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Schlagwort: Thüringen

Thüringen setzt das Sonntagsfahrverbot für Lkw bis Ende August komplett aus

Thüringen hebt wegen des Niedrigwassers das Sonntagsfahrverbot für Lkw vorübergehend komplett auf. Erst einmal bis zum 31. August.

Die Begründung? Auf der Straße muss aufgefangen werden, was auf den Wasserwegen derzeit nicht mehr funktioniert. Kann man machen.
Aber ich frage mich trotzdem, warum gleich für alle? Niedrigwasser in Thüringen?

Das Problem liegt vor allem auf Wasserstraßen wie Rhein, Elbe und Donau. Dort können Schiffe wegen der niedrigen Pegel teilweise deutlich weniger laden.
Also muss ein Teil der Ware auf die Straße. Das verstehe ich.

Bild ist KI generiert. Thüringen setzt Sonntagsfahrverbot für Lkw komplett aus.

Was ich weniger verstehe, Thüringen selbst hat keine vergleichbare, für den Güterverkehr bedeutende Wasserstraße. Wenn also ein Transport tatsächlich wegen des Niedrigwassers von einem Schiff auf einen Lkw verlagert werden muss, dann sollte dieser Lkw natürlich fahren dürfen.
Aber warum muss deshalb am Sonntag plötzlich jeder Lkw durch Thüringen rollen dürfen? Da bin ich raus.

Eine Ausnahme ist eine Ausnahme

Wir Fahrer kennen das doch. Erst heißt es „nur vorübergehend.“ Dann heißt es: „Nur wegen dieser besonderen Situation.“ Und irgendwann ist aus der Ausnahme eine Selbstverständlichkeit geworden.

Ich habe nichts gegen notwendige Ausnahmen. Im Gegenteil. Wenn irgendwo wegen Niedrigwasser dringend Ware transportiert werden muss, dann soll eine Lösung gefunden werden. Dafür habe ich Verständnis.

Aber eine pauschale Freigabe für alle Transporte macht es eben sehr einfach. Dann fährt am Sonntag nicht nur der Lkw mit der dringend benötigten Ladung, sondern unter Umständen auch der ganz normale Transport, der problemlos am Montag hätte fahren können.

Und was bedeutet das für uns Fahrer?

Auf den ersten Blick könnte man als Fahrer sogar sagen, endlich dürfen wir sonntags fahren. Weniger Verkehr, freie Autobahnen, vielleicht entspannteres Fahren.
Aber ich glaube die Branche inzwischen lange genug zu kennen, um zu wissen, wie solche Dinge funktionieren können. Heute ist es eine Ausnahme. Morgen heißt es:„Ihr dürft doch sonntags fahren.“ Und übermorgen vielleicht: „Warum steht der Lkw eigentlich noch?“

Genau davor habe ich Sorge. Denn am Ende sitzt nicht der Disponent am Steuer. Nicht der Auftraggeber. Nicht der Kunde.

Wir sitzen da. Wir fahren die Kilometer, stehen auf Parkplätzen, verbringen unsere Wochenenden im Fahrerhaus und versuchen irgendwie, Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bekommen.

Der Lkw ist nicht das Universalwerkzeug für jedes Verkehrsproblem

Was mich an solchen Entscheidungen deshalb besonders stört, ist die Einfachheit, mit der immer wieder auf den Lkw zurückgegriffen wird.

Binnenschifffahrt hat Probleme? >>> Lkw.

Bahn hat Probleme? >>> Lkw.

Brücke gesperrt? >>> Lkw muss irgendwie durch.

Lieferkette unter Druck? >>> Lkw soll es richten.

Und wenn dafür der Sonntag benötigt wird, wird eben das Sonntagsfahrverbot aufgehoben.

Der Lkw ist wichtig. Ohne ihn würde Deutschland ziemlich schnell ziemlich alt aussehen. Aber irgendwann sollte man vielleicht auch verstehen, dass auf jedem Lkw ein Mensch sitzt.

Warum nicht gezielt?

Genau deshalb hätte ich mir eine andere Lösung gewünscht. Warum nicht diejenigen Transporte gezielt freigeben, die nachweislich wegen des Niedrigwassers von der Wasserstraße auf die Straße verlagert werden? Das wäre vielleicht etwas mehr Bürokratie.

