Selbstverständlich kann man den ganzen Tag mit Kolekas zusammensitzen, sich bereden, besprechen, beraten. Das stärkt die Kameradschaft und, kleiner Nebeneffekt, so ein eigentlich öder Feiertag geht dann auch ganz fix vorüber.
Nur das dann Abends ab neun die Bude läuft, weil Batterien geladen werden müssen oder warum auch immer, ist dann aber schon ein bissel rücksichtslos. Denn das Leute um drei in der früh los wollen müssen, scheiß egal.
Ich glaube, in keiner anderen Berufsgruppe gibt es so viele Deppen, wie in meiner.
Nur dieses Mal bin ich unschuldig. Denn so sieht es aus, wenn Montagfrüh um halb zwei ein Tier meinen Weg kreuzt. Ob Bieber, Dachs, kleines Reh? Keine Ahnung, ich weiß es nicht. Passiert ist es auf der A9 kurz vor Hilpoltstein.
Hab, wenn überhaupt, nur einen kurzen Schatten oder ähnliches gesehen und dann krachte es auch schon vorn links. Ich hörte noch, wie ein paar Teile weg flogen, hielt kurz auf dem Standstreifen und dann sah ich das Dilemma.
Bin dann weiter zum nächsten Parkplatz gefahren und hab währenddessen mit der Polizei telefoniert. Wildschaden, muss man ja melden.
Die Streife, die relativ fix kam, erzählte mir, sie hätten die Strecke abgefahren und die Reste von der Autobahn entfernt. Was es war, konnten die aber auch nicht sagen. Verständlich, ich würde mir den Klumpen auch nicht näher betrachten.
Der Polizeibericht wird mir zugeschickt, kann ich Freitagabend aus meinem Briefkasten nehmen. Kurze Erklärung für die Versicherung schreiben, dass alles bekommt dann nächste Woche mein Chef.
Aso. Durfte noch zehn Euro zahlen. Als Zahlgrund steht auf der Quittung „33 Kostenrechnung„. Was auch immer das bedeutet. Na ja, bekommt auch mein Boss.
Nochmal zum vorhergehenden Beitrag mit der Auseinandersetzung zwischen Mazur und „seinem“ Fahrer. Hier die Meinungsverschiedenheit aus Sicht des Lohnabhängigen:
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Von diesem Vorfall mal abgesehen. In den ersten Wochen des Jahres hab ich wirklich wenig tiefblaue Lkw gesehen. Mittlerweile aber wieder mehrmals täglich. Und auch wenn die jetzt neutral unterwegs sind, also ohne Beschriftung. Aber die fallen schon auf:
Aufträge scheinen die also genug zu bekommen.
Ach ja. Hier noch ein Bericht, der auf Missstände hinweist.
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Diese Dokus laufen irgendwie immer gleich ab: Fahrer beschreiben ihren Job, ein belgischer Polizist oder niederländischer Gewerkschaftler spricht diese vor laufender Kamera an und dann wird gezeigt, wie ein Chauffeur seine Wäsche am aufgeklappten Kühlergrill trocknet oder seine Kollegen ihr Essen auf einem dreckigen Auflieger zubereiten.
An der dargestellten Situation wird sich aber nix ändern. Niemals. Denn das Logistikgewerbe in Deutschland Europa ist so kaputt. Kunden und Endverbraucher wollen nichts zahlen, erwarten aber Premium-Service. Transporteure konkurrieren untereinander und unterbieten mit Dumpingpreisen ihre Mitbewerber.
Leidtragende sind die Leute ganz unten in der Logistik. Also Fahrer, besonders die, die für Speditionen aus MOE-Staaten unterwegs sind, oder die Be- und Entlader in irgendwelchen Großlagern. Arbeiten für nen Hungerlohn, bis die Knochen kaputt sind. Von fairer Bezahlung weit entfernt.
Hauptsache Transport bleibt billig. Ist halt nur eine Dienstleistung. Das die Kosten woanders eingespart werden? Egal.
