich die einigermaßen gut. So war ich auch heute dort in der Umgebung – und ja, es gibt für einen Lkw-Fahrer bessere Landstriche. Einige Dörfer sind schwer zu erreichen, die Straßen oft nicht die breitesten.

Wenn gar nix mehr geht, rufe ich halt in der zu beliefernden Firma an. Da breche ich mir keinen ab. Dann verlasse ich mich auch auf die Wegbeschreibung des dortigen Mitarbeiters. Da kann mein Navi noch so sehr „bitte wenden“ quäken.

Ein Tscheche war aber anderer Meinung. Der vertraute eher dem Navigationsgerät, als auf die telefonischen Angaben des Landmaschinenhändlers, bei dem er einen Klein-Lkw abliefern sollte. Das Ende vom Lied? Der fuhr sich fest, beschädigte weitere geladene Pkw und kam letztlich nur durch den Einsatz von schweren Bergegerät wieder frei. Da fällt mir nichts mehr zu ein.

Die ganze Geschichte kann man hier nachlesen: Lkw-Fahrer von Navi in die Irre geleitet und festgefahren

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