Aber dafür wäre klar, diese Ausnahme gibt es wegen dieses Problems und nicht als Freifahrtschein für alle. Berlin und Brandenburg gehen beispielsweise einen solchen Weg und erlauben sonntags bestimmte Transporte, die normalerweise über die Binnenschifffahrt laufen.Das erscheint mir deutlich nachvollziehbarer.

Vielleicht sollten wir auch einmal über die Fahrer sprechen

Bei all den Diskussionen über Lieferketten, Logistik und Wirtschaft wird nämlich eine Gruppe gerne vergessen, nämlich wir Fahrer. Wir reden ständig darüber, wie wichtig der Güterverkehr ist.
Aber wenn es darum geht, die Bedingungen für diejenigen zu verbessern, die diesen Güterverkehr tatsächlich am Laufen halten, wird es plötzlich deutlich leiser. Parkplätze fehlen. Sanitäre Anlagen sind teilweise eine Katastrophe. Die Aufenthaltsmöglichkeiten sind vielerorts alles andere als menschenwürdig. Zeitdruck gehört für viele zum Alltag.
Und jetzt wird der Sonntag immer mehr zur flexiblen Variable. Ich frage mich deshalb, gibt es eigentlich noch eine Grenze?

Fazit

Ich verstehe, dass das Niedrigwasser Probleme verursacht. Ich verstehe auch, dass Güter transportiert werden müssen. Und ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn notwendige Transporte eine Ausnahmegenehmigung bekommen.

Aber eine komplette Aufhebung des Sonntagsfahrverbots für alle Lkw in Thüringen halte ich für zu pauschal.

Denn der Sonntag ist für viele Fahrer nicht einfach nur ein weiterer Tag im Kalender. Es ist der Tag, an dem man vielleicht endlich einmal zu Hause ist. Bei der Familie. Bei den Kindern. Oder einfach mal auf dem Sofa.
Und genau das sollte man bei solchen Entscheidungen nicht vergessen. Der Lkw kann rollen. Das ist kein Problem.

Die Frage ist nur, muss er wirklich immer rollen oder könnten wir manchmal einfach akzeptieren, dass auch ein Fahrer mal Pause hat?

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Lohnzuwachs in Thüringen. Wow.

Warum arbeite ich in einer hessischen Firma? Überlege, überlege, überlege…

Ahh, weil in Thüringen noch immer Kacklöhne bezahlt werden. Daran ändert auch Tiefensee nichts:

Die Thüringer waren in den vergangenen Jahren zwar beim Lohn-Zuwachs bundesweit Spitzenreiter…

Die Bruttolöhne seien zwischen 2010 und 2015 um 18,9 Prozent gestiegen und damit stärker als in allen anderen Bundesländern, teilte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Sonntag in Erfurt mit.

Quelle: Thüringer Allgemeine >>>

Und Thüringens Spitzenpolitiker von CDU und Linke streiten auf Twitter, wer für den angeblichen Lohnzuwachs verantwortlich ist. Hammer!

Twitter Ram

Twitter Lohn

Im Stellenmarkt meiner Heimatzeitung suchte vor einigen Wochen eine Transportfirma nach neuen Arbeitskräften. Dort anzurufen habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen. Kurzes Gespräch, schon waren wir beim Lohn. Die Chefin wollte erst nichts genaues erzählen. Als ich Ihr eine Zahl nannte, sagte Sie sofort: „Mit Ihren Vorstellungen kommen wir nicht zusammen!“
Dabei war der genannte Betrag schon so niedrig, dass ich dafür nie fahren würde. Nicht mal im Nahverkehr. Und die suchten Fahrer für Fernverkehr.

In den letzten fünf hat sich also nichts geändert.

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So viele Fragen

Auf „eurotransport.de“ las ich gestern ein Interview mit Christoph Schuchert. Der Mann ist Spediteur und Präsident des Landesverbandes Thüringen des Verkehrsgewerbes. In dieser Funktion ist er vehement gegen die Einführung eines Mindestlohnes. Wohlgemerkt: Der soll bei 8.50 Euro liegen. Das wären bei einer 40 Stunden Woche knapp 1 400 Euro. Brutto versteht sich.