Vor zwei Wochen in Italien an einem ukrainischen Lkw gesehen:
Dessen Fahrer hab ich auf vielleicht Anfang zwanzig geschätzt. Wenn ich mich so zurück erinnere, in dem Alter war ich auch noch überschwänglich und ungezügelt unterwegs. Die Frontscheibe meines Lkw war vollgestopft mit Namensschilder und Wimpelketten. Sah auch nicht unbedingt ästhetisch aus.
Aber, ich glaube das kann ich ohne Schuldkomplex schreiben, auf die Idee solche Abdeckungen anzubringen, wäre ich auch damals nicht gekommen. Denn mal ehrlich, es sieht schon grausig aus. Aber Geschmäcker sind halt verschieden.
Nur davon abgesehen. Keine Ahnung, wie lang der so schon herum fährt. Aber ich denke mal, mit den Dingern auf den Radmuttern wird der eher früher als später irgendwo in Europa Schwierigkeiten bekommen.
Manchmal denke ich, vielleicht gehöre ich auch noch zu den Boomern? So als 1970 geborener? Da kann schon so einiges nerven.
Gestern Nachmittag, kurz nach fünf. Ich parke auf einem Rasthof bei Piacenza, an der A21 von Turin nach Brescia. Einige Plätze waren noch frei. Natürlich schaue ich nach einer Fläche zwischen zwei Planenzügen. Also das sich ja kein Kühler mehr neben mich stellen kann.
Klappte auch. Rechts neben mir ein Spanier, links ein Ungar. Papiere fertig gemacht, Spesenliste ausgefüllt und was sonst noch so anliegt.
Und immer blubberte der Motor von dem ungarischen Laster. Störte aber nicht. Zwischendurch was gegessen, Tablet aufgebaut. Erst den Tatort vom Sonntagabend angeschaut, danach einen älteren Krimi.
Das BR Fernsehen und der WDR TV bringen Dienstagabend ältere Tatortserien. Im BR lief ein Film aus Wien, dass passte…
…kurz vor zehn, Zeit für Bettruhe. Nur der Motor vom Ungarn blubberte noch immer vor sich hin. Jetzt störte mich das schon ein bissel.
Der Volvo blubbert und blubbert und blubbert…
Dessen Vorhänge waren schon zugezogen. Aber nutzt ja nix. Ich rüber zu dem und vorsichtig geklopft. Nichts regte sich. Nochmal an die Tür getrommelt, die Hütte wackelte ein wenig. Durch die Vorhänge lugte einer durch, er sah aus wie ein Eichhörnchen.
„Ey Koleka. Mach bitte den Motor aus. Ich möchte gern schlafen„, rief ich. Seine Antwort in einem Mischmasch verschiedener Sprachen: „Batterie kaputt. Motor muss laufen, ganze Nacht.„
Tja nun. Was soll ich darauf antworten? Außer „Der Motor läuft bestimmt nicht die ganze Nacht. Den machst Du jetzt bitte aus.„
Was folgte war eine kurze Diskussion. Und irgendwann „Frigo, Frigo.“ Ich darauf: „Hier ist aber kein Frigo. Ich stelle mich schon da hin, wo kein Frigo in der Nähe ist. Also komme mir nicht mit, Frigo macht auch Lärm. Nee. Du machst jetzt den Motor aus.“
„Batterie kaputt„, fing der wieder an. „Dann musst Du Chef anrufen. Der macht Termin in Werkstatt und die bauen Dir zwei neue ein. Problem gelöst. Wenn Dein Chef sich das nicht leisten will, muss der nen Fahrradverleih aufmachen. Da braucht der keine Batterien.„
Danach war der Motor aus. Ich hatte Ruhe und konnte schlafen.
Heute früh kurz vor sechs stehe ich auf, steht der auch noch da. Vorhänge noch immer geschlossen. Keine Ahnung, ob der sich zu Tode geärgert hat. Kleiner Spaß. Wahrscheinlich schlief der noch gemütlich. Ob seine Karre später angesprungen ist? Nicht mein Problem.
Bin ich jetzt ein böser Mensch, dass der den Motor ausmachen musste? Keine Ahnung. Aber ich hab das geblubbere den ganzen Tag um mich herum. Irgendwann nervt es.
Drei längs, zwei quer. Kunde ein Großhandel, abgeladen werden sollten die bei einer Spedition in der Nähe von Verona.
Ein paar Mal war ich da schon, ist aber bereits einige Jahre her. War dort eigentlich immer kacke. Zeit musste man da immer einrechnen, unter zwei, drei Stunden lief da gar nix.
Und in der ganzen Frist sind die Rezensionen bei Google auch nicht wirklich besser geworden. Denn die liest man sich ja mal durch. Es könnte ja sein, dass sich da was gebessert hat. Aber die sind noch immer beängstigend.
Also angemeldet, meine Telefonnummer hinterlassen. Nach drei Stunden ein Anruf, dass das nichts mehr wird. Einen Tag später dürfte ich wieder kommen. Aber bitte nicht vor elf Uhr vormittags.
Danach kurz mit meiner Dispo telefoniert. Die haben zwar noch versucht, meinen Tag ein bissel zu retten. War aber auch nutzlos.
Tja nun. Zwanzig Stunden später stand ich wieder da. Gleiche Prozedur – anmelden, Handynummer aufschreiben – und warten. Sechzig Minuten später klingelte das Telefon, Rampe 18 wäre für mich reserviert.
Nach einer Stunde war ich die fünf Paletten los, dass warten auf die Papiere dauerte fast noch mal so lange. Völlig unterirdisch diese Bude.
Da halte ich es mal mit Trucker Ikone Andreas Schubert. Denn der sagte mal: „Eines Tages werd ich jemand ermorden…“
Kennt Ihr noch „BJ and the Bear„? Eine Serie über den selbstfahrenden Trucker Joe „BJ“ McKay, der mit einem rot-weißen Kenworth K-100 Aerodyne durch die Staaten fährt. Immer dabei sein Schimpanse „Bear“, benannt nach Bear Bryant, dem US-amerikanischen Footballspieler.
Die Folgen wurden vom 10. Februar 1979 bis zum 9. Mai 1981 auf NBC ausgestrahlt, in Deutschland dann Anfang der Neunziger Jahre auf RTL und später auf RTL 2.
Mit seinem Laster und seinem Affen fährt der junge Joe McKay durch die USA. Seinen Standort hat er in Georgia, wo ihn eine Schar bestechlicher Polizisten nervt: Zunächst Sheriff Elroy P. Lobo, später Sergeant Beauregard Wiley und die Sheriffs Masters und Cain.
Nur eine Polizistin meint es gut mit ihm: Wilhelmina Johnson, gespielt von Conchata Ferrell. Dazu kommen noch Tommy, eine befreundete Truckerin und Bullets, dem der Country Comfort Truck Stop gehört.
Auf seinen Fahrten kommt er viel rum und lernt noch mehr Menschen kennen, denen er oft zur Hilfe eilt. Manchmal gerät er aber auch selbst in Schwierigkeiten und erlebt dabei das ein oder andere Abenteuer. Also ein bissel wie Franz Meersdonk in „Auf Achse“.
Aber um die Serie soll es jetzt eigentlich nicht gehen. Sondern um die legendären Trucks, die in der Serie zu sehen sind. Denn das Video zeichnet die Geschichte der Kenworth-Trucks nach, die von BJ McKay, der Hauptfigur der Serie „BJ and the Bear“, gefahren werden.
Es bietet interessante und spannende Fakten über von Kenworth hergestellte Alkoven-Modelle, einen Einblick in die in der TV-Serie verwendeten Lkw-Typen und beleuchtet sogar die Restaurierung und Wiederinbetriebnahme eines der auf einem Feld verrosteten Showtrucks:
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Seit mehr als einem Jahrzehnt stehen ein paar Dutzend Lkw auf dem Gelände einer ehemaligen Spedition in Friedrichshafen. Die Firma hat wohl 2013 Insolvenz angemeldet. Hab ich zumindest hier gelesen. Ein Teil der Fahrzeuge ist mittlerweile von Bäumen und Gestrüpp zugewachsen. Und in dieser gesamten Zeit wurde der Fuhrpark auf dem Schotterplatz wohl auch nicht mehr bewegt.
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