Auf die Frage, warum eine selbst relativ moderate Bezahlung in Thüringen nicht darstellbar ist, antwortete Schuchert sinngemäß: „Wer eigene Fahrzeuge einsetzt, hat nicht die entsprechenden Renditen − zumindest nicht in Thüringen.“

Daraus lese ich, dass selbst ein Bruttolohn von 1 400 Euro für viele Transportunternehmen in Thüringen (angeblich) nicht machbar ist. Real gesehen, bleiben Verhandlungen über Lohnerhöhungen also Utopie. Zumindest in Thüringen. Was soll ein in Thüringen angestellter Fahrer also tun?
Stillsitzen und die Klappe halten? Oder auf die Lohnerhöhung bestehen? Auch wenn der Chef bei einem gezahlten Lohn von (mal angenommen) 1 700 Euro droht, die Firma dicht zu machen?

Interessant finde ich seine Beschreibung eines typisch thüringischen Fuhrunternehmens:

Das Gros der Transporteure setzt fünf bis zehn Fahrzeuge ein. Um die Verwaltung kümmert sich der Chef mit seiner Ehefrau, und wenn es brennt, setzt sich der Chef selbst ans Steuer. Da gelten andere Verhältnisse. Und diese Unternehmen müssen dann noch mit den polnischen Fuhrbetrieben konkurrieren, die ihren Fahrern vier Euro pro Stunde bezahlen.

Sieht es denn südlich oder westlich von Thüringen anders aus? Hmm. Also ich bin seit vielen Jahren in einer kleinen Firma in Mittelhessen angestellt. Auch mein Arbeitgeber kümmert sich alleine um die Verwaltung und fährt regelmäßig Tagestouren mit einem seiner Lkw – und Konkurrenz aus dem Osten hat der sicher auch. Trotzdem zahlt der mir wesentlich mehr Gehalt.
Warum geht das da und nicht im grünen Herz von Deutschland?

Ich verstehe dieses Interview auf keiner Ebene. Ich verstehe die Antworten von Schuchert nicht, ich verstehe nicht, warum der Fragesteller nicht kritischer nachgefragt hat. Das ist kein Flachs.
Erst dachte ich, das ganze wäre ein Aprilscherz. Gestern war ja der erste April. Aber nee, der Schuchert scheint es wirklich ernst zu meinen. In Thüringen gibt es viele Transportunternehmen, die Ihren Fahrern nicht einmal 1 360 Euro zahlen können oder wollen.

Hat der eigentlich schon mal für 8,50 die Stunde gearbeitet? Mit einer arbeitslosen Frau und 2 Kindern? Einer Frau, die kein HartzIV bekommt, weil die Familie insgesamt zu „viele“ Einkünfte hat? In Zeiten von steigenden Mieten, einer unbezahlbaren Energiewende, einem Auto, das jeden Pforz des TÜV erfüllen muss. Dazu Essen, Trinken, Nebenkosten, Kleidung und all den sonstigen kleinen Wünschen?

Was bleibt denn da noch groß über?

Kein Wunder, dass der Thüringer Nachwuchs das Land scharenweise verlässt. Aber immerhin wird das Arbeitsamt eines Tages diese Transportbuden nicht mehr mit billigen Arbeitnehmern versorgen können.

Interview mit Christoph Schuchert
Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes

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Ohne Last auf dem Dach

Die Polizei in Thüringen und der Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes organisieren in Thüringen das Aufstellen von Schneegerüsten an folgenden Standorten:

Rasthof Eisenach, Parkplatz Hainich-Süd an der A4 Richtung Erfurt, Autohof Gotha, Autohof Thörey, Holzland Autohof, sowie auf der Rastanlage Altenburger Land/Nord und dem Rasthof Hermsdorfer Kreuz.

Ein weiteres Schneegerüst findet man auf dem Autohof Mellingen (A4, Abfahrt Apolda).

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Termin für 3. Thüringer Bloglesung steht fest

So schnell kann es gehen: Nachdem ich am letzten Sonntag noch darüber geschrieben habe, dass nach Vorschlägen über das wo und wann einer 3. Thüringer Bloglesung gesucht wird, wurde nun ein Termin und wohl auch die Location für diese Veranstaltung gefunden.

Das ganze findet am 06. Juni ab 19.00 Uhr im Café Markt 11 in Jena statt.

Also Ihr „Freunde des geschriebenen Wortes“: Das ist einer der Termine, die man nicht verpassen sollte 😉 !

Alles weitere erfahrt Ihr hier >>>